Samstag, 14. September 2013

Da ist der Wurm drin!

Haustiere sind meistens kuschlig, anhänglich oder wenigstens bunt. In den seltensten Fällen handelt es sich dabei um Tiere, die das Licht scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Denn schließlich wollen wir unsere Mitbewohner ja auch mal zu Gesicht bekommen.

Nützlich machen sich jedoch beileibe nicht alle diese Haustiere und schon gar nicht den ganzen Tag lang. Warum also nicht zur Abwechslung einmal so richtig lichtscheues Gesindel in die gute Stube holen, das aber dafür mit Fug und Recht in die Kategorie Nutztiere fällt?

Die Rede ist von Würmern. Kompostwürmern, um genau zu sein. Die kann man nämlich auch im Haus halten. Nicht frei herumlaufend natürlich, schließlich möchte man mit denen dann doch nicht das Sofa teilen. Aber in entsprechenden Wurmkisten sind sie gern zu hause und machen sich so richtig nützlich, indem sie Küchenabfälle zu feinstem Wurmhumus und sogar Flüssigdünger verwandeln.

So ein System ist besonders interessant für Stadt- und Balkongärtner mit wenig bis gar keinem Platz zum Aufstellen von ausgewachsenen Kompostern. Denn was der Städter vor allem entbehrt, ist selbst gemachte Blumenerde sowie organischer Dünger. Das kann man zwar alles kaufen, aber die Beschaffung ist meistens mühsam und nicht immer einfach. Mit jedem Stockwerk, das man das eingetütete Substrat heraufschaffen muss, wird die Sache nicht eben vergnüglicher.

Wurmkisten sind also eine tolle Sache. Stellt man sie in der Küche oder wenigstens im Keller auf, kann man das ganze Jahr über eigenen Kompost ernten und ganz nebenbei seine Müllgebühren reduzieren. Geruchsfrei noch dazu.

Klingt einfach, aber man sollte sich vorher ein wenig mit den Gepflogenheiten der geerdeten Nutztiere vertraut machen. In komprimierter Form kann man die Wurmhaltung in dem neu erschienenen Buch "Kompost aus der Kiste - Wurmkisten für den Hausgebrauch selbst bauen" von Lydia Brucksch und Jasper Rimpau erlernen. Es ist brandneu im Ulmer-Verlag für 12,90 EUR erschienen - und da ist garantiert der Wurm drin!

Das Büchlein stellt verschiedene käufliche Systeme und ihre Vor- und Nachteile, aber natürlich auch Selbstbau-Anleitungen vor. Man erfährt, wie der Wurm tickt, was er gerne mag und was nicht, wie die Entstehung von Humus genau funktioniert - und selbstverständlich auch, was man mit den gewonnenen Rohstoffen alles anstellen kann.

Die Kompost- und Regenwürmer werden dabei durchaus sympathisch dargestellt, wobei die vielen lustigen Zeichnungen ihren Teil dazu beitragen. Denn da Würmer von Natur aus bei vielen Menschen nicht zum Lieblingstier des Jahres gewählt würden, ist das genau der richtige Ansatz, um den Leuten die Tiere näher zu bringen. Witzige Cartoons sind in der Beziehung sinnvoller als Fotos, von denen auch nicht so viele enthalten sind.



So ist die Lektüre immer vergnüglich, aber dennoch lehrreich. Nur den Satz, dass die Tausenfüßer zu den Insekten gehören, sollte man besser ganz schnell vergessen.
Selbst an die Würmer im Garten wird gedacht und erklärt, was man ihnen Gutes tun kann, um das Bodenleben zu bereichern. 

In der Wurmkiste herrscht zwar Massentierhaltung, aber wenn man die Tipps befolgt, wird es den Würmern nie zu eng und die Bestandsdichte reguliert sich ganz von allein.

Man merkt den Autoren an, wie sehr sie von dem System überzeugt sind. Deshalb haben sie auch noch kind- und wurmgerechte Experimente hinzugefügt, so dass man mit dem Buch auch in Schulen und Kindergärten eine interessante Alternative zum Sandkasten schaffen kann.

Alles in allem ist der Ratgeber ein perfekter Anfang für jeden, der ernsthaft mit dem Thema Wurmkiste starten möchte. Wer schon erfolgreich im Garten Kompost herstellt, wird es nicht brauchen. Interessant könnte es aber auch für Gartenbesitzer sein, wenn die zur Verfügung stehende Fläche für einen großen Komposter einfach zu klein ist.

Vielleicht finden so mehr Menschen den Weg zur nützlichen und umweltfreundlichen Wurmhaltung. Verdient hätten die kriechenden Nutztiere es in jedem Fall.

Kommentare:

  1. Lach, ich kuschle trotzdem lieber mit meinem Noah, auch wenn der nicht wirklich zu den Nutztieren gehört. Na ja, man könnte sich darüber streiten, denn schliesslich hält er die Mauspopulation bei uns unter Kontrolle. Aber die Wurmgeschichte ist eine spannende Sache, für einen Balkongarten.
    Hab ein schönes Wochenende.
    En liebe Gruess
    Alex

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  2. Find ich gut, dass du dieses interessante Thema aufgreifst. Ich brauch's zwar nicht, aber für manchen ist das sicher ein guter Tipp.
    LG - Elke
    P.S. Im ersten Moment dachte ich, du schreibst über Wurmbefall bei Katzen ;-)

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  3. Hallo Elke,
    so süß wie du es bechrieben hast finde ich auch die Fotos vom Buch. Zwar finden sich in meinem Kompost auch dei Würmer von alleine ein, aber nützlich wäre es schon, wie man ihnen den Kompost noch schmackhafter machen könnte. Damit sie den Arbeitsanfall besser schaffen, indem sie mehr Kollegen überzeugen, sich an der Sache zu beteiligen. *lach
    Ich werde mir das Buch auf jeden Fall besorgen.
    Schöne Grüße, Johanna

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  4. :D Die sind ja süß! Hätte ich nicht schon 2 Komposter im Garten stehen, würde ich mir glatt so ein Kistchen in den Keller stellen!
    Super Idee, werde ich an meine Wohnungskolleginnen weitergeben! Danke für den Tipp!!

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  5. Sehr interessanter Post! Danke! Das Thema ist wirklich mehr als eine überlegung wert und deine Beschreibung macht Lust auf das Büchlein...
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  6. Hm Elke, ich weiss ja, dass ohne die Würmer sehr vieles nicht geht bzw. sie wirklich unheimlich gute Dienste leisten, aber sie ins Haus holen, da drauf wär ich noch nie gekommen. Wirklich wieder sehr interessant, was du uns berichtest.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  7. Das ist ja ein lustiges Thema! Ein gruseliges Grauen kriecht da empor, obwohl ich mich wirklich nicht vor Würmern grusele.... Aber eben doch ein bisschen ;)
    Herzlichst
    yase

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  8. Eine interessante Buchvorstellung. Ich finde gut, das die Autoren solche lustigen Zeichnungen gewählt haben. Aber am liebsten mag ich doch deine Katzenfotos. Die anderen Tierchen sollen mal im Kompost bleiben und sich dort nützlich machen.

    LG Sigrun

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  9. Sehr interessantes Thema!
    Bis jetzt habe ich ja Bedenken mir sowas in die
    Wohnung zu stellen. Aber da werde ich mich jetzt
    wohl mal belesen müssen :-)
    Die Katzenfotes sind so toll, das Würmerbild ---- eigentlich auch ;-))
    Ganz viele liebe Grüße und
    einen schönen Sonntag wünscht dir Urte

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  10. Hallo Elke.
    Diese kuschlige Mitze ist mir lieber als solche Würmer.
    Ich kann sie nichr sehen und mag sie auch nicht,habe Rezepekt für solches
    Kleingetier.Will mich auch so nicht mehr äußern.Wünsche dir einen schönen Sonntag und liebe GRÜße Jana.

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  11. Hallo Elke,
    ich habe zum ersten Mal von solchen Wurmkisten gehört, als ich das Buch "Fast nackt" von Leo Hickman gelesen habe (übrigens sehr empfehlenswert!). Darin wurde der Umgang mit solch einem Wurmkomposter auch sehr amüsant beschrieben. Für Stadtgärtner ist so was bestimmt interessant!

    Habt Ihr neuen Samtpfoten-Zuwachs?

    Liebe Grüße, Bärbel

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  12. Hmm die Würmchen sind zwar sehr nützlich, aber im Haus möchte ich sie auch nicht haben. Dennoch ist der Bericht sehr interessant und das Buch scheint auch sehr unterhaltsam zu sein.

    lg kathrin

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  13. Hallo Elke,
    so ein toller Artikel, aber nicht ein Link zur Seite des Authors, wo man die Bücher signiert und alles andere zur Wurmkomposterei bekommt :(

    Gabs den noch Fragen die ich vielleicht beantworten könnte?

    VG aus Dassel,
    Jasper

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