Samstag, 5. März 2016

Die Tulpe hat gesprochen

Achtung, Spoiler-Alarm! Wer sich lieber überraschen lassen möchte und nicht wissen will, ob seine wertvollen Tulpenzwiebeln sich dieses Jahr zu einer Blüte aufschwingen werden oder nicht, sollte jetzt lieber nicht weiterlesen.

Denn wir kennen es ja alle: Tulpen blühen im Jahr nach der Pflanzung immer ganz pflichtbewusst und so prächtig, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Und leider gibt es oft tatsächlich kein Morgen mehr, denn in den Folgejahren kann man sich nicht darauf verlassen, dass eine Blüte im Beet erscheinen wird. Tulpen können zwar durchaus lange am selben Ort überleben, solange keine Wühlmaus was dagegen hat, leider aber oft nur mit immer wiederkehrendem Grün ohne Blüten.

Wenn man genau hinschaut, ist am Laubaustrieb jetzt schon zu erkennen, ob eine Tulpenzwiebel zur Blüte gelangen wird oder sich wieder beleidigt auf die faule Haut legt. Das geht ganz einfach: Blühfaule Zwiebeln schieben nur ein einziges Laubblatt, das wie eine Zunge aussieht, die einem die Tulpe höhnisch herausstreckt. Fleißige Pflanzen dagegen haben mehrere tütenförmig ineinander gewickelte Blätter, wovon eines um diese Jahreszeit spitz nach oben ragt.


An diesen winzigen Wildtulpen sieht man das ganz gut: Meine Tulipa bakeri 'Lilac Wonder', deren Zwiebeln ich vor 10 Jahren gepflanzt habe. Sie haben aber nur höchstens in den ersten drei Jahren geblüht und dabei immer die Vergissmeinnicht fressen wollten (siehe Archivbild unten links). Nun in ihrem verflixten siebten blütenlosen Jahr endlich erscheint wenigstens an einer Pflanze mehr als ein einziges Laubblatt. Das gibt Anlass zur Hoffnung:



Diese Viridiflora-Tulpe 'Spring Green', 2009 gesetzt, droht ebenfalls mit einer erneuten Blüte, die so aussehen wird wie rechts im Bild:


Die Streber-Tulpen im botanischen Garten sehen fast alle proper aus und werden wohl ein großes Schauspiel abgeben, so wie auf den Fotos aus dem letzten Jahr:


Wer seinen Blick für die verräterischen Blätter einmal geschult hat, kann in fremden Gärten mit dieser geheimnisvollen Gabe ganz schnell zum gefeierten Tulpenpropheten aufsteigen und Wetten abschließen. Sowas beeindruckt ganz kolossal. Und Tulpenwetten haben ja schließlich Tradition...

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Apropos Zwiebeln: Vor ein paar Wochen stand ein großes Überraschungspaket von Gärtner Pötschke mutterseelenallein vor der Haustür. Darin unter anderem ein großes Anzuchtgewächshaus für meine Tomaten, dazu Saatgut, Dahlien und weiteren Knollen sowie ein Netz mit Steckzwiebeln.


Da sich Tomaten gut mit Zwiebeln verstehen sollen und beide in verschiedenen Tiefen wurzeln, habe ich mir überlegt, die beiden zusammen in die ganz großen Kübel zu pflanzen. Die Zwiebeln würden ein paar Wochen Vorsprung bekommen. Was meint ihr, wird das gut gehen?

Kommentare:

  1. Ich werde meinen Tulpen einen Besuch abstatten! Jetzt endlich könnte ich wieder wissen, was ich da mal gepflanzt habe, aber immer nur ein grünes Blatt macht.....
    Biologisch Gärtnern, die tun doch Pflanzen zusammen, die einander gut tun. Ob Zwiebeln mit Tomaten genau so gut gedeihen, wie sie zusammen schmecken? Könnte man googlen ;)
    Herzlichst
    yase

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  2. Ich freue mich auch schon auf die Tulpenzeit. Manche Sorten machen mal ein Jahr Pause und im folgenden Jahr blühen sie wieder wunderbar. Es ist spannend was nun diesen Frühling blühen wird.
    Liebe Grüsse Eveline

