Donnerstag, 19. Juni 2014

Kolossaler Kompost

Manche Leute sagen, Dünger für Pflanzen wäre nichts als Doping. Und da leistungssteigernde Mittel bekanntermaßen so illegal wie unnötig sind, wird den armen grünen Mitbewohnern folglich jede Form von Nahrung vorenthalten. Nur von Luft und Wasser sollen sie sich ernähren, basta. Diese Aussage bezieht sich meist auf Zimmerpflanzen oder sonstige im Kübel wachsende Gewächse. Durch zuviel Nährstoffe soll das Grünzeug angeblich übermütig werden, viel zu schnell dem Gefäß entwachsen und ein Umtopfen nötig machen, was zugegebenermaßen abgrundtief lästig ist.

Die meisten Kübel- und Zimmerpflanzen aber kommen ohne Dünger nicht weit - ihnen ein bisschen unter die Blätter zu greifen ist also kein Doping, sondern lebensnotwendig. Dummerweise ähnelt die Zufuhr von Nährstoffen bei Gartenpflanzen und solchen, die ihren Kübel gerade erst bezogen haben, in etwa dem Einnehmen von manchen Medikamenten - man weiß nie, ob nicht auch ohne Hilfe am Ende alles gut gewesen wäre.

Dieses Jahr jedoch bekomme ich eine leise Ahnung, was Kompost mit den Pflanzen machen kann. Immerhin ist diesmal eine prächtige Portion Pferdemist auf der Zutatenliste!

Ein möglicher Beweis für die Wirkung des schwarzen Goldes: Die Fingerhüte benehmen sich komisch und wachsen diese Saison mehrtriebig. Ich könnte Stein und Bein schwören, dass die Stellen, an denen sie wachsen, diesmal mehr mit Kompost bedacht wurden.


Auch die im letzten Jahr gepflanzte Wilde Malve (Malva sylvestris subsp. mauritiana) hat genug abbekommen und nach einem mickrigen Start Zuwachsraten zu verzeichnen, die an Zauberei grenzen. Diese schöne Zweijährige hat Blätter von den Ausmaßen einer Stockrose und ist fast so groß wie ich. Dazu produziert sie Knospen in Massen, als hätte sie sich eine monatelange Blütezeit vorgenommen. War das nun der Kompost, der milde Winter oder ist die immer so riesig?


Meine Tomaten können die Temperaturen während der dunklen Jahreszeit jedenfalls nicht als Ausrede ins Feld führen. Bei ihnen ist der Düngeeffekt noch deutlicher zu sehen, zumindest wenn man die Elendsgestalten vom letzten Jahr noch bildlich vor Augen hat. Dieses Jahr habe ich meine Sämlinge (die gleichen Sorten wie immer: Golden Currant, Celsior, Fredi und Gelbe Cerise plus ein Neuzugang: Berner Rose) nicht nur mit nagelneuer Blumenerde in ihre Töpfe gesetzt, sondern ihnen extra einen Eimer Kompost abgezweigt, den ich gerecht auf die Tomatenkübel verteilt habe.



Das Ergebnis: Äußerst stämmige Kerlchen, die rasch gewachsen sind und kerngesund aussehen. Wenn da nicht der Kompost geholfen hat, was dann?

Man kann gar nicht oft genug sagen, wie wichtig so ein Kompostbehälter selbst im kleinsten Garten ist - der beste Dünger frei Haus und man weiß immer, was drin ist. Außerdem bekommt man Riesenmalven, die tatsächlich aussehen wie gedopt - fantastisch, oder?

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Zum Schluss noch ein Rästselbild aus meinem Garten mit Essensresten, die ich exakt so wie auf dem Bild arrangiert vorgefunden habe - was ist das und wer hat da gespeist? Die Auflösung gibt es demnächst auf diesem Sender.

Kommentare:

  1. Prächtige Pflanzen. Ich denke, es kommt nicht von ungefähr, dass man bei Bauerngärten immer an überbordende Fülle denkt. Die hatten ihren Mist immer zur Hand ;-)
    Das Rätsel kann ich leider nicht lösen. Bin schon gespannt.
    Liebe Grüße
    Elke

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  2. Liebe Elke,
    ich bekam letztes Jahr einen Kübel Lamadung von einer ehemaligen Kollegin, was die Pflanzen, die ihn abbekamen zu schieren Wachstumsrekorden führte!
    Deine Malve sieht ja wirklich beeindruckend aus! Ihr scheints "geschmeckt" zu haben!!

