Samstag, 21. November 2020

Tauziehen

Wilder Wein ist sehr gerissen. Er rankt nicht nur senkrecht hübsch an Wänden hoch und kaschiert, was er kaschieren kann.


 


Nein, er wächst auch mit langen Ranken heimlich, still und leise unter anderen Pflanzen dicht am Boden entlang, um fünf Meter weiter wieder in die Senkrechte zu gehen. Nicht dass er dann blühen würde, wenn er endlich Anschluss gefunden hat. Dieser Wein, der vom Nachbarn gepflanzt die Hecke des hinteren Grundstücks beklettert, spart sich das meist.

 


Hier hat er auch gleich noch die ganze Gartenhütte berankt - dem Sperber ist das wurscht, der hat gerade sein Abendessen gefangen:

 



Möchte man die kriechenden Triebe ausmerzen, ist jetzt im Herbst eine gute Gelegenheit, zur Rasterfahndung auszurufen und Strippen zu ziehen. Hat man einen verdächtig schnurgerade am Boden kriechenden braunen "Zweig" entdeckt, gilt es - am besten mit Handschuhen - daran zu ziehen, bis man auch das Ende in der Hand hält. Vorher für einen festen Stand sorgen, damit man nicht plötzlich hintenüber fällt, wenn der Strang reißt.

Das geht verhältnismäßig leicht, die Ranken geben irgendwann nach und reißen. Vorsicht nur, wenn abzusehen ist, dass der Trieb in einem Strauch mündet. Hierbei kann man schnell einen ganzen Ast mit herunter reißen. Beim Pfaffenhütchen, das besonders fragile Äste hat, passiert das schnell. Im Zweifel also den Wilden Wein erst einmal ohne rohe Gewalt verfolgen, um zu sehen, wo das alles hinführt.

Mit dem Ergebnis des Tauziehens muss man kurzen Prozess machen. Im Komposter ist der Ranke nicht zu trauen, vor allem, wenn sie schon Wurzeln gebildet hat. Wenn ich den Häcksler sowieso gerade zur Hand habe, lasse ich ihn die Triebe gleich mit verhackstücken. Wenn mir nach Basteln zumute ist, mache ich mir auch einfach einen Knoten, damit ich an den nächsten Termin zum Strippenziehen erinnert werde. In Nullkommanichts sind Kränze gewunden, die man überall hinhängen kann. So bodenlos geworden kann der Wilde Wein garantiert nicht mehr anwurzeln.


Ich staune auch immer, was ich beim Jäten so alles finde. Plötzlich habe ich 4 junge Herbst-Alpenveilchen, wo ursprünglich nur eines war. Auf die muss ich jetzt gut aufpassen, damit sie weder vom Efeu (dem anderen Wucherkandidaten) noch vom Wilden Wein überwachsen werden. 


 

Allerdings hat mich auch eine andere Pflanze gefunden. Nämlich der Große Odermennig, der sich bei solchen Jäteaktionen immer gern an mich ranschmeißt.

Das hier ist noch harmlos, da hocken die Samen nur an der Kleidung, aber wehe, sie kletten sich in die Haare... Hatte ich auch schon, das Rauspuhlen ist eine abendfüllende Beschäftigung.



 

Trotzdem bald wieder Tauziehen und dann wird das Rankenzeug wieder um den Finger gewickelt...

Samstag, 14. November 2020

Der Name der Knöteriche

In der letzten Gartenpraxis ging es um den Namen Knöterich, der doch so wenig schmeichelhaft klingt. Ob man ihn nicht lieber Bistortie nennen könnte, damit er attraktiver wird und dadurch eine weitere Verbreitung erfährt. In der Tat klingt der Name Knöterich eher nach einer Pflanzenkrankheit, die sich durch Kümmerwuchs und verknotete Triebe auszeichnet.

Auch die schönen, zahmen Sorten des Scharbockskrauts gingen auf Pflanzenmärkten erst weg wie geschnitten Brot, als sie kurzerhand in Zwergranunkeln umgetauft wurden.

