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Samstag, 10. Januar 2026

Amsel-Amazon

Wenn Amseln Bewertungen schreiben würden...

(Der Auslöser dieses Artikels war das Weibchen mit der Schlehenfrucht im Schnabel, die es nicht schlucken konnte und daher wieder fallen ließ,) 


Schlehe:

"Hübsche blaue Klunker, sieht man nicht so oft, doch die Früchte in der Größe XL versprechen mehr als sie halten. Knalliges Lockangebot mit saftigen Versprechungen, dabei aber alles andere als benutzerfreundlich. Als Speise völlig ungeeignet, kriegt man nicht durch den Hals. Nur für Großmäuler."

★★


Weißdorn:

"Rot und mehlig, machen aber tatsächlich satt und sind schnabelgerecht. Großzügiges Angebot, leicht zu pflücken und von Weitem gut zu sehen. Äste mit Früchten etwas dünn, für größere Vögel oft nur im Flug abzuernten. Einen Stern Abzug dafür, dass der Strauch immer überlaufen ist. Da hilft nur schimpfen!"

★★★★


Eibe:


"Bietet mit den Nadeln gute Deckung, auch als Schlafplatz mit Vollpension sehr zu empfehlen. Früchte gut zu entdecken, aber etwas wässrig mit ekligem Kern. Vorsicht jedoch vor der Mogelpackung in Form von männlichen Exemplaren: Hier ist nichts zu holen, nimmt nur Platz weg!"

★★★★★


Büschel-Rose (Rosa multiflora):

"Das Angebot aus roten, süßen Hagebutten bleibt lange frisch. Auch im Schnee und bei Kurzsichtigkeit gut zu sehen. Äste mit Früchten eher für kleinere Kundschaft gemacht - viel zu wacklig. Auch gibt es viel zu viele Samen in den Früchten - man fühlt sich als billiger Samenkurier missbraucht."

★★★★


Zierapfel 'Golden Hornet':

"Optisch kein Hingucker. Früchte bald braun und matschig. Große Portionen, aber gut portionierbar, selbst für den kleinen Hunger. Erst saftig wie ein Trinkpäckchen, im Winter eher wie eine Marzipankartoffel. Wenn man geschickt ist und den Schnabel weit aufreißt, gibt es sie auch To Go. Aufgepasst jedoch vor herabfallenden Früchten! Hier sollte Helmpflicht herrschen!"

★★★


Pfaffenhütchen:

"Für Genießer: Hübsch präsentierte orangefarbene Leckereien in einer roten Verpackung - das Auge frisst mit! Von oben nicht gut zu greifen, man braucht viel Geschick, um die Früchte zu pflücken, und muss schneller sein als die Rotkehlchen. Kern groß und ungenießbar - geht nach kurzer Zeit retour!"

★★★


Faulbaum:

"Schwarze Früchte, pünktliche Lieferung im Spätsommer, dann aber nicht gut zu sehen, jedoch saftig und groß. Werden hauptsächlich von Migranten gefressen (Mönchsgrasmücken), im Herbst schon nichts mehr übrig. Keine Empfehlung als Winterfutter, da sind Produkte anderer Hersteller besser."

★★★★


Feuerdorn:

"Feurige Früchte mit Signalwirkung, die lange genießbar bleiben. Ideal als Winterfutter, wenn auch nicht immer leicht zu erreichen, vor allem bei Formschnittgehölzen, die zu kurze, zu dichte Zweige haben. Daher sind die oberen Beeren immer zuerst weg. Hier sollte nachgebessert werden. Wenig Konkurrenz, Vorsicht aber vor den Schlägertrupps der organisierten Ringeltaubenbanden!"

★★★

Samstag, 1. November 2025

Totholz frei Bordsteinkante

Wenn irgendwo Anhänger mit Gartenabfällen herum stehen, muss ich reingucken, das ist wie ein Zwang. Es könnte ja etwas drin sein, aus dem man Stecklinge machen kann, oder gar eine ausgerupfte Pflanze, die andere als Unkraut abtun, mir aber als Gartenstaude gefallen würde.

