Sonntag, 31. Januar 2016

Für die rosarote Brille

Singvögel sind Augentiere und haben bei der Arbeit oft die rosarote Brille auf - wo etwas rot aus dem Gestrüpp leuchtet, wäre es doch gelacht, wenn es dort nichts Essbares geben würde. Früchte in Signalfarbe sind daher begehrtes Vogelfutter. Selbst Chilis werden in ihrer Heimat von Vögeln verspeist - die müssen wirklich einen Magen aus Asbest haben.

In unseren Breiten sind es eher Hagebutten, Schneeball-, Johannis- oder Weißdornbeeren und die Früchte vieler Geißblattarten. Im Spätsommer kontrastiert das Rot besonders gut mit grünem Hintergrund, aber selbst im Winter hebt sich das Vogelfutter noch schreiend bunt vor brauner oder weißer Kulisse ab, je nach Schneelage.
 

Diesen Winter versucht sich in meinem Garten ein Mönchsgrasmückenmännchen am Überwintern in unseren Breiten, es hat seinen Beruf als Zugvogel an den Nagel gehängt und pfeift auf einen Winterurlaub. Das ist ein bisschen so, als wenn unsereiner untrainiert den Mount Everest besteigen möchte, also nicht ganz ungefährlich bis lebensmüde. Bisher klappt das trotz der arktischen Woche Mitte Januar ganz gut, den roten Hagebutten der Büschelrose (Rosa multiflora) sei Dank. Die Temperaturen sind eher mild und sogar die sonst unscheinbar grüne Stinkende Nieswurz (Hellborus foetidus) blüht mitten im Winter und hat zur Feier des Tages roten Lippenstift aufgetragen.



Weil Rot also so gut bei Vögeln ankommt, habe ich mir einen Meisenknödelhalter aus Naturmaterialien gebastelt. Dazu habe ich vier Zweige vom Hartriegel genommen - natürlich von einer Sorte mit knallroter Rinde, in diesem Fall Cornus alba 'Sibirica' - Vogelfutter mit Sti(e)l serviert.


Die muss man sowieso regelmäßig schneiden, da nur die Rinde junger Hölzer so schön farbig ist. Zweige, die schon mehr zum Bräunlichen tendieren, können im Winterhalbjahr an der Basis gekappt werden - damit der Strauch noch Strauch bleibt und keine Existenzängste bekommt, reicht eine Verschlankung um jeden zweiten oder dritten Ast.

An einem Ende habe ich die abgeschnittenen Äste dann mit roter Schnur zusammengebunden und den Meisenknödel ohne Netz und doppelten Boden darin wie in einem Korb eingeklemmt.
Nun kommt der schwierige Teil, für den man am besten 4-6 Hände vorrätig haben sollte. Da die meisten Menschen nur zwei davon am Körper tragen, musste mein Mann die Zweige über dem Meisenfutter zusammenhalten, während ich den oberen Knoten gemacht habe.


Nun kann nichts mehr verrutschen. Die Konstruktion habe ich dann im Garten über einen Zweig der Büschelrose gesteckt. Fertig ist der Vogelkäfig, nur anders herum.

Nun hoffe ich auch dank der Farbe auf regen Vogelbesuch - sollen die Tiere ruhig mal Rot sehen!

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De Verlosung ist zu Ende! Ein Exemplar meines Buches hat gewonnen: Helge von Hollerbusch und Kaffeekännchen!


Ich möchte mich ganz herzlich für eure zahlreichen, ganz, ganz netten Kommentare zu meinem Buch bedanken - ich war einfach nur sprachlos!

Kommentare:

  1. Dein Buch ist da - und ich war weg. Sehr interssant.
    Die Idee mit deinen Meisenknödeln ist klasse, ich glaub aber, Mr. W. verweigert mir die Zusammenarbeit, gestern wollte er auch nicht.

    Sigrun

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  2. Ach schön, dass Du Dich an der H. foetidus nun auch erfreuen kannst :-)

    Aber Dein herrlich-natürlicher Meisenknödel-Halter ist sicherlich nicht rabentauglich … Zwar habe ich die noch nicht wieder bei uns im Garten gesehen, aber zur Paarungszeit war bei uns schon so mancher Knödel samt drahtigem Gitterkäfig verschwunden. Und im vorletzten Jahr muss das wohl gewesen sein, als er versucht hatte mit dem Futterknast samt Futterhaus davon zu fliegen. Das Gebilde lag dann ca. 50cm hinter dem Gartentisch auf dem Boden …

    So, dann beglückwünsche ich jetzt mal die Gewinnerin und mache Klick bei der Buchbestellung. Auf das Dein Werk ein Bestseller wird ;-)
    VG Silke

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    1. Ich hatte auch erst gedacht, dass der Knödel sicher schnell geklaut wird, aber er ist jetzt seit einer Woche in dem Käfig und wird von Amseln, Rotkehlchen und Meisen benutzt. Das Eichhörnchen scheint also zu schlafen, sonst wäre er vielleicht doch schon weg...

