Sonntag, 21. Dezember 2014

Schwarz-weiße Weihnachten

Keine weißen Weihnachten in Sicht? Das ist im Westen nichts Neues oder Ungewohntes, da muss man dann einfach durch, wenn auch ganz unromantisch. Wenn der Winter nicht will, machen wir uns die Weihnachtswelt, wie sie uns gefällt. Statt schwarz zu sehen, wird mein Weihnachten diesmal schwarz-weiß - ein Farbschema, das meine Katze sowieso schon seit Jahren verfolgt. Auch einige gern gesehen Gartenvögel machen da mit, wie diese Tannenmeise:



Als ersten Akt habe ich mir weiße Walnüsse gepinselt. Vor dem Anmalen kommt allerdings das fachgerechte Zerlegen, das nicht in allzu vielen Kleinteilen enden sollte, denn dann wird der Zusammenbau der entleerten Hülle ein abendfüllendes Puzzlespiel und das Aufräumen der Küche nicht minder unterhaltsam. Man sollte daher Walnüsse sehr gerne essen oder einen äußerst kooperativen Nussknacker haben. Meiner hat eher die Hau-drauf-Mentalität, so dass ich nach der ersten Runde nur vier intakte Hälften erbeutet hatte.

Die habe ich dann mit weißer Acrylfarbe angemalt und trocknen gelassen. Als Kontrast haben die Hälften noch eine schwarze Zeichnung bekommen, die ich frei Hand und frei Schnauze auf die Nussschale gepinselt habe.


Ist auch die Verzierung getrocknet, kann man die Hälften zusammenleimen, nicht ohne vorher die Enden einer Schnur hinein gesteckt zu haben. Fertig ist der Christbaumschmuck ganz ohne Glitter, aber mit Stil.


Für ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk folgt nun der zweite Akt, nämlich eine von mir professionell leer gegessene Mandarinenkiste. Sie soll stilvoll gute Gaben für Gartenfreunde präsentieren, kann aber auch ganz eigennützig die eigenen Gartenutensilien aufnehmen.

Als erstes muss alles nicht-hölzerne von der Kiste entfernt werden. Der Kleber, mit dem die Papp-Banderole angebracht wurde, kann ziemlichen Ärger machen, bis er endlich mit Hilfe eines spitzen Messers heruntergebrochen wurde.

Dann bekommt das Holz eine weiße Weste verpasst. Während das Ganze gut trocknet, kann man sich an das Herstellen einer Schablone machen für die Beschriftung. Ich habe die Kundenzeitschrift einer großen deutschen Drogeriemarktkette genommen und das Wort "verde" auf der Titelseite mit einem Cutter ausgeschnitten. Die Es und das D sind lästige Lettern, denn man muss ihnen Brücken bauen, damit der Innenraum der Buchstaben eine weiße Fläche bleibt.

Anschließend habe ich die fertige Schablone mit Tesafilm auf das Holz geklebt und mit schwarzer Farbe ausgemalt. Dabei kann allerhand schiefgehen, wenn die Farbe zu dünnflüssig ist, also gut umrühren, damit nichts unter das Papier läuft und den Schriftzug bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

So sieht das dann aus:


Für die Gartenvögel gibt es zum Abschluss noch schwarz-weiße Sonnenblumenkerne, um im Thema zu bleiben.

Wer bis hier hin durchgehalten hat mit lesen, dem wünsche ich die allerschönsten Weihnachten, gerne auch in Farbe.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Der Bock als Gärtner

Die allseits bekannte Redewendung "Den Bock zum Gärtner machen" lässt an den gärtnerischen Fähigkeiten von Böcken im Allgemeinen und Besonderen kein gutes Haar. Welche Art Gehörnter nun genau gemeint ist, darüber schweigt sich das Sprichwort aber lieber aus - ob Rehbock, Schafskerl oder Ziegenmann?

Sicher ist nur - wenn einer was verbockt, dann wohl er und das gründlich. Weshalb tunlichst vermieden wird, dem Sündenbock irgendwelche Tätigkeiten im Garten aufzutragen. Höchstens in der fachgerechten Entbuschung schützenswerter Landschaften wird den Böcken und ihren Frauen Arbeit in den Mund gelegt - Biotoppflege durch Aufessen.



Der Ruf des Bocks ist also meist nicht so gut. Völlig zu unrecht, wie ich unlängst in freier Wildbahn feststellen konnte. Es ist nämlich nicht alles schlecht am Bock, in manchen Dingen ist er sogar richtig gut und kann dem Gärtner enorm viel Handarbeit ersparen.

