Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die purpurnen Flüsse

Es gibt Gemüse, das kennen viele nur als Fertigprodukt. Rote Bete zum Beispiel ist so eines. Wer hat sie nicht schon einmal aus dem Glas konsumiert oder als farbgebendes Element im Heringssalat mitgegessen, ohne diese Zutat groß zu beachten? Denn wenn sie eines kann, dann Farbe bekennen. Rot bis lila wird das Essen dann. Aber ansonsten scheint sie zur bloßen Beilage degradiert zu sein, darf höchst selten die Hauptrolle auf dem Teller spielen.

Dabei hat sie Besseres verdient. Sie schmeckt frisch aus dem Garten nicht nur viel besser als in Essig eingelegt aus dem Glas, sondern ist auch optisch eine echte Bereicherung für Beete und Kübel.



Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass die Rote Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris) das schönste Gemüse auf der ganzen Welt ist und unbedingt ins Blumenbeet gepflanzt werden sollte! Das meine ich durchaus ernst, denn die rote Farbe wartet nicht nur unterirdisch, sondern pflanzt sich bis in die wunderschönen großen Blätter fort! Ein solches Kontrastprogramm im Laub mit der Grundfarbe Grün und fantastisch roten Blattadern bietet wahrlich nicht jedes Gemüse. Mangold kann da noch mithalten, wenn man eine der bunten Züchtungen erwischt. Das ist aber auch kein Wunder, schließlich gehören beide Farbspieler der gleichen Art an, denn auch Mangold nennt sich Beta vulgaris subsp. vulgaris - der Züchtungsschwerpunkt war hier nur ein anderer.

Obwohl man die Rote Bete wohl nicht auf prächtiges Laub hin selektiert hat, kann sie es trotzdem, einfach so.

Selbst die Keimlinge veranstalten schon eine große Show und sind wunderbar anzuschauen. Man kann die Blätter auch jung in den Salat werfen. Sie schmecken ein bisschen erdig und schon unverkennbar nach der Rübe. Aber so eine frühe Ernte bringt uns natürlich um selbige, also habe ich das nur mal ausprobiert, als ein Hagelschauer junge Blätter abgeknickt hatte.



Die Bete ist aber bei all ihren Dekorationsqualitäten keine Diva, sondern nicht allzu schwierig im Anbau. Die Samen keimen im April leicht und zuverlässig. Man sollte aber ein Auge auf Schnecken haben. Äußerst praktisch ist, dass sie auch im Halbschatten wächst. Nur genug Wasser möchte sie bitte haben, für die großen Blätter.

Ich habe sie dieses Jahr im großen Kübel auf der Terrasse angebaut, zusammen mit Zuckerschoten als Nachbarn. Die Sorte Robuschka habe ich dafür ausgewählt, denn kugelige Sorten eignen sich besser für Töpfe als lange.



Die eigene Anzucht aus Samen ist nicht nur günstig und einfach, sondern auch ästhetisch kein Problem - dass der Topf keine bunten Blumen enthält, stört überhaupt nicht, dafür sorgt die Rote Bete schon mit ihrer Effekthascherei, und das zuverlässig die ganze Saison lang.

Essen kann man sie schließlich auch noch - und jetzt darf man die kleinen Rüben ernten.

Leider hat es nur eine meiner Pflanzen zu marktfähiger Größe geschafft. Die nächstkleineren waren schon sehr schwierig zu schälen, die restlichen hatten erst gar keine Kugel ausgebildet.


Köstlich waren sie, keine Frage. Das nächste Mal werde ich allerdings darauf achten, sie besser auszudünnen. Obwohl die Amseln beim Vereinzeln tatkräftig mitgeholfen haben und viele Pflänzchen samt Erde für den Nestbau verwendeten, standen sie wohl immer noch zu dicht.

Das Gute an Roter Bete aber ist: Wenn es mit dem Anbau doch nicht so gut klappt, erntet man einfach die Blätter und nennt sie Mini-Mangold!

Verschwendet war der Terrassenplatz jedoch auf gar keinen Fall - das schönste Gemüse der Welt war schließlich den ganzen Sommer über ein einziger Augenschmaus!