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  3. Liebe Elke, dieses Szenario kenne ich zur genüge aus vergangenen Gartenjahren und es frustriert einen doch sehr. Um dies zu verhinder: Es gibt mehrere Regeln, die man beachten sollte, soll eine Tulpe wieder blühen. 1. Kaufe nur zum verwildern geeignete botanische Tulpen, die können lange an einem Standort bleiben. 2. Düngen, kurz vor der Blüte 3. Die Blätter verdorren lassen, da in ihnen viel Nahrung steckt. Wenn man hochgezüchtete Tulpen liebt, nach absterben der Blätter raus und im herbst an tulpen-jungfräuliche Stelle wieder rein (wird bei vielen Tulpen irgenwann schwer!). Damit habe ich recht gute Erfolge erzielt. Allerdings fangen einige Tulpen an von weiß auf gelb zu wechseln, da bin ich dann auch ratlos. Lächeln und freuen, dass eine Blüte da ist - empfehle ich! Schluss mit Tippsgeschwafele - ein schönes Wochenende wünsche ich Dir. LG Marion

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    1. Hallo Marion,
      zumindest bei Tulipa baker, einer Wildtulpe, war der Erfolg nicht so besonders. Ich versuche es jetzt noch mit T. turkestanica. Gedüngt wird mit Kompost und Pferdedungpellets. Ausgraben tu ich nichts, dabei würde ich zuviel beschädigen.
      VG
      Elke

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    2. Liebe Elke, ich grabe auch nichts aus, ich habe gute Erfahrungen mit Tulipa fosterian Purissima und deren gelben Schwester. Sie sind vermehrungsfreudig und haben die letzten 5 Jahre immer geblüht. T.turkestanica wäre ganz gut, aber das Laub der Stauden ist zur Blütezeit höher als die Tulpe - bei mir Fehlplanung. Viel Glück weiterhin! Auf die Tulpe LG Marion

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  4. Hallo Elke,
    ich wär schon froh, wenn die Zwiebeln sich überhaupt erst einmal durch einen Austrieb zeigen ! Wühlmäuse haben wir hier nicht, dennoch verschwinden viele schon im zweiten Jahr. Ein erfahrener Kleingärtner sagte mir, daß die Tulpenzwiebeln immer tiefer in den Boden wandern und dann irgendwann zu tief für einen Austrieb sitzen. Ich habe bisher noch keine wieder ausgegraben und höher gesetzt, da ich sie nur wiederfinde, wenn ich sie zuvor in kleine Töpfe gepflanzt hatte (dann dürften sie allerdings nicht tiefer gewandert sein). Inzwischen weiß ich, daß man normale Gartenerde für die Töpfe verwenden muß. Das habe ich bisher noch nicht getestet... Ich kenne nur die symbiotische Pflanzung von Tomate und Petersilie, die sich gegenseitig Schädlinge fernhalten soll.
    LG Kathinka

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  5. Hallo Elke,
    ja dieses Tulpendrama kenne ich auch.Ich habe schon alles versucht vom ausbuddeln nach der Blüte, Dünger und sogar Einpflanzen im Topf und dann erst ins Beet. Resultat:Ich kaufe meist nur noch Wildtulpen. Die sind blühfreudiger .
    LG Dagmar

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  6. ...so bald der Regen aufhört, werde ich in den Garten eilen und mein gerade erworbenes Wissen an meinen Tulpenspitzen überprüfen...ich hoffe, wenige bis keine einzelnen Blätter zu finden...bisher habe ich da nicht drauf geachtet, mich nur gewundert, dass manche nicht blühen...vielen Dank für die ERklärung,

    wünsche dir ein frohes Wochenende,
    LG Birgitt

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  7. Hallo Elke,
    Mir geht es auch so, meinen wunderschönen weißen Tulpen haben nur im ersten Jahr kräftig geblüht und im dritten Jahr kam gar nichts mehr. Im Vorgarten habe ich allerdings immer noch die knallroten Tulpen aus den Gartenanfängen und die haben sich sogar noch vermehrt. Im Herbst habe ich noch einmal einen Versuch gestartet und ansonsten bin ich auf Narzissen umgestiegen.
    GlG Christina