Sowohl im Nationalpark Kellerwald am hessischen Edersee als auch am Fuße der Zugspitze in Bayern fand ich folgende Formbissbuchen vor, die sicherlich nicht der Förster so geformt hat. Hier zum Vergleich einmal normaler Buchenjungspunt und ein vom Bock geformter.

Die perfekte Kegelform, durch stetes Verbeißen der leckeren Jungtriebe. Besser kann es der Gärtner auch nicht. Welcher Bock das nun genau war, ob Reh, Rotwild oder Damhirsch, das konnte ich nicht ergründen, dafür fehlen mir die forensischen Techniken.

Ob der Förster sich über diese Buchen freut? Die Vögel im Wald finden die dichte Behausung vielleicht ganz nützlich.

Also, hier meine kostengünstige Idee für Baumschulgärtner: Einfach Buchensetzlinge in das nächstgelegene Wildgehege pflanzen und mal schauen, ob auch diese perfekten Formen dabei herausgeknabbert werden. Wenn ja, hat der Gärtner viel Geld und Arbeit gespart, die Scheren wurden geschont, und der Bock ist um ein paar Leckerbissen reicher. In einer großangelegten Studie könnte herausgefunden werden, welcher Bock denn nun genau der beste Gärtner ist. Hoffentlich ist es einer der in Gehegen gut vertretenen (also am besten kein Reh).

Später sollten besonders talentierte Böcke auch an andere Formen herangeführt werden - vielleicht lassen sich sogar Säulen oder Kugeln zurechtbeißen?

Ich nehme auch keine Tantiemen für diese revolutionäre Idee.

So! Nun wurde der Ruf der Böcke ein wenig rehabilitiert. Für weitere Fundmeldungen von verbockten Buchen wäre ich sehr dankbar!

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Damit der Artikel hier noch ein bisschen bunter und weihnachtlicher wird (ich habe nämlich kein Foto vom männlichen Rentier gefunden), zeige ich noch, was ich bei der lieben Urte gewonnen habe: Schöne Geschirrtücher, ihre selbstgemachten Seifen und Postkarten von ihren wunderbaren Rosen-Aquarellen. Danke für die gelungene Überraschung!


Sonntag, 7. Dezember 2014

Fotowettbewerb "Günstig Gärtnern" 2014 - Die Gewinner

Da habt ihr's mir wirklich ganz schön schwer gemacht, die Gewinner auszusuchen. Aber ich hab's ja so gewollt. Eigentlich hätte ich gut und gern noch mehr Preise vergeben müssen, so toll waren eure Ideen! Es gab palettenweise gute und günstige Dinge zu sehen, einige orangefarbene Pfundskerle, bunte Sitzgelegenheiten und kreative Pflanzgefäße. Bei so einer Auswahl an Einfällen zur Schonung des Gartengeldbeutels kann ich meinen Blog eigentlich gleich dichtmachen, denn ihr könnt offensichtlich viel besser mit der Säge umgehen als ich. 

Drei Teilnehmer am Fotowettbewerb dürfen sich nun über ein Buch als Belohnung freuen:

Das Buch "Genial gärtnern mit Strohballen" geht an Heike, die nicht nur ein selbstgebautes Regal aus Palettenholz von ihrem Mann bekommen hat, sondern auch ein Händchen für Natur-Deko hat:


Das Buch "Mein Garten deckt den Tisch" bekommt Margit, weil ihr Garten für die Vögel tatsächlich den Tisch deckt, sogar überdacht - mit dem Deckel eines alten Weck-Topfes. Der Topf ohne Unterleib sorgt ganz professionell dafür, dass Vogelfutter und Vogel nicht nass werden. Die bessere Hälfte vom alten Topf hat sie bepflanzt und mit einem hübschen Metallbanner "Garten" geschmückt:


Das Buch "Blumengärtnern" gewinnt Gabi aus Zülpich, denn ihre selbstgebauten Pfade aus alten Kacheln sind einfach wegweisend. Noch dazu ist ihr blumiger Garten ganz nach meinem Geschmack. Das Runde in der Mitte ist übrigens der Standfuß eines großen Kübels, dem der Frost den Boden ausgeschlagen hat:


Ida hat gleich eine ganze Anleitung mitgeschickt, wie schwindelfreie Sempervivum-Pflanzen zu einem Sitzplatz kommen. Weitere Stauden dürfen in großer Höhe in alten Suppenkellen wachsen.



