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Samstag, 3. August 2024

Malven ohne Feuer?

Man muss die Samen feiern, wie sie fallen, und vor allem kann man sie säen, wie sie fallen. Kann man, muss man aber nicht. Sie würden auch im nächsten Jahr noch keimen, aber wenn eine Pflanze genau jetzt mit Samen um sich wirft, kann das bedeuten, dass sie auch jetzt schon startbereit ist und keimen möchte. Zweijährige Pflanzen fallen in diese Kategorie, zum Beispiel die Wilde Malve (Malva sylvestris). Die gehört zu den ganz Eifrigen. Die Samen reifen genau jetzt und man kann sie auch jetzt direkt säen. Das hat den Vorteil, dass sie im Herbst noch weiterwachsen und im Frühling schon richtig groß sind. Wer wie ich viele Zwiebelblumen und Bärlauch im Beet hat, braucht diesen Vorsprung, damit die Malvenkinder im Frühling nicht hoffnungslos untergehen.



Wenn die Samenkapseln braun werden, sind sie fällig. Oft löst sich der ganze Donut aus Samen ab. Es sind aber tatsächlich mehrere, die man auseinander nehmen kann. Ansonsten hätte man eine ringfömige Samenbombe, die zu viele Keimlinge auf einem Haufen versammeln würde - ein Ring, sie zu knechten, man kennt es ja.



Praktischerweise sind Malven auch relativ schneckenunempfindlich. Und sie keimen rasend schnell!

Diese Kleinen sind aus Samen gekeimt, die ich aus einem Beet in der Stadt mitgenommen habe, wo eine besonders große Wilde Malve wächst, die schon Stockrosenausmaße erreicht hat.

Was nur leider dieses Jahr auffällt: Es gibt kaum Feuerwanzen, die sich sonst ja immer sehr für Malvensamen interessieren. Wo sind sie? Malven ohne Feuer geht doch eigentlich nicht! Das macht mir schon ein wenig Sorgen. Andere Wanzen haben unter dem ständigen Sturm mit Starkregen gelitten. Massenweise hat es die Nymphen der Birkenwanzen vom Baum geweht, wo sie keine Nahrung finden, und meine kleinen Grünen Stinkwanzen waren nach einem Gewitter auch arg dezimiert. 


Beobachtet ihr das auch, dass die Feuerwanzen fehlen?

Donnerstag, 19. Juni 2014

Kolossaler Kompost

Manche Leute sagen, Dünger für Pflanzen wäre nichts als Doping. Und da leistungssteigernde Mittel bekanntermaßen so illegal wie unnötig sind, wird den armen grünen Mitbewohnern folglich jede Form von Nahrung vorenthalten. Nur von Luft und Wasser sollen sie sich ernähren, basta. Diese Aussage bezieht sich meist auf Zimmerpflanzen oder sonstige im Kübel wachsende Gewächse. Durch zuviel Nährstoffe soll das Grünzeug angeblich übermütig werden, viel zu schnell dem Gefäß entwachsen und ein Umtopfen nötig machen, was zugegebenermaßen abgrundtief lästig ist.

Die meisten Kübel- und Zimmerpflanzen aber kommen ohne Dünger nicht weit - ihnen ein bisschen unter die Blätter zu greifen ist also kein Doping, sondern lebensnotwendig. Dummerweise ähnelt die Zufuhr von Nährstoffen bei Gartenpflanzen und solchen, die ihren Kübel gerade erst bezogen haben, in etwa dem Einnehmen von manchen Medikamenten - man weiß nie, ob nicht auch ohne Hilfe am Ende alles gut gewesen wäre.

Dieses Jahr jedoch bekomme ich eine leise Ahnung, was Kompost mit den Pflanzen machen kann. Immerhin ist diesmal eine prächtige Portion Pferdemist auf der Zutatenliste!

Ein möglicher Beweis für die Wirkung des schwarzen Goldes: Die Fingerhüte benehmen sich komisch und wachsen diese Saison mehrtriebig. Ich könnte Stein und Bein schwören, dass die Stellen, an denen sie wachsen, diesmal mehr mit Kompost bedacht wurden.


Auch die im letzten Jahr gepflanzte Wilde Malve (Malva sylvestris subsp. mauritiana) hat genug abbekommen und nach einem mickrigen Start Zuwachsraten zu verzeichnen, die an Zauberei grenzen. Diese schöne Zweijährige hat Blätter von den Ausmaßen einer Stockrose und ist fast so groß wie ich. Dazu produziert sie Knospen in Massen, als hätte sie sich eine monatelange Blütezeit vorgenommen. War das nun der Kompost, der milde Winter oder ist die immer so riesig?


Meine Tomaten können die Temperaturen während der dunklen Jahreszeit jedenfalls nicht als Ausrede ins Feld führen. Bei ihnen ist der Düngeeffekt noch deutlicher zu sehen, zumindest wenn man die Elendsgestalten vom letzten Jahr noch bildlich vor Augen hat. Dieses Jahr habe ich meine Sämlinge (die gleichen Sorten wie immer: Golden Currant, Celsior, Fredi und Gelbe Cerise plus ein Neuzugang: Berner Rose) nicht nur mit nagelneuer Blumenerde in ihre Töpfe gesetzt, sondern ihnen extra einen Eimer Kompost abgezweigt, den ich gerecht auf die Tomatenkübel verteilt habe.



Das Ergebnis: Äußerst stämmige Kerlchen, die rasch gewachsen sind und kerngesund aussehen. Wenn da nicht der Kompost geholfen hat, was dann?

Man kann gar nicht oft genug sagen, wie wichtig so ein Kompostbehälter selbst im kleinsten Garten ist - der beste Dünger frei Haus und man weiß immer, was drin ist. Außerdem bekommt man Riesenmalven, die tatsächlich aussehen wie gedopt - fantastisch, oder?

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Zum Schluss noch ein Rästselbild aus meinem Garten mit Essensresten, die ich exakt so wie auf dem Bild arrangiert vorgefunden habe - was ist das und wer hat da gespeist? Die Auflösung gibt es demnächst auf diesem Sender.