Montag, 27. Dezember 2010

Silvesterbräuche

Nein, ich bin nicht abergläubisch. Wirklich nicht.
Das kann ich auch beweisen, schließlich lebe ich mit der schwärzesten aller Katzen zusammen, die mal von rechts, mal von links, auch mal von schräg, aber am liebsten kurz vor ihrem Futternapf meinen Weg kreuzt.
Unglück gebracht hat das noch keinem von uns, auch der Katze nicht, denn der Napf wird stets pünktlich, wenn auch in ihren Augen nicht oft genug, gefüllt.


Ich glaube auch nicht daran, dass Geldbäume mein Konto füllen, aber auf jeden Fall füllen sie die wüstenartigen Bedingungen auf der Wohnzimmerfensterbank mit bizarrem Leben.
Allerdings bringt es sehr wohl Unglück, wenn man einen abgebrochenen Zweig von Crassula einfach entsorgt. Zumindest dem Geldbaum.

Er gehört nämlich zu den Zimmerpflanzen, die sich mit so spielerischer Leichtigkeit vermehren lassen, dass man schnell die ganze Fensterbank - aber immer noch nicht die Nase - voll davon hat.
Wie leicht das geht, führt er uns ganz plastisch vor Augen, indem er seine Äste schon mal prophylaktisch mit Würzelchen ausstattet, für den Fall der Fälle.
Dieser Fall tritt spätestens dann ein, wenn Frau Katze sich allzu ausufernd auf der Fensterbank räkelt und dem Geldbaum einen Ast krümmt. Und schon hat man wieder ein Pflegekind mehr.

 Frau Katze (10),wie sie sich hinter unserem Geldbaum-Methusalem (9) versteckt.

Als wäre das alles nicht schon genug, verführt uns das in letzter Zeit stark gewachsene Sortiment dazu, der Sammelleidenschaft zu frönen.
Was gibt es da nicht für schöne Sorten, angefangen von Crassula ovata "Undulata" bis hin zum bizarrsten aller Geldbäume, dem Crassula ovata "Horn tree".

 Betagtes, blühendes Exemplar von Crassula portulacea (=ovata) im Berggarten Hannover Herrenhausen

 Blüte - das schafft man nur bei kühler Überwinterung

Crassula ovata "Cristata"

Die gute Nachricht ist, dass man sie nicht unbedingt kaufen muss, denn es reicht in der Regel schon ein einziges Blatt, das man sich bei Bekannten erbettelt oder auch mal im Gartenmarkt vom Regalboden auflesen kann, falls schon eines abgebrochen ist.

Die schlechte Nachricht ist, dass die Fensterbank durch derlei Aktionen bald wegen Überfüllung geschlossen ist.


  Blattsteckling der Sorte Undulata im zarten Alter von 6 Monaten - bis zum Finanzgenie ist es noch ein weiter Weg

Und hier kommt uns der Jahreswechsel zu Hilfe, denn selbstgezogene Geldbaumableger sind ein schönes und persönliches Mitbringsel zur Silvesterparty.
Das Dumme ist nur, dass einem irgendwann die geldbaumlosen Gastgeber ausgehen.

Bevor man die Pflanzen dann an der Autobahn aussetzt, kann man ja zur Not noch das Büro damit schmücken oder am schwarzen Brett inserieren.

Schließlich soll auch der Glücksbringer kein Unglück erleiden.

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche den Lesern von "Günstig gärtnern" und allen, die hier zufällig reinschneien, schöne Festtage!

Wer keinen Weihnachtsbaum mehr abbekommen hat, kann - so wie ich - zur Last-Minute-Deko greifen:
Ein paar Haselzweige vom winterlichen Strauchschnitt im Park dekoriert mit Fliegenpilzen, das war's auch schon.


Sollte jemand allzu traurig sein, keine weißen Weihnachten zu erleben - ich habe Schnee zu verschenken, allerdings nur an Selbstabholer. Blütenweißer Neuschnee von allerfeinster Qualität.
Wir haben reichlich, um nicht zu sagen, schon zuviel des Guten.