Xenia zeigt renovierte Biergartenstühle in Blau zum Entspannen unter Weinreben - geradezu paradiesische Zustände in der Großstadt. Sie schreibt dazu: "Sie sind nicht etwa vom Flohmarkt, sondern wurden seit Studentenzeiten von mir höchstselbst shabby gesessen.":



Bei der Seifenfrau gibt es Kürbisse in Reih und Glied zu einem tollen Postkartenmotiv zusammengetragen. Der Hokkaido mit dem einnehmenden Wesen hatte sich selbst ausgesät und den Kompost unter seine Kontrolle gebracht:



.. ebenso wie bei Constanze, die einen originellen Topf dazu präsentiert:



Frauke zeigt eine Bank aus alten Paletten, die nicht nur hübsch aussieht, sondern auch gern bei der Stachelbeerernte behilflich ist:


Sandra aus Lautertal zeigt uns originelle Pflanzgefäße, die echte Antiquitäten sind und von Sammelleidenschaft zeugen:


Doris hat Stiefel und Schuhe bunt bepflanzt, damit sie nach all den Fußtritten noch ein schönes zweites Leben haben:
 

Weitere Ideen gibt es im steinigen Garten und im Waldgarten.

Ich möchte mich bei allen Teilnehmern ganz herzlich bedanken und wünsche den Gewinnern viel Spaß beim Lesen!

Sonntag, 30. November 2014

Bis einer heult

Wie kann man nur einerseits so zimperlich und andererseits so waghalsig sein? Ich wieder - wollte nach jahrelangem Herumgeeiere doch endlich mal die Bauernhortensie rausmachen, weil sie soviel Platz wegnimmt, nach strengen Wintern nicht blüht und in handelsüblichen Sommern immer vertrocknet. Außerdem wird sie von Insekten kaum angenommen, man kann nicht gut drin brüten und auch Früchte bekommen die Vögel nicht.


Ein weiteres Argument war der selbst ausgesäte Blasenstrauch in Warteschleife, dem ich keinen zweiten Winter im Topf zumuten konnte, der sah sowieso so schwindsüchtig aus. Und das Gehölz wiederum ist bei Blattschneiderbienen sehr beliebt und sie bei mir.

Also ran an den Spaten und mich vor der armen Hortensie aufgebaut. Ich musste tief Luft holen, sonst hätte ich den ersten Todesstoß nicht anbringen können. Ich befördere nicht unbedingt gerne eine Pflanze in die ewigen Kompostgründe, sofern es sich nicht gerade um Giersch handelt. Fast wäre ich unverrichteter Dinge wieder ins Haus gegangen, so zimperlich bin ich nämlich. Um mich warm zu machen, habe ich erst noch schnell die Rosenzweige aus dem Luftraum geschnitten, damit sie mir beim Graben nicht ins Gesicht schlagen können.

Nun kam der große Moment des Angriffs - auf sie mit Gebrüll! Zunächst stand es jedoch 1:0 für die Hortensie, der Spaten richtete nämlich lächerlich wenig aus an ihrem 15 Jahre alten Wurzelgeflecht. Aber wenn ich erst mal angefangen habe, bin ich wie eine Bulldogge. Jetzt erst recht, das wäre doch gelacht!

Beim Hauen und Stechen mit dem Spatenblatt ging es dann auch bis aufs Blut - die Rose hinter mir war irgendwie immer zur Stelle, wenn es darum ging, mir unvermittelt eins zu verpassen - die hat sich als große Beschützerin der Hortensie aufgespielt. Als ich mir beim Hebeln fast die Pulsadern an einem Rosenstachel aufgeschnitten hätte und der Spatenstiel aus heiterem Himmel einen großen Blutfleck zeigte, kam mir die plötzliche Einsicht, dass Handschuhe genau für solche Zwecke erfunden wurden. Zu spät, jetzt konnten es kaum noch mehr Kratzer werden.


Ein letztes Mal geruckelt und ich hatte die Hortensie in der Hand. Mittlerweile sah meine Frisur aus wie nach Wochen in der Wildnis und meine Kleidung konnte demnächst kollektiv in die Wäsche.

