Es wird durchgemacht, so das Motto vieler Insekten dieses Jahr. Schuld ist wohl der Hitzesommer, und auch der September war noch überdurchschnittlich warm. Die mehrbrütigen Schmetterlinge wie die Kohlweißlinge, der Faulbaum-Bläuling oder der Kleine Feuerfalter legen immer noch eine Generation nach - im Oktober ist lange nicht Schluss. Von wegen "es wird durchgeblüht" - es wird eher durchgemampft!
An meinem Helgoländer Klippenkohl im Kübel tauchen immer noch neue Raupen vom Kleinen Kohlweißling auf, und ich finde, dieses Jahr müffeln die Blätter ziemlich, ohne dass man sie auch nur anrührt. Daneben sitzen reicht schon und es entsteigt dem Kübel ein penetrantes Odor von Gammelkohl. Vielleicht hat auch das leidgeprüfteste Gemüse langsam genug von der gefräßigen Belagerung und rüstet auf mit noch mehr Senfölglykosiden?
Und auch manche Wildbiene findet einfach keine Ruh. Ende September war ich im Berggarten in Hannover und da flogen immer noch Garten-Wollbienen, paarten sich sogar noch und waren putzmunter.
