Samstag, 17. August 2019

Gartenbloggertreffen 2019

/* Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Volmary, die das Gartenbloggertreffen organisiert haben. */

Zum vierten Mal fand am 8. August das Bloggertreffen bei Volmary auf dem Kaldenhof in Münster statt. Da freue ich mich schon immer riesig drauf, denn das blumige Gelände ist eine Spielwiese für Fotografen, man kann tolle Gespräche mit anderen Bloggern führen, mit den Hunden der Kunden kuscheln (denn es finden zeitgleich die Kundentage bei Volmary statt) und man fühlt sich immer willkommen, so toll ist die Veranstaltung organisiert.





 


Dieses Mal hat das Team von Volmary aber noch eine Schüppe drauf gelegt: Als erstes gab es eine Tasche mit Präsenten und wir durften uns an einen reich gedeckten Frühstückstisch setzen. Auch die Wespen waren herzlich eingeladen, wie immer waren sie sehr gutmütig, hatten nur Interesse am Schinken und waren gar nicht lästig. Bis so eine Wespe aber mal fertig ist, sich eine Roulade aus einem belegten Brötchen herauszuschneiden, dauert es schon eine Weile - Slow Food für Insekten.




Andere betrieben Vogelstraußpolitik auf die süße Art und hockten kopfüber in den Birnen: 


Gastfreundlich für Menschen waren die eigens für das Bloggertreffen bedruckten Liegestühle:



Auch auf dem Rest des Geländes luden Sitzgelegenheiten ein, die eine prima Inspirationsquelle waren.










Die Distelfalter mussten sich erst noch aufwärmen, bevor es an den Schmetterlingsflieder ging. Volmary hatte sehr kompakte Sorten ausgestellt.



Aber natürlich hat es mir wieder mal eine Pflanze angetan, die man nicht so oft sieht: Die Litschi-Tomate (Solanum sisymbriifolium). Essbare Früchte, die man aber einer bis an die Zähne bewaffneten Pflanze entreißen muss. Überall hocken lange Stacheln, ob an den Blättern, am Stängel oder an den Früchten. Das Laub ist an vielen Stellen oben und unten bewehrt, sicher ist sicher.



Dafür hat dieses Nachtschattengewächs sehr große Blüten, um einiges imposanter als bei einer Kartoffel.



Vielleicht kann man dieses raumgreifende Früchtchen als wehrhafte Hecke einsetzen? Mit kurzer Hose sollte man sich allerdings nicht in die Nähe wagen.


Und noch jemand zeigte lebhaftes Interesse an der Litschi-Tomate: Der olle Kartoffelkäfer hatte schon seine gelben Eier an den Blättern platziert und keine Angst vor den Stacheln.


Zum Abschluss des schönen Tages wurde es noch kulinarisch, leider ohne das Stachelmonster probieren zu können, denn die Früchte waren noch nicht reif. Dafür gab es Pepino, Aronia, Tomaten, Passionsfrucht und für ganz Mutige auch frisch geriebene Wasabi-Wurzel zum Probieren.


Vielen Dank an Volmary für die Einladung und auch herzliche Grüße an die beiden Herren vom Vertrieb, die netterweise das Bahnhofs-Shuttle übernommen haben. Ich komme gerne wieder!


#gbt19

Samstag, 10. August 2019

Ab in die Kiste!

Was tun, wenn alle Beete schon zu voll sind für Sommerblumen? Da heißt es dann, die Pflanzen einfach aufzubocken und auf der Terrasse weiter zu gärtnern. Die Idee kam mir dazu, nachdem ich zwei Samentütchen voll mit Bienenpflanzen bekommen hatte, doch leider gibt es die Saat nie mit einem Instant-Quadratmeter Garten inklusive.

Auf dem Wochenmarkt entdeckte ich dann eine wunderschön bedruckte Obstkiste mit einem roten Flugzeug und blauem Schriftzug. Sollte die Reise dieser Transportbox etwa in der Bielefelder Müllverbrennungsanlage enden? Das kam ja wohl gar nicht in Frage, stattdessen fragte ich schnell den Besitzer des Marktstandes, ob er die Kiste noch bräuchte. Tat er nicht, ich durfte sie mitnehmen. Dazu noch eine kleinere Kiste als Untersetzer, damit Der Flieger keinen unschönen Abdruck auf der Terrasse hinterlässt - ein Minihochbeet auf Stelzen sollte das werden, das allerkleinste auf der Welt.




Für die Kisten ging es zwar nicht fliegend nach Hause, aber auf dem Fahrradgepäckträger dann doch wie im Flug.

