Samstag, 19. Mai 2018

Kleingärten feingemacht (mit Verlosung)

Was habe ich mich früher gepflegt gelangweilt, wenn ich als Kind den ganzen Sonntag im Schrebergarten von Tante Anneliese und Onkel Otto verbringen musste. Das beste waren die Hollywoodschaukel, die Beeren, die man ungeniert vernaschen durfte, und der winzige Teich, der aus einer alten Duschwanne improvisiert war. Manchmal fand sich ein Frosch darin, das war der Höhepunkt des Sonntags. Das schlimmste war die düstere, mit Spinnweben dekorierte Toilette. Vor der habe ich mich richtig gegruselt - würde ich wieder eine dicke Spinne dort finden? Und ich musste leider sehr oft auf die Toilette, typisch Mädchen eben. Irgendwann hatte Onkel Otto den allerkleinsten Schwarzweiß-Fernseher der Welt aufgetrieben und mit in den Garten gebracht. Hurra, jetzt konnte ich dort meine Lieblingssendungen schauen, während die Erwachsenen langweiliges Zeug redeten. Der Tag im Kleingarten war gerettet!

Heute ziehen mich Schrebergärten geradezu magisch an. Wenn ich auf einem Spaziergang eine Kleingartenkolonie entdecke, muss ich zwanghaft den Eingang suchen und würde am liebsten jeden Garten einzeln anschauen. In der kalten Jahreszeit bleibt oft nur der Blick über den Zaun, denn dann sind viele Anlagen verschlossen, aber sonst findet man garantiert ein offenes Gartentor.

Die Lauben werden auch immer moderner, viele Kleingärtner wollen weg vom düsteren Look und rein zweckmäßiger Einrichtung. Manche Häuschen sehen elegant und gemütlich aus, wie im Urlaub am Meer.





Von diesen, mit Liebe eingerichteten Gärten mit Laube berichten Jana Henschel und Ulrike Schacht  (Fotos) in ihrem Buch "Garden Girls - 20 Frauen und ihr Traum von der eigenen Laube", erschienen im Callwey-Verlag:




Es erzählt Geschichten, wie die Frauen zu ihrem Garten kamen, wie sie renoviert und gepflanzt haben. Es gibt schöne Fotos von Garten und Laube - auch innen. Und man ist baff, wie gut so ein Haus aussehen kann, wenn man es mit Liebe einrichtet. Das ist höchst interessant zu sehen, denn eigentlich habe ich bis heute nur die Laube von Tante Anneliese und Onkel Otto von innen gesehen. Und die war eben düster.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die gezeigten Gärten auch wilde Ecken haben mit Blumenwiesen und Wildpflanzen. Auch schön: Es gibt Rezepte, Tipps und DIY-Anleitungen aus jedem Garten - es findet also viel Günstig Gärtnern statt im Buch! Eine Schrebergärtnerin im Buch kommt sogar aus Bielefeld!

Ich durfte Jana Henschel zu diesem gelungenen Buch befragen, hier ist das Interview:


Wenn unsere Eltern Läuse sehen, heißt es immer gleich: Da musst du spritzen! Ist die neue Generation der Gärtnerinnen deiner Erfahrung nach gelassener?
Deutlich gelassener. Und ehrlich gesagt: Sie tickt auch viel ökologischer! Bevor unsere Garden Girls die chemische Pflanzenschutzkeule rausholen, setzen Sie sich lieber in die Nesseln. Im wahrsten Sinne des Wortes! Sie setzen aus Brennesseln und Wasser eine Jauche an, lassen sie drei Wochen in der Sonne stehen, ertragen beim Umrühren tapfer, dass sie ganz schlimm stinkt, und sprühen das Zeug dann auf die befallenen Pflanzen. Der Geruch verjagt die stärkste Laus. Brennesseljache ist dazu auch noch ein super Dünger, weil sie dem Boden ganz viele Nährstoffe zurück gibt. Aber das brauche ich dir Pflanzenprofi ja nicht zu erzählen, du kennst dich ja viel besser aus. Auf alle Fälle habe ich mich unterwegs oft gefreut, wie sehr die jungen Schrebergärtnerinnen auf biologische Alternativen zum Spritzen setzen. Sie pflegen viel mehr die Einstellung: Wenn Unkraut wächst, ist das kein Beinbruch. Dann macht man eben Giersch-Pesto draus. Man geht viel lässiger mit Misserfolgen um. Weil der Schrebergarten keine zweite Arbeitsstelle ist, sondern mehr ein Ort zum Freuen und Ausprobieren.

