Man muss die Samen feiern, wie sie fallen, und vor allem kann man sie säen, wie sie fallen. Kann man, muss man aber nicht. Sie würden auch im nächsten Jahr noch keimen, aber wenn eine Pflanze genau jetzt mit Samen um sich wirft, kann das bedeuten, dass sie auch jetzt schon startbereit ist und keimen möchte. Zweijährige Pflanzen fallen in diese Kategorie, zum Beispiel die Wilde Malve (Malva sylvestris). Die gehört zu den ganz Eifrigen. Die Samen reifen genau jetzt und man kann sie auch jetzt direkt säen. Das hat den Vorteil, dass sie im Herbst noch weiterwachsen und im Frühling schon richtig groß sind. Wer wie ich viele Zwiebelblumen und Bärlauch im Beet hat, braucht diesen Vorsprung, damit die Malvenkinder im Frühling nicht hoffnungslos untergehen.
Wenn die Samenkapseln braun werden, sind sie fällig. Oft löst sich der ganze Donut aus Samen ab. Es sind aber tatsächlich mehrere, die man auseinander nehmen kann. Ansonsten hätte man eine ringfömige Samenbombe, die zu viele Keimlinge auf einem Haufen versammeln würde - ein Ring, sie zu knechten, man kennt es ja.
Praktischerweise sind Malven auch relativ schneckenunempfindlich. Und sie keimen rasend schnell!
Diese Kleinen sind aus Samen gekeimt, die ich aus einem Beet in der Stadt mitgenommen habe, wo eine besonders große Wilde Malve wächst, die schon Stockrosenausmaße erreicht hat.
Was nur leider dieses Jahr auffällt: Es gibt kaum Feuerwanzen, die sich sonst ja immer sehr für Malvensamen interessieren. Wo sind sie? Malven ohne Feuer geht doch eigentlich nicht! Das macht mir schon ein wenig Sorgen. Andere Wanzen haben unter dem ständigen Sturm mit Starkregen gelitten. Massenweise hat es die Nymphen der Birkenwanzen vom Baum geweht, wo sie keine Nahrung finden, und meine kleinen Grünen Stinkwanzen waren nach einem Gewitter auch arg dezimiert.
Beobachtet ihr das auch, dass die Feuerwanzen fehlen?