    Bei dem Bilderrätsel hätte ich auf eine Erbsenschote getippt, die von einem Vogel aufgebrochen wurde... Meine erste Idee!

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  3. Aloha :)
    Zum Rätsel... hm, hat das was mit Storchschnabel zu tun? Und vielleicht ein Eichhörnchen? :)
    Liebe Grüße unbekannterweise von Kerstin, bekennender Kompostfan :)

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  4. Stimme ich dir zu 100 % zu..... Kompost ist das SUPERdoping für die Pflanzen.

    Tolle Bilder und schöne Pflanzen!

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  5. Wunderschön deine Malve!
    Meine Tomaten stehen jedes Jahr am selben Platz, weil ich zu faul für eine Fruchtfolge bin. Ich ernte trotzdem Berge von herrlichen Früchten, weil jährlich zwei ganze Scheibtruhen mit Komposterde aufs Beet gekippt werden. Zum Glück gibts genug Platz für den Haufen an Schnittgut.
    Storchschnabel ist nicht von der Hand zu weisen, das Unscharfe auf dem Foto weist darauf hin, obwohl das ganze relativ groß erscheint... bin neugieirg auf die Auflösung!

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  6. Ich verwende Hornspäne, Kompost und einen organischen Biodünger bei den Rosen und Beeren. Das Gemüse bekommt Brennesselgülle. Ohne Dünger wird vorallem das starkzehrende Gemüse gelb und krank. Ach ja, und die Pferdeäpfel die bei uns regelmässig auf der Strasse liegen, die kehre ich auch zusammen und die wandern gleich ins Beet oder den Kompost. Ein Hoch auf das schwarze Gold der Gärtner!
    Lg Carmen

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  7. Ist es eigentlich nicht logisch, dass Zimmerpflanzen Dünger für ein gutes Wachstum brauchen? Irgendwann sind die Nährstoffe aus der Erde raus. Anders als in der Natur, wo durch Zersetzung von Laub und abgestorbenen Pflanzen neue Nährstoffe entstehen, kommt bei Zimmerpflanzen nichts dazu.

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  8. Dieses Jahr sind mir an einigen Stellen die herrlichen Malven aufgefallen. Toll, dass du sie im Garten hast und sie nun auch noch so gut wachsen. Bei mir kommt immer etwas Kompost mit ins Pflanzloch, aber im Topf habe ich das noch nicht ausprobiert. Den Tomaten scheint es gut zu bekommen.
    LG Sigrun

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  9. Hmm, ich bin ja so gespannt auf die Auflösung des Rätsels. Hab keinen blassen Schimmer, was da gespiesen haben könnte.
    Ja, der Kompost, der bringt's... okay, manchmal wird er auch geholt. Gerne würde ich mal eine Kamera installieren um herausfinden, wer mir immer den Deckel meines Kompost entfernt um dann das Gemüse herauszuscharren und auf dem ganzen Platz zu verteilen. Ich mag, dem Tierchen ja die Party gönnen, aber wissen möcht ich schon mal wer das wirklich ist.
    Bei den Tomaten gibt es noch anzufügen, dass das Frühjahr 2013 so was von kalt und üselig war, dass ich als Tomate (und dann auch noch ohne Kompost *kicher*) auch nicht gewillt gewesen wäre, was Schönes hervorzuzaubern. ;o).
    Hab einen vergnügten Start ins Wochenende.
    En liebe Gruess
    Alex

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  10. Liebe Elke,
    Kompost ist eben einfach ein absoluter Turbo. :-)
    Ganz viele liebe und sonnige Sonntagsgrüße
    sendet dir die Urte :-)

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  11. aber natürlich muss man die Kinderchen füttern! Die kann man doch nicht verhungern lassen!
    Wenn man dann noch dazu Hochleistungs-Sport-Pflanzen draus machen will, brauchts auch eine extra Portion Jauche--Isotonik-Drink mit auf den Weg

    :-)
    Wie immer köstlich geschrieben "unter die Blätter greifen" :-)

    Viele Grüße von Renate

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  12. Ich habe heuer meine Tomaten auch wieder in eine Mischung aus Erde und Kompost gepflanzt und das Ergebnis ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem letzten Jahr, wo ich nur normale Erde genommen habe. Kompost kann wirklich was :)

    lg kathrin

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  13. Oh ja, Gott sei dank produzieren unsere Pferde genügend Material ;-)). Seit Jahren ist es das beste was unserem Garten passiert und die Jauch und der Grünschnitt und das liegen gelassene Wildkraut in den Beeten. Man tut was man kann denn so ganz ohne geht´s wirklich nicht. Deine Tomaten sehen klasse aus!

