Sonntag, 28. November 2010

Der sparsame Gärtner

Sie ist der Jamie Oliver unter den Gärtnern.
So wie er mit einfachsten Mitteln Teller füllt, schafft sie aus dem Nichts - und mit geringen Kosten oder bei wenig Platz - grüne Paradiese.

Die Rede ist von Alys Fowler - deren Motto ist: Garten ist, was du tust, nicht etwas, das du kaufst.

Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Auch mir geht es so: Pflanzen, die ich selbst heranziehe, machen mich selbstverständlich stolzer als gekaufte. Einmal, weil es Geld spart, aber noch viel mehr, weil es wie ein Wunder ist, wenn aus einem scheinbar toten Winterast in Wasser und der warmen Stube Wurzeln wachsen und schließlich die ersten Blätter.

Über ihre Philosophie des sparsamen Gärtnerns hat sie ein Buch geschrieben, dessen deutscher Titel "Alys im Gartenland" leider eher an ein Märchenbuch erinnert. Der Originaltitel ist da treffender: "The thrifty gardener" - der sparsame Gärtner.


Darin beschreibt sie viele Tipps und Tricks rund ums Gärtnern mit wenig Geld - von der Pflanzenvermehrung über Kompostherstellung bis hin zu selbstgebauten oder zweckentfremdeten Pflanzkästen und Wurmkisten.

Für ihre solchermaßen hergestellten Werke Marke Eigenbau geht sie aber nicht einfach in den Baumarkt - das wäre zu einfach - sondern sucht Müllcontainer (will sagen: diese offenen Kippen, nicht die stinkende Allerweltsvariante mit Deckel!) und Sperrnüllplätze ab, die in ihrem Stadtteil ständig vor alten Häusern herumstehen, weil immer irgendwo renoviert wird. Wie praktisch.
Gerade in Villenvierteln mit vielen Altbauten kann man wahre Schätze finden, wenn man sich nur traut, zuzugreifen..

Niemand macht Mülltonnentauchen so salonfähig wie Alys Fowler, die sich auch nicht scheut, selbst im luftigen Sommerkleid auf mit Nägeln bewehrten Latten herumzuklettern (obwohl sie beteuert, das wäre nur für's Foto gewesen!).

Jung und hübsch, wie sie ist, nimmt man ihr alles ab - man findet nichts peinlich und mit ihr zusammen würde man unverzüglich Dachlatten aus dem nächsten Müllcontainer stehlen, wenn, ja, wenn man nicht wie ich zwei linke Hände hätte und zwei linke Füße noch dazu  - und damit am Ende zuhause einigermaßen hilflos vor einem Haufen Holz stehen würde.
Ich erinnere mich noch mit Schrecken an den Versuch, einen Nistkastenbausatz zusammenzunageln - am Ende hätten todesmutige Vögel eine Behausung mit integrierter Belüftung gehabt, und das ist noch wohlwollend formuliert - im Klartext zog es darin wie Hechtsuppe, weil nichts so recht aufeinander passen wollte...
Mein Mann redet noch heute davon. Da blieb kein Auge trocken.

Auch das muss man ihr neidlos lassen - Alys weiß, wo der Hammer hängt und wie man damit umgeht.
Da ist sie mir weit voraus.

Nichtsdestotrotz sympathisiere ich sehr mit ihrer Idee, aus Müll wunderschöne Dinge zu erschaffen, die sich im Garten nützlich machen.
Aus Ermangelung eines solchen auch gern auf Treppenabsätzen, Fensterbänken oder Balkonen.

Das alles hat sie in New York gelernt, wo sie sich vom Erfindungsreichtum der Städter anstecken ließ.

Gerade in Großstädten, wo ein Platz an der frischen Luft mitunter so ein unermesslich großer Luxus ist wie ein Tag ohne Verkehrslärm, muss man jeden verfügbaren Platz nutzen und Alys Fowler zeigt, wie man aus dem kleinsten Flecken Pflaster den schönsten Garten macht.