Neulich stand also ein so ein Anhänger vor dem Haus rum. Die Nachbarin gegenüber hatte die Korkenzieherweide radikal kappen lassen. Nun sollte das Grün samt Totholz abtransportiert werden. Das waren richtig dicke Stammstücke, teilweise schon leicht wie Balsaholz, also voll mit Pilzen und schon ganz mürbe. Andere waren voll mit Asseln. Wann bekommt man schon mal so feines Totholz frei Bordsteinkante?

Ich habe also gefragt, ob ich mir die besten Stücke heraus nehmen darf. Durfte ich. Logo, der Anhängerbesitzer hatte so ja auch weniger zu tun bei der Entsorgung. Da helf ich doch gern!

Bei vier Stücken habe ich dann aufgehört. Was ich Stunden später natürlich bereut habe, da wäre doch noch mehr gegangen. Aber dann war der Anhänger schon weg.

Das "Balsaholz"-Stück bildet nun eine Beetbegrenzung, die anderen drei habe ich unter dem Pfaffenhütchen drapiert, wo dank der flachen Wurzeln sowieso nichts so richtig wachsen will. Das Stück mit den vielen Aststummeln bietet sehr viele Versteckmöglichkeiten für Krabbeltiere. Mittlerweile erscheinen unzählige Fruchtkörper der Geweihförmigen Holzkeule und von irgendwelchen roten Glibberpilzen. Diese ganze Destruentengesellschaft wäre ohne mich wohl im Holzhackschnitzelkraftwerk verbrannt worden.



Moosassel im neuen Altholz

Totholz puffert nicht nur Trockenheit ab, sondern bietet sehr vielen Tieren einen Unterschlupf oder eine Nahrungsquelle, entweder durch das Abgrasen von Pilzrasen oder direktes Fressen des Holzes, oder aber durch das Jagen von eben diesen Zersetzern.

Nicht nur unzählige Asseln, die sehr gute Humusbildner sind, treffen sich unter Totholz, weil es dort schön feucht ist. Auch Laufkäfer und Glühwürmchen halten sich hier gern auf, um von dort zu ihren nächtlichen Raubzügen aufzubrechen.

Larve vom Kleinen Leuchtkäfer in meinem Garten

Körniger Laufkäfer (Carabus granulatus) unter einem Rindenstück

Totholz mit Rinde ist besonders begehrt, weil man sich als flaches Tier dort hineinquetschen kann.

So finden sich dann viele Fressfeinde von Nacktschnecken ein, wie die Glühwürmchen, wobei man natürlich dazu sagen muss, dass sich unter dem Totholz die Beute genauso wohlfühlt.

Auch als Sitzplatz oder Sonnenbank ist es sehr gefragt. Die Heckenbraunelle sieht nur so leidend aus, in Wirklichkeit genießt sie gerade ein Sonnenbad.

Dieser Ast vom Zierapfelschnitt ist ein ganz beliebter Ausguck bei den Vögeln:


Mein älteres Totholz ist schon wieder fast komplett zu neuer Erde geworden. Nur noch die Rinde ist wie am ersten Tag, denn bei Birkenholz bleibt sie immer als letztes übrig:


Ich musste also dringend wieder neue Ware ranschaffen.

Wann immer man in der Nachbarschaft Totholz ergattern kann, sollte man also zugreifen. So entfallen weitere Transportkosten und auch größere Stücke, die nicht auf den Fahrradgepäckträger passen, lassen sich schnell in den eigenen Garten umziehen.

Samstag, 11. Januar 2025

Wintervögel

Macht ihr mit bei der Stunde der Wintervögel dieses Wochenende? Eine Stunde zählt man, welche Vogelarten in welcher Anzahl im Garten auftauchen.

Eine Stunde klingt lang, sie geht aber doch schneller rum als man denkt. Die Aktion hilft, Bestandstrends zu entdecken - und gewinnen kann man auch etwas.