    Liebe Grüße Alexandra

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  14. Hallo Elke,
    die Kompostdüngung kann man gar nicht genug loben. Ich habe vor Jahren ein Beet an einem ehemaligen Kompostplatz angelegt. Der Knüller, alles sprießt super gut.
    Liebe Grüße
    Dagmar

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  15. Aus alt, mach neu, aus zwei ehemaligen Komposten ist mein Hochbeet entstanden und alles wächst sehr schön, dank umgesetztem Kompost unter der Erdschicht!
    Ja, so ein kompost ist was wert!
    Grüße vom Frollein

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  16. Also eine Mauretanische Malve habe ich auch in meinem Garten und die ist ganz ohne Dünger mächtig in die Höhe geschossen. Es ist schon erstaunlich, aber unser Garten hat einen sehr stickstoffreichen Boden, woher auch immer ;-) Eine meiner Malven ist in den Pflaumenbaum hineingestiegen. ;-) Wie Du hier vielleicht erkennen kannst.

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2014/06/quer-durch-den-garten.html

    Ich mußte von ihr schon etwas entfernen, da sie die Rose 'New Dawn' behinderte.

    Diese Malven hatte ich in früheren Gärten schon, die können schon sehr mächtig werden. Da kommen sicherlich verschiedene Bedingungen zuammen.

    Auf Tomaten habe ich in diesem Jahr verzichtet. Zu viel Aufwand bei uns, zu wenig Nutzen.

    Früher hatten wir auch immer Kompost, Tiermist jedoch nie. Wäre mir auch nicht so geheuer ... es macht auch mehr Aufwand, da man den Mist zuerst auch kompostieren sollte wegen der Wurmgefahr ... und Tetanus hält sich auch gern im Pferdemist auf.
    Aber bei uns in der Gegend ist es zum einen mit Kompost schwierig. Der Behälter müßte sehr dicht sein und zum anderen fehlt uns einfach die Zeit dafür auch noch.
    Ich habe meist selten oder wenig gedüngt und dennoch ist alles immer ganz gut geworden. Selbst die Rosen. ;-)

    Zu Deinem Rätselbild - mir sehen die Teile eher wie die einer Wicke aus. Aber so auf Anhieb kann ich es wirklich nicht erkennen. Oder sollen die Teile zu der Pflanze gehören, die daneben steht und sehr unscharf zu erkennen ist? Doch solch schotenartige Teile am Storchschnabel? ? Weil das hier genannt wurde ...

    Liebe Grüße
    Sara

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  17. Halle Elke,
    dass eine Extraportion Dünger Wunder wirken kann, habe ich kürzlich erst erlebt. Fälschlicherweise hatte ich den Kohlrabi den Schwachzehrern zugeordnet und die recycelte Topferde nicht großartig wieder aufgedüngt. Ich wunderte mich, dass die Köpfe so langsam wachsen und das Laub gar nicht gesund aussah, so komisch lila-gelb. Eine gute Portion organischen Volldünger und dann noch jede Woche einen Schuss organischen Flüssigdünger und schon sind die Blätter wieder grün und die Knollen wachsen...;-) Vielleicht sollte ich meinen beiden Malven auch mal etwas zusätzlichen Dünger gönnen, die sehen nämlich noch sehr mickrig aus, nachdem sie bisher von allen möglich Pflanzen drumherum überwuchert wurden.
    Mein prächtigster Fingerhut stand übrigens im Schotter am Hausrand, wo es keine Erde und keinen Dünger gibt...

    Deine Tomaten sehen wirklich sehr kräftig und gesund aus, liefern sie schon Früchte? Ich konnte bereits die ersten Tomaten ernten!

    Liebe Grüße, Bärbel

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  18. Oh jaaaaa, Kompost ist des Gärtners Gold !!
    Und seid ich meinen Kompost ( ich muss immer `mein `schreiben, da mein Göttergatte eigentlich wirklich nichts mit Garten am Hut hat ) auch direkt am Nutzgartenbereich hab, bin ich noch mehr begeistert !! Hab auch jetzt vier Kompostbereiche, damit ich ihn besser umschichten kann. Muss doch vielleicht auch mal Bilder von zeigen.
    Aber dein Kompost ist weltmeisterlich !!!! Wahnsinn !!!!
    ;o) .....

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