Samstag, 28. November 2015

Pflanzen unter Druck (mit Verlosung)

Früher war alles besser. Und aus Holz. Meine Pflanzenpresse zum Beispiel, mit der ich damals sämtliche Herbstblätter geplättet habe, die bei drei vom Baum waren. Das war, nachdem ich allzu viele dicke Wälzer im elterlichen Bücherregal als Laub-Entsafter missbraucht und mit grünen bis braunen Flecken verziert hatte. Das kam komischerweise gar nicht gut an. Der hölzernen Presse waren solche Saftmale ziemlich egal und außerdem konnte sie viel mehr Druck aufbauen.




Warum ich damals kein ernsthaftes Herbar angelegt habe, weiß ich auch nicht mehr. Botanik-interessiert war ich eigentlich, und habe dank des wilden Truppenübungsplatzes in der Nähe sogar fantastische Pflanzen wie Tausendgüldenkraut, Dornige Hauhechel und Zahntrost gefunden. Die weißblühende Pflanze im Bild ist Graukresse:



Aber ohne Saft und Kraft verewigt und beschriftet wurden sie nie, dabei ist ein Herbarium eine ebenso preiswerte wie lehrreiche Angelegenheit. Was man selbst entdeckt, gepresst, eingeklebt und katalogisiert hat, das bleibt hängen. Das geht auch mit Gartenpflanzen und das Einkleben und Beschriften ist gerade im Winter eine schöne Erinnerung an den Sommer.

Vor ein paar Wochen ist eine Hommage ans Herbarium erschienen - ein Prachtband für Pflanzenfreunde:

Mein Herbarium

Kräuterschätze und die Lust des Sammelns
Mit Illustrationen von Birgit Lang
39,00


Quadriga-Verlag
Hardcover, 144 Seiten

Das Besondere: Es sind die Etiketten des Herbariums von Christel Herrich abgebildet, das sie in den 50er Jahren rund um Bautzen (Sachsen) angelegt hat. Schon damals hat sie sich vor allem für Heilpflanzen interessiert und daher auch den Nutzen der Pflanzen akribisch notiert. Das in traditioneller Buchbindekunst opulent ausgestattete Werk erzählt kleine Anekdoten und Wissenswertes zu den Pflanzen. Dazu gibt es Zeichnungen, die den Herbariumsexemplaren ähneln, aber doch plastischer gestaltet sind. Beeren hätten im Original sicher Matschflecken hinterlassen, in diesem Buch aber sind sie unversehrt.

Man staunt, was Frau Herrich damals alles gefunden hat - eine Hauhechel am Bahndamm ist mir zum Beispiel noch nie untergekommen. Und so ist das Buch auch eine Mahnung, auf die Schätze der heimischen Flora gut aufzupassen, denn was damals noch ohne mit der Wimper zu zucken für das Herbarium plattgedrückt wurde, würde man heute entweder gar nicht mehr finden oder nicht pflücken wollen, weil es so selten ist.

Früher war also doch manches besser. Dieses Prachtexemplar von Buch ehrt die alten Zeiten mit seinem Leineneinband und den kostbaren Details. So finden die kleinen Pflanzenschätze einen würdigen Rahmen.


Der Quadriga-Verlag hat mit netterweise angeboten, ein Exemplar an euch zu verlosen. Schreibt mir einfach einen Kommentar bis zum 5.12.2015, 0 Uhr, und ihr nehmt an der Verlosung teil. Eure Adresse gebe ich dann an den Verlag weiter, denn das Herbarium wird direkt an euch versandt.

Sonntag, 22. November 2015

Fotowettbewerb Günstig Gärtnern 2015 - Die Gewinner

Applaus, Applaus für die diesjährigen Gewinner des Fotowettbewerbs Günstig Gärtnern 2015!

5 Teilnehmer dürfen sich über je zwei Bio-Tulpsensets von Natural Bulbs aus Holland freuen.

Es waren wieder tolle, inspirierende Projekte dabei, aber seht selbst:

Der erste Platz geht an Doris aus Franken mit ihrem Insektenhotel, das vorher ein Kaninchenstall war. Sie schreibt dazu: "Der alte Stall sollte eigentlich auf dem Sperrmüll landen, aber durch ein wenig graue Farbe und bestückt mit Schilfmatten und durchlöcherten Hölzern ist er zur Wiege für Wildbienen und andere Krabbler geworden." - ist er nicht wunderschön?