Was nur leider immer typisch ist: Seltenere Arten, die man so gern gemeldet hätte und noch einen Tag vorher gesehen hat, glänzen genau in der Stunde der Wahrheit durch Abwesenheit. Mir ist die Türkentaube jedes Jahr wieder mit dabei oder der Kernbeißer, der im Winter gern die Fruchtmumien am Zierapfel kaut. Die Erlenzeisige oder Bergfinken kommen zuverlässig genau dann, wenn man das Formular schon abgeschickt hat.


Ob diesmal mehr als dieser einsame Stieglitz erscheinen wird?


Dieses Jahr kommt durch den Wintereinbruch noch ein weiterer Nachteil hinzu: Viele Leute, die sonst nicht füttern, stellen jetzt Futter auf, wodurch meine Monopolstellung bröckelt. Und neues Futter ist immer besser als das ewig gleiche tagein, tagaus. Bei so viel Konkurrenz können selbst die sonst so zuverlässigen und mannschaftsstarken Spatzen ausfallen.

Immerhin das Rotkehlchen ist in doppelter Ausfertigung da, aber vermutlich nicht mehr lange, denn es wird jedesmal heftig gestritten, wenn sich die beiden Kampfhähne begegnen. So niedlich es aussieht, aber bei Artgenossen kennt es kein Pardon.

Mal schauen, ob wenigstens die Wacholderdrossel erscheinen wird...

Samstag, 6. November 2021

Die Schluckspechte

Jedes Jahr habe ich rumgemault, dass die Vögel es wieder nicht schaffen, meinen Zierapfel 'Golden Hornet' leer zu futtern, was dazu führt, dass im Frühjahr neben bezaubernden Blüten scheußlich braun verschrumpelte Fruchtmumien hängen, die nicht loslassen können und ewig der Schwerkraft trotzen.

 


 

Dieses Jahr aber scheint es, als hätte der Baum seinen Endgegner gefunden: Plötzlich hat eine graue Naturgewalt, die Ringeltaube, Gefallen an den Früchten gefunden. Das Gute an Ringeltauben - im Gegensatz zu Amseln, die selbst den Spatzen keinen Sitzplatz im Baum gönnen - ist, dass sie überhaupt nicht futterneidisch sind. Stoisch ertragen sie die Nähe ihrer Artgenossen, sitzen manchmal dicht nebeneinander und schlucken einen Zierapfel nach dem anderen.

 






 

Genau, wirklich wahr, sie schlucken sie einfach so mit Stumpf und Stiel. Das klappt nicht immer, manche Frucht fällt der Taube aus dem Schnabel, aber meistens geht es nach viel Hängen und Würgen doch gut. Der Vogel zupft erst einmal unter Aufbietung seiner ganzen Kraft einen Zierapfel ab, anschließend wird er so im Schnabel gedreht, dass der Stiel von der Taube weg zeigt. Ganz schön clever, oder? Man könnte meinen, die Tiere haben jahrelange Erfahrung mit dem Verzehr grätenreicher Fischmahlzeiten.

 

 


 

 

Doch so richtig gesund sieht das oft nicht aus, eher nach Tierquälerei. Aber das müssen die Tauben ja selber wissen...

Liegt der Apfel endlich passend im Schnabel, beginnt die nächste Herausforderung, wie sie nur eine Ringeltaube annehmen kann: Das Ding will durch den Hals, Maulsperre inklusive. Und so würgt und keucht die Taube lautlos, bis die Frucht endlich in ihren Magen plumpst. Zum Glück musste ich noch keine erstickende Taube aus dem Baum retten, es scheint immer gut zu gehen.

 


 

Und schon wendet man sich der nächsten Beute zu. Zu fünft sitzen die grauen Riesen also wie die Geier im Baum und verschlingen einen gelben oder schon braunen Zierapfel nach dem anderen. Ein Magen wie eine Schrottpresse.


Macht das bloß nicht zuhause nach und versucht, einen ausgewachsenen 'Golden Delicious' im Ganzen zu schlucken, das können nur Ringeltauben mit 'Golden Hornet'!

Wir werden sehen, ob im Frühjahr der Baum endlich mal so kahl dasteht, wie es sein soll: Ohne Fruchtmumien.

