Sonntag, 21. September 2014

Gabelweise

Kennt ihr das auch? Beim schnellen Imbiss zwischendurch, beispielsweise auf der Urlaubsreise an der Autobahnraststätte, ist der Greifreflex oft schneller als das Gehirn: Da liegen sie, hübsch sortiert und hölzern. Besteck aus nachwachsenden Rohstoffen, nämlich Holz. Sofort greift der hungrige Reisende schnell mal zu, denn was man hat, das hat man. Nicht auszudenken, wenn da gleich ein Bus anrollt und einem das letzte Esswerkzeug vor der Nase weggeschnappt wird. An der Kasse dann schließlich die plötzliche Einsicht, dass es doch auch wiederverwertbares Besteck aus Stahl gegeben hätte. Und der große, vollbesetzte Reisebus ist auch nicht gekommen, na toll. So geschah es auf unserer Alpenreise.

Tja, da steht man nun mit den Einweg-Holzgabeln, die man sich nun ganz umsonst unter den Nagel gerissen hat. Aber wegwerfen gilt nicht, jetzt wird das Werkzeug auch mitgenommen und eben doch mit Metallgabeln gegessen, dann bleibt die Beute auch unbefleckt. Wäre doch gelacht, wenn sich das Holzbesteck nicht im Garten verwerten ließe.


Das geht natürlich auch mit benutzten Holzgabeln, man muss sie nur einmal in der Spülmaschine mitlaufen lassen, das halten die schon aus.

Nach dem Trocknen, falls eine Wäsche nötig war, geht es ans Gestalten. Die längliche Form schreit geradezu nach einer formschönen Beschriftung - man könnte Platzkarten daraus machen, aber hier geht es schließlich um den Garten, also kann da auch ein Pflanzenname drauf.

Wer es natürlich mag, schreibt direkt auf das Holz. Eine Grundierung in Wunschfarbe passt sich dagegen dem Untergrund an oder bildet einen hübschen Kontrast. Ist irgendwo ein bisschen schwarze Tafelfarbe übrig, lassen sich die Gabeln sogar ständig neu beschreiben.

Da es sich um Besteck handelt, liegt nichts näher, als die Kräuter- oder Gemüsesammlung mit den Gabeln zu verzieren und zu markieren, damit man die Sorten nicht immer durcheinander bringt. Auch einem Topf um den Bauch geschnallt und als Geschenk mitgebracht sind die Holzteile ein kleines Schmuckstück mit persönlicher Note.

Ich habe das Mundwerkzeug die Beschriftung einfach aufgabeln lassen - als Komparsin eine Schwebfliege, die offenbar lesen konnte und sich daher mehr versprochen hatte: 



In diesem Beispiel ist die Gabel nur schmückendes Beiwerk zu einem schwarzen Samentütchen, das einmal an einem neuerworbenen Kleidungsstück hing und einen Ersatzknopf berherbergte:


Leider musste ich später im Gartencenter feststellen, dass schon jemand anderes diese Idee hatte, aber derjenige musste sein Holzbesteck wohl kaufen und sich nicht vom Munde absparen:


Nun heißt es nur noch, sich eisern zusammenzureißen, damit man beim nächsten Mal nicht absichtlich das ganze Holzbesteck mitnimmt...

Kommentare:

  1. Grins, ich werde jetzt die Augen auch offen halten nach diesen hölzernen Teile. Hab ich ja noch gar nie gesehen. Hihi, das Bild mit der Schwebefliege ist echt genial. Schaut aus, als hielte sie inne um zu lesen. Super Schnappschuss.
    En liebe Gruess
    Alex

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  2. Liebe Elke,
    schön! Ich liebe diese "Weiterverwertungsideen"!
    Die Idee des Gartencenters, damit die essbaren Pflanzen zu kennzeichnen, ist auch genial! :D

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  3. Das ist eine echt witzige Idee!!! Die werde ich mir mal im Hinterkopf behalten, dann kann ich damit ja endlich im nächsten Jahr mal meine Tomaten beschriften und muss nicht immer raten, welche Sorte ich da denn eingepflanzt habe..... meist erkenne ich das nämlich erst wieder, wenn die Früchte dran sind ;-))
    Liebe Grüße
    Trudi