Doch auch andere Pflanzen leiden unter doofen Namen, die dafür sorgen, dass niemand sie so recht im Garten haben will. Während andere sich überbieten mit königlichen und rühmlichen Namen, wie Ruhmeskrone, Wunderblume, Prachtkerze oder Goldlack, sind bescheidenere Pflanzen dem Namen nach die botanischen Aschenputtel geblieben. Hier meine Nominierungen für eine baldige Umbenennung:


  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum): Taubnessel klingt ja schon nicht nett. Das hört sich an, als wäre die Pflanze sensorisch etwas minderbemittelt, während alle anderen Pflanzen hören können, was der Gärtner ihnen sagt. Gefleckte Taubnessel klingt dann vollends unpoetisch, als hätte sie noch einen weiteren Makel, zum Beispiel die Masern. Auf Englisch wird es auch nicht besser, da heißt sie Spottet Dead-Nettle. Allerdings nennen die Engländer inoffiziell auch purple dragon. Ja, damit kann man doch arbeiten! Wie wäre es also mit Purpur-Drache?

 

  • Brauner Storchschnabel (Geranium phaeum): Braun ist im deutschen weder ein positiv belegter Begriff noch eine besonders schöne Farbe für eine Pflanze. Nichts, was einem ins Auge fallen würde, ist braun bei diesem Geranium! Auch hier kommen einem die Briten wieder zu Hilfe, dort heißt die Art dusky crane's-bill, mourning widow oder black widow - yesss, viel besser! Wie wäre es also mit Schwarzer Witwe?


 

  • Russel-Brandkraut (Phlomis russeliana): Klingt eher nach Brennnessel-Erfahrungen beim Berühren der Blätter oder nach akuter Waldbrandgefahr. Da die Art aus der Türkei stammt und dort in Haselnussgebüschen wächst, könnte man die Staude stattdessen Türkischen Salbei oder Haselnuss-Salbei nennen oder wegen der Anordnung der Blüten im Kreis rund um den Stängel auch Hummel-Karussel.


 

  • Kartoffelrose (Rosa rugosa): Sie bildet Hagebutten, keine Kartoffeln. Die sind zwar knollengroß, aber trotzdem wird der Name ihr nicht gerecht. Er kommt von der Form der Blätter, die an Kartoffellaub erinnern. Immerblühende Rose wäre eine bessere Bezeichnung, denn sie ist die einzige Wildrose, die immer weiter blüht.

 


  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans): Der vordere Namensteil deutet darauf hin, dass die Staude Ausläufer bildet, und der hintere ist auch nicht besser. Dabei ist der Günsel überaus attraktiv für Schmetterlinge und es gibt ihn mit wunderschönem violettem Laub. Warum also nicht als Vorschlag zur Güte wenigstens Kriechende Blaukerze als Namen?


 

  • Gilbweideriche (Lysimachia vulgaris und punctata): Ist der Gilb nicht der Schrecken einer jeden Gardine? Niemand möchte doch ernsthaft irgendwas etwas Vergilbtes in Haus oder Garten haben. Wenn schon, dann doch wenigstens Goldweiderich, denn das sind die Blüten: Goldgilb, äh: -gelb.


  • Chinesische Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides): Bleibt die mit dem Namen nicht wie Blei im Regal liegen? Warum heißt die überhaupt so? Das soll einerseits daher kommen, dass man früher dachte, die Pflanze würde gegen Bleivergiftungen helfen, laut anderen Quellen färbt der Wurzelsaft die Haut bleigrau, was eher ungesund aussieht. Kann man die Pflanze nicht einfach Blauwurz nennen wegen der blauen Blüten?

  • Witwenblume (Knautia): Was wie wir oben gesehen haben eher ein passender Name für den Braunen Storchschnabel wäre, trifft hier eine besonders lebensfrohe Blume nicht besonders gut. Wenn schon, dann doch bitte Lustige Witwe oder Schmetterlings-Rüsche.
 
  • Miesmäulchen (Chelone obliqua): Der Name kommt vom immerwährend schlechtgelaunten Gesicht der einzelnen Blüten. Zum Glück gibt es schon einen besseren Namen und ich muss mir keinen ausdenken: Schlangenkopf!
 