Kommentare:

  1. Viel gelernt! Wir sagen " Randen" zur roten Bete. Roh mag ich sie sehr, gekocht noch lieber :) Dass sie mit Mangold verwandt ist, ist mir neu.....
    Danke!
    Herzlichst
    yase

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  2. So is es, jawohl! Du erinnerst mich gerade wieder daran, dass ich das Rezept des Rote Bete Kuchens (salzig nicht süss) hervorholen sollte. Mjamm... einfach lecker.
    En liebe Gruess
    Alex

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  3. Hallo Elke,
    wirklich attraktiv ist sie ja,da muss ich dir recht geben, aber leider mag ich sie nicht so gerne. Ich finde sie gehört in die gleiche Gruppe wie Rhabarber, Ingwer oder Sellerie, entweder man liebt diese Gemüse oder man hasst sie. Wobei ich z. B. Rhabarber sehr gerne mag!! :)
    Ganz liebe Grüße
    Dagmar

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  4. Da kann ich nur sagen: ab und mal im Osten Europas Urlaub machen! Da gibt es köstliche Gerichte mit Roter Bete. Und auch auf der Hurtigrutenfahrt in Norwegen gab es Rote Bete als Salat, der dreimal besser schmeckte als wir ihn hier in Deutschland kennen. Ich koche ab und an damit russischen Borschtsch (ich hoffe, das schreibt sich so). Schön, dass du das Gemüse im Blog vorstellst.
    LG - Elke

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  5. Rote Bete hat uns in diesem Jahr gefehlt. Da wir mit der Aussaat nicht so viel Glück hatten, haben wir auf Setzlinge gehofft, aber im Gartencenter gab es alles, außer Roter Bete. Dafür hatten wir den bunten Mangold. Und du hast Recht, er ist ebenfalls eine Wucht. Ich glaube, ich hätte niemals so viel Mangold gegessen, wenn ich ihn nicht im Garten gezogen hätte. Im nächsten Jahr versuche ich es erneut mit der Roten Bete. Vielleicht sollte ich es auch mal mit der Aussaat im Topf probieren.
    LG
    Ute

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  6. Vielleicht komme ich jetzt doch noch auf den Geschmack....manche Leute pflanzen so hübsches Gemüse mit Absicht in die Blumenbeete. Und das Ungeziefer findet sie dort nicht, weil es im Gemüsebeet wohnt.

    Einen schönen Feiertag
    LG Sigrun

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  7. Ich Krieg sie nicht runter, aber die Pflanze hat genau meine Farben. Deshalb hatvsie bei mir nur eine Chance als Topfpflanze.....;-)
    LG
    Astrid

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  8. hmmmm ich liebe Rote Bete! Tolle Bilder hast du davon gemacht!

    zu Heidelbeeren - ich verwende schon lange keinen Torf mehr (ups schon seeeeehr lange nicht mehr, wenn ich genau nachdenke). Das Erdenwerk bei uns stellt saures Substrat aus Lehm und Sand her. Die genaue Zusammensetzung ist geheim. Ich vermute Quarzsand, Lehm und physiologisch saurer Dünger. Jedenfalls funktioniert das sehr gut mit Rhododenren, Azaleen und Heidelbeeren.
    Frag doch mal bei Erdenwerken ein bischen rum - unseres heißt Süderde. Evtl. bringst Du die Leute ja auf eine Geschäftsidee, falls sie dieses Substrat noch nicht herstellen.
    Infos zu Süderde gibt es auch im Internet.
    Torf braucht man heute wirklich nicht mehr verwenden.
    Viele Grüße von Renate

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  9. Tolle Fotos, tolle Motivation, tolle Idee!!! Ich mag die Roten Rüben (wie wir in Österreich sagen) in jeder Variation und ja, du hast recht: Sie ist eine Hübsche :-)
    liebe Grüße
    Elisabeth

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  10. Nee nee, das schönste Gemüse ist Mangold - ganz bunt! Frag meinen Gatten!
    Ich nehme Rote Beete frisch immer für Bortscht, das essen wir unheimlich gern.

    Sigrun

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  11. Was für eine Lobeshymne auf die Randen ... so heissen die nämlich bei uns. Und du hast recht, die Blätter sind tatsächlich eine Augendweide ... schade, hab ich das Gemüse nicht wirklich gerne, ob es mir wohl zu rot ist?
    Liebe Grüsse
    Ida

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  12. Dem ist nichts hinzuzufügen,,,,ich bin auch ein Rote Bete Fan...und probiere jedes Jahr neue Sorten. Meine Ergebnisse sind allerdings ähnlich wie deine, und das obwohl ich dieses Jahr gut verzogen habe...mal eine große, daneben wieder eine kleine.Mein Lieblingsrezept ist ein Salat mit einer Knoblauchvinaigrette und viel frischem Peffer. Oberlecker!
    LG
    Sisah