Wenn alle Stricke reißen, auch gern im Zimmer, denn Garten ist in der kleinsten Hütte: Diese gern belächelte Disziplin des Gärtnerns wird von ihr genauso geschätzt wie die Freiluftkultur und sie zeigt mit ansteckender Begeisterung, wie man günstig Zimmerpflanzen vermehrt und heranzieht. Dazu reicht zur Not schon der Griff in den Vorratsschrank, vorausgesetzt, man hat Kichererbsen oder ähnlich dankbares Gemüse da.

 Kichererbse zubereitet nach Art Alys Fowler - keimt leicht und wächst rasant

Selbst altmodische und altbekannte Vertreter der Fensterbank-Fraktion wie der Bogenhanf werden bei ihr zu liebenswerten und begehrenswerten Geschöpfen mit allem Glanz und Gloria der alten Zeiten.

Mülltonnentauchen zum Trotz nimmt sie den Leser aber auch mit zum Einkaufen in den Gartenmarkt - und beschreibt hier, wie man Qualität erkennt und bei einem frisch erstandenen Staudentopf die Instant-Pflanzen-Vermehrung anwendet, da oft mehrere Exemplare in einen Topf gequetscht werden, damit der Eindruck einer besonders kräftigen Pflanze entsteht.
Hätte ich diesen Tipp eher gelesen, hätte ich jetzt schon drei stämmige einzelne Kaffeepflanzen statt nur einem dominanten Topfinsassen mit zwei mickrigen Nachbarn.

Frau Fowler singt in ihrem Buch natürlich auch das Loblied auf den Kompost - das kostenlose und selbstgemachte Gold des Gärtners - und wartet gleich mit mehreren Rezepten auf, denn Kompostieren ist wie Kuchenbacken:
Von der großangelegten und natürlich aus Resten selbstgebauten Miete über die Wurmkiste für Küchenabfälle bis hin zum Laubkompost ist alles beschrieben.

Natürlich sind nicht alle Spartipps neu. Dass Kompost etwas Kostbares ist, weiß man eigentlich schon, aber Alys schwärmt davon mit solcher Begeisterung, dass auch die letzten Kompostverweigerer konvertiert werden sollten.
Auch Avokados aus Kernen zu ziehen hat sicher jeder schon einmal versucht - neu ist nur die Empfehlung, wie es noch schneller geht: Im Kompost!

Das alles ist so locker und erfrischend erzählt und hübsch bebildert, dass man trotz aller Ungeschicklichkeit am liebsten gleich selbst zum Hammer greifen und es ihr nachtun möchte.

Aber lieber nicht: Das gibt nur einen blauen Daumen, wo es doch am Ende vor allem auf den grünen ankommt.

Samstag, 20. November 2010

Stars und Sternchen

Es ist mal wieder soweit: In der Stadt kann man sich mit Glühwein die Jahreszeit schön trinken und es wimmelt schon jetzt von scheinbar völlig gestressten Menschen, die nicht mehr bummeln, sondern zum Kampf-Shoppen aufgerufen haben. Auch ohne glühweinvernebelten Blick auf den Kalender weiß man: Weihnachten muss vor der Tür stehen.

Und noch einen gar nicht dezenten Hinweis auf das immer näher rückende Ereignis gibt es: Jeder Supermarkt, der etwas auf sich hält, lässt nichts unversucht, der Kundschaft den floralen Festbegleiter schlechthin auf's Auge zu drücken: Den Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima).

Die Wolfsmilch im Weihnachtspelz ist der Star der Blumenindustrie und als solcher kommt er mitunter grässlich geschminkt daher - schrecklich blau gefärbt oder mit mehr Glitter übersprüht als ein Christbaum, dass man der zum Kitsch verkommenen Pflanze am liebsten eine Zwangsdusche verpassen möchte, und selbst dann wird man den Glitzerkram nicht von ihr runterkriegen.

Solche Gewächse sind fast schon als pflanzlicher Sondermüll zu betrachten und ich würde sie auf gar keinen Fall meinem Komposter anvertrauen - die Würmer könnten sich den Magen daran verderben.

Aber ganz egal ob mit oder ohne Glitter - die meisten Weihnachtssterne ereilt nach dem Fest der Liebe dieselbe gänzlich lieblose Behandlung: Sie werden als lebende Wegwerfware betrachtet.
Nach dem kometenhaften Aufstieg als Dekoration bei Festtagsbeleuchtung erfolgt der unrühmliche Abstieg in die dunkle Mülltonne.