Die im Buch gezeigten Lauben sehen so wohnlich aus und wirken wie ein Minihaus mit allem Drum und Dran - wenn auch mit Komposttoilette. Ist es mit dem Bundeskleingartengesetz vereinbar, eine Laube zum Wohnen herzurichten?
Ja, ist es - solange da nicht dauerhaft gewohnt wird. Wohlfühlen darf man sich schon. Auch gelegentliches Übernachten ist ja in den meisten Kleingartenanlagen erlaubt. Was mich viel mehr erstaunt hat, war die Tatsache, wie unterschiedlich in den Bundesländern das Thema Toilette und Wasser in der Laube ausgelegt wird. Wir haben in NRW Lauben gesehen, wo das Klo mit Wasserspülung ganz ordentlich an die Kanalisation angeschlossen war und es sogar eine Dusche gab. Sowas ist hier bei uns in Hamburg total verboten. Leider. Denn ich finde: Lieber einen ordentlichen Anschluss an die Kanalisation, als zig Kleingärtner, die im Zweifel ihre Komposttoilette falsch entsorgen. 
(Anmerkung dazu von Elke: Tante Anneliese und Onkel Otto hatten in NRW tatsächlich eine richtige Toilette!)

Was meinst du: Gibt es einen Trend zu mehr Natur, mehr Wildpflanzen im Schrebergarten? 
Ich habe schon das Gefühl. Bei unseren Schrebergärtnerinnen Marie und Nabila zum Beispiel haben wir wunderschöne Wildblumenwiesen gesehen - die reinste Augenweide. Bei Claudia in München war die Wiese nicht so akkurat gemäht und sah mit all dem Klee wunderschön aus. Nicht alles so akkurat machen, lieber Raum für Wildes schaffen und damit Lebensraum auch für Bienen und Schmetterlingen - das ist den Gärtnerinnen von heute viel wichtiger. Ein schöner Trend, oder?

Hast du schon selbst Ideen aus den besuchten Gärten umgesetzt? 
Wir haben aus jedem Garten so viele Ideen mitgenommen, ich komme gar nicht hinterher. Vor zwei Wochen habe ich mir erst mal ein zweites Hochbeet gebaut, weil ich Platz für Esthers blauen Kohlrabi haben wollte. Danach Obstkisten unter meine Kräutertöpfe gestellt, Trittsteine in die Beete gelegt - besser für die Pflanzen, und sie machen das Beet ja so viel hübscher. Im Frühjahr habe ich zum ersten Mal vorschriftsmäßig Komposterde auf die Beete gebracht und mir eine Profi-Gartenschere besorgt. Wurde Zeit nach vier Jahren. Jetzt sammele ich Aststücke, die ich wie Silvia in Farbe tauchen und zum Markieren der Saatstellen im Beet verwenden will. Als nächstes nähe ich die kleinen Sandsäckchen, mit denen man die Tischdecke beschweren kann - endlich mal eine moderne Alternative. Seit ich Ankas Laube gesehen habe, wird meine Deko drinnen nach Farben gebündelt. Gerade heute habe ich beschlossen, mir Jules Bienenhotel nachzubauen. Die kleinen Summer brauchen gerade in der Stadt unsere Hilfe. Und die Gemüsepfanne von Laura koche ich schon nach, seit wir da waren. Die ist einfach verdammt lecker. Unfassbar, was so ein bisschen Kurkuma mit Kräutern aus frischen Möhren, Zucchini und Konsorten noch mal rausholen kann....


Vielen Dank an Jana für das Inteview!

Zu guter Letzt darf ich auch ein Exemplar unter euch verlosen! Hinterlasst einfach bis zum 26. Mai 2018 einen Kommentar unter diesem Beitrag!