Samstag, 6. März 2021

Spaß mit Kompost

Kompost ist eine fantastische Sache. Er erhöht die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, bringt Mikroorganismen ein, die das Bodenleben bereichern, und ist alles in allem eine gute Möglichkeit, die Biotonne abzuschaffen und alles, was im Garten oder in der Küche anfällt, zu Gold zu machen. Und dabei stinkt er auch gar nicht.


Es ist zwar immer eine schweißtreibende Angelegenheit, das schwarze Gold aus dem Komposter zu schürfen und im Garten zu verteilen, aber es hat auch durchaus einigen Unterhaltungswert. Zum Beispiel finden sich immer Mäuseschlafsäcke im Komposter, die erstaunlich trocken sind. Da aber in unserer Region das Hanta-Virus vorkommt, das über aufgewirbelten Mäusekot übertragen wird, bin ich seit letztem Jahr dazu übergegangen, den Kompost nur noch mit Staubschutzmaske zu ernten, was für unfreiwillige Zuschauer aus der Nachbarschaft wiederum für Unterhaltung sorgt. Was Masketragen angeht, war ich also der Trendsetter letztes Jahr. Sieht zwar doof aus und alle werden denken, ich bin komplett wahnsinnig geworden, aber Hanta muss wirklich nicht sein.


Doch nicht nur, was im Komposter zu finden ist, ist unterhaltsam (diesmal war es ein Schlüsselanhänger), auch was während des Verteilens und auch danach mit dem voller Stolz verstreuten Kompost passiert, ist jedes Mal wieder so nett, dass die Arbeit ständig unterbrochen werden muss.

Das Rotkehlchen hat sich nämlich zum versierten Kompostspezialisten in meinem Garten gemausert, es ist das Maskottchen des Kompostgärtnerns. Es kennt die Anzeichen ganz genau, wann es bald losgeht, und ist zur Stelle, sobald der Komposter geöffnet wird.


Auch, wenn es gerade noch so hingebungsvoll singt wie hier, kommt es doch ganz schnell in den Garten, sobald dort gearbeitet wird: 


 


Wenn ich mit einem gefüllten Eimer im Garten herumwandere, um den Kompost zu verteilen, steht der Komposter sperrangelweit offen. Unbeaufsichtigt ist er dann natürlich nicht, denn sofort hockt das Rotkehlchen mittendrin und sucht nach Asseln oder Kompostwürmern, die nicht schnell genug flüchten.




Ist alles verteilt, kann ich den Komposter wieder zusammenbauen. Während der Zeit steht der letzte gefüllte Eimer im Garten, denn er ist für die Kübel reserviert. Natürlich nutzt das Rotkehlchen auch hier die Gunst der Stunde und schaut vom Eimerrand aus, was denn der Inhalt so hergibt.


Nachdem die ganze Aktion beendet ist, ist natürlich noch lange nicht Schluss. Jetzt kann - zusammen mit der Amsel, die sich jetzt auch in den Garten traut - der ganze verteilte Kompost genauer untersucht werden.

Hier hat das Rotkehlchen eine Fliegenmade gefunden.


Würmer werden entweder in schnabelgerechte Stücke zerteilt oder einmal in der Mitte in bewährter Origamitechnik gefaltet und im Ganzen verschluckt.


Immerhin lässt das Rotkehlchen die Kompostklumpen an Ort und Stelle, was man von der Amsel, dem alten Messie, nicht behaupten kann, die räumt alles mühsam drapierte auf die Terrasse, den Rasen oder den Weg im Vorgarten. Einmal am Tag muss alles im Garten einmal gewendet werden, als würde sie den Regenwürmern die Bettdecke aufschütteln.



Egal, so viel Spaß macht das Kompostverteilen doch nur in gefiederter Gesellschaft!

Samstag, 13. Februar 2021

Der Garten im Schneeanzug

Das ist ja mal sehr zuvorkommend vom Wetter, dass es vor den sibirischen Temperaturen den Pflanzen vorher noch eine Decke übergeworfen hat. Die hätte zwar durchaus etwas weniger großzügig bemessen sein können und das Wetter hätte sich auch nicht unbedingt so sehr damit beeilen müssen, aber da will ich nun nicht meckern. Zur Abwechslung gibt es also keinen Kahlfrost - und der hätte sich gewaschen bei zweistelligen Minusgraden.