Doch auch wenn ihre roten Petalen verschwinden und die Pflanze mehr und mehr vergrünt, tut das ihrem Charme keinen Abbruch.

Ganz im Gegenteil: Man sollte sich einmal die Mühe machen, den Weihnachtsstern weiterzukultivieren.
Er wächst dann zu stattlicher Größe heran, verzweigt sich gut und erfreut mit seinem frischen Grün völlig kitschfrei das ganze Jahr über:



Da man die Sternchen oft als Mitbringsel geschenkt bekommt, erhält man so die Möglichkeit, sich günstig eine stattliche Zimmerpflanze heranzuziehen!

Er ist ein prima Mitbewohner, der im Sommer auch gern die Terrasse schmückt.

Ein bisschen später als seine Verwandten mit industriell aufgezwungener Glühweinfärbung errötet auch solch ein Exemplar zu gegebener Zeit (die Fotos sind von dieser Woche), dann aber im XXL-Format an gleich mehreren Zweigen :


Gemütlich zuhause bei einer Tasse Tee kann man diesem botanischen Schauspiel beiwohnen und der langsamen Farbveränderung zuschauen.
Im Vergleich dazu kommt der gekaufte Stern einem Fertiggericht gleich.



Solltet ihr also einen Weihnachtsstern geschenkt bekommen, lasst ihn leben - er hat es verdient!

(PS: Bevor ich mich mit fremden Brakteen schmücke: Das gezeigte Exemplar gehört meiner Schwester. Sie sagt, ihr Geheimnis sei Flüssigdünger. Da ich unserer Katze durchaus zutraue, dass sie in einen Weihnachtsstern reinbeißt, lasse ich mir möglichst keinen mehr schenken...)

Sonntag, 14. November 2010

Schamesröte

Nachdem ich über mein diesjähriges Tomatentrauma geschrieben hatte und kein gutes Haar, pardon: Blatt, an meinen Pflanzen gelassen hatte, haben sie wohl ein schlechtes Gewissen bekommen - geschieht ihnen auch ganz recht..
Mit meiner Klageschrift war es nämlich noch nicht getan - Bärbel hat mir zudem netterweise einen Nachtschattentausch angeboten: Samen der Wildtomate "Golden Currant" gegen Korallenstrauch.

Die Samen kamen wunderschön verpackt per Post bei mir an, ein dickes Dankeschön noch mal dafür!


Nach der öffentlichen Schmach nun auch noch die Konkurrenz im Haus - das konnten meine braunfäule-gebeutelten Diven nicht auf sich sitzen lassen und schoben noch schnell ein paar späte Früchte nach, obwohl sie kaum noch Blätter hatten.

Um den noch grünen Früchtchen die herbstlichen Tiefdruckgebiete und damit eine nasse, Pilzkrankheiten fördernde Schale zu ersparen, habe ich sie einfach abgeschnitten und mit ins Haus genommen - zum Nachreifen.

Die Kunst des "Aus Grün mach Rot" ist nicht ganz unstrittig. Zum einen gibt es die lichtscheue Variante (Nachtschatten lässt grüßen), zum anderen sind da die Befürworter der Reife bei Tageslicht.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Großmutter ihren grünen Tomaten immer eine eigene mit Butterbrotpapier ausgeschlagene Küchenschublade reservierte und sie dort im Dunklen liegen ließ, bis sie vor Kummer knallrot wurden.
Nun, eine freie Küchenschublade ist in unserem Haushalt absoluter Luxus und völlige Mangelware, daher habe ich mich an der Tageslicht-Variante versucht.
Da wir uns sowieso in der lichtarmen Jahreszeit befinden, kommt es ohnehin fast schon auf's selbe raus.

Zur Reifebeschleunigung durften sich die Paradiesäpfel an richtige Äpfel kuscheln - das Reifegas Ethylen gibt dem Gemüse den richtigen Hinweis. Tatsächlich wurden sie am Ende rot, bis auf ein paar Unbelehrbare mit mittlerer Reife:


Und jetzt ganz schnell weg mit den Äpfeln, denn in diesem Zustand bringt zuviel Reifegas den Tomaten das Verderben.

