Donnerstag, 26. Mai 2011

Das Ende ist nah, oder?

Ein Datum kann sich für jeden anders anfühlen.
Während es den einen in Ehrfurcht erstarren lässt, etwa weil sich sein Alter mit einem Mal ohne Rest durch Zehn teilen lässt, lässt es jemand anderen völlig kalt.

 
Auch volkstümliche Daten wie Freitag der 13. oder gar der 11.11. sind Geschmackssache, entweder man verbindet etwas damit oder nicht.

Wo aber für jeden ganz individuell der Spaß aufhört, ist das gute alte Mindesthaltbarkeitsdatum, auch unschön Verfallsdatum oder einfach nur MHD genannt.



Das Überschreiten desselben ohne vollständigen Verzehr eines Nahrungsmittels lässt einen ins Grübeln geraten. Ein wenig kann man es immer guten Gewissens strecken, aber irgendwann ist Schluss damit.

Es muss sich dabei nicht immer um Lebensmittel handeln, die uns schon über Wochen und Monate im Kühlschrank Guten Morgen gewünscht haben.

Es kann durchaus passieren, dass wir ein eben im Supermarkt erlegtes Stück erst genüsslich zum Abendbrot verspeist haben und dann beim routinemäßigen Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum mit Entsetzen eine böse Übertretung feststellen. Supermärkte sind leider nicht unfehlbar. Was folgt, ist ein unterhaltsamer Abend, an dem man jedes noch so kleine Lebenszeichen seines Magen-Darmtraktes mit Argwohn zur Kenntnis nimmt. Kein schönes Gefühl.

Auf der anderen Seite kann man mit dem Verfallsdatum für einigen Gesprächsstoff sorgen - wer bei der Gammel-Olympiade das älteste Exemplar hervorzaubert, hat gewonnen. Am besten eignen sich dazu luftdicht verpackte Lebensmittel, die optimalerweise auch noch eine undurchsichtige Verpackung haben. Solche Wettkämpfe finden bevorzugt in Firmenküchen statt bei der jährlichen Kühlschrankinventur. Meist geht ihnen eine hochnotpeinliche und bebilderte Email voraus.

Eine der wenigen Warengruppen, wo wir getrost auf das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung pfeifen können, ist Saatgut. Pflanzensamen halten mehr aus als man denkt. Zugegeben, manche Mimosen keimen auch wenige Stunden jung nicht sonderlich gut. Andere dagegen können steinalt werden und wie Phoenix aus der Asche auferstehen.


Wer ganz sicher gehen möchte, macht eine Keimprobe auf feuchtem Küchenpapier. Bei manchen Kandidaten kann man sich das auch gleich sparen.

Diese Erbsen hier (aus der schon etwas derangierten Packung oben) heißen nicht nur Kleine Rheinländerin, sondern sind auch eine echte rheinische Frohnatur, die auch Ewigkeiten nach Ablauf des empfohlenen Zeitpunkts noch alles geben. Die Packung ist wirklich von 2003 und wird einfach nicht leer!




Wer das ganz große Glück hat, noch freie Stellen im Garten zu sehen, der kann einfach alle abgelaufenen Samen dorthin verklappen. Manche Saat wird garantiert aufgehen, zur Überraschung aller.
Also bloß nicht in den Müll schmeißen!

Schließlich hätten es viele Pflanzen nicht so weit gebracht in der Evolution, wenn sie sich schon in wenigen Jahren entkräften ließen.
Selbst, wenn sie den ersten runden Geburtstag feiern, sind sie noch taufrisch.

Kommentare:

  1. Mensch, hät ich das früher gewusst! Manch Saatgut hat bei mir den Weg in den Eimer gefunden... tsetsetse.
    Du, die Schnecke ist gar nicht soooo schwer. Schnittmuster findest Du auch bei Tante Google :o). Und ja, es waren Berberaffen. Hätte zu gerne einen geknuddelt... aber darf man ja nicht :o).
    Liebe Grüsse
    Alex

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  2. Guten Morgen liebe Elke
    Grad eben musste ich Schmunzeln. Hab ich doch kürzlich im Gartenhäuschn so einen Topf gefunden mit abgelaufenem Saatgut drinnen - von meinem Mann - schliesslich ist ja er der Gemüsegärtner. Und - ich hab alles entsorgt und er meinte daraufhin, ja ja, ist schon gut, war eh alles abgelaufen - hab ich eben auch bemerkt gehabt. Also DAS werde ich mir aber jetzt hinter die Ohren schreiben und auch meinem Gemüsegärtner :-)
    Gedeiht bei dir auch alles prächtig? Wir werden bald von Salat & Co. verschlungen! Herrliches Grünzeugs aus dem Garten.
    Hab einen prächtigen Tag und sei lieb gegrüsst
    Ida

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  3. Liebe Elke, meine morgentliche Kaffeezeit gehörte heute Dir! Mit Deinen letzten Posts hat mein Tag srhr sehr gut angefangen! Ich danke Dir dafür. Habe mich auch schon über die vielen Läuschen gewundert und gestern endlich Ackerschachtelhalm angesetzt. Meine natürlichen Helferchen haben wie ich gestern gesehen habe auch schon sehr viel abgearbeitet, da bin ich auch sehr glücklich!
    Bis zum nächsten mal alles Liebe
    Gabi

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  4. doch doch, das mach ich auch, alle Samen irgendwohinschmeissen und warten was passiert :-)
    *lächel*
    Inzwischen kaufe ich nur noch sehr wenig, da ich die Samen von Gurken, Tomaten, Bohnen, Erbsen, Pflücksalate etc. immer selber abnehme.
    LG Carmen