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    2. Nee, Eichhörnchen schlafen jetzt ganz bestimmt nicht. Bei uns quiekt es überall, und auch bei Schnee & Eis wurde in den Bäumen getobt. Aber vielleicht haben sie schon geworfen. Mir war so, dass die Kleinen je nach Wetter im ganz zeitigen Frühjahr zur Welt kommen ...

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  3. Das ist ja wirklich erstaunlich, dass ein eigentlich Insekten fressender Vogel wie die Mönchsgrasmücke im Westen der Republik zu überwintern versucht.Aber die sind ja durchaus als einziger Grasmückenart auch vegetarischer Nahrung nicht abgeneigt, wie ich nachlesen konnte.
    Die Idee Meisenknödel so zu befestigen werde ich mal nachbauen und testen. Dankeschön!Aber Eichhörnchen gehen da bestimmt nicht dran, eher kletternde Ratten ;-) Meine Meisenknödel klemme ich auch oft in die Astgabeln vom Apfelbaum, da ist es dann der Specht, der sie beim Versuch etwas abzuhacken auf den Boden stößt. Die liegen dann einfach da...und werden ignoriert.Das Eichhörnchen bedient sich eher an den Körnerresten unter den Futterspendern, oder wir legen Nüsse aus.
    Einen schönen Sonntag wünscht dir
    Sisah

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  4. hübsche idee mit dem knödel-käfig!
    wir haben hier ein paar vögel als wintergäste - gänse & kormorane z.b. schätzen dass die elbe nur 1x in 100 jahren zufriert. ausserdem scheint das tal ein zugkorridor zu sein für nachtigallen und kuckucks. und dann gibts noch die frechen wintertrupps der stieglitze und schwanzmeisen - allerliebste burschen.
    xxxx

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  5. Hallo Elke, bis vor einigen Tagen leuchteten die vielen Zieräpfel an Nachbars Baum noch wunderschön und verführerisch rot, aber dann hatte sich ein Trupp Amseln darüber hergemacht und ihn in Nullkommanix komplett geplündert. Der KnödelKäfig ist ne gute Idee, allerdings würde der Knödel vor den Dohlen hier nicht sicher sein. ;-)
    Einen schönen Sonntag, Marita

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  6. Hey, das ist ja eine coole Idee mit der Meisenknödelhalterung. Und die Amsel haste aber super erwischt, wie sie da halsbrecherisch nach der Hagebutte turnt. Die multiflora, die ich von Dir hab war schon Ende Dezember leer gefressen, dabei wollte ich doch noch ein paar Ästchen als Weihnachtsdeko für mich retten. Die Vögel sahen das anders: Mit Essen spielt man nicht. Okay, hab's verstanden. Die Schneeballbeeren werden bei uns fast von allen Vogelarten verschmäht, nur der Gimpel findet sie unwiderstehlich. Hab noch einen gemütlichen Sonntag.
    En liebe Gruess
    Alex

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  7. Liebe Elke
    Auch ich finde die Meisenknödelhalterung genial und sieht zudem noch toll aus.
    Einen gemütlichen Sonntagnachmittag und einen guten Wochenstart wünscht Dir Yvonne

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  8. Den roten Hartriegel habe ich auch im Garten...das ist ja mal eine ganz besonders hübsche Idee....auch wenn ich nur zwei Hände habe. So etwas müsste aus Weidenruten ja auch prima gehen, aber die müsste ich erst woanders besorgen. Meine Vögel stehen im Moment weniger auf Knödel. Ich hab sie wohl mit schnellaufpickbarem Futter verwöhnt
    LG Sigrun
    LG Sigrun

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  9. Liebe Elke,
    ich liebe Hagebutten und unsere Piepmätze auch.
    Die Lykkefund ist schon sehr leer gefressen :-)
    Ganz viel liebe Sonntagsgrüße
    sendet dir Urte :-)

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  10. Liebe Elke,
    welche Überraschung und Freude, als ich eben meinen PC an machte. Ich kann´s gar nicht glauben, dass ich Dein Buch gewonnen habe. Ich freue mich sehr darauf und werde es jetzt noch, bevor ich wieder Hacke und Spaten schwinge, als Winterlektüre genießen können. "Freu, freu, freu!"
    Liebe Grüße schickt Dir, Helge

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  11. Eine gute Idee, um ihnen die Meisenknödel schmackhaft zu machen, denn bei mir verschmähen sie diese immer.

    lg kathrin

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  12. Liebe Elke
    Das ist ja eine hübsche Idee und ich bin mir sicher, die Vögel werden auch diese Futterstelle bald für sich eingenommen haben.
    So, dann werde ich mir das Buch mal bestellen ;-) Der Gewinnerin herzlichen Glückwunsch.
    Dir wünsche ich einen guten Wochenstart.
    Sei lieb gegrüsst
    Ida

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  13. Hallo Elke,
    herzlichen Glückwunsch zu Deiner Buchveröffentlichung ! Ja, auch im Winter läßt sich einiges im Garten beobachten. Es ist dort beileibe nicht kahl und leblos.