Ach, am besten wird gleich kurzer Prozess gemacht und die ganze Pracht einfach aufgegessen - schmecken tun sie nämlich ganz hervorragend, auch ohne direkte Sonne!

Mittwoch, 10. November 2010

Gut abschneiden

Der eine oder andere wird es schon gemerkt haben: Ich bin der Schnäppchenjäger vor dem Herrn.
Allerdings nicht um jeden Preis, denn nach einem alten Sprichwort kauft der Geizige bekanntlich zweimal. Oder dreimal, für ganz Hartnäckige.
Ich habe es auch auf unrühmliche dreimal gebracht - bei meiner Gartenschere.
Das ist zwar nur ein kleines handliches Gerät, aber neben der Gießkanne auch eines der wichtigeren im Garten.

Wer keine Scherenhände hat oder in seiner Freizeit gern Telefonbücher zerreißt, braucht mindestens einen dressierten Biber oder eine Schar Holzbienen, wenn er ohne die kleine Kneifzange dem allzu ausufernden Wuchs etwas entgegenhalten will.

Aber Schere ist Schere, oder etwa nicht?
So zumindest dachte ich, als ich kurz hintereinander erst bei einem Supermarkt eine knallrote und unglaublich billige Gartenschere aus mehrheitlich Kunststoff erwarb, und schließlich bei einem bekannten Kaffeeröster eine zweite in derselben Farbe. Die erste war nämlich bald stumpf und machte irgendwie vom ersten Tag an keine rechte Freude.
Die zweite Kandidatin verlor als erstes ihre Contenance, indem sie sich ihres Schließmechanismus entledigte - dieser kleinen, nützlichen Vorrichtung, die verhindert, dass die Schere bösartig und mit gefletschten Zähnen in der Jackentasche aufklappt, was zu unangenehmen Überraschungen führen kann. Zumindest bei einem scharfen Exemplar, aber in der Hinsicht musste ich mir keine Sorgen machen - meine Finger waren vor ihr so sicher wie vor einem zahnlosen Tiger.

Nach diesen Fehlgriffen hatte ich es dann auch endlich begriffen - gut abschneiden kann man nicht mit einer Gartenschere, die weniger kostet als die meisten Staudentöpfe.

Aber zum Glück kann man sich den Mercedes unter den Scheren ja auch schenken lassen.
Wer das Überraschungsmoment mag, kann versuchen, seinen Liebsten bei einem Stadtbummel auf seinen Wunsch aufmerksam zu machen. Der Göttergatte sollte am Ende das gute Gefühl haben, er wäre selbst auf diese grandiose Geschenkidee gekommen.

Also steht man idealerweise ganz zufällig vor dem richtigen Schaufenster und gibt dezente Hinweise:
"Schau mal da: Diese Schere da würde doch ganz hervorragend zu meiner Hortensie passen!"
Keine Reaktion? Er möchte immer noch am liebsten schnell hinfort in den nächsten Elektronikfachmarkt?
Dann weiter im Text: "Die Schere ist ja soooooo schön. Dieses Rot würde sich auch ganz toll unterm Weihnachtsbaum machen!" An dieser Stelle sollte man möglichst langsam sprechen und die Präsentation mit eindeutigen Zeigegesten untermauern. Meist hilft das ganze Theater aber trotzdem nicht - da scheinen selektive Wahrnehmungsmechanismen im Spiel zu sein.
Erschwerend kommt hinzu, dass die wenigsten Schaufenster Gartenscheren enthalten, aber das nur im Rande - die Masche funktioniert auch bei anderen Dingen wie Schals oder Büchern schon nicht besonders.

Aber ich hatte Glück: Mein Mann war das ganze Scherendrama schon längst selbst leid geworden  - und da war sie dann an meinem nächsten Geburtstag: Mein neuer, scharfer Scherenschatz in Lackrot.



An dieser Stelle sei die kurze Zwischenfrage gestattet, warum die meisten Modelle rot sind und nicht etwa grün. Sicher liegt es daran, dass man eine verschluderte grüne Schere im Gartendschungel sowieso nie wiederfindet, während man ein rotes Exemplar höchstens in einem Klatschmohnfeld und mit Tomaten auf den Augen aus dem Blick verlieren kann.


