Mittwoch, 7. September 2011

Ich hatte einen Traum

Ich hatte einen Traum.
Nicht so einen Wünsch-dir-was-Tagtraum, sondern einen waschechten Während-du-schliefst-Cinemascope-Traum.
Bewohner von Kleinstwohnungen, auch zärtlich Wohnklo genannt, werden ihn vielleicht kennen: Im Traum findet man plötzlich beim Schrankaufräumen oder anderen Tätigkeiten eine bisher verborgen gebliebene Tür, die zu einem weiteren Raum führt, den man dann natürlich auch noch bewohnen darf.
Seit dem Umzug in ein Haus mit Garten habe ich diesen Traum nicht mehr. Stattdessen träume ich jetzt, dass ich in meinem Reihenhausgarten beim Efeu-Stutzen ein unentdecktes Gartentor freischneide, das zu einem weiteren Bereich führt, den ich mir gärtnerisch einverleiben darf.
Was für ein schöner Traum!

Es müsste auch nicht gleich ein neuer Gartenraum sein vom Ausmaß des wahrscheinlich größten Obst-, Gemüse- und Blumengartens der Welt: Der Insel Reichenau.

Dieses unglaubliche Eiland im klimatisch begünstigten Bodensee bietet Gemüse und Weinberge bis zum Horizont, dazu Blumen im Überfluss.


Glücklicherweise kostet weder die Insel an sich Eintritt, noch die kleinen Kirch- und Klostergärten.



Überall wird frisches Gemüse zum Verkauf angeboten, auch richtig günstig von Privatleuten gegen nur eine kleine Spende.

Auf den Feldern kann man viel lernern, etwa, dass Braunfäule bei Tomaten auch vor Profis nicht halt macht. Oder dass die kubischen Wurzelballen von Salatsetzlingen gar nicht richtig eingegraben, sondern einfach nur auf die Erde gestellt werden. Salat will flattern!

Besonders sehenswert ist der Wahlafrid-Strabo-Garten, der auf der Reichenau zwischen 842 und 849 Abt war. Herr Strabo, unter anderem Dichter, wird bis heute gerne zitiert. So unsterblich möchte wohl jeder gern sein.

Der Garten zeigt auch heute noch Heil- und Gewürzkräuter zwischen Klostermauern.




Auch die Blumen kommen nicht zu kurz.
Ganz besonders fasziniert hat mich die scheinbar wildwachsende Wiese gegenüber dem Kräutergarten.
Nur vereinzelte Cosmea- oder Mädchenauge-Blüten deuten daraufhin, dass die hauptsächlich aus Gräsern und Natternkopf bestehende Fläche gärtnerisch bearbeitet wurde:



Jetzt möchte ich eigentlich für immer dort bleiben.
Ich hatte einen Traum...

Kommentare:

  1. Hallo Elke,
    ich würde Dir ja gern mein 'Beet der vergessenen Gemüse' abgeben, zu dem ich mich in diesem Jahr bisher nur 1x im Frühjahr durchgearbeitet habe. Es war mal als kleine Gemüseanbaufläche für unsere Haus-Mitbewohnerin angelegt. Doch sie verlor schnell das Interesse daran, als klar wurde, dass ein Gemüsegarten wirklich mehr Pflege erfordert und so ein kleiner Balkonkasten mit angeschlossenem Gründach ihr doch schon genug Arbeit macht ...
    Aber diese Traumtür zum versteckten Garten ist ja wohl leider für Dich zu weit weg!
    LG Silke

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Elke
    Aber was würde dann Dein Gärtchen ohne Dich machen...? Naja, es würde wohl träumen, dass Du zurück kommst.
    Schön war Dein Ausflug an den Bodensee. Auf der Reichenau war ich noch gar nie.... hmm, wäre aber wirklich mal einen Ausflug wert, wie ich sehen.
    Liebe Grüsse
    Alex