  • Bartnelke (Dianthus barbatus): Der Name hat doch wohl langsam einen Bart... Damit die schöne, einfach zu ziehende Nelke endlich mal von ihrem verstaubten Image runterkommt, braucht sie dringend einen neuen Rufnamen. Auf Englisch heißt sie Sweet William, was nicht so richtig weiterhilft. Nach europäischerm Votum, denn so befinden es einhellig die Italiener, Franzosen und Spanier, müsste sie Poetennelke heißen.

 
 
Fallen euch noch weitere Pflanzen ein, die mit einem schöneren Namen besser bedient wären?

Samstag, 7. November 2020

Plastikfrei-Pannen

Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, erscheint im Januar ein neues Buch von mir: "Plastikfrei gärtnern". Dafür wollte ich möglichst viele Disziplinen des Gärtnerns beleuchten und plastikfreie Alternativen finden.

 


Bei einer Sache bin ich aber noch nicht richtig weitergekommen. Das liegt nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Es hat aber nicht geklappt. Es gibt nämlich eine Technik zur Vermehrung von Gehölzen, die sich Abmoosen nennt. Jeder von euch hat sicher schon einmal beobachtet, dass Gehölze bei Bodenkontakt einzelner Äste an eben diesen neue Wurzeln schlagen. Das kann man sich zunutze machen und einen Ast zum Boden herunterbiegen, mit einem Metallhaken feststecken und abwarten. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, schneidet man den Ast ab, und schon hat man einen neuen Strauch. Diese Technik nennt sich Vermehrung durch Absenker und ist völlig plastikfrei möglich. Prima. 

Beim Abmoosen geschieht etwas ähnliches, aber in der Luft. Das eignet sich besonders für weniger gelenkige Gehölze, deren Äste nicht bis zum Boden reichen oder beim Versuch, sie zu verbiegen, abbrechen würden. Hierbei schneidet man einem Ast die Rinde ein und legt ein Steinchen oder etwas ähnliches in den Spalt, damit die aufgeschnittenen Teile nicht einfach wieder zusammenwachsen. Dann umwickelt man alles mit Moos - und zum Schluss mit einem Stück Folie, die wie ein Bonbon zusammengebunden wird, um die Feuchtigkeit im Moos zu halten. An der Wunde bilden sich Wurzeln, die ins Moos hineinwachsen. Aber hier kommt Plastik ins Spiel.


 

Dann bin ich auf die Idee gekommen, es einmal mit der kompostierbaren Holzfaserfolie zu probieren, mit der Schokolade eingewickelt ist. Als Versuchsobjekt musste die Kletterspindel herhalten. Von der brauche ich nämlich keinen Ableger, also wäre ich auch nicht enttäuscht, wenn der Versuch misslingt.

Also alles so gemacht wie beschrieben, nur ohne Plastik, und ein schönes Bonbon war fertig. Sah ein bisschen aus, als hätte der Strauch einen Verband angelegt bekommen.

 

Schon nach kurzer Zeit war klar, dass es so nicht funktionieren kann: Die Folie ist nicht wasserdicht und das Bonbon war bald saftlos. An der sonnenabgewandten Seite wurde die Folie auch bald löchrig. Das klappt vielleicht in einem regnerischen Sommer, aber sowas gibt es ja nicht mehr.



Versuch misslungen, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es mal probiert haben.  Zumindest ist so der Beweis erbracht, dass die Folie im Komposter auch wirklich verschwindet. Vielleicht geht es ja mit anderen kompostierbaren Folien, nämlich mit denen, die in meinem Komposter niemals verrotten und jedes Jahr wieder quietschvergnügt zutage treten. Das müsste man also noch mal ausprobieren. Bis dahin muss man wohl Plastikreste zum Abmoosen verwenden...