Den zweiten Platz belegt Kerstin mit ihrem todschicken Anlehngewächshaus aus alten Fenstern und gebrauchten Balken - und hübsch bepflanzt ist es auch!



Der dritte Platz geht an Sigrun mit ihrem gekrönten (und nun auch preisgekrönten!) Scherbengarten - denn Sempvervivum ist sich auch in zerrütteten Verhältnissen nicht zum Wachsen zu fein  - und dekorativ ist der Topfgarten aus zerbrochenen Tonwaren allemal:



Senna aus Gera überzeugte mit ihrer Kräuterspirale und landet auf dem vierten Platz - das Besondere hier: Die Steine sind nicht etwa aus dem Baumarkt, sondern alte Hausfundamentblöcke. Sie schreibt: "Die Fundamentblöcke habe ich nach dem Abriss eines Hauses recycelt und sie mit kleineren gerundeten gefundenen Steinen gestaltet." Nachahmenswert - und die Anleitung gibt es gleich dazu:




Auf dem 5. Platz ist Margit. Sie zeigt uns ein Upcycling-Projekt für die Vögel. Sie hat das eigentlich hängende Futterhaus aufgeständert und aus einer Plastikflasche einen Futterspender gebaut. Die Anleitung: "Ein Futterautomat aus einer alten Plastikflasche ist schnell hergestellt und das Futter bleibt sauber! Dazu an einer nicht zu weichen Plastikflasche zwei Öffnungen anzeichnen - jeweils ca. 3 cm x 0,5 cm. Mit einem Cutter vorsichtig ausschneiden. Mit der Heißluftpistole oder einem Föhn die obere Kante erhitzen und nach innen drücken. Vorsicht!!!! Das Plastik kann sehr heiß werden. Daher evtl. einen Schraubenzieher zu Hilfe nehmen. Fertig! "



Hier noch weitere Ideen:

Kathrin aus Hürth zeigt eine alte Kommode, die sie weiß gestrichen und mit einer Marmorplatte aus einer Haushaltsauflösung bedeckt hat. So steht sie gut geschützt auf der Terrasse. Darüber hängt ein kleines Regal aus Palettenholz und ein Mobile aus Schwemmholz vom Bodensee:



Pascale hat eine Palettenschaukel gebaut:



Die Farbe Blau ziert auch die bemalte Holzkiste für Kräuter von Sophie:


Horst aus Düsseldorf baute den Singvögeln ein Futterhaus mit Energieblöcken, Modell "Sing Sing" - damit der Eichelhäher den kleinen Besuchern nicht alles wegputzt:



Sara hat Regalteile vom Sperrmüll zu Pflanzenstützen aufgewertet - sie machen sich im Garten gut:



Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern und wünsche den Gewinnern ganz viel Spaß mit den Bio-Blumenzwiebeln!

Samstag, 14. November 2015

Wintergesänge

Im Herbst und Winter herrscht das Schweigen im Walde. Viele Singvögel sind hauptberuflich nun mit Überleben statt Brüten beschäftigt und halten den Schnabel. Nur Kontaktrufe sind zu hören, Balzgesänge gibt es nicht mehr. Das ist mit ein Grund, warum dem Winter so ein bisschen der Pfiff fehlt. Wenn da nicht ein kleiner, kulleräugiger Vogel wäre, der zur Ehrenrettung der dunklen Jahreszeit beiträgt: Das Rotkehlchen ist der Held der Wintertage und - nächte, wenn es unermüdlich seine perlenden Strophen hören lässt.

Ohne Rotkehlchens Gesangstalent wäre der Winter also noch schwerer zu ertragen. Und noch etwas macht die kleinen Federtiere so wertvoll: Sie lieben die orange-roten Früchte vom Pfaffenhütchen, die zufällig dieselbe Farbe haben wie ihr Gefieder. Und was zum Schnabel hineingeht, muss früher oder später hinten wieder herauskommen, und zwar keimfähiger als je zuvor und mit einer Starterportion Dünger ausgestattet.


Rotkehlchen sind Pfaffenhütchens Freund und bester Kunde (im Bild mampfen sie an Euonymus planipes). Dank der trällernden Vögel wächst in meinem Garten nun auch ein stattliches Exemplar von Euonymus europaeus, das mir Rotkehlchens spendiert haben.