    Gruß Dieter

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  14. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerin - ich werde mich dann wohl demnächst auf den Weg zum Buchladen machen !
    Liebe Elke,was für Büsche außer dem Hartriegel wachsen denn noch um Dein Grundstück ? Ich muss meins an der Westseite neu bepflanzen, der Nachbar hat seine Hainbuchenhecke nieder gemacht :( Zu hoch und zu breit darf die neue Hecke nicht werden, was also nehme ich ? Heimisch solls sein - was also nehme ich ? Europäische Felsenbirne und Pfeifenstrauch, eingriffliger Weißdorn ( der soll gut schnittverträglich sein ) ... das bereitet mir schon schlaflose Nächte, man kann sich ja nicht viele Fehlgriffe leisten - wenn also jemand Tipps hat, was sich als Grenzhecke für kleine Gärten eignet,ich bin ein dankbarer Abnehmer.
    Liebe Grüße Brigitte

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    1. Hallo Brigitte,
      für eine Schnitthecke eignen sich Kornelkirsche, Liguster, Weißdorn oder Feld-Ahorn. Felsenbirne kann ich mir in Form geschnitten nicht vorstellen, als freiwachsende Hecke geht das aber, oder Faulbaum in Sorten. Für ganz schmalen Sichtschutz geht auch Efeu in einen Zaun geflochten.
      VG
      Elke

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    2. Danke liebe Elke, für Deine Antwort ! Felsenbirne möchte ich schräg vordie Hecke in Einzelstellung pflanzen. Müsste vom Platz gerade reichen. Efeuzaun ist auch eine schne Idee. Faulbaum dachte ich, ist ein großer Baum ? Da muss ich mal recherchieren. Und Dein Buch bestelle ich mir morgen beim Buchladen meines Vertrauens :)) Tolle Bilder übrigens von der Amselfrau ! Eine Büschelrose hab ich mir letztes Jahr auch gekauft. Mal schauen, was aus meinem Garten wird !
      Viele Grüße Brigitte

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  15. Grüß dich, Elke, danke für deine schönen Sätze. Der Inhalt ist mir bei diesem Beitrag egal, ich hab ja schöne Knödelhalter Marke teuer gärtnern. Aber deine Sätze.
    Für dein Buch wünsche ich dir alles Gute. Ich bin sicher, es wird ein Renner, passt es doch wunderbar in die Zeit bzw. zu unseren Bedürfnissen.

    Liebe Grüße
    Xenia

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  16. Liebe Elke,
    wieder was gelernt, diesen Namen kannte ich noch nicht. Hätte das Vöglein auf den ersten Blick wohl Richtung weibliche Amsel oder etwas in der Art einsortiert.
    Der Halter ist genial- klasse!
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Oh, das hätte ich dazuschreiben sollen - es ist tatsächlich eine Amsel, die Grasmücke habe ich nicht mit der Kamera erwischen können. Die Amseldame passte so gut zum Thema.

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  17. An die glückliche Gewinnerin einen herzlichen Glückwunsch und ichb werde mir das Buch nun aus dem Buchhandel besorgen. Finde das auch ganz spannend mit den heimischen Pflanzen, auch wenn ich nicht nur heimische haben werde. Da war doch manches dabei, was ich noch nicht kannte!
    Denn viele der Gartenbücher waren so oder in anderer Version schon einmal da, das hätte ich langweilig gefunden, aber eines wie Deines hat noch gefehlt!

    Bei uns wollen sie an die Hagebutten nie ran. Seltam! ;-)
    Die Vogelbeeren haben sie in diesem Jahr jedoch restlos aufgefuttert bzw. bei Wintereinbruch. Dafür scheinen sich die Mäuse jetzt schadlos zu halten - wir haben da ein Loch am Haus - das muß ich wirklich nicht haben. Jetzt wird eine Lebendfalle angeschafft - aber keine Katze! ;-)

    Wie schön, Mönchsgrasmücken hatten wir im Waldgarten auch. Eine interessante Helleborus - habe ich so noch nie gesehen.
    Hartriegel hätte ich zwar auch gern im Garten, doch ich wüßte nicht, wohin damit, leider habe ich nun an verschiedenen Stellen den Kirschlorbeer wachsen lassen, im vollen Bewußtsein, daß das unökologisch ist. Aber der Sichtschutz hat Vorrang und bis alles andere hoch genug gewachsen ist, wohnen wir hier schon längst nicht mehr ;-) Sehr große Gehölze kaufen ist zu kostspielig, da bleibt also nicht viel ... sicher werde ich es mal bereuen .... Vielleicht pflanze ich synchron davor dann was anderes und entferne irgendwann die Lorbeeren wieder ... Wir haben die hier en masse vom Nachbarn.

    Liebe Grüße
    Sara

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