Schön winterlich wie frisch gefallener Schnee auf Astwerk wirken auch die fedrigen Samenstände der Herbstanemone (hier mit Efeu kombiniert)- und hinterlassen auch garantiert keine Pfütze auf dem Esstisch!
Allerdings sind sie dieses Jahr vor lauter Winterlichkeit nicht mehr zu sehen, da hoffnungslos eingeschneit.


Heute abend wird es selbstverständlich auch Geschenke für Gärtner geben - unter anderem Samen vom Korallenstrauch verpackt in einer selbstgebastelten Samentüte aus Geschenkpapier:



Also: Feiert schön und lasst euch reich beschenken!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Der Mörder ist immer der Gärtner

Herzlich willkommen beim zweiten Teil unserer Reihe "Gartenliteratur aus dem Antiquariat - brilliant oder brandgefährlich?".

Heute: Horst Köhler mit Dem Praktischen Gartenbuch von 1952, erschienen im Carl-Bertelsmann-Verlag.


Die Kapitelauswahl lässt auf den ersten Blick keine Wünsche offen: Über den Boden, Düngemittel, Gartengestaltung, Ziergarten, Rosen, Sommerblumen, Gemüse und Obst bis hin zu Zimmerpflanzen ist alles vertreten.


Ein Buch, das voll ist von poetischen Wörtern, wie "Leunasalpeter", "Ätzkalk" oder "Rhenaniaphosphat" - alles unentbehrliche Helferlein des Nachkriegsgärtners, der augenscheinlich ein grenzenloses Vertrauen in die Welt der Chemie hatte.

Dieses Gefühl beschleicht einen auch beim Betrachten der Werbung im Anhang:

 

Führen wir uns dieses Bild einmal genauer zu Gemüte:
Rechts sehen wir einen ungemein erfolgreichen Gärtner, der einen blühenden und ertragreichen Garten vorweisen kann, E605 forte sei's gedankt. Dass in diesem chemiegetränkten Areal Äpfel und Tulpen gleichzeitig auf der Bildfläche erschienen sind, nehmen wir jetzt mal als künstlerische Freiheit hin. Während der Gärtner rechts ohne zu Schwitzen allein mit der Kraft der Giftspritze zu arbeiten scheint, sieht man zur Linken seinen neidischen Nachbarn, der sich mit dem Spaten abrackern muss und allerhöchstens seinen Maschendrahtzaun zum Blühen bringt.
Langsam bekomme ich eine leise Ahnung, warum in Krimis immer der Gärtner der Mörder ist...

Auch der gute Horst Köhler empfiehlt das "Wundermittel" E605 gegen Insekten in den wärmsten Tönen.
Die gute alte Zeit hatte also auch so ihre Tücken und zum Glück haben sich nicht alle Bräuche in die heutige Zeit retten können. Zur Sicherung der Beerenernte wird gar dazu geraten, Amsel- und Sperlingsnester gnadenlos zu vernichten. Wer hätte danals ahnen können, dass gerade Sperlinge einmal so selten werden könnten...

Doch Hotte hat auch ein weiches Herz, das sich in dem Kapitel "Gnade vor Recht" zeigt: Schwalbenschwanzraupen wird Amnestie gewährt, weil sie hübsch, selten und so gefährlich auch nicht sind.
Vogelfütterung und Nistkastenbau werden ebenfalls nicht verschwiegen.

Dann wieder gibt sich der Autor ganz bodenständig - und beschreibt die organischen Dünger. Der geneigte Leser erfährt, welcher Dung von welchem Tier als "kalt" (Rind, Schwein, Gans) oder "warm" (Pferd, Ziege, Huhn, Schaf und Taube) gilt - denn damals hatte man die Qual der Wahl, da die Viehhaltung im eigenen und in Nachbars Garten noch weit verbreitet und ganz üblich war.
Sollten alle Stricke reißen, steht auch der Verwertung der eigenen Stoffwechselendprodukte (sic!) nichts mehr im Wege.

Das Buch hat wenige Farbtafeln, aber eine Fülle teilweise unfreiwillig komischer Zeichnungen.
Hier meine Favoriten:


Als die Bohnen laufen lernten:


Gevatter Blumentod - ist richtig aufgesetzte Heizungsluft der Hyazinthe Blumentod, oder wie jetzt?