Um diese schöne warme weiße Decke zu erreichen, hat die eiskalte Kaltfront nicht lange gefackelt und die Schneekanone angeworfen. Innerhalb von 24 h kam so viel weiße Ware vom Himmel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Kübelteich sieht aus wie ein Gugelhopf mit dick Puderzucker drauf und die meisten Stauden sind gar nicht  mehr zu erahnen. Die Gefahr durch Zecken im Garten liegt allerdings bei null.



Der Schneeanfall hat abseits vom Garten hinterm Haus dann gehörig Arbeit und Muskelkater verursacht - und dort, wo Wege freigeräumt werden mussten, haben andere Pflanzen jetzt eine gute Tonne komprimierten Schnee auf dem Kopf. Hoffentlich überleben sie das, vor allem die Halbsträucher wie der Salbei.

Damit auch die Vögel das Ausnahmewetter überleben, habe ich ihnen einen extra Teller Vogelfutter spendiert. Die großen Vögel wie die Amseln können nicht am hängenden Futterspender turnen und sind auch froh, wenn es neben all dem Obst von den Bäumen und Sträuchern noch etwas Fettiges auf die Rippen gibt. Zum Leidwesen der Amselmänner sind die Frauen allerdings sehr streitsüchtig und wollen in jeder Lebenslage zeigen, wer die Hosen an hat. Lieber einmal mehr einen Artgenossen verscheuchen, auch wenn man dann gar kein Interesse am Futter hat, als dass man Schwäche zeigt.

 


Der Eichelhäher hat sich die Lage mit dem Teller im Schnee erst einmal ganz genau aus sicherer Entfernung angeschaut, für sicher erklärt und dann das Futter besucht. Beim Abflug hat er ihm Schlagseite verpasst. Andere Vögel wie das Rotkehlchen setzen sich einfach mitten ins Futter, dann ist auch für alle klar, wer jetzt hier an der Reihe ist - wozu trägt es sonst Warnweste?

 


 

Die Ringeltaube hat nach einigem helikopterartigen Überflugmanövern schließlich doch entschieden, dass sie das Wagnis Tiefschneetauchen eingeht. Vor dem Teller ist sie auch prompt bis zum Bauch eingesunken, aber wo sie schon  mal da war, wurde auch gespachtelt.


 

Die meisten Vögel zeigen bei -10 Grad am Tag lieber kein Bein, sondern setzen sich auf Ästen hin, um sich die Füße zu wärmen. Wenn sie trinken wollen, müssen sie Schnee essen - sofern sie fettiges Futter zu sich nehmen können, ist das kein Problem, dann haben sie die nötige Energie zum Auftauen ihres Eisgetränks. Den Rat "Iss keinen gelben Schnee" werden sie hoffentlich berücksichtigen.


Nur die Mönchsgrasmücken machen mir Sorgen, die die ersten kalten Nächte auf jeden Fall überlebt haben, aber nicht ans Vogelfutter gehen. Sie müssen nach wie vor mit den Hagebutten der Rosa multiflora über die Runden kommen. Die ist nicht heimisch, aber was würden die heimischen Mönchsgrasmücken nur ohne sie machen? Am Mittwoch habe ich das Männchen zuletzt gesehen, seitdem nicht mehr.



Genau wie nach der Silvesternacht, die für Wildtiere ein Albtraum sein muss, freut man sich auch nach einer eiskalten Nacht mit zweistelligen Werten unter Null über jeden Vogel, den man morgens gesund und munter wieder begrüßen kann. Eine Erlenzeisigdame konnte ich dagegen sehr gut im Auge behalten, da sie nachmittags gegen die Scheibe geflogen war und aus dem Schnee geborgen werden musste. Zur Sicherheit durfte sie im Haus übernachten, hat gut gefrühstückt und durfte am nächsten Morgen als wieder genesen davonfliegen.




Und so bleibt zu hoffen, dass es bald wieder warm wird - mit Tauwetter und Insekten für die Vögel, denen der Notfallteller nicht reicht...