Samstag, 31. Oktober 2020

Gratistopf, Gratispflanzen

Was denken sich die Hausbauer eigentlich dabei, die Fensterbänke in Küche und Bad nur halb so tief zu machen wie die im Wohnzimmer? Als hätten sich Pflanzen dort gefälligst klein und unauffällig zu verhalten und sich schmale, kleine Töpfe anzuziehen, die auf diese Minifensterbänke passen. Wegen dieses Baumangels kann ich meinen neuen Übertopf nämlich nicht dort aufstellen, wo er thematisch am besten hinpassen würde: In die Küche.

Die geräumige Tomatendose in Gastronomiegröße habe ich aus der Pizzeria, wo die Behälter mit einer Kräuerfüllung aus Basilikum- oder Rosmarintöpfen als Tischdeko herhalten müssen. Ich habe einfach mal gefragt, ob ich so eine leere Dose bekommen kann, wenn in der Küche wieder eine angefallen ist. Und schon hatte ich so ein rotes Prachtstück in der Hand!

Gefüllt mit dem rustikalen Geldbaum sieht der neue Übertopf im Tomatendesign richtig schick aus. Zwar steht er nun nicht in der Küche, aber er kann direkt auf die Tomatenpflanzen auf der anderen Seite vom Wohnzimmerfenster schauen, die sich wiederum durch den Anblick der Konservendose hoffentlich richtig motiviert fühlen. Hier steht der Topf nämlich nur für's Foto auf dem Hocker:



Der Geldbaum selbst war auch gratis, ich habe ihn aus einem einzigen Blatt gezogen. Das war vor zehn Jahren:


Ein Ableger ist auch diese Dracaena surculosa, die ich als abgeschnittener Ast in der Arbeit beim Pflanzenschnitt der Büropflanzen retten konnte. Sie wächst deutlich schneller als der Geldbaum. Der Zweig hat in der Vase ganz leicht Wurzeln geschlagen und sich von selbst später verzweigt. Die Blätter sind sehr hübsch gefleckt, wie die pflanzengewordene Milchstraße:



Meine selbstgezogenen Kaffeepflanzen wachsen auch schon wieder reichlich auf der Fensterbank. Frische, ungeröstete Kaffeebohnen eignen sich zur Aussaat und schon hat man eine ganze Plantage beeinander.

Möchte man die Zwerge verschenken, eignen sich bunte Brötchentüten als Verpackung, vor allem, wenn man unsicher ist, welche Übertöpfe der beschenkte bevorzugt - eventuell hat er ja auch schon genug davon im Schrank. Diese Tüte ist besonders hübsch bedruckt.

Auch Crassula 'Hottentot' steht die Tüte gut. Diese kleine Pflanze kann man gut vermehren, indem man ihre Locken, äh, Zweige in Erde steckt.


Eigentlich war ich dazu übergegangen, beim Brötchenholen einen Stoffbeutel mitzunehmen, doch in Zeiten von Corona mag den trotz Vollwaschmittel und eidesstattlicher Erklärung, dass er frisch gewaschen ist, keiner mehr befüllen. Also doch wieder Brötchentüten aus Papier, immerhin weiter genutzt als temporärer Übertopf...


Habt ihr auch kostenlose Übertöpfe oder selbst gezogene Zimmerpflanzen zuhause, auf die ihr stolz seid?

Samstag, 24. Oktober 2020

Das Mulch-Mysterium

Seit ich meinen Walzenhäcksler habe, diesen gefährlichen Allesfresser unter den Gartengeräten, geht es mir und meinem Garten deutlich besser. Ich muss nicht mehr mühsam vornüber gebeugt die abgeschnittenen Äste mit der Schere vorkauen, um sie möglichst alle in die Biotonne zu bekommen, und dann in die Tonne steigen und auf dem Schnittgut waghalsig herum hüpfen, um es noch mehr zusammen zu quetschen, damit mehr reinpasst.

Jetzt kann ich die Äste einfach durch den Häcksler drücken und bekomme schön klein geschredderten Mulch gratis. Alles, was ich dem Garten nehme, erhält er postwendend zurück in Form von Gehacktem. Ich verteile das Schreddergut auf den Staudenbeeten und unter den Sträuchern, auch der Topf mit der Himbeere bekommt immer eine eigene Mulchdecke ab.