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Elke,
    die Blumenwiese ist sicher ein Paradies für Wildbienen, Hummeln und Insekten! Die haben auch einen Traum erfüllt bekommen. Und sieht auch noch so verwunschen duftig aus.
    Ach - so ein großer Garten, da könnte frau sich so richtig austoben....
    Viele Grüße und danke für die tollen Bilder! Das macht schon wieder Lust auf Gartenreise.
    Renate

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Elke,
    oh, diese Suche nach dem Kämmerlein, ob Zimmer oder Gärtchen kenne ich nur zu gut! Ich weiß aber, sollte ich es finden, werde ich bald auch dieses zugepflanzt haben und wieder neu auf die Suche gehen, undsoweiterundsoweiter. Beruhigend, dass wir alle etwas besessen sind, oder?
    Liebe Grüße
    Dagmar

    AntwortenLöschen
  5. Hallo,
    bei der Besichtigung meiner jetzigen Wohnung ging ich hinein und dachte. Wow, ist das eine hübsche Dachwohnung, aber du wolltest dich doch vergrößern, so von Studentenwohnheim auf eigene Wohnung.
    Tja und dann entdeckte ich eine kleine Tür, am Ende der Wohnung. Sie war abgeschrägt, so dass man nur leicht gebückt hindurchkommt und dahinter fand ich den "Abstellraum".
    Man könnte, wenn man handwerklich geschickt ist, sogar ein Doppelbett hineinbauen. Ich hab nur ein Einzelbett und so ging es ohne Probleme hinein und ich hab noch Platz für eine Truhe und einen ans Bett geschraubten Nachttisch. Allerdings dachte ich mir damals,ist es ein ungeheizter Raum, mit einem winzig kleinen Fenster, rohen Wänden und an einer Wand konnte man die sanitären und sonstigen Rohre bewundern.
    Trotzdessen schloss ich fast sofort den Mietvertrag ab. Als ich 2 Wochen später einzog, hatte mein Vermieter die Wände der "Abstellkammer" mit Holz vertäfelt, ein normales Dachfenster eingebaut und die Wand mit den Rohren sollte ebenfalls eine Holzwand erhalten. Hat sie auch kurze Zeit später.
    Besser geht es nicht!
    Ich lebe in diesem kleinen Traum seit drei Jahren.
    Gruß Irene

    AntwortenLöschen
  6. Hi du,

    wir waren kürzlich auch am Bodensee und auch sehr beeindruckt von der Natur und Landschaft dort. Es ist wunderschön und oft auch in den Städten so schon "blumenbunt" ;)

    Deine Bilder sind sehr schön, am Besten gefällt mir das mit den Sonnenblumen und dem Gebäude im Hintergrund. Toll.

    In meinem Garten konnte ich bislang zwar noch keine versteckte Tür aber immerhin einen bis dato unsichtbaren Weg und kürzlich einen Sandsteintrog finden ;)

    Ich glaube fest daran, dass Wunder geschehen. Manchmal muss man einfach abwarten und sich überraschen lassen ;)

    Denn irgendetwas will dir dieser Traum ja sagen, gerade wenn er wiederkehrend ist.

    LG Sandra

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Elke
    Ein wunderschöner Post! Danke, dass Du uns auf diesen herrlichen Ausflug mitgenommen hast. Vor einigen Jahren war ich auch auf der Insel Reichenau. Ein Ausflug dorthin würde sich ganz bestimmt wieder einmal lohnen!
    Eine wunderschöne Restwoche wünscht Dir Yvonne

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Elke,
    danke für die Mitnahme in deinen wunderschönen Traum. Ich war dort noch nicht und das muss ich unbedingt nachholen. Ganz tolle Fotos und Beschreibungen!
    Schönen Tag noch und liebe Grüße.
    Dorothea