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  13. ich liebe rote bete, aber auch in gelb und weiss ist sie lecker:) aber wenn man sie mehr als zierde fuers blumenbeet will, sollte man mal "bulls blood" testen - (sie ist natuerlich trotzdem essbar!), weil die naemlich rote blaetter hat! siehe google images - kann man sehr schoen mit gruen kombinieren. im uebrigen bekommt man in england saatgut auch zum keimen, nicht jedermanns geschmack, aber ich mags...
    und wieso sind kleine schlecht zu schaelen? ich werf alle mit schale ins kochwasser, wie pellkartoffeln, danach kurz kalt abschrecken und schon kann man die schale ganz leicht abziehen....
    jetzt krieg ich hunger:)

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  14. Ich finde rote Bete auch sehr schön und hab sie tatsächlich erst für Mangold gehalten, bis ich die kleinen Knollen entdeckt habe. Früher mochte ich rote Bete gar nicht, ich kannte sie schließlich auch nur aus dem Glas. Seit ich sie selber im Garten habe, weiss ich sie erst zu schätzen. Sie sind auch je kleiner desto besser denke ich. Ich finde sie auch roh geraspelt als Salat sehr gut. Oder gekocht dünn aufgeschnitten, wie Carpaccio mit Essig, Öl und Lauchzwiebeln. Oder mit Meerettich-Eier-Sahne gratiniert....

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  15. Hallo Elke,
    ich liebe Rote Beete und habe sie auch im Garten, sowohl im Topf als auch im Beet. Dieses Jahr wachsen sie im Topf nicht so gut wie im Beet, ob es daran liegt, dass ich dort eine längliche Sorte habe? Vielleicht habe ich sie auch zu wenig ausgedünnt und sie behindern sich gegenseitig. Aus dem Beet konnte ich letztens eine ernten, die sage und schreibe über 600 g wog, aber trotzdem war sie noch butterzart! Köstlich! Leider schmecken sie aber auch den Schnecken, zwei schöne Kugeln haben sie zur Tropfsteinhöhle ausgefressen...;-)

    Meistens mache ich einen Salat aus Roter Beete, mit Himbeeressig, Olivenöl, Salz, Pfeffer, etwas Gemüsebrühe, Zwiebeln und Schafskäse. Sehr lecker!

    Liebe Grüße, Bärbel

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  16. Beautiful photos of the beetroot!
    Greetings, RW & SK

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  17. Amsel is a blackbird? How strange, that they would take the entire plant for nest building.

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    1. Das war eher ein Versehen - wenn sie Nester bauen, verwenden sie auch feuchte Erde (gerne auch die vergammelten Blätter aus der Dachrinne). Dabei haben sie meine Keimlinge durcheinander gebracht.

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  18. Tolle Fotos! Ich bin erstaunt, wie ähnlich die Blätter dem Roten Mangold sind.

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  19. Warum nicht, liebe Elke! Das ist ähnlich wie mit dem Mangold

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2013/07/mangold-in-der-blumen-rabatte.html

    Ich mag Rote Bete gern essen, nur meine Family mag sie leider überhaupt nicht. Und ich habe wirklich alles versucht! ;-)

    Ja, die Blätter ähneln dem Mangold in der Tat.

    Liebe Wochenendgrüße
    Sara

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  20. Liebe Elke,
    im ersten Moment dachte ich tatsächlich an Mangold :-)
    Also wegen der nahen Verwandschaft zu roter Beete ist Mangold so schön.
    Ich erfreue mich schon den ganzen Sommer an ihm.
    Da habe ich wohl nächstes Jahr zwischen meinen Rosen auch noch
    rote Beete stehen - weils so hübsch ist ;-)))
    Ganz viele liebe Grüße
    sendet dir Urte

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  21. Wunderschöne Bilder. Ich habe seit Jahren farbigen Mangold. An verschiedenen Stellen im Garten samt er sich immer wieder aus und ich freue mich über die bunten Schönheiten im Garten.

    Lieben Gruß Cordula

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  22. Hallo liebe Elke,
    deinen Blog habe ich durch deinen Post bei Urte kennen gelernt und mich auch gleich als deine neue Leserin eingetragen.
    Ich freue mich, dass du Rosen genau so liebst wie ich.
    Nun zu deinem Post.Zur Zeit bin ich leider krank und da hat mir meine liebe Nachbarin einen selbstgemachten Rote Bete Salat gebracht und der hat wie immer von ihr super lecker gemacht.
    Du hast mir jetzt wirklich Lust gemacht, auch mal welche im Garten anzupflanzen.
    So jetzt werde ich mich bei dir noch ein wenig umsehen.
    Ich wünsche dir einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Tilla

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