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  8. Am liebsten würde ich jetzt gleich im Garten nachschauen ... aber ich würde wohl fast im Morast versinken und es regnet wieder einmal oder noch immer ... Aber wie es so von der Stube aus ausschaut, werden wohl ein paar Tülpchen blühen :-) Aber auch ich kenne das zur Genüge von wegen erstes Blühjahr und dann nix mehr ausser Grün. Und so habe ich vor zwei Jahren mal ganz viele Blühfaule ausgebuddelt und neue Zwiebeln gesetzt. Tja, jetzt ists das zweite Jahr. Bin mal gespannt, was übrig bleibt diesen Frühling.
    Hab ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  9. Bei mir blühen eigenartigerweise meistens die roten Tulpen, die ich wohl mal vor hundert Jahren gesetzt habe. Die Unmengen an rosa und lila Tulpen halten sich vornehm zurück. Mittlerweile kaufe ich keine mehr.

    Schönes Wochenende
    Margrit

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  10. Da bin ich froh, dass es nicht nur mir so geht, dachte schon wieder mal ich hab was falsch gemacht. Es bleibt immer spannend. Bin grad wieder mal in einem zweiten Tulpenjahr und danke sehr für deinen Tipp. Man kann es zwar dann, wenn man es weiß nicht mehr ändern, aber man freut sich nicht sooo lange vergebens auf die BLüten, die dann doch nicht kommen. Morgen schau ich gleich nach!!!

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  11. Ich muss demnächst wohl meinen Tulpen einen Besuch abstatten und ein ernstes Wörtchen mit ihnen sprechen!!! Haha..
    Bisher ist mir dieses Phänomen bei den Tulpen noch nicht aufgefallen...ich hatte das Problem mit Zierlauch. Und ich hatte wirklich überall nur diesen Schnittlauch!!! Letztes Jahr habe ich die kleinen Zwiebelchen konsequent ausgebuddelt! Mal sehen, ob sich die Pflanzen davon beeindrucken ließen!!! Haha...
    Viele Grüße von
    Margit

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  12. Ob sich Tomaten mit Zwiebeln vertragen, weiß ich nicht. Ich wollte nur einen Blumengarten. Inzwischen denke ich anders darüber. Aber jetzt ist es zu spät. - Von Tulpen und Allium habe ich endgültig die Nase voll. Ich habe in den letzten Jahren viel Geld dafür ausgegeben. Beide blühen 1 bis 2 Jahre. Dann ist es vorbei. Mein Vater hatte Tulpen, die Jahrzehnte jedes Jahr zuverlässig blühten.
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße Edith.

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  13. Da werde ich mein erworbenes Wissen mal an den Tulpenspitzen anwenden - wenn's denn nicht mehr regnet.
    LG & schönes Wochenende
    Christiane

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  14. Wichtig ist für Tulpen Trockenheit im Sommer und viel Dünger im Frühling - der wirkt sich aber erst im Folgejahr aus, für das aktuelle Jahr ist die Saison schon gelaufen.

    Das Problem ist, das Tulpen (so wie alle anderen Zwiebelpflanzen auch, also auch Narzissen, Crocus, etc. ticken so) die Nährstoffe für die Blütenbildung sehr schnell brauchen. Kompost oder anderer organischer Dünger müsste also schon im Herbst an der richtigen Stelle liegen, um jetzt konzentriert bis an die Zwiebeln zu gelangen. Wer also sehr viele Tulpenblätter in den Beeten hat, sollte allerspätstens jetzt (besser schon beim Austreib) kräftig mineralisch düngen - entweder mit Blaukorn, oder, wer das nicht mag, organisch-mineralischen Tomatendünger von Neud**ff. Wenns dann noch einen heißen Sommer gibt, steht einer Tulpenblüte 2017 nichts mehr im Weg ;-).

    LG Katrin (das Bild mit der vergissmeinnichtfressenden Tulpe ist klasse!)

