Samstag, 6. November 2010

Vom Winde verweht

Na toll - kaum sieht man seinen Garten nach einer langen Arbeitswoche endlich mal wieder bei Tageslicht (wenn auch ein schummriges, als würde die Dämmerung auf Mittags vorverlegt werden), ist die ganze Pracht dahin.


Der große, universelle Laubbläser, der die letzten Tage ordentlich über Ostwestfalen wütete, hat ganze Arbeit geleistet und der schönen Herbstfärbung der Bäume mal ganz fix ein Ende bereitet.
Zugegeben, der sprichwörtliche goldene Oktober ist laut Kalender vorbei, aber muss man deswegen schon Anfang November Tabula Rasa machen und die Bäume ausziehen?
Am Boden macht sich das Laub zwar auch ganz hübsch, aber der Blick nach oben sieht schon etwas fad aus.


Und wer darf die ganze Misere nun auffegen? Ich natürlich. Alles muss man alleine machen - das schäbige Sturmtief mit dem großen Geltungsdrang hat ja schon unter großem Geheule das Weite gesucht.

Ich würde die ganze Pracht auch wirklich gerne wegharken, wenn es denn mal aufhören würde zu regnen.
Also muss der Rasen sich wohl noch ein bisschen gedulden (Archivbild, heute noch keine Sonne gesehen):


Mit dem herrlichen Herbstlaub kann man seinem Garten nämlich großartige Sachen antun.
Die Blätter von Apfel und Kirsche lasse ich einfach auf den Beeten liegen - die sind im Frühling verschwunden. Das meiste Apfellaub darf der Zierapfel als Winterdecke auf seinem Wurzelraum selbst behalten - vom pH-Wert ist das so mild, dass es nicht schadet. Wäre ja auch eigentlich seltsam, wenn der Apfel allergisch auf sein eigenes Machwerk wäre...

Schwieriger ist da schon das Blattwerk der Hasel. Im Frühling sind die verhältnismäßig großen Blätter noch in voller Ausdehnung vorhanden und behindern die Schneeglöckchen beim Austrieb - wie Gewichtheber müssen sie diese ungehörige Bedeckung von sich weisen.
Spätestens, wenn die ersten Spitzen der Zwiebelblumen zu sehen sind, erbarme ich mich und harke die Haselflatschen aus dem Beet.
Wenn man keinen Häcksler hat, kann man sich preisgünstig mit dem Rasenmäher behelfen: Das Laub flächig auf dem Rasen ausbreiten und ein paar Mal großzügig mit dem Mäher drüberfahren.
Aufpassen, dass keine Äste mit herausgeharkt wurden, an denen sich das Gerät verschlucken könnte.
Diese Laubfragmente können die Schneeglöckchen dann zurückhaben, von denen können sie nicht mehr erdrückt werden und auch die Zersetzung der Blätter geht dann rasanter.



Wer eine schön versteckte Schmuddelecke im Garten hat, kann sich an der Tütenkompostierung von Herbstlaub versuchen: Möglichst pladdernasses Laub in Müllbeutel stecken, oben zuknoten oder -binden und Löcher in den Sack pieksen. Das Ganze dann irgendwo in Ruhe reifen lassen. Die Zersetzung von Laub übernehmen nämlich hauptsächlich Pilze und die mögen es gern schön nass. Außerdem brauchen sie länger als bei der Wurmkompostierung.
Spätestens nach einem Jahr sollte man feinsten Laubkompost haben, der besonders gut für Moorbeete geeignet ist und Torf vermeiden hilft.

Das Herbstlaub ist also nicht nur lästig, aber trotzdem wäre es natürlich sehr schön gewesen, wenn die Bäume es noch ein bisschen behalten hätten. Aber als Wonnemonat war der November ja noch nie bekannt, leider.

Kommentare:

  1. Ja, auch bei mir räumen sich die Massen an Blätter nicht alleine weg (*wink* zum Ahorn und Eiche). Aber ich habe meinen Kindern kleine Rechen gekauft *hihi* - uuund emsig sind die damit! Im Wäldchen, haben wir ein großes Loch (vom Vorbesitzer verursacht), dort kommt alles an Blättern, Schnittgut etc. hinein. Sowie der Kompost obenauf. ... natürlich haben bei solch einer schönen groooßen Behausung die Igel nicht lange auf sich warten lassen (schließlich "regnet" es Futter aufs Dach ;) ) und sind eingezogen!