 

Geradezu legendär ist diese Anleitung zum Holländern:


Wer das kapiert - Respekt! Ich gestehe: Ich tu's nicht... Man hätte wohl dabei sein müssen.

Mein Fazit: Das praktische Gartenbuch hat durchaus nostalgischen Wert und auch heute noch einen gewissen Nutzen, wenn, ja, wenn man zu differenzieren weiß. Nicht alles, was dort geschrieben steht, kann man heute unreflektiert übernehmen. Die Zeiten ändern sich und gerade den biologisch gärtnernden Lesern werden bei der Lektüre so manches Mal die Haare zu Berge stehen.
Überliest man die für heutige Gärtner so befremdlichen Praktiken, trifft man stellenweise aber auch auf ganz moderne Ansichten und gute Tipps.
Nur die Sache mit dem E605 sollte man dann doch lieber nicht zuhause nachmachen...

Donnerstag, 16. Dezember 2010

In Farbe und bunt

Gartenbücher können ja so elendig teuer sein, aber machen doch auch soviel Spaß.
An einem Schlechtwettertag (vor allem im Winter) auf dem Sofa traumhafte Bilder anschauen ist jeden Cent wert.

Was aber, wenn in der Kasse absolute Ebbe herrscht und man nicht nur schöne Fotos, sondern auch Informationen braucht, um sich sein allererstes Wissen als frischgebackener Gartenbesitzer anzueignen?

Geht das vielleicht auch günstiger, mit Büchern vom Trödelmarkt, aus einer Wohnungsauflösung oder aus dem Antiquariat, in dem man schon immer mal stöbern wollte?

Ich habe es für euch im Selbstversuch ausprobiert - mit zwei Büchern von Horst Köhler.
Nein, nicht vom ehemaligen deutschen Bundespräsidenten, sondern dem anderen!

Da wäre einmal Das praktische Gartenbuch, das die Welt das erste Mal im Jahre 1952 beglückte, und das nicht praktische, aber Bunte Blumenbuch von 1957.

Beide kommen im schicken Leineneinband daher. Eigentlich gehört da noch ein buntbedruckter Papierschuber drum, aber der scheint spätestens die 70er Jahre nicht überlebt zu haben.
Hoffen wir mal, dass das viele Lesen in diesen literarischen Schätzen ihn zerrüttet hat, und dass nicht etwa in der Ölkrise der Ofenanzünder fehlte...

Ach, wenn diese Bücher nur reden könnten.


Aber bei aller Liebe und Nostalgie: Was ist denn nun von diesen beiden Wirtschaftswunderwerken zu halten?

Fangen wir an mit dem Blumenbuch, weil es so entzückend bunt ist - und dabei so ausgesprochen modern wirkt!


Zunächst einmal muss allerdings der gute Herr Köhler einen kleinen Dämpfer einstecken, denn es scheint dann doch einem Schweden die Ehre zu gebühren, der offenbar die Originalausgabe beisteuerte.

Hier gibt es jedenfalls keine Fotos, aber schöne Zeichnungen - nicht nur von Blumen, sondern auch von Sträuchern und Bäumen, inklusiver kurzer Artbeschreibungen im Anhang.
Alles feinsäuberlich alphabetisch sortiert statt systematisch oder nach Lebensräumen gegliedert, aber das kann man auch heute noch halten wie ein Dachdecker.
Nur die Stauden wurden dann doch lieber von den Gehölzen getrennt.

Neben den unverwüstlichen, ewigen Lieblingen des Gärtners, wie Dahlien, Astern und Löwenmäulchen ist man überrascht, wieviele vermeintliche Neuentdeckungen dort auftauchen: Neben Herbstanemone, Färberkamille, Sterndolde, Kermesbeere, Wollziest, Himmelsleiter und Salomonssiegel geben sich auch Sempervivum, Präriemalve (Sidalcea) und mehrere Wiesenrauten (Thalictrum) (jawoll!) die Ehre!

