Sonntag, 12. Juli 2015

Was Wolliges

Meine Terrasse ist dieses Jahr wieder so richtig zum Knuddeln. Nicht überall, und man muss schon suchen, um diese eine spezielle Stelle zu finden. Aber wenn man sie erfolgreich entdeckt hat, kann man sich vor Entzücken über diese Wonneproppen gar nicht mehr halten.

Was da im April so verschämt hinterm Vergissmeinnicht hervorlugte mit seinen Eierköpfen ist das Hasenschwanzgras (Lagurus ovatus) in der Sorte 'Bunny Tails'. Der Name ist ganz treffend gewählt, man kann sich nun wirklich keinen passenderen ausdenken. Nun im Juli sind die Samen bald reif, die Pflanze sieht aber immer noch entzückend aus.

Genau wie ein Kaninchen von hinten wirken die Blütenpuschel, die reichlich erscheinen und so weich sind, dass man sie rund um die Uhr knuddeln könnte. Schafft man natürlich nicht und das Gras ist auch mal ganz froh, seine Ruhe zu haben und nicht ständig begrabbelt zu werden. Aber ein bisschen Zuwendung und Handgreiflichkeiten hält das schon aus.

Ob mit oder ohne Morgentau im Pelz: Dieses kleine Gras ist immer hübsch und hat schon bei so manchem Besucher Begehrlichkeiten geweckt, kaum hatte ich die wolligen Vorzüge der Blütenstände vorgeführt. Holt man die Wollköpfe frühzeitig ins Haus, halten sie als Trockenstrauß ewig.

Die Hasenschwänzchen lassen sich kinderleicht im Frühjahr aus Samen heranziehen und kuscheln schon im Sommer. Also wirklich ein Anfängergras unter den einjährigen Pflanzen.


Soweit ist das zwar eine nette Geschichte, aber nun erst einmal nichts besonderes. Es gibt ja schließlich Einjährige wie Sand am Meer, die locker-flockig keimen und im Sommer erfreuen. Die sind vielleicht nicht so wollig, aber auch hübsch.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Bei meinen diesjährigen Bommeln ist der Clou, dass die Art Ambitionen hat, Zweijährig zu werden. Letztes Jahr schon hat sich mein Grasbüschel in seinem Terrassentopf selbst wieder ausgesät. Gut, dass ich aufgepasst habe, sonst hätte ich die zarten Grashalme vielleicht als vermeintliches Unkraut gejätet.
Dann kam der Winter und Lagurus ovatus hat gezeigt, dass es kein Hasenfuß ist: Es hat überlebt und blühte deswegen schon im April. Ich finde, das ist schon eine Leistung. Die Schnecken sind auch nicht drangegangen - wie praktisch.


Möchte man nichts dem Zufall überlassen, kann man die Samen auch absammeln und gezielt im Frühjahr wieder ausbringen.

Alles in allem ein Rundum-Sorglos-Gras mit Wohlfühlfaktor - und einfach zum Knuddeln. Auf zur Hasenjagd also, falls ihr euch jetzt auch so einen treuen Kuschelfreund wünscht!

Kommentare:

  1. Deine wunderbaren Photos machen Lust selbst so ein knudeliges Gras anzusäen, ich habe mir mal den Namen notiert und werde bei Gelgenheit bei den Samentütchen auchschau danach halten.
    Lieben Dank fürs vorstellen Herzliche Grüsse Eveline

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  2. Oh ja, ich erinnere mich an Trockensträuße in den 70ern ;-) Und ein ähnliches nur wesentlich kleineres Puschelgras fand ich früher auch in den Dünen - das hielt ebenfalls ewig. Da bin ich ja mal gespannt, ob sich solche Flauschgesellen auch auf unserem Hof wohlfühlen könnten …
    Danke für den Tipp!
    VG Silke

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  3. Oh, ja.
    Deine Geschichte ist bezaubernd und hat mich dazu angeregt,
    diese Kuschelfreunde auf meine Liste zu setzen.
    Danke für dieses Pflanzenportrait und die schönen Fotos.

    Liebe Grüße Mecki

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  4. Hallo Elke!
    Ich liebe dieses Gras auch sehr eben weil es so pflegeleicht und kuschelig ist und überall im Garten, ganz ohne mein Zutun, seine Puschel zum Vorschein bringt. Leider ist meines schon verblüht aber ich hoffe, dass es auch heuer wieder für Nachwuchs gesorgt hat :)
    GlG
    Sabine

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  5. Herzig! So beschrieben, muss man es sich gleich nach Hause holen :-D
    Liebe Grüße aus dem Gartl,
    Christiane

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  6. ein sehr, sehr hübsches Gras Elke!
    Da ich sowieso vorhabe, mehr Gräser bei mir anzusiedeln, kommt mir Deine Empfehlung grad recht!
    Viele Grüße von Renate

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  7. Liebe Elke,
    das Puschelzeugs ist ja wirklich was zum Knuddeln und vielleicht auch was für meinen Garten! Hab gleich den Namen in meiner Liste eingetragen. Einjährige finden in meinem kleinen Garten meist noch einen Platz.
    LG kathinka

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  8. Liebe Elke, das Gras sieht wirklich hübsch aus. Da muss ich auch mal im Gartencenter schauen. Ich muss eh noch ein paar Bereiche im Garten umgestalten.

    lg kathrin

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  9. Liebe Elke
    Wunderschön sind Deine Blumenbilder. Das Gras sieht toll aus.
    Herzlichst grüsst Dich Yvonne

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  10. Welch zauberhaftes Geschöpf!!!!! Vor allem die Kombination mit den Vergißmeinnicht gefällt mir sehr gut!!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  11. Manchmal sind Gräser doch richtig toll!
    Deines sieht auch noch schön aus und man möchte tatsächlich es immer wieder anfassen.
    Es wirkt leicht und zerbrechlich, trotzdem hält es vermutlich einiges aus.
    Bin gespannt was bei mir nachdem jetzt jeder "normale" Grashalm vertrocknet ist, wächst.
    Lg der gartenengel

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  12. Hallo Elke,
    ich mag Gräser in jeder Form. Deshalb gibt es bei mir auch ein extra Gräserbeet in dem sie gut zur Geltung kommen.
    Das Hasenschwanzgras kenne ich zwar, habe es aber selbst nicht. Nach deinem liebevollen Post wird sich das ändern. Für so ein nettes Puschelchen habe ich bestimmt noch ein Plätzchen frei.
    Liebe Grüße,
    Anette

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  13. Liebe Elke,
    so ein schöner Post wieder.
    Auf Pflanzenknuddeln bin ich noch gar nicht gekommen.
    Aber bei so flauschigen Gesellen machts bestimmt Spaß :-)
    Ganz viele liebe Sommergrüße
    sendet dir Urte :-)

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  14. Oh man, die Kombination sieht einfach super aus!
    Ich bin Hardcore-Knuddlerin und streichle jeweils die Stachelnüsschen (sind ganz weich, trotz des Namens)
    Lg Carmen

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