Samstag, 19. September 2026

Berliner Staudenmarkt

Von Spandau nach Steglitz mit Bus und Bahn, von der Havel in den Botanischen Garten Berlin-Dahlem - eben fühlt man sich noch wie in einem italienischen Dorf am See, schon ist man mitten in der Stadt. Sowas funktioniert auf kleinstem Raum im Bundesland Berlin und wir hatten dort in einer Havel-Marina übernachtet, um am nächsten Tag zum Berliner Staudenmarkt in den Botanischen Garten zu gehen. Der lohnt sich ja immer, an so einem Wochenende ist man aber völlig überwältigt von der Vielfalt der Anbieter, sodass man gar nicht weiß, ob man die ortsansässigen Stauden oder die im Topf zuerst anschauen soll.



Letztere buhlten ziemlich um Aufmerksamkeit, denn sie wollten auch gern ihre Wurzeln in Erde ausstrecken. Manche Stände wirkten sogar so, als könnte man den ganzen Laden aufkaufen und hätte das perfekte Staudenbeet zusammen.





Hier können sich meine Herbst-Anemonen aber mal eine Scheibe von abschneiden, diese im Container sehen viel blühfreudiger aus. Aber Kunststück, Selbstvermarktung ist alles, sonst wird man nicht mitgenommen und kann mit den Wurzeln weiterhin im Topf Kreise drehen.

Dieser Stand hatte auch alte Email-Ware und Leitern dabei, ich konnte gar nicht genug von ihm bekommen:




Wink mit dem Zaunpfahl: Man kann Sempervivum auch in Siebe pflanzen und aufhängen, sofern sie schwindelfrei sind:


Es gab aber nicht nur Stauden auf dem Staudenmarkt, sondern auch Gehölze, Kakteen und Gemüse.

Ganz viel Kohl in verblüffend vielen Farben:

Und was Scharfes:




Quitten und Cranberries:


Diese Tomaten haben sich ihren Namen eintätowiert, denn sowas ist ja gerade in:




Bio-Blumenzwiebeln wurden als Set oder zum Selbst-Zusammenstellen in Kisten angeboten und hübsch nach Blühmonaten sortiert. Man merkt an dem Schild, dass De Warande aus Holland kommt:



Jede Wühlmaus würde hier gern wie Dagobert Duck im Geldspeicher ein Bad in Tulpenzwiebeln nehmen. Bad Meingarten bekommt für Nager hier eine ganz eigene Bedeutung:




Besonders angetan hatte es mir auch dieser Stand mit Wasserpflanzen, die ganz liebevoll arrangiert und ausgestellt waren:








Wer zu viele Pflanzen gekauft hatte, konnte sie an einem Stand abgeben und sie wurden im Bollerwagen zum Ausgang gefahren - ein Pflanzentaxi also.

Leider ist der nächste Berliner Staudenmarkt im Frühjahr nicht so gut zu erreichen, denn wegen einer Baustelle hinter Hannover braucht der ICE das ganze nächste Jahr 80 Minuten länger. Aber ein Bollerwagen hilft dann auch nicht.

Samstag, 12. September 2026

Tomaten mit Schalk im Nacken

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Letztes Jahr konnte ich keine Tomaten ernten, weil ich die Samen peinlicherweise nicht wiedergefunden habe. Und die im Juli an den Wegesrand gestellte Tomate, die zur Adoption bereitstand, hat am Ende keine einzige Frucht hervorgebracht. Das Desaster sollte sich dieses Jahr nicht wiederholen!

Im März habe ich wieder Tomaten ausgesät, diesmal die Lubera-Freilandtomate OpenSky 'Schlingel Filou', die so richtig was für faule Gärtner ist: Man muss sie nicht ausgeizen, man lässt sie einfach machen, dazu ist sie super robust. Die kleinen Früchte sind erst schwarz-grün, später schwarz-rot.

Ausgesät habe ich in Paper-Pots aus Zeitungspapier und die torffreie Kräuter- und Anzuchterde von Patzer. Da Keimlinge mit ihren zarten Wurzeln kein stark gedüngtes Substrat vertragen, ist es besser, spezielle, wenig ungedüngte Erde zu verwenden. Diese Variante ist locker und krümelig, die Tomatensämlinge mochten sie sehr.



Als sich die ersten richtigen Blätter gebildet haben, habe ich sie umgetopft in Patzer-"NATUR-Erde für Blumen und Pflanzen im Haus und Garten". Beim Umzug in die großen Kübel habe ich sie abgedeckt mit Patzer-"NATUR Mulch zum Abdecken von Pflanzflächen und Gemüsebeeten", alles torffrei.



Da der Beutel so groß war, habe ich auch noch sämtliche Beete damit abgestreut. Ich muss sagen, dass ich es den Stauden angesehen habe, sie wirkten deutlich vitaler, was natürlich auch mit dem Regen im April und Mai zusammenhängt. Aber die enthaltene Terra Preta hat sicher dazu beigetragen.

Und wie geht es den Tomaten? Sie haben gut und willig geblüht. Hier besucht ein unbeständiger Schmalhans die Blüte. Bestäuben wir die kleine Wanze sie eher nicht, dass überlässt sie den Profis.


Im August konnte ich die ersten Schlingel Filou ernten. Die Farbe ist wirklich fantastisch und das Laub sieht jetzt im Spätsommer noch richtig gut aus.




Leider hat sich eine Pflanze als Bodendecker betätigt und wollte in den Nachbarkübel auswandern. Überhaupt haben sich die Triebe in alle Richtungen ausgebreitet, was auch daran liegen mag, dass wegen der Hitze und Sonne ständig die Markise draußen war und sich die Pflanzen Richtung Sonne gestreckt haben. Aber ich hatte keine Lust, sie dreimal am Tag zu gießen, dann lieber gedämpftes Licht. Beim Versuch, den Ausreißer hochzubinden, ist ein Trieb gebrochen. Ich habe ihn sofort wieder fallengelassen wie eine heiße Kartoffel und er war zum Glück nur angeknackst. Bei ausreichend viel Wasser hat er überlebt und sogar Früchte hervorgebracht. Wirklich eine echte Kämpfernatur, diese Tomate!

Als es kühler wurde und man die Markise nicht mehr gebraucht hat, sind die Tomaten in der Farbe gleich viel intensiver geworden, richtig lila!




Und den Schalk im Nacken hat sie auch, die diese lustige Frucht hier links beweist:

Nächste Jahr probiere ich eine andere Sorte, damit die vielen weiteren Samentütchen auch zum Zuge kommen, aber diese kann ich wärmstens empfehlen. Die Erde auch. Danke an Patzer dafür!