    LG,
    Pupe

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  2. Bei mir hat heute mein Mann gefegt! Klassische Verteilung: fegen und Rasen mähen darf er, der Rest ist mein unantastbares Revier.
    Die Idee mit den Säcken ist super, leider kommt soetwas bei mir nicht in Frage, Platzmangel.Meine hässliche Komposttonne ist leider auch zum bärsten voll, seufz...
    also musste heute alles in die Biotonne wandern und die Stadt freut sich über meinen schönen Gartenabfall.
    lg Sibylle

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  3. Hallo,
    mir geht es ähnlich. Der Herbst hat brutal zugeschlagen. Ich habe meinen Rasen noch nie so oft gemäht wie in den letzten Tagen. Und die Terassegleich mit. Die gemähten Blätter habe ich auf die Beete verteilt. Ich habe im letzten Jahr versuchtLaubkompost in Säcken anzulegen. War aber kein großer Erfolg. Der Laub hatte sich nach einem halben Jahr kaum verändert. Also jetzt direkt auf die Beete, vG Manfred

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  4. Hallöle
    Grins, ich weiss nicht, ob mein Männe heimlich meine Blogkommentare mitliest. Hab mich nämlich gerade heute früh in einem Blog beklagt, dass er das Laub nur von einer Ecke in die andere geschoben und dies als "Hilfe" für mich deklariert hat. Hmmm...heute Nachmittag griff er freiwillig zum Gartenrechen und hat brav alle Blätter zusammen geharkt und in den Wald getragen. Okay, nicht ganz ohne gemecker, aber immerhin. Grins, heute kriegt er als Dankeschön mal wieder was ordentliches zu essen. Man muss ja schliesslich zu seinen Arbeitssklaven Sorge tragen. Und wer jetzt mit ihm Mitleid bekommen hat, darf ruhig weiterlesen, ich habe nämlich auch nicht nur faul auf dem Sofa gelegen sondern xig Haselnusssträucher zurechtgestutzt und das Schnittgut in die Ich-schäme-mich-Ecke (= Haufen der längst gehäckselt werden sollte, aber Frau denkt schliesslich für die Igel... wat für ne grandiose Ausrede...) hochgetragen. Jaaaaa, auch nicht ohne, gell.
    Und jetzt darf ich dann gleich noch in die Küche stehen. Hurra!
    Liebe Grüsse
    Alex

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  5. Hallo Elke,
    ja, der Wind hat in den letzten Tagen ganze Arbeit geleistet, aber noch befindet sich an einigen Bäumen und Sträuchern schönstes Herbstlaub. Die Blätter unseres Apfelbaums haben sich z.B. erst vor ein paar Tagen zu Gelb verfärbt. Gestern lag eine dicke Laubdecke auf unserem Rasen, zum Glück war es aber schön warm und trocken, so dass ich meinen Göttergatten noch mal mit dem Rasenmäher drüber fahren lassen konnte, das nächste Mal ist dann Laubharken angesagt...
    Die Laubtüten sind eine gute Idee, wenn ich denn eine versteckte Schmuddelecke im Garten hätte, da verteile ich das Laub doch lieber auf den Beeten und unter den Sträuchern.

    Liebe Grüße von Bärbel

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  6. Hallo Elke,
    von meinen Obstbäumen ist auch alles Laub auf einen Schlag abgefallen. Ich harke auch alles auf die Beete.Wenn im nächsten Frühjahr noch Blätterreste stören, verfrachte ich sie auf den Kompost. Die Idee mit den Säcken klingst gut, aber bei mir fehlt die passende Kramecke.
    LG anette