Samstag, 12. Mai 2018

Friedhofsgewächse

Es ist jedes Jahr dasselbe: Die Vergissmeinnicht haben die Tomatenkübel erobert und blühen sich die Seele aus dem Leib. Die Eisheiligen sind ihnen schnuppe, die Wohnlage an der Hauswand finden sie prima. Da ist guter Rat teuer, wenn die neue Generation Tomaten in die Töpfe einziehen soll. Die hübschen Hausbesetzer einfach kompostieren? Das geht ja nun wirklich nicht. Die Mauerbienen besuchen die Blüten so gern, dass man ihnen diese blaue Nahrungsquelle nicht wegnehmen will.


Wie gut, wenn man noch leere Tonschalen zur Hand hat. Die kann man kostenlos in den Entsorgungsbehältern auf dem Friedhof finden. Oft genug werden sie einfach weggeworfen, anstatt sie neu zu bepflanzen. Vielleicht kommen sie inklusive Grabgesteck daher und werden im Frühling unmodern. Egal, bei mir haben sie ein zweites Leben - ohne Friedhofsgwächse, dafür aber mit fröhlichen Vergissmeinnicht.
Ich habe sie einfach umgezogen, die neuen Tomaten können die alten Domizile wieder besiedeln und alle sind glücklich.


Die übrigen wohnen jetzt im Beet:


Auch dieser Tonblumenkasten stammt vom Friedhof und ließ sich auf dem Fahrradgepäckträger mitnehmen. Er ersetzt den kaputten, der über etliche Winter Risse bekommen hatte und altersschwach zerbröckelte. Die Erdbeeren fühlen sich wohl in ihm, trotz seines morbiden Werdegangs.


Weitere Recyclingstars sind die Kiefernzapfen aus dem Insektenhotel. Obwohl schon lange tot, entwickeln sie dennoch ein Eigenleben: Ziehen sich im nassen Zustand zusammen und öffnen sich bei Trockenheit wieder. Wenn man wissen möchte, ob es während einer Wochenendreise zuhause geregnet hat, stehen die Zapfen als umweltfreundliche Barometer bereit. Allerdings haben sie immer Verspätung und sind der Zeit ständig hinterher.


Im Null-Euro-Beet finden sich Pflanzenstecker aus alten Katzenfutterdosen und Bambusstäben. Die Namen sind mit Schlagbuchstaben gehämmert, die Löcher an den Ecken hat der Locher gestanzt - zwei davon gegenüber sorgen dafür, dass sich das Schild auf den Bambus fädeln lässt. Mit der Zickzackschere ist der Rand am Ende noch etwas adretter geworden.



Reine Deko ist diese Wellhornschnecke von der Nordsee. Daneben eine völlig kostenlose Knoblauchsrauke, die sich von selbst im Garten etabliert hat.


Und bald schließt sich der Kreis wieder: Die Vergissmeinnicht werden Samen produzieren, die sie wieder geschickt in den Tomatentöpfen platzieren werden. Dann ist es gut, im nächsten Jahr wieder eine geräumige Tonschale zur Hand zu haben.

Samstag, 5. Mai 2018

Bücher im Regen

Erst lecker Mittagessen bei den Eltern, dann Mutters Goldlack bewundern (es wächst dort schon wieder eine neue Pflanze, deren Blüten ins Rötliche gehen - so langsam brauche ich einen Acker für die Zucht) und vor dem Kuchen noch schnell in den Sauerlandpark hinüber laufen. So kann man sich einen Sonntag gefallen lassen.




Der Sauerlandpark, das ist mal die Landesgartenschau Hemer gewesen. Nun kostet das Gelände immer noch Eintritt, 5 Euro nämlich. Meine Eltern haben Dauerkarten, die vermutlich so heißen, weil es dauert, bis man damit durch die Eintrittsschleuse gelassen wird. Das Gelände hat sich in seinen Grundzügen kaum verändert. Bei der Himmelstreppe überwiegt mittlerweile der Nesselkönig (Lamium orvala, nächstes Bild), dafür ist der Wiesen-Kerbel 'Ravenswing' fast komplett verdrängt worden.







An diesem Sonntag im April war aber etwas anders. Überall lagen oder standen strategisch platziert weiße Papiertüten herum.