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  5. Liebe Elke! Ich habe auch schön öfters gute Erfahrungen mit abgelaufenen Saatgut gemacht, daher achte ich da auch nicht so auf das "Ablaufdatum". Abgelaufene Lebensmittel mag ich allerdings gar nicht und entsorge sie immer, wenn mir mal eines unterkommt.
    An einem Freitag den 13. wurden im Mittelalter, genauer im 14. Jh. Anhänger des Templerordens vom französischen König hingerichtet.

    lg kathrin

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  6. ich teile oft Saattüten und verteile es zwei bis drei Jahre, nicht immer ist Platz für so viele Sorten
    und dann heißt es Mindesthaltbarkeitsdatum ... und bei guter Lagerung hält es viel länger, ich schmeiß auch nicht gleich den Joghurt weg sondern schnuppere daran oder probiere die Milch
    allerdings bei Wurstwaren bin ich konseqent, lieber weg damit, als mir den Magen verrenken

    und jetzt bei all den schweren Erkrankungen bin ich froh, dass meine Salatbar im Gemüse - Garten mich versorgt.
    da weiß ich, wie ich dünge und gieße
    Frauke

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  7. Hallo Elke,
    Deine Texte sind immer wieder ein Genuss!

    Hier hast Du wieder einmal absolut Recht, ich benutze Samen auch noch lange nach dem Verfallsdatum und meistens klappts auch. Meine Gurkensamen musste ich allerdings vor kurzem noch vor dem Verfall entsorgen, die hatten irgendwie keine rechte Lust mehr zu keimen, obwohl sie eigentlich bis 2014 halten sollten.

    Das mit den freien Stellen im Garten ist so eine Sache...;-)

    Liebe Grüße von Bärbel

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  8. Hallo Elke.
    Ich habe auch schon mal alten Blumensamen vom letzten Jahr genommen.Sie blühten auch wunderschön.In diesem Jahr habe ich nicht gesäht habe kein Fleckchen mehr frei alles voll Stauden und Rosen.
    Bei Lebensmittel bin ich vorsichtig studiere genau alles im Geschäft mit der Haltbarkeit.
    Kostet ja Zeit aber die nehme ich mir.
    Wünsche dir ein schönes Wochenende mit viel Sonnenschein.Liebe GRüße Jana

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  9. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nicht um Haltbarkeitsdaten gekümmert sondern verlasse mich seit jeher auf meine Nase, meine Augen und den gesunden Menschenverstand.
    Das hat mich unbeschadet über die "5" vor dem Kleinkram der hinten stehenden Zahlen gebracht:o)

    Wer glaubt, dass die Lebensmittelindustrie das MHD erfunden hat, um uns kostbare Kunden vor Schaden zu bewahren, den erinnere ich gerne an Dioxin und Nikotin in Hühnereiern, Industrieöl im Tierfutter, Rinderwahn durch Kraftfutter und zahlreiche andere (vorsätzliche) Körperverletzungen am Verbraucher.

    Die eigentliche Botschaft von MHD heißt: Her mit Eurem Geld!

    Liebe Elke, danke für Deinen Beitrag!

    GlG Jane

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  10. Hallo Elke,
    danke für deinen netten Kommentar bei mir. Erst war ich etwas verwundert, weil doch "meine" zwei Elke(n? hm, sagt man so?) schon zum Gardasee kommentiert hatten. Dann merkte ich, es ist eine "neue" Elke! Freut mich, dass wieder jemand zu mir gefunden hat.

    Jetzt werde ich mich mal ein wenig hier bei dir umschauen und deine Gartenbilder bewundern.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Christa

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  11. Merci fûr den Tipp... eigentlich logisch aber ich gab den abgelaufenen Samen jeweils automatisch weniger Chancen....
    Habe mich etwas umgesehen bei dir und ich finde es spannend, unterhaltsam und amüsant bei dir... also nichts wie los und verklinkern...
    Wûnsche dir einen rundum gemütlichen Sonntag♥
    Bis bälder bisous Brigitte =bbbb

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  12. Mensch Elke, Du bist einfach gut! Ich habe noch nie von dem Weissen Waldvöglein gehört! Aber wenn ich die beiden Blätter vergleichen, könnte das durchaus sein. Ich werde das Teil unter genauer Beobachtung halten :o).
    Danke schön!
    Alex

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  13. Hm ...auch das Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln ist immer nur ein Anhaltspunkt und wird von mir bei manchen Produkten einfach ignoriert, Quark hält länger als man denkt, ebenso der Joghurt.Bei Wurstwaren halte ich mich allerdings lieber daran...und verlasse mich nicht auf sensorische Tests wie beim Quark, da ich weiß, dass wenn ich verschimmelten Quark/Joghurt esse ihn sofort ausspucken kann. Bei einen mit Clostridien versuschten Fleisch oder Fisch reicht schon eine geringe Menge aus um mich zu vergiften.
    Und wenn es um die Haltbarkeit von Pflanzensamen geht, mache ich da ebenso feine Unterschiede, es gibt etliche, die haben nur eine begrenzte Keimfähigkeit wie beispielsweise Kerbel, andere wie Kürbis haben eine bis zu sechs Jahren. Auf die Verpackung guck ich da eher nicht, sondern orientiere mich an den Angaben in der einschlägigen Literatur. Das habe ich verinnerlicht, da ich es enttäuschend finde, wenn bei abgelaufenem Samen nur die Hälfte der Saat aufgeht.
    LG
    Sisah

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