Egal, jetzt war kein Platz für Eitelkeiten - also noch schnell das Astwerk zerkleinert und schleunigst aus den Augen und aus dem Sinn geschafft, um der Reue zuvorzukommen. Dann konnte endlich feierlich der Blasenstrauch gepflanzt werden, ganz unblutig zur Abwechslung. Und wehe, der Kerl weiß meinen körperlichen Einsatz nicht zu schätzen, dann sind wir geschiedene Leute, soviel steht mal fest!

Ich hoffe, dass er irgendwann in ferner Zukunft einmal so aussehen wird:


(Die Durchwachsene Silphie - ein Bild weiter oben rechts - steht jetzt übrigens leichtsinnigerweise neben dem Blasenstrauch - mal schauen, wie sich das auswächst...)
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Zur Erinnerung: Fotowettbewerb bis 6.12.

Samstag, 22. November 2014

Die Vögel

Dieses Jahr sind die Vögel in meinem Garten komisch. So früh wie sonst nie sind die Hagebutten von Rosa multiflora komplett weg-schnabuliert worden. Sogar der aus Versehen abgeschnittenen Ast, der als Deko auf der Terrasse endete, ist nun seines Schmuckwerts einigermaßen beraubt. Auch die Zieräpfel vom 'Golden Hornet', den sie sonst äußerst widerwillig erst nach kapitalem Frost in Angriff nehmen, werden dieses Mal schon seit Oktober kollektiv bearbeitet. Bis zu fünf Amseln gleichzeitig, je nach Sozialneid, hocken im Baum und picken sich gegenseitig die Früchte weg. Der Vogel mit dem goldenen Schnabel frisst die goldenen Äpfelchen, so soll es sein.


Das Brutgeschäft wurde im Sommer ähnlich ambitioniert unter Amsel-Fittiche genommen: Mein winziger Stadtgarten hatte dieses Jahr gleich zwei Nester gleichzeitig - eins hinten im Wald-Geißblatt, das andere gegenüber auf der anderen Gartengrenze in der Rosa multiflora. Die bei soviel Nähe unvermeidlichen Hahnenkämpfe fanden daher bevorzugt mitten im Garten statt, wo ordentlich Federn gelassen wurden.

Dass die Aufzucht von Jungvögeln nichts für Zartbesaitete ist, konnte ich vor wenigen Wochen feststellen. An einem schönen Oktobermorgen gab es plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall, dicht gefolgt von ordentlich Geschepper. Instinktiv habe ich zuerst im Badezimmer nachgeschaut, wo ich die Fensterbank seltsam leer vorfand. Kein Wunder, Blumentöpfe und eine der zur Deko umgerüsteten Grappaflaschen lagen ja auch alle in einem wilden Haufen in der Badewanne. Mein heißgeliebter Crassula 'Hottentott' hatte sich bei seinem unfreiwilligen Purzelbaum sämtliche oberen Triebe abgebrochen und somit viel von seinem Rasta-Locken-Charme eingebüßt.

Nachdem ich die Bescherung beseitigt hatte, fiel mir beim Blick nach oben erst der riesige Fettfleck in Taubenform an der Scheibe auf. Und richtig - auf dem Dach unterhalb vom Fenster hockte eine gerade flügge gewordene Ringeltaube und sah ziemlich angeschlagen aus. Um das Tier nicht noch weiter zu strapazieren, habe ich auf das Anfertigen von Bilddokumenten, und seien sie noch so diskret, verzichtet. Zum Glück erholte sich der Pechvogel und wurde zum zweiten Mal flügge, denn der Spatz in der Hand ist in jedem Fall besser als eine tote Taube auf dem Dach.

Bei dem Sturz vom Fensterbrett war auch der Verschluss der Grappa-Flasche zerbrochen - der Korkanteil war vom Holzstöpsel getrennt worden. Toll, dachte ich, dann schneid ich den Rest auch noch ab und nehm das Ding als Pflanzenstecker. Einfach einen Holzstab in den Kork gerammt und das Holz oben beschriftet - fertig.

So sieht das dann aus:

Dank der Kamikaze-Taube habe ich endlich eine sinnvolle Verwendung für die vielen gesammelten Korken mit Holzdeckel. Danach bin ich erst einmal Fensterputzen gegangen.

Und so bin ich jetzt für's Erste bedient und brauche keine weiteren gefiederten Selbstmordversuche an der Fensterscheibe. Dann schau ich lieber den Amseln beim fachgerechten Zerlegen der Zieräpfel zu...
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Zur Erinnerung: Fotowettbewerb bis 6.12.

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