Als erstes musste die große abgedichtet werden mit Folie, die lag sowieso gerade rum. Ich habe sie einfach nur reingelegt, ohne sie zu befestigen, die Erde hält sie schon aufrecht. Apropos Erde: Die ist aus den Tomatenkübeln vom letzten Jahr, schön mager also, wie Einjährige das gut vertragen.


Nun konnte endlich ausgesät werden - Sonnenblumen und die Bienenmischung, die keine Artenliste dabei hatte. Erkennen konnte man an der Form der Samen aber schon einmal Lein, Kornblume und Borretsch.





Wie sich das für diese Anfängerpflanzen gehört, keimten auch alle ganz fleißig. Obwohl sie aber in einer aufgebockten Kiste hockten, wurden sie als Schneckenfutter entdeckt. Weg waren alle Sonnenblumen und die Kornblumen. Zurück blieben nur die unbeliebten, wenig schmackhaften Arten: Lein und Borretsch. Naja, besser als nichts.



Und hier ist sie nun also endlich, die blühende Fliegerkiste:



Die Bienen besuchen den Borretsch, der sich in seinem hölzernen Heim ganz wohlzufühlen scheint.




Es lohnt sich also immer, auf dem Wochenmarkt nach kostenlosen Pflanzenwohnungen Ausschau zu halten!

Samstag, 3. August 2019

Hex, hex!

Manchmal steht man staunend vor einer wilden Pflanze und fragt sich, warum sie es nicht zur Gartenstaude geschafft hat? So eine ist das Gewöhnliche Hexenkraut (Circaea lutetiana), das man oft im Wald antrifft. Meistens sieht es da auch eher bescheiden aus, klein mit weißen, winzigen Blüten, damit kann man keinen Blumentopf gewinnen. 

Dabei kann es auch anders, wie ich kürzlich im botanischen Garten erleben durfte. Dort hatte es sich mit einem Blütenschleier gekonnt im Heidegarten über die Ericas geworfen. Ist ja nicht schlimm, die blühen ja gerade gar nicht, und so bekommt dieser nun völlig verhexte Gartenteil jetzt doch noch zu einem kleinen Rühmchen.






Auffällig waren an diesem Bestand die schönen rosafarbene statt weißen Blüten, die in der Masse einfach fabelhaft aussahen, ein wenig wie eine heimische Heuchera.


Die Samenkapseln sind klein und haarig, ein bisschen wie beim Kletten-Labkraut, aber viel zierlicher - das Hexenkraut ist eindeutig die Samtpfote unter den heimischen Pflanzen.


Schwebfliegen und Furchenbienen freuen sich sehr über diesen blühenden Hexenkessel.



Das Hexenkraut ist eine Staude, die Ausläufer treibt. Vielleicht ist es deswegen nicht in Gärten zu finden? Dabei kommt es als Waldpflanze ganz hervorragend mit Schatten zurecht, und wie der Fund im botanischen Garten zeigt, auch mit halbschattigen Lagen bei großer Trockenheit, denn ich glaube nicht, dass der Heidegarten bewässert wird.


Ich würde es gern einmal mit der kleinen Hexe versuchen, denn der nun völlig kahle Platz hinten im Garten, den der Bärlauch hinterlassen hat wie verbrannte Erde, wäre vielleicht ideal dafür. Wenn es sich aus Heidekraut empor zaubern kann, dann vielleicht auch aus drängelndem Bärlauch in dieser sommerlichen Problemzone?

Ein anderer Kandidat für die monotone Bärlauchsuppe hinten im Garten ist der Wald-Geißbart, den ich vor zwei Jahren selbst aus Samen gezogen habe. Nun steht er zwar schon woanders, aber das Geschlecht der Pflanzen an dieser Stelle ist zum Glück als divers zu bezeichnen: Männchen und Weibchen wachsen zusammen an einer Stelle, sodass mit Samenansatz zu rechnen ist bei dieser zweihäusigen Staude. Dieses Jahr Anfang Juni haben die Sämlinge schon geblüht, sehr zur Freude der Hummeln, Sandbienen und des Gefleckten Schmalbocks.

Sandbiene auf dem männlichen Geißbart beim Pollensammeln

Gefleckter Schmalbock auf dem weiblichen Geißbart beim Naschen von Nektar



Daher habe ich sicher bald genug Saatgut für eine neue Pflanze, damit die Leerstelle, die der Bärlauch nach dem Einziehen hinterlässt, endlich besetzt und verschönert werden kann.

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