Samstag, 21. Mai 2016

Aller guten Bücher sind drei

Jeder weiß: Gartenbücher sind wie Drogen - man braucht ständig Nachschub und wenn man ein neues in den Händen hält, ist man erst einmal wie berauscht und nicht mehr ansprechbar. Und ich hatte gleich drei Bücher in kurzer Zeit im Briefkasten, das war wie ein Kurzurlaub.

Die folgenden drei Neuvorstellungen können kaum unterschiedlicher sein, ergänzen sich aber ganz hervorragend, wie ich finde.


Das erste Buch, das ich vorstellen möchte, handelt von einem riesigen Garten mit Aussicht, bei dem unsereiner mit nur einem Handtuchgarten grün vor Neid wird: Der Traum vom englischen Garten auf dem Lande von Oliver Kipp und Karsten Brakemeier (Verlag DVA). Die Fotos hat Sibylle Pietrek gemacht, die ihr sicher alle von ihrem Blog gartenblick kennt.


Der Garten ist nicht weit von hier, das Klima also recht ähnlich zu unserem. Die beiden Besitzer sind leidenschaftliche Pflanzensammler, haben eine große Magnoliensammlung und viele Exoten, die laut Etikett nicht winterhart sein sollten, aber es in einem bestimmten Kleinklima doch sind, etwa nah an der Hauswand des großen Bauernhauses.


Das Grundstück ist in Heckengärten unterteilt und hat auch noch einen Wald- und einen Wiesengarten. Sogar ein paar meiner Lieblingspflanzen sind dort versammelt, wie Wiesen-Storchschnabel und Purpur-Leinkraut. Der Rauling bekleidet eine wichtige Position im Waldgarten als Bodenpersonal und auch das Scharbockskraut habe ich auf einem Bild entdeckt - es darf also auch mal lässiger zugehen.

Das Ganze sieht sehr natürlich aus, es gibt rasenmähende Nonnengänse und weiße Pfauen. Es ist aber kein Biogarten. Schneckenkorn wird in rauen Mengen verwendet, die Wiese wurde anfangs mit einem Herbizid behandelt, damit heimischen Wildpflanzen überhaupt einen Fuß an die Erde kriegen vor lauter dominanten Gräsern. 

Der Garten ist bunt und will auch gar nichts wissen vom Pastellfarbentrend. Samenstände der Narzissen werden nicht abgezupft, weil nach Meinung der Autoren wohl etwas schiefgelaufen wäre in der Evolution, wenn der Samenansatz eine Pflanze derart schwächen würde, schließlich ist er die natürlichste Sache der Welt. Diese Einstellung werde ich ab sofort beherzigen. Auch Rhododendron-Knospen werden nicht ausgebrochen, was schon zu schönen Sämlingen geführt hat.

Die Fotos von Sibylle portraitieren das Areal sehr gut, zeigen Details, wo es drauf ankommt, und stellen einzelne Blüten mit großer Blende frei. Ein schönes Buch über einen traumhaften Garten, bei dem sicher jeder noch ganz unbekannte Pflanzen kennenlernt.

Wer jetzt auch so tolle Fotos machen möchte wie Sibylle, dem sei Das Gartenfotobuch ans Herz gelegt von Karen Meyer-Rebentisch, erschienen um dpunkt-Verlag.


Von der Ausrüstung über den Bildaufbau bis zum richtigen Licht im Wechsel der Jahreszeiten ist alles dabei. Viele Beispiel-Bilder veranschaulichen die Prinzipien, immer mit genauen Belichtungs- und Brennweitendetails. Obwohl das Buch viele Tipps für Anfänger bereit hält, die die Wirkung von Brennweite und Blende noch nicht kennen, finden auch Fortgeschrittene guten Rat, unter anderem zur rechtlichen Situation beim Fotografieren in fremden Gärten.


Besonders interessant sind die Exkurse anderer Gartenfotografen, wo es um Blütenportraits, Tierfotos und Bilder bei Dunkelheit geht. Letzteres Kapitel hat übrigens Renate Waas geschrieben und bebildert, die aus ihrem schönen Münchner Genießergarten bloggt. Ihre Nachtansichten können sich sehen lassen. Auch die Tipps von Frau Meyer-Rebentisch für eine gelungene Gartenreportage fand ich sehr hilfreich.