Manchmal sah es aus, als hätte eine Schulklasse ihre Unterrichtsmaterialien liegengelassen, um sie heimlich loszuwerden.

Was drin war? Gartenbücher! Antiquarische zwar, aber nicht minder interessant - und vor allem garantiert nicht mehr käuflich zu erwerben.

Am 23. April war nämlich Welttag des Buches gewesen und zu diesem Anlass wurden einige Bücher auf die Menschheit losgelassen, versteckt in einer Papiertüte. Dummerweise hatte es gerade einen kräftigen Regenschauer gegeben. Wie jeder weiß, verträgt sich Papier nicht so gut mit Nässe, und so waren auch die Tüten schon etwas nachgiebig geworden. Ein Anheben der Tasche führte dazu, dass das Buch einfach dort sitzenblieb, wo es gerade war - der Boden riss ein. Der Inhalt war noch halbwegs trocken geblieben.

Der Tag des Buches war nun schon einige Tage her und die verbliebenen Papiertüten vielleicht nur der Rest vom Fest mit nur noch Ladenhütern drin?

Es gab aber noch Highlights: Diesen Schmöker hier, "Naturnahe Gartengestaltung" von John Brookes, habe ich auf einer Bank aufgegriffen und somit vor dem weiteren Verfall gerettet. Die Papiertüte hatte schon die Segel gestrichen. Immerhin hat das Buch gerade 20-jähriges Jubiläum, da soll es doch besser nicht seinen allerletzten Geburtstag erleben müssen.



Auch ein Bleistift war dabei. Der ist neu und unbenutzt. Damit kann ich einen Gruß ins Buch schreiben, wenn ich es demnächst wieder freilasse. Also: "Naturnahe Gartengestaltung" demnächst in einem Bücherschrank in Ihrer Nähe!

Samstag, 28. April 2018

Lage, Lage, Lage

Plötzlich wuchs im Null-Euro-Beet vor dem Pflaumenbaum kein Rasen mehr. Na, was für ein Glück! Da kann man doch gleich mal was pflanzen. Damit es dort aber auch ganz schnell für Bienen und andere Insekten blüht, durfte ich mir netterweise bei Pflanzen Kölle Stauden aussuchen. Ich habe möglichst viele Bio-Pflanzen gewählt, und alle mussten bei Tieren beliebt sein. Auch sollten sie schön aussehen, damit die Akzeptanz des Beetes bei den Nachbarn steigt. Ich habe eher repräsentative Kandidaten ausgewählt, denn bei zu viel Wildwuchs findet man die Stauden gern mal unter Rasenschnitt begraben, weil sie für wertlos gehalten werden - da kam die Online-Shopping-Tour gerade recht.





Also gibt es jetzt ein neues kleines Beet vor dem Pflaumenbaum mit Gold-Garbe, panaschiertem Oregano, Großblütigem Ziest und Katzenminze. An anderer Stelle stehen noch Lavendel, Heiligen- und Curry-Kraut. Das Vergissmeinnicht wuchs schon dort.



Die Stauden machen alle einen guten Eindruck, der Versand war schnell. Wer den Shop auch ausprobieren möchte, kann einen 5€-Gutschein dafür einsetzen, ab 25€ Mindestbestellwert, Gutscheincode: guenstiggaertnern.
 
Die neuen Pflanzen sind trockenheitstolerant und fühlen sich im eher sandigen Boden bestimmt sehr wohl. Und der Standort ist für das Grünzeug genauso entscheidend wie für uns, denn was sind bei einer Immobilie die wichtigste drei Eigenschaften? Genau: Lage, Lage, Lage. Pflanzen interessieren sich noch brennender für dieses Thema, denn während wir unser Geld aufs Spiel setzen, geht es beim Grünzeug um Leben und Tod.

Ganz so dramatisch ist das bei der Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera) zwar nicht, aber auch sie scheint ganz bestimmte Vorstellungen von der besten Wohnlage zu haben.