Auch nach Jahren sind die kleine rote Schere und ich noch immer beste Freunde: Wir schneiden zusammen durch dick und dünn. Lebenswichtige Teile hat sie noch keine verloren und stabil ist sie auch mit ihrem Skelett aus Metall.

Manchmal lohnt es sich also doch, etwas mehr auszugeben, dafür hat man dann aber umso länger Freude daran - und die ist wiederum unbezahlbar.

Samstag, 6. November 2010

Vom Winde verweht

Na toll - kaum sieht man seinen Garten nach einer langen Arbeitswoche endlich mal wieder bei Tageslicht (wenn auch ein schummriges, als würde die Dämmerung auf Mittags vorverlegt werden), ist die ganze Pracht dahin.


Der große, universelle Laubbläser, der die letzten Tage ordentlich über Ostwestfalen wütete, hat ganze Arbeit geleistet und der schönen Herbstfärbung der Bäume mal ganz fix ein Ende bereitet.
Zugegeben, der sprichwörtliche goldene Oktober ist laut Kalender vorbei, aber muss man deswegen schon Anfang November Tabula Rasa machen und die Bäume ausziehen?
Am Boden macht sich das Laub zwar auch ganz hübsch, aber der Blick nach oben sieht schon etwas fad aus.


Und wer darf die ganze Misere nun auffegen? Ich natürlich. Alles muss man alleine machen - das schäbige Sturmtief mit dem großen Geltungsdrang hat ja schon unter großem Geheule das Weite gesucht.

Ich würde die ganze Pracht auch wirklich gerne wegharken, wenn es denn mal aufhören würde zu regnen.
Also muss der Rasen sich wohl noch ein bisschen gedulden (Archivbild, heute noch keine Sonne gesehen):


Mit dem herrlichen Herbstlaub kann man seinem Garten nämlich großartige Sachen antun.
Die Blätter von Apfel und Kirsche lasse ich einfach auf den Beeten liegen - die sind im Frühling verschwunden. Das meiste Apfellaub darf der Zierapfel als Winterdecke auf seinem Wurzelraum selbst behalten - vom pH-Wert ist das so mild, dass es nicht schadet. Wäre ja auch eigentlich seltsam, wenn der Apfel allergisch auf sein eigenes Machwerk wäre...

Schwieriger ist da schon das Blattwerk der Hasel. Im Frühling sind die verhältnismäßig großen Blätter noch in voller Ausdehnung vorhanden und behindern die Schneeglöckchen beim Austrieb - wie Gewichtheber müssen sie diese ungehörige Bedeckung von sich weisen.
Spätestens, wenn die ersten Spitzen der Zwiebelblumen zu sehen sind, erbarme ich mich und harke die Haselflatschen aus dem Beet.
Wenn man keinen Häcksler hat, kann man sich preisgünstig mit dem Rasenmäher behelfen: Das Laub flächig auf dem Rasen ausbreiten und ein paar Mal großzügig mit dem Mäher drüberfahren.
Aufpassen, dass keine Äste mit herausgeharkt wurden, an denen sich das Gerät verschlucken könnte.
Diese Laubfragmente können die Schneeglöckchen dann zurückhaben, von denen können sie nicht mehr erdrückt werden und auch die Zersetzung der Blätter geht dann rasanter.



Wer eine schön versteckte Schmuddelecke im Garten hat, kann sich an der Tütenkompostierung von Herbstlaub versuchen: Möglichst pladdernasses Laub in Müllbeutel stecken, oben zuknoten oder -binden und Löcher in den Sack pieksen. Das Ganze dann irgendwo in Ruhe reifen lassen. Die Zersetzung von Laub übernehmen nämlich hauptsächlich Pilze und die mögen es gern schön nass. Außerdem brauchen sie länger als bei der Wurmkompostierung.
Spätestens nach einem Jahr sollte man feinsten Laubkompost haben, der besonders gut für Moorbeete geeignet ist und Torf vermeiden hilft.

Das Herbstlaub ist also nicht nur lästig, aber trotzdem wäre es natürlich sehr schön gewesen, wenn die Bäume es noch ein bisschen behalten hätten. Aber als Wonnemonat war der November ja noch nie bekannt, leider.

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