Ein Buch also, das jedem weiterhilft, der seinen Garten und seine Lebewesen schön in Szene setzen möchte.

Wer jetzt denkt: "Ich habe doch gar keinen Garten!", hat bestimmt Freude am neuen Buch von Bloggerin Silvia Appel, die als Gartenfräulein von ihrem Balkongarten erzählt.

Dort beackert sie ein ganz neues Thema, nämlich das Gärtnern in der Wohnung: Indoor Gardening heißt das Buch und ist im EMF-Verlag erschienen. Hängende Gärten am Fenster, welche Pflanzen sich eignen und was man aus ihnen leckeres kochen kann, davon erzählt Silvia. Es geht hauptsächlich um Essbares, aber auch Zierpflanzenliebhaber werden Anregungen bekommen. Manche Pflanzen stehen beim Gartenfräulein sogar Kopf!


Von der Chili bis zum Weizengras - Silvia hat alles ausprobiert und stellt die Pflanzen in ganzseitigen Portraits mit Schwierigkeitsgrad vor.

Besonders gern mochte ich den Kompostgarten, bei dem Gemüsereste zu neuem Leben erweckt werden, wie Rote Bete oder Karotten. Wie schon in Silvias erstem Buch "Mein kreativer Stadtbalkon" gibt es reichlich Anleitungen zum Selbermachen. Wer das nicht möchte, findet Einkaufstipps für schicke und praktische Pflanzgefäße.


Die drei Bücher eignen sich also sowohl zum Träumen als auch zum selbst kreativ werden, sei es hinter der Kamera, im eigenen Garten oder im Wohnzimmer - ganz wie ihr wollt.

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Die schöne GardenGirl-Schaufel aus meiner Verlosung hat gewonnen: Marionette Hermann. Schick mir schnell deine Adresse, dann geht die Post ab!


Kommentare:

  1. Wie schön Elke - vielen Dank für die Buchvorstellungen!
    Freut mich, dass Dir auch das Gartenfoto-Buch gefällt!
    Ich bin schon gespannt, von wem aller noch ein Rückmeldung dazu kommt.
    Für uns blogger ist es ja wie geschaffen.
    Viele Grüße von Renate

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  2. NEIN! Ich komm nicht wieder her :-) Jetzt hat mich doch schon wieder die Sucht am Wickel,du hast ihr neue Nahrung gegeben. Der Traum vom englischen Garten auf dem Lande- das Buch muss ich haben, ich schwitze und zittere, mein Mund wird trocken.Ganz klar süchtig.
    Vermutlich, nein ganz sicher, schaue ich doch wieder bei dir vorbei... es ist einfach zu schön hier.
    Liebe Grüße über den Gartenzaun
    Jo

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  3. Tolle Bücher - doch bei dem englischen Garten braucht man wohl entweder einen Gärtner oder man darf nicht berufstätig sein und auch sonst nicht zuviel anderes um die Ohren haben. ;-)

    Was das Abzupfen der Samenstände an Tulpen und Narzissen betrifft .... habe ich früher auch nie gemacht und kann das nur bestätigen! Heute tue ich es nur, weil ich teilweise den Anblick nicht so schön finde, wenn nackte Stiele aus den Beeten emporragen. ;-) Wenn alles mal bewachsen ist, sollten die Tulpen inmitten andere Stauden stehen, dann ist das kein so großes optisches Problem mehr.
    Das Gartenfotobuch ist ein guter Tipp.) :-) Weiß nur nicht, wann ich all das zu lesen schaffen soll ... vielleicht zum Herbst ...

    Ich fotografiere ja zum Teil auch per Handy, einfach weil es gerade zur Hand ist und es schneller geht. Für mich persönlich reicht es, um Gartensituationen fix festzuhalten - sind natürlich dann keine Meisterfotos, doch den Anspruch habe ich als Privatperson für ein reines Gartentagebuch ja auch nicht.