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  15. Blühfaule Tulpen habe ich auch jede Menge im Garten, der Tipp mit dem Düngen von Deiner Leserin ist aber bestimmt nicht schlecht. Werde ich mal versuchen.

    LG kathrin

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  16. Da schau her! "Again what learned" Ja, ich habe auch Blühfaule im Beet stehen. Sollte es mal irgendwann nicht regnen, werde ich gleich mal nachschauen. Danke Dir! VG Sabine

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  17. na, da bin ich gespannt wie deine tulpenwetten ausgehen :-)
    bei mir könnte man wetten auf ALLE pflanzen, ob sie überleben, abschließen, ich hab so gar kein händchen für garten :-(
    herzlichste grüße & wünsche an dich
    amy

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  18. Danke für den guten Hinweis! Ansonsten kann ich mich der Vorkommentatorinnen nur anschließen: mineralisch düngen und zwar zum Austrieb.
    Bei mir überleben insbesondere die White Triumphator so schon seit vielen vielen Jahren.

    Beste Grüße
    Xenia

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  19. Keine Ahnung...so etwas schräges hab ich noch nie probiert. Ich hoffe, dass die bei dir gewonnenen Tulpen erstmal blühfreudig aus der Erde schießen werden. Normal habe ich hier gar keine Probleme mit dem Wiedererscheinen der Tulpen...im Gegenteil....eher bin ich der Mörder, wenn ich zu viel im Herbst gebuddelt habe....:-) Ansonsten werden auch Zwiebeln im Topf super. Ich habe gerade mal gewagt, meine Abdeckung vom Korb zu entfernen. Da ist schon ganz schön was los...:-) Über so ein kostenloses Paket hätte ich mich aber auch sehr gefreut....egal, ob Platz oder nicht.
    LG Sigrun

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  20. Streber- Tulpen... Hi hi :-)
    Danke für die interessanten Infos, da muss ich doch gleich mal gucken, wie es bei uns dieses Jahr bestellt sein wird..
    Die Bilder machen mal wieder Lust auf´s Frühjahr :-)
    Liebe Grüße
    Bianca

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  21. da bin ich ja gespannt wie es diesjahr wird bei mir! z.z. sind noch nichtmal die blätter zu sehen - vll. sind sie ja ein opfer der wühlmaus geworden.....
    abwarten und teetrinken :-)
    xxxxx

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  22. Liebe Elke,
    im vorigen Frühjahr habe ich die Zwiebelpflanzen zum ersten Mal mit Tomatendünger gedüngt. Ich bilde mir ein, es hat damals geholfen. Im Januar habe ich also wieder zum Dünger gegriffen, aber trotzdem entdecke ich jetzt Tulpen, die nicht nach Blüte aussehen. Vielleicht muss man wirklich viel früher dran denken zu düngen.
    LG Ute

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  23. Hallo Elke,
    danke für deine interessanten Ausführungen. Im letzten Herbst hatte ich nochmal einen Schwung an Tulpenzwiebeln gesetzt und mir vorgenommen, es nur noch einmal zu probieren...ich bin auf die Blüte der nächsten Jahre gespannt. Meine Blühfaulen auszubuddeln war manchmal recht schwierig, die Zwiebeln saßen einfach zu tief und so schneid ich dann einfach das Laub ab.
    LG Marita

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  24. Danke für den Tipp. Wenn die Tulpen dann mal erscheinen würden, könnte ich auch zur Prophetin werden. Aber bisher zeigt sich noch nicht mal ein Blatt.
    Entweder sind sie spät dran oder die Wühlmäuse haben ganze Arbeit geleistet.
    Viele Grüße,
    Anette

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  25. Ja, Tulpen sind wirklich immer sehr eigen mit ihrer Blühererei :-)
    Aber ich hoffe mal wieder auf viele Tulpen und nicht zu viele Farbveränderungen. Das ist immer ulkig - erst waren sie weiß und dann werden sie mit den Jahren immer gelber - blöd!
    Die Vergißmeinichtfressende Tulpe ist genial ;-)
    Liebe Grüße Urte

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