    AntwortenLöschen
  9. Hallo Elke,
    danke für deinen Rundgang über die Insel Reichenau. Ich war noch nicht da, ich scheine was verpasst zu haben. Ansonsten scheinen wir alle diesen Traum zu haben. Nach jeder Sendung aus dem Hessischen Fernsehen "Hessens schönste Gärten" haben wir uns immer gefragt, wie würdest du mit zwei- bis dreitausend Quadratmeter Garten umgehen? Dann sehe ich unsere 800 qm an und weiß es reicht, träume nicht weiter. VG Manfred

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Elke,
    tolle Impressionen aus Deinem Traum. Ich war mal zu einer Tagung in einem Kloster in Bayern. Die Unterkünfte waren entsprechende Klosterzimmer, alles sehr urig. Aber der Klostergarten war ein Traum, sowas tolles. Die Speisen waren auch alle aus dem Eigenanbau, an die Kräutersuppe kann ich mich heute noch erinnern.
    Naja mir reichen im Moment meine knapp 420qm voll aus. Das Unkraut darf nicht so sehr beachtet werden.
    Lg

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Elke! Das sind ja tolle Fotos. In meiner Schulzeit verbrachten wir mal eine Nacht in einem Kloster als so genannten Einkehrtag - das war tolles Erlebnis. Allerdings war es damals Winter und es gab kein eigenes Obst und Gemüse.

    lg kathrin

    AntwortenLöschen
  12. Darf ich Dir noch eine Gartenfläche zur Verfüung stellen, nur ist erst noch Quecke zu jäten, Gisch und viel andere schöne hartnäckige Wildkräuterund Gehölze wie Ahorn, Brombeeren, Eichen...
    Ich träume auch von einer duftigen Blumenwiese ab noch schreckt mich das , siehe oben ab...
    Und dann nehme ich doch liebe den Rasenmäher und mähe es ab, aber wenn ich die Zeit und die Gesundheit hätte, ware mein Garten auch so reich bewachsen,wie auf der Reichenau.
    Frauke

    AntwortenLöschen
  13. Hallo Elke.
    Solche Klostergärten haben ja einen besonderen Reiz.Schöne Fotos auch das Kürbissfeld ist schön anzusehen.
    Liebe Elke du und dein Garten ihr beide seit doch so zusammengewachsen.Und deinen Pflänzchen haben es ausgesprochen gut bei dir.
    Ich träume zur Zeit von Reisen ich könnte ewig verreisen was wir früher nicht konnten wegen der Kinder.Jetzt wo wir unabhängig sind nutzen es aus.
    Schönen Abend und liebe GRüße Jana

    AntwortenLöschen
  14. Oh was bin ich gierig;-) Ich habe sowohl den Schrank- als auch den Gartentürtraum...
    Deine Bilder sind wunderschön!
    Liebe Grüße, Margit

    AntwortenLöschen
  15. Danke für die tollen Bilder - zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst einmal als Kind auf der Reichenau war, dabei esse ich regelmäßig Gemüse von dort - der Hofladen meines Vertrauens kauft dort zusätzliches Gemüse ein. Die Wildblumenfelder sind gigantisch! Lg Carmen

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Elke, das sieht ja sehr beeindruckend aus. Schöne Bilder, wer weiß ob ich je dort hinkommen werde. Die Kürbisse schreien nach Verarbeitung zu feinster Kürbissuppe und ich bekomm gleich Hunger... Hinter diesem Garten Eden verstecken sich sicher viele fleißigen Hände. Was könnte man nicht alles anstellen mit einer größeren "Scholle"... Den Wunsch nach mehr Fläche hat wohl jeder Gärtner, egal ob nun 200 oder 2000 qm. Es warten ja noch so viele begehrenswerte Pflanzen auf ihre Verwendung...
    Ein schöner Traum, behalt ihn dir und schau so lange den Film " Der geheime Garten" da gibt s so eine Tür;-) Liebe Grüße Annette

    AntwortenLöschen
  17. Schöne Fotos - eine Erinnerung an den Sommer!
    LG
    Sabine

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...