Die Gehölze werden praktischerweise einmal in Farbe und einmal als Zeichnung zum Größenvergleich neben einem Haus, oder (Emanzipation steckte damals noch in den Kinderschuhen) neben einem pfeiferauchenden Kerl, pardon: Gärtnermeister, abgebildet.
Hier ist unser Held in voller Lebensgröße, wie er eine Magnolie bestaunt:



Durch diese Bildchen kann man gut verhindern, dass man sich ein Monster in den Garten holt, das noch schneller wächst als die Wirtschaft der 50er Jahre.
Linde und Ulme beispielsweise stellen so ein niedliches 50er-Jahre-Siedlungshaus schnell mal in den Schatten:


Der Japanische Fächerahorn zeigt sich dagegen brav und handzahm:


Auch Rosensorten sind verzeichnet und dort trifft man viele alte Bekannte wieder, die auch heute noch gern gepflanzt werden, wie American Pillar, New Dawn oder Gloria Dei.
Andere, wie Sondermeldung, sind vielleicht ein bisschen aus der Mode gekommen, aber möglicherweise erhöht das nur den Reiz dieses Buches.

Mein Fazit: Wer dieses alte bunte Schätzchen irgendwo auftreiben kann, der rette es vor dem Reißwolf.
Es ist hübsch, informativ und gar nicht so altbacken, wie es von außen den Anschein hat.

Das Praktische Gartenbuch kriegen wir dann später.


Dieser Artikel mach mit bei der Gartenbuch-Blogparade.

 

Sonntag, 12. Dezember 2010

Mein Freund, der Parasit

Schmarotzer hat eigentlich keiner so richtig lieb.
Wer sich auf Kosten anderer bereichert, macht sich selten Freunde, und mag er noch so hübsch sein. Was die meisten Parasiten aber nicht sind, ganz im Gegenteil. Noch nicht einmal dieser Triumph wurde ihnen gegönnt.
Man hält sich deswegen oft im Untergrund auf - dort, wo die Sonne nie scheint.
Höchstens zur Blütezeit wagen sich viele botanische Parasiten mal kurz an die Oberfläche - so wie die Sommerwurz (Orobanche).

Der einzige Schmarotzer, der es wahrlich zu Weltruhm gebracht hat und wenigstens zu Weihnachten heiß begehrt ist, ist die Mistel (Viscum album).
Zu ihren Gunsten muss man sagen, dass sie auch nur ein Halb-Schmarotzer ist, soviel Zeit muss sein.
Da sie nämlich Blattgrün besitzt, kann sie ohne fremde Hilfe Photosynthese betreiben und muss ihrem Wirt nur Wasser und Nährsalze abschwatzen. Was der im Zweifelsfall aber auch schon mehr als lästig findet.

Jetzt im Winter fallen die grünen Kugeln der Laubholzmisteln besonders gut auf. Der Wirtsbaum ist nun kahl und die Emporkömmlinge bekommen mehr Sonne als im Sommer. Dafür wird das Wasser nun knapp, der Baum hat ihnen nämlich den Hahn abgedreht. Man kann nicht alles haben - das Parasitenleben ist auch kein Zuckerschlecken.

Als wäre das alles noch nicht genug, wurde die Mistel seit jeher von Menschen geerntet.
Das hat sie regional selten gemacht, und manche Kommune ruft dieser Tage dazu auf, die Pflanze doch bitte an den Bäumen zu belassen.

Neuerdings werden die kleinen, handlichen Büsche sogar auf Weihnachtsmärkten teuer verkauft.


Dort lag neulich ein winziger Zweig mit zwei Beeren auf dem Boden - und ich konnte wie immer nicht widerstehen.

Denn der unvergessene Jürgen Dahl hat mich auf eine Idee gebracht.
Er, der schon immer ein Auge für das Verborgene hatte und in seinem Garten das Unkraut vor lauter hochinteressanten Pflanzen nicht sah, hat erfolgreich die Ansiedlung von Misteln im Hausgarten vorgemacht und beschrieben.

Das wollte ich auch - einmal dem Parasiten auf Augenhöhe begegnen, was wäre das spannend!
Sein Wachsen und Werden (und hoffentlich Fruchten) beobachten.
Pflanzenzucht ohne sich zu bücken!