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  7. Hi Elke.
    Herbstblätter zu knipsen ist auch schön,einfach nur Natur.Das Bild mit der Treppe finde ich sehr schön.
    Liebe Elke,Fellherzenzu nähen ist nicht schwer,du mußt nicht über das Fell nähen,sonders es nach innen streichen.Gutes gelingen,mein Fell ist ein Kunstfell,manche denken vielleicht es ist ein Tier.
    Wünsche dir einen schönen Sonntag,und liebe Grüße Jana

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  8. Hello Elke,
    meine beiden Komposter sind voll und der Tip mit den Komposttüten kommt mit sehr gelegen.
    Vielen Dank dafür.
    Du hast viele Ahornblätter?
    Ich habe mir die schoensten ausgesucht und einen Kranz gebunden.
    Zu sehen in Guildwoodgardens:)
    Gruss aus Toronto, Canada
    Gisela.

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  9. Liebe Elke, irgendwie kommen mir die Bilder bekannt vor. Ich habe mir letztens den Rasenmäher geschnappt, hoffentl das letzte Mal dieses Jahr, und damit war das Laub auch weg. Allerdings die Terrasse (ebenfalls voll Laub) muss halt doch handgefegt werden. LG und viel Spaß Petra

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  10. bei uns hat der Sturm alles verweht und die Eiche hält noch immer die Blätter fest ,saber ihr Laub ist nach dem Aufsammeln mit dem Rasenmäher willkommen unter den Rhododendren , gepflanzt vom Vorbesitzer, und unter meiner Heidelbeerkultur, die lieben es sauer !!!
    und nach einem Jahr haben die Würmer alles umgesetzt
    Frauke

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  11. Hallo Elke,

    jetzt hab ich aber gelacht "Haselflatschen"! Ein wahrhaft treffender Ausdruck!

    Ich habe jetzt bei dir auch noch was dazugelernt und nehme das auch dankbar mit, die Sache mit der Laubkompostierung in Beuteln. Wir haben da so eine Schmuddelecke im Garten!

    Hier hatten wir zwar nicht einen solchen Wind in den letzten Tagen, wie ihr dort oben, aber leider sind jetzt bereits viele Bäume kahl.

    Und durch die Blätterhaufen sind wir gestern in München mit dem kleinen Enkel gelaufen. Der fand's toll und sich gleich ein paar Blätter mitgenommen.

    So, und heute vormittag schau ich mal im Garten nach, was ich den Igeln noch aufschichten kann. Mittlerweile sind es nämlich schon vier.

    Lieben Gruss, Brigitte

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  12. Bei uns in der Strasse bin ich gartentechnisch ein Exot, was ich immer dann besonders merke, wenn ich schwungvoll mit dem Laubbesen die Blätter in die Beete fege. "Schlampe" scheinen mir die Blicke der Nachbarn zuwerfen zu wollen, wenn sie sich in ihren gezirkelten Gärten nach einzelnen Blättern bücken, die ihren englischen Rasen verunzieren.
    Die Frage, warum denn bei mir alles so üppig wächst und warum Igel und Co. sich gerade bei mir so heimisch fühlen - (Schulterzuck)?
    Der Hinweis, dass auch ich nicht auf Dauer auf der Intensivstation wohnen möchte, würde meine Beliebtheit sicher nicht fördern ;o)

    GlG Jane

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  13. Hallo Elke
    Schau mal in meinem Blog vorbei. Hab da was für Dich ;o).
    Liebe Grüsse
    Alex

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  14. Hallo Elke,
    durch Deinen lieben Kommentar auf meinem Blog habe ich hier auf Deine Seite gefunden.
    Sehr sehr schönen Bilder und viel Wissenswertes habe ich gefunden. Auch bei mir gibt es Mengen an Laub. Da bei uns das Wetter aber immer noch sonnig und mild ist, der Rasen weiterwächst, sammle ich alles mit dem Rasenmäher ein. Dann sind die Blätter gleich gehäckselt und geben entweder wunderbares Mulchmaterial ab oder sie verrotten so auf dem Kompost sehr schnell.
    Einzig das Kastanienlaub wird gründlich aufgesamelt und entsorgt.
    GlG Bernstein

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  15. Hallo Elke,

    schau mal vorbei :o)

    GlG Jane

    PS: Es ist aber kein MUSS!

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