Samstag, 13. August 2022

Farn unter Druck

/* Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Volmary, die das Gartenbloggertreffen organisiert haben. */

Pflanzen müssen schon einiges aushalten. Farne sind ja an sich fein raus, da sie von Schnecken eher verschmäht werden und auch nie so voller Läuse sind, dass es auffallen würde. In meinem Garten zumindest siedeln sich ständig neue Farne an, ohne dass ich mich um sie bemühen würde. Sie kommen freiwillig und bleiben auch. Beschweren tun sie sich selten, was bei einem so dreisten Partycrasher aber auch etwas anmaßend wäre.

Nun erfahren sie aber eine Bedrohung aus einer ganz unerwarteten Ecke, nämlich der künstlerischen. Am letzten Samstag fand wieder das Gartenbloggertreffen bei Volmary in Münster statt. Und diesmal gab es einen Floral-Druck-Workshop, bei dem ich mich mal als Künstlerin betätigt habe. Selfies habe ich dafür auch keine gemacht, keine Videos mit dem Handy gedreht und auch mit mir wollte keiner ein Selfie machen. Beim Floraldruck nimmt man Blätter, Stängel oder Blüten, bestreicht eine Glasscheibe mit Farbe, presst die Planze darauf (dazu ein Schmierblatt auflegen und mit einer Rolle oder dem Handballen fest darüber streichen) und legt sie mit der gefärbten Seite auf ein weißes Blatt Papier. Unter Druck - wieder mit Schmierblatt und Handballen - entsteht dann ein schönes Bild.

Ich habe mich für ein Farnblatt entschieden und erst einen etwas blassen, dann mit demselben Blatt noch einen zweiten, kräftigeren Druck hinbekommen. Man kann das Blatt ruhig mehrmals bepinseln, Farne sind wirklich äußert hart im Nehmen, selbst wenn sie für Kunst herhalten müssen. Zum Schluss kann man mit der eingefärbten Glasplatte noch einen Negativdruck machen, das ist das dunklere Bild.

Mir gefallen die Bilder ganz gut, was meint ihr? Fotos vom Werdegang habe ich leider keine gemacht, weil ich bald ziemlich mit Farbe beschmiert war und die Kamera nicht mehr anfassen wollte, obwohl sie sowieso schon schwarz ist.



Was gab es sonst beim Gartenbloggetreffen? Wieder gutes Essen und Getränke, und natürlich ein traumhaft bepflanztes Gelände, wo viele Anregungen für den eigenen Garten zu sehen waren.

Den ganz großen Auftritt hatten Europaletten, Flecht- und Stakenzäune nebst Hochbeeten.





 
Versteht sich Grünkohl gut mit Oca?





 
Die Zinnsoldaten:














Und: Diesmal gab es Hühner! Als diese das Wort Selfie gehört hatten, waren sie auch schon hinterm Stall verschwunden...



Meine Farne haben jetzt allerdings ein bisschen Angst bekommen, dass sie auch bald unter Druck geraten könnten...

Samstag, 6. August 2022

Stauden vom Acker machen

Sich vom Acker machen - das kennt man, aber Stauden vom Acker? Was soll das sein? Nun, in Bielefeld-Theesen kann man das auf einer Hoffläche ausprobieren: Dort wachsen Stauden einfach ohne Topf in der Erde, und wenn man sie kaufen möchte, bekommt man sie ausgegraben und kann sie mit nach Hause nehmen. So spart man den Plastiktopf komplett ein! Außerdem haben die Wurzeln der Pflanzen noch keinen Drehwurm vom langen Leben im Topf und werden besser anwachsen.









Natürlich sollte man daher einen Behälter mitbringen, der darf auch gern ohne Plastik sein, Hauptsache wiederverwendbar. Das geht auch im Fahrradkorb mit Zeitungspapier als Unterlage.



Hier findet ihr Informationen zur Wildblümerey

Damit die Insekten in jedem Fall möglichst viel vom plastikfreien Kauf haben, pflanzt Marion hauptsächlich heimische, in jedem Fall aber insektenfreundliche Stauden an. Und der hintere Bereich ist sogar ganz zum Austoben für Tier und Pflanze gedacht.




 

Überall finden sich Insektennisthilfen und -tränken, damit die Tiere auf den Acker gelockt werden und sich dort wohfühlen. Hinterm Zaun wurde ein Blühstreifen angelegt, an dem der Hauhechel-Bläuling schon Stammgast ist, denn er legt Eier am dort wachsenen Hornklee. Die Aussicht auf Bielefeld samt Sparrenburg gibt es gratis zum Besuch dazu.


 

Sogar der Schwalbenschwanz wurde schon gesichtet, er nutzt im benachbarten Gemüsefeld, das zur einer Solidarischen Landwirtschaft gehört, gern die Möhren zur Eiablage.

Im Sommer ist es zugegebenermaßen nicht einfach, sich voll blühende Stauden ausgraben zu lassen. Ein paar getopfte Pflanzen gibt es daher doch, außerdem eignet sich die großen Pflanzen, die man vor dem Pflanzen besser zurückschneiden sollte, noch zur Gewinnung von Schnittblumen für die Vase.


Was haltet ihr von diesem Komzept? Würdet ihr es nutzen?