 

Das Pfaffenhütchen wurde nicht geschreddert, die Früchte haben die Vögel auf den Mulch geschmissen

 

Das hält die Feuchtigkeit im Boden und die Regenwürmer bei Laune. Diesen Sommer hatte ich wirklich den Eindruck, dass der Garten die Trockenheit länger ohne Gießen ausgehalten hat unter der Mulchschicht.


Auch finde ich immer wieder herrlich von weißem Pilzmyzel durchzogene Aststücke, kleine Hütchenpilze oder die Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon), die in einem winzigen Stückchen Holz aus meinem Mulch wohnt und  es zersetzt. Im Mulch findet die reinste Pilzparty statt.


Geweihförmige Holzkeule


Winzige Pilze auf einem Rosenblatt

Doch halt, war da nicht was? Beim Mulchen schwebt immer gleich das Schreckgespenst der Stickstofffixierung über dem grübelnden Gärtner. Droht wirklich eine Mangelernährung der Pflanzen durch das Mulchen, weil die zum Abbau der Holzhäcksel nötigen Mikroorganismen Stickstoff brauchen? Den bekommen sie jedenfalls nicht aus dem Mulch, der im Vergleich zu seinen holzigen Bestandteilen nur eine verschwindend geringe Menge Stickstoff enthält. Also entnehmen die kleinen Helfer ihn dem Boden. Nun haben wir den Salat: Solange die Mikroorganismen noch mit Holzknabbern beschäftigt sind, fehlt der Stickstoff den Gartenpflanzen. Und die werden uns das spüren lassen, indem sie gelblich und marode werden, so heißt es immer. Die Strafe folgt eben auf den Mulch, äh: Fuß.


Psst, unter dieser Mulchschicht schläft der Bärlauch

Manchmal macht der Häcksler Ketten aus den Ästen

Die Geweihförmige Holzkeule, dieses bizarre Wesen, ist also ein böser, kleiner Stickstoffräuber?

Soweit die Theorie der Stickstofffixierung. Als Abhilfe soll man einen Langzeitdünger, zum Beispiel Hornspäne, unter den Mulch schmeißen. Sie enthalten viel Stickstoff, allerdings wird der auch nicht sofort frei, die Hornspäne müssen ebenfalls erst gründlich verdaut werden.

Ein unlösbares Problem also und die Mulcherei schadet am Ende mehr als sie nutzt? Ich muss sagen, dass ich noch keinerlei Mangelernährung bei meinen Stauden und Sträuchern beobachtet habe. Im Gemüsebeet unter Starkzehrern wird das schon anders aussehen. Meine Waldstauden jedoch kennen sich aus mit einer dicken Laubschicht, die sich nur langsam zersetzt. Zum einen kommt Stickstoff teilweise auch über den Regen in den Boden (leider, muss man sagen, denn er reichert sich auf mageren Böden an, was in Naturschutzgebieten ein Problem ist), zum anderen werfe ich immer den gesamten Rasenschnitt auf die Beete. Und der zersetzt sich rasend schnell und liefert dabei eine gute Portion Stickstoff. Im Frühjahr bekommen alle Beete zusätzlich Kompost als Starthilfe.

Sämling vom Rauling, frisch gepflanzt und direkt gemulcht


Gefleckte Taubnessel mit Mulchschicht

Mulcht man über Jahre, ist der Stickstoffkredit auch irgendwann zurückgezahlt: Die alte Mulchschicht ist abgebaut und hat Humus und Stickstoff produziert, die neue kann nun schuldenfrei angegangen werden. Die Regenwürmer lieben außerdem mit belaubtem Astschnitt gemulchte Beete und tragen zusätzlich zu einem ausgeglichenen Nährstoffhaushalt bei. Ich glaube auch, dass die Gehölze die obere Schicht Mulch gar nicht kratzt, sie wurzeln längst in ganz anderen Sphären.

 

Wie sind eure Erfahrungen mit gehäckseltem Astschnitt auf den Staudenbeeten? Habt ihr eine Mangelernährung beobachtet?