 Mistel in Südfrankreich - so nah war ich noch keinem lebenden Exemplar

Große Mistel mit vielen Früchten, ebenfalls Südfrankreich - wenn sie irgendwo vorkommen, dann meist im Rudel

Wer also auch mal im eigenen Garten geküsst werden möchte oder aber auf Du und Du mit dem berühmtesten aller Schmarotzer sein will, der kann es mal versuchen:
Die Beeren zerquetschen und an einem trockenen Wintertag den klebrigen Inhalt auf einem gut erreichbaren Laubbaumast verteilen und zur Sicherheit drumherum wickeln.
Apfelbaum soll gut funktionieren.
Wer sich also nicht scheut, seinem Obstbaum die Pest an den Hals zu wünschen, der hat vielleicht Spaß an so einem Experiment für die ganze Familie. Viele Infektionen scheitern sowieso, weil Regen oder Schnee den Samen am Ende doch fortspülen.
Der Apfelbaum hat also eine faire Chance.
Und wenn er ganz großes Glück hat, handelt es sich um eine Nadelbaum-Mistel, dann wird das sowieso nichts.

Sollte die Mistel sich doch allzu breit machen, kann man immer noch den ganzen Ast amputieren. Macht man ja sowieso von Zeit zu Zeit. Eine einzelne Mistel wird dem Baum auch nicht wirklich schaden.

Falls das Wetter also einmal parasitenfreundlicher wird, wage ich es einfach.
Im Erfolgsfall werde ich berichten, ansonsten den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten.

Also: Hochbeete waren gestern, heute wird in der nächsten Dimension und freischwebend gegärtnert!

(PS: Die schlechten Fotos der Misteln aus Südfrankreich wurden bei der Diaprojektion abfotografiert. Das ist die preisgünstige Variante der Dia-Digitalisierung, denn die erschwinglichen Diascanner produzieren auch kein besseres Ergebnis, eher im Gegenteil. Ein Stativ ist aber auf jeden Fall anzuraten.)

Samstag, 4. Dezember 2010

Mundraub

Es gibt ein paar ungelöste Rätsel der Menschheit, über die es sich nachzudenken lohnt.
Wie kommt Kuhscheiß auf's Dach?
Was machen die vielen einzelnen Schuhe auf der Autobahn und wo ist ihr Gegenstück (ein Fall von Scheidung bei Schuhen? Konnten sie sich nicht mehr riechen?)?
Und wie bitteschön kommt die Kiwi in den Stadtpark?


Zwischen Holunder und Ahorn hat sie sich keck emporgekämpft, mitten aus einem vewilderten Gebüsch.
Wurde sie tatsächlich angepflanzt, um Spaziergänger zu ergötzen oder hat sie sich aus einer weggeworfenen Frucht entwickelt?
Oder liegt hier gar eine Tat von Guerilla-Gärtnern vor?
Sachdienliche Hinweise bitte an mich (Stichwort SoKo Kiwi).

Ihre verlockenden Früchte hängen leider in 4 Metern Höhe und sind damit ohne Leiter oder Obstpflücker unerreichbar.

Den Menschen sollt ihr zwar am Werkzeug erkennen, aber Mensch macht sich auch ungern vor versammelter Mannschaft an einer vielfrequentierten Parkwegekreuzung zum Affen.

Und so bleiben die Kiwis ungeerntet.

Dieses Schicksal teilen sie mit vielen Apfelbäumen, die immer noch in voller Pracht dem Frost trotzen:




Schade um die schönen Äpfel, aber immerhin werden sie sicher noch einigen Amseln oder Wacholderdrosseln den Tag versüßen und ihnen über die eiskalten Nächte hinweghelfen.

Wer das Verderben am Baum nicht mitansehen möchte, keinen eigenen Garten hat oder einfach mal kostenlos einen Obstkuchen backen möchte, der kann sich bei mundraub.org nach freien Bäumen erkundigen, an denen das Pflücken erlaubt ist.
Nach dem Motto "Freies Obst für freie Bürger" werden Standorte herrenloser Bäume veröffentlicht, die man nach Herzenslust beernten darf.

Und wer weiß, vielleicht befindet sich auch einmal eine wertvolle alte Obstsorte darunter, die durch soviel Aufmerksamkeit in die richtigen Hände fällt und weitervermehrt werden kann.

Die Wertschätzung von Obstbäumen wird durch diese Aktion auf jeden Fall gesteigert.

Kiwipflanzen sind übrigens nicht verzeichnet, schade

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