Ein Buch, in dem immer die Sonne scheint, ob in Deutschland, der Schweiz, in Österreich, Kalifornien oder auf Mallorca: Der prächtige Bildband "Gärten des Jahres", Ausgabe 2026, aus dem Callwey-Verlag überwältigt mit seiner Fülle an ausnehmend schönen Gärten, die im besten Licht fotografiert wurden. Autorinnen sind Susanne Wiborg und Konstanze Neubauer.
Der Preis für Gartengestaltung für die schönsten Privatgärten wird jedes Jahr von einer fachkundigen Jury vergeben und auf sage und schreibe 336 Buchseiten vorgestellt. Das ist kein Werk, das man in einem Rutsch durchliest, es fesselt an den Liegestuhl und das nicht nur wegen seines schieren Gewichts! Man möchte in jeden Garten eintauchen, etwas von seiner Entstehung, der Gestaltung und den Ideen dahinter wissen. Ein Buch wie eine Landesgartenschau zum Mitnehmen, aber mit echten, bewohnten Gärten.
Oft kommen schöne Geschichten zu Tage, etwa von alten Bäumen, die eben nicht gefällt, sondern in die neue Gestaltung einbezogen wurden. Dieser Respekt vor altehrwürdigen Gehölzen ist mir beim Lesen sehr oft begegnet und ich hoffe, dies ist ein Trend in der Gartengestaltung - preiswürdig scheint das auf jeden Fall zu sein!
Der Gewinnergarten, von Daniel Berg entworfen, punktet gleich mit einer herrlichen Aussicht auf einen See und mit einer Felslandschaft, die schon immer so gewesen zu sein scheint, aber eigens mit dem Helikopter eingeflogen wurde. In diesem Garten möchte man sofort Urlaub machen - und mir kommen gleich große Ideen, wie ich mit Hubschrauberunterstützung und dem entsprechenden Finanzpolster aus meinem aus anderen Gründen völlig unzugänglichen Reihenmittelhausgarten doch noch ein sichtgeschütztes Refugium mit Senkgarten hätte machen können...
Es ist also auch ein Buch, das Sehnsüchte weckt - was wäre alles möglich, wenn man einen Profi engagiert? Oder in der Schweiz wohnen würde? Nicht nur der erste Preis ist sehenswert, die meisten Gartenportraits haben mir sehr gut gefallen, denn es sind auch sehr viele Naturgärten und welche mit vielen bunten Staudenbeeten darunter. Insektenfreundlichkeit und Trockenheitstoleranz scheinen genauso im Trend zu sein wie die Erhaltung bestehender Gehölze. Der Wunsch nach Sichtschutz und Privatsphäre ist allgegenwärtig. Sogar überhitzte Dachterrassen Marke Präsentierteller wurden zu grünen Rückzugsorten gestaltet – und plötzlich stellt man nicht mehr nur den Wäscheständer raus und geht lieber wieder rein...