In meinem Garten hat sie seit Jahren einen Platz vor dem dicken Buchsbaum, halbschattig bis schattig, je nach Konkurrenz durch die Zierläuche. Sie hält sich dort wacker, kommt immer wieder und beschwert sich nicht. Oder doch? Wenn man genau hinschaut, und das habe ich sehr kritisch getan, fällt auf, dass Madame dort nur Brutzwiebeln treibt, aber keine einzige Blüte. Und die Blüten sind das beste an der Zwiebel-Zahnwurz - findet auch der Aurorafalter, der Blüten und Schoten fressen möchte als Raupe, und bitte keine Brutzwiebeln.



Wo die winzigen braunen Ableger aber nun schon mal da waren, habe ich sie mal spaßeshalber umgezogen an andere Standorte. Unter anderem vor den Zierapfel habe ich die wahrscheinlich kleinste Blumenzwiebel der Welt gesteckt.


Ich könnte schwören, dass ich das letztes Jahr getan habe, allerdings macht die Größe der Pflanzen da misstrauisch. Vielleicht kommt es mir so vor, als wäre es gestern gewesen. Jedenfalls fällt Cardamine bulbifera unter dem Apfelbaum nun positiv auf: Sie hat Blüten und damit eine komplette Persönlichkeitsveränderung durchgemacht. Was ein Tapetenwechsel nicht alles hervorbringen kann! Möglicherweise mochte sie vorher aber auch ihre Nachbarn nicht und jetzt ist weit genug weg vom Pöbel (Zierlauch - pah, arrogantes Pack, total aufgeblasen!).

Vielleicht kommt jetzt auch der Aurorafalter zur Eiablage vorbei, das Einjährige Silberblatt steht nebenan und hat hoffentlich Signalwirkung?


Ein ganzer Raupenkindergarten wäre doch schön - der hat der Lage auch bisher gefehlt und macht sie garantiert noch begehrter!

Samstag, 21. April 2018

Luxusgeschöpf

Was habe ich mich doch letztes Jahr zurückgehalten beim Pflanzenkaufen, das war eiserne Selbstdisziplin. Vor lauter Tauschbörsen, selbstvermehrten und geschenkten Stauden kann man zwar nicht wirklich von Enthaltsamkeit sprechen, aber immerhin war das sehr sparsam. Passiert ist es aber letzten April in Holland dann doch. Da wollte ich unbedingt noch ein Souvenir haben. Naja, ursprünglich wollte ich eigentlich gar nicht, zumindest bis zu diesem Stand mit den Staudenraritäten war ich wunschlos glücklich.

Aber da habe ich dieses entzückende rosafarbene Etwas gesehen, das es so schnell nicht wieder zu kaufen geben würde. So wahnsinnig selten ist der Zwerg im Handel anzutreffen, dass die Gelegenheit einfach nach einem Spontankauf schrie.

Die Folge: Ich musste den Rest des Tages und die gesamte Rückreise mit dem Zug in Begleitung dieses Staudenschätzchens verbringen und gut drauf aufpassen. Das war schon ein bisschen unhandlich mitunter.


Wer dieses entzückende Luxusgeschöpf ist? Eine Rautenanemone (Anemonella thalictroides), ihres Zeichens Nordamerikanerin und Antwort auf unser Buschwindröschen. Aber eben in rosa und mit Blättern, die an Akeleien erinnern. Der Name Anemonella klingt ja auch schon so nett, wer könnte da widerstehen?

Letztes Jahr war sie auch zum Verlieben schön. Blühte ewig und wirkte trotz ihrer Zartheit ganz robust.


Aber was macht Frau Anemonella denn so im Winter? Von einer amerikanischen Waldstaude sollte man da ja nur Gutes erwarten dürfen, oder?

Stimmt zum Glück auch. Hier ist sie schon wieder, schoss wie ein Pilz aus dem Boden, entfaltete in großer Eile ihre rosa Blüten und gibt schon wieder die Prinzessin Lillifee.
 



Noch nie habe ich einen Spontankauf so wenig bereut!

Und was ist sonst so los im Garten? Die Süßkirsche blüht dieses Jahr überlappend mit den Äpfeln. Das ist wirklich selten.


Das Einjährige Silberblatt hat auch gerade angefangen, seine Knospen zu öffnen, und wächst zufällig mit einer farblich passenden Tulpe zusammen:



Dieser Frühling hat plötzlich den Turbo eingeschaltet. Von der Apfelblüte haben wir hoffentlich mehr als eine Woche...

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