Dass es da ist, ist an sich schon ganz schön, denn es sind gerade im Herbst fantastische Sträucher, die mit rotem Laub und rot-orangefarbenen Früchten entzücken. Doch das ist noch nicht alles: Meine Rotkehlchenspende wächst exakt mittig hinten vorm Gartenzaun. Genau genommen wächst es im Gartenzaun. Man möchte meinen, die Vögel hätten ein Gespür für Aesthetik und Symmetrie. In Wahrheit stand dort mal die Harlekinweide, die wir fällen mussten. Und zu ihren Lebzeiten saß wohl öfter ein sattes Rotkehlchen in ihren Zweigen und hat das Pfaffenhütchen gesät. Da hat man als Vogel auch viel mehr von.


Sämlinge erkennt man an ihren grünen, kantigen Zweigen, die später Korkleisten ausbilden. Ein weiteres Merkmal sind die glänzenden, großen Blätter, die sich derb anfühlen und ein bisschen an Kirschlaub erinnern. Die Blüten sind unspektakulär. Letztes Jahr zeigten manche Sträucher eine zweite Blüte im November (erstes Bild ganz oben Mitte). Pfaffenhütchen haben es immer eilig und wachsen rasch.


Mein Pflänzchen muss sich zunächst ganz tapfer im Schatten der Weide hochgearbeitet haben. Erst nachdem sie weg war, lief der Strauch zur Höchstform auf und bildete rasend schnell eine schmale Krone, die den Zaun weit überragt. Dieses Jahr schon gab es die ersten Blüten und sogar ein paar Früchte. Nur die Sache mit der hübschen Herbstfärbung muss mein Strauch noch üben.

Ich bedanke mich daher ganz herzlich bei allen Rotkehlchen für ihren Wintergesang und das Pfaffenhütchen. Ihr dürft jederzeit seine Früchte haben!

Samstag, 7. November 2015

Fotowettbewerb Günstig Gärtnern 2015

Aller guten Dinge sind drei und deshalb gibt es auch dieses Jahr wieder den bewährten Fotowettbewerb zum Thema Günstig Gärtnern! Denn nun, wo sich der Garten eher braun-grün als bunt zeigt, ist es an der Zeit, die Bilder der Gartensaison noch einmal hervorzukramen. Vielleicht ist ein Foto dabei mit einer guten Idee zum Recycling im Garten, einer geretteten Pflanzen oder etwas Selbstgebautem?

Der Fotowettbewerb 2015 ist hiermit feierlich eröffnet!


Als Inspiration hier die Gewinnerbilder vom letzten Jahr: 





Und wenn euch beim Betrachten der Bilder ganz wehmütig ums Herz wird, weil der nächste Sommer so unfassbar weit weg erscheint, könnt ihr euch schon auf ein blühendes Frühjahr freuen!

Es gibt nämlich ganz frühlingshafte Preise: 5 Gewinner dürfen sich über je zwei Tulpensets von Natural Bulbs aus Holland freuen. Es sind aber nicht irgendwelche Zwiebeln, sondern echte Bioware, wie man sie nur selten im Handel findet! Da es nach wie vor mild genug ist zum Blumenzwiebel-Versenken im Garten, könnt ihr auch jetzt noch die schönste Vorfreude der Welt pflanzen. Sollte es doch sibirisch kalt werden oder ihr nur einen Balkon haben, ist natürlich auch eine Pflanzung im Kübel möglich.



Mein Paket ist heute angekommen und enthielt gesunde, kräftige Tulpen- und Krokuszwiebeln:




Die Pakete werden direkt aus Holland an euch versendet, daher muss ich die Adressen der Gewinner an Natural Bulbs weitergeben.

Die Gewinnerfotos und einige weitere schöne Ideen werden hier Ende November veröffentlicht. Die Jury bin ich.


Schickt eure eigenhändig aufgenommenen Lieblingsbilder mit einem kleinen Text bis einschließlich  

21.11.2015
an folgende Adresse:  
guenstig_gaertnern(ät)gmx.de
Ihr findet sie auch in meinen Profildaten.

Die Bilder sollten nicht im Original geschickt werden, damit mein Postfach nicht platzt - 1024 Pixel Seitenlänge sind vollkommen ausreichend. Bitte fügt eurer Email auch gleich eure Adresse hinzu, damit eure Tulpensets bald in die Erde kommen. Wer einen Blog pflegt, kann auch den nennen, dann werde ich ihn verlinken. Ansonsten werde ich nur den Vornamen und Heimatstadt der Gewinner bekanntgeben - eure Anonymität bleibt also gewahrt.