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  4. Liebe Elke,

    Du hast mich jetzt richtig auf den Geschmack gebracht. Wobei mir bis jetzt allerdings nur Gabeln aus Plaste begegnet sind. Aus Holz habe ich die noch nie gesehen. Aber ich sammle schon immer die Holzstiele vom Eis. Die mag ich auch nicht einfach wegschmeißen.
    Deine Gabeln mit den Samentütchen gefällt mir sehr. Das ist echt eine hübsche Idee. Wobei das Bild mit der Schwebfliege fantastisch ist. Ob die wirklich lesen konnte? ;-)

    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Liebe Elke,
    eine coole Idee!
    Ob das wohl auch mit ollen Plastikgabeln geht? ;-)
    So schicke Holzgabeln habe ich hier noch nie
    in einer Raststätte gesehen.
    Ganz viele liebe Sonntagsgrüße
    sendet dir die Urte :-)

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  6. Liebe Elke,
    eine schöne Idee, besonders mit der Tafelfarbe! Das Foto mit der Schwebefliege finde ich wunderschön...
    Liebe Grüße Sarah

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  7. Hallo Elke,
    ich mag ja gerne diese Weiterverwertungsideen! Und werde jetzt mal die Augen offenhalten bei der nächsten Raststätte! Besonders gut gefällt mir auch das ehemalige Knopftütchen.
    Liebe Grüße
    Dagmar

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  8. Hölzerne Gabeln habe ich noch nirgends gesehen, nur Plastik. Aber an Raststätten komme ich auch kaum vorbei. ;-) Wir fahren lieber Landstraße.
    Mir fallen dann noch diese Eisstäbchen aus Holz ein, die habe ich auch schon mal verwendet.
    Inzwischen erkenne ich die meisten Kräuter bzw. belasse das Schild vom Gärtner solange dran, bis ich es mir gemerkt habe, was das für ein Pflänzchen ist.
    Doch bevor man die Dinge wegwirft, ist es immer gut, sich zu überlegen, welchem anderen guten Zwecke sie noch zugeführt werden können.

    Liebe Grüße
    Sara

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  9. Am besten finde ich ja die Variante mit den Kleideretiketten, die du schon mal vorgestellt hattest. Für meinen Löwenzahn auf der Wiese müsste ich dann schon ganz schön viele Gabeln sammeln...... Toll finde ich auch die Idee mit Holz-Eislöffeln, die ich schon mal in einem Gartenbuch gesehen habe, aber deine Gabeln sind größer.

    Liebe Grüße
    Sigrun

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  10. Haha, "als Komparsin eine Schwebfliege, die offenbar lesen konnte...". Du kommst auf Ideen! ;-) Ich hätte nicht gedacht, dass so einfache Holzgäbelchen so dekorativ sein können. Die Fotos sind klasse!

    Liebe Grüße, Bärbel

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  11. I buy little wooden labels - ohne Gabel ;~)

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  12. Früher gab es an meiner Lieblingsimbißbude auch noch Holzgäbelchen, aber inzwischen nur noch die Plastikversion, die ziemlich schnell Zahnausfall haben oder gleich durchbrechen. Die Holzstäbchen vom Eis verwende ich gerne in den Anzuchtbeeten. Mit Bleistift beschriftet halten sie ewig.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  13. Eine tolle Idee, liebe Elke! Es ist doch immer wieder faszinierend, was man alles aus Wegwerfbesteck zaubern kann.

    lg kathrin

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  14. Dein Ideenreichtum ist umwerfend :-)
    Aber lange haltbar sind die vermutlich nicht, oder?
    Lieben Gruß Cordula

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  15. Hallo Elke,
    wie schön, dass ich Deinen Blog gefunden habe :-) Bei Dir finde ich immer wieder tolle Ideen, die sich super einfach umsetzen lassen! Ganz toll. Jetzt muss ich nur noch meinem Mann erklären, dass es im kommenden Frühjahr häufiger Imbissessen gibt...
    Liebe Grüße, Carola

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