    Jetzt aber noch ganz herzlichen Dank für die Tellima, die sehr gut angekommen sind. Sie sind auch schon eingepflanzt und demnächst werde ich dann ihre Standorte zeigen.

    Liebe Grüße
    Sara

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  4. Waaaas ich hab ja noch niemals was gewonnen. Die Adresse schicke ich per Mail. Ja das ist ein Knaller. Dieses Gartenfotografiebuch hast du mir jetzt aber echt schmackhaft gemacht. Ich habe ja eigentlich mit einem Kurs geliebäugelt - aber als Schwabe käme ich vermutlich mit dem Buch günstiger weg und könnte länger üben ... grübel grübel. Da werde ich jetzt mal in der Buchhandlung vorbei schauen müssen. Ich finde du hast die Bücher sehr klar und wunderbar beschrieben. Da weiss man was man bekommt, das gefällt mir sehr gut. Ich bin in sowas ja noch nicht geaübt, von daher schaue ich immer gerne, wie wer was macht und was mir gefällt. Deines war ganz meines. Vielen Dank fürs Erläutern und Zeigen. LG und schönes Wochenende Marion

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  5. Liebe Elke,
    du sprichst mir aus der Seele :-)
    Von Gartenbüchern kann man nie genug
    bekommen - tolle Bücher wieder!
    Ganz viele sonnige Maigrüße
    sendet dir die Urte :-)

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  6. Auf meiner Rezensionswunschliste steht bereits das Gartenfotobuch, seitdem Renate es vorgestellt hat. Ach ich bin ganz schön Drogensüchtig....Gartenbuchsüchtig.....:-) LG Sigrun

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  7. die ersten beiden habe ich ebenfalls (empfehle sie wärmstens) das letzte nicht.
    Sehr schöne rezensionen, geben für mich stimmung in inhalt der bücher sehr gut wieder.

    lg, Brigitte

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  8. Das Buch über englische Gärten würde mich interessieren, so hier auf dem Lande!;))

    Sigrun

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  9. ein garten ganz bunt und etwas unaufgeräumt mit lauschigen ecken? nehm ich :-)
    für fotografieranleitungen fehlt mir die geduld und der ehrgeiz - manche sagen leider....
    und zum glück muss ich nicht mehr drinnen gärtnern!!
    habe gerade muskelkater vom gestrigen gartentag! xxxxxx

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  10. Liebe Elke, ich musste so schmunzeln, als ich die ersten Sätze dieses Beitrag gelesen habe. Aber du hast so recht, auch mich berauschen neue Gartenbücher und man kann nie genug davon haben :-)
    Vielen Dank für die schöne Buchvorstellung!
    Liebe Grüße vom Garten Fräulein Silvia

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  11. Hallo Elke,
    Gartenbücher sind eine feine Sache, insbesondere liebe ich es an lauen Sommerabenden draußen mit einem Buch zu genießen!
    Das Gartenfotobuch hatte ich letzte Woche auch in der Hand und englische Gärten sind ja auch immer ein Hingucker!
    Rosige Gartengrüße von Christine

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  12. Liebe Elke, ganz herzlichen Dank für deine Rezension. Es macht immer viel Mühe, die Bücher zu bewerten, aber für Autoren ist so ein Feedback immer wichtig. Und zu Sara Mars Kommentar mit "viel Mühe und Gärtner" in dem Garten von Oliver Kipp und Karsten, sie machen alles alleine! Manchmal kommen die Eltern und putzen die Fenster im Haus, das ist aber auch alles. Danke und lieber Gruß Sibylle

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  13. Liebe Elke, das macht mich ja wieder richtig neugierig.
    Sowohl das Bilderbuch von Sibylle als auch das Buch über Gartenfotografie interessiert mich sehr, da muss ich meiner Buchhandlung wohl mal wieder einen Besuch abstatten!

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  14. Liebe Elke, das macht mich ja wieder richtig neugierig.
    Sowohl das Bilderbuch von Sibylle als auch das Buch über Gartenfotografie interessiert mich sehr, da muss ich meiner Buchhandlung wohl mal wieder einen Besuch abstatten!

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