Das Kleingedruckte:
Die Einsender bestätigen, dass Sie im Besitz der Bildrechte sind und dass die Bilder frei von Rechten Dritter sind. Falls auf den Bildern Personen abgebildet sind, müssen diese mit einer Veröffentlichung einverstanden sein. Die Teilnehmer räumen "Günstig Gärtnern" die Nutzungsrechte an den eingesandten Fotos ein, um sie hier im Blog für unbeschränkte Dauer  zu zeigen. 
Der Rechtsweg ist vollkommen ausgeschlossen. Ich wollt's nur sagen.


Und nun zeigt's mir wieder mal -  ich freue mich auf eure Ideen!

Sonntag, 1. November 2015

Zerhackt und zugenäht

Manchmal müssen die Nachbarn auch denken, ich hätte nicht mehr alle Nadeln an der Tanne. Erst fegt die Irre von nebenan feinsäuberlich das Apfellaub vom Rasen, nur um wenige Minuten später mit einem Eimer voller Ahornblätter anzurücken und  diese weiträumig auf dem frisch geharkten Gras zu verteilen. Was soll das?

Dann kommt sie tatsächlich mit ihrem komischen unmotorisierten Minirasenmäher und fährt damit kreuz und quer über die gelben Baumblätter, bis der Rasen aussieht, als wäre ein ganzer Ahorn darauf explodiert. Als wäre das noch nicht genug, fotografiert sie diese Gartenabfälle am Ende sogar noch.

Wieder hat die Harke ihren Einsatz, die Schredderteile wandern zurück in den Eimer, wo sie doch gerade erst hergekommen sind. Hat die etwa nichts besseres zu tun? Klingt alles ziemlich sinnlos, oder?

Nun, auch wenn die Nachbarn dumm gucken, ich hatte tatsächlich einen ausgeklügelten Plan bei all dem vordergründigen Irrsinn. Die Blätter von den Kugel-Ahornbäumen, die in der Siedlung stehen und immer großzügig die Wege mit Laub eindecken, sind doch viel zu schade zum Wegwerfen, andererseits aber auch sehr flächendeckend. Sie verrotten eher langsam, was in kleinen Beeten spätestens im Frühjahr Probleme macht, wenn die Flatschen dann immer noch die Stauden unter sich begraben.

Also dachte ich mir, die häcksel ich doch mal. Als Versuchsballon habe ich einen Eimer voll Laub gesammelt, auf dem Rasen verteilt und bin mit dem Rasenmäher kreuz und quer darüber gefahren. Wenn man die Schicht nicht zu dick macht, verschluckt sich das Gerät auch nicht und zerkleinert brav die Blätter.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Nun also alles wieder zusammengeharkt und zurück in den Eimer. Die kleinen Fragmente, die jetzt noch auf dem Rasen liegen, werden sich die Regenwürmer schon reinziehen.

Die Laubstücke sind besser als Mulch geeignet als im Ganzen, aber man kann noch mehr damit machen: Zur Herstellung von Laubkompost braucht man eine Plastiktüte, da hier für die Arbeit der Pilze ein feuchtwarmes Milieu herrscht. Im Geräteschrank fand ich eine transparente Kunststoffhülle, in der schon mal ein Kokosbrikett eingeweicht wurde. Die Laubmenge passte genau hinein. Die Öffnung habe ich gefaltet und das Ganze mit einem Gummiband fixiert. Am Ende habe ich noch rundherum Löcher in die Tüte gestochen, damit Luft, Pilzsporen und Regen hinein können.

Das Experiment steht nun versteckt an der Terrasse, wo es ruhig nass werden darf. Den Winter über machen die Pilze nun hoffentlich ihre Arbeit und verwandeln die Blätter in schönen Laubkompost, der als Mulch und Bodenverbesserer auf die Beete verteilt wird. Als Beigabe ist noch Rasenschnitt mit hinein gewandert, der als Stickstoffquelle dienen kann.


Aber das Ergebnis werden die Nachbarn nicht sehen und schon gar nicht mit den Taten der Wahnsinnigen von nebenan in Verbindung bringen...

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PS: Für diesen Beitrag wurde kein Schneeglöckchen verletzt. Die Rede ist von den zwei Zwiebelchen auf dem ersten Bild. Ich hatte sie im Vorbeigehen im Vorgarten aus der Erde schauen sehen und sie mit in den Eimer gelegt. Sie sind nicht unter den Mäher gekommen, sondern wurden sofort hinten im Garten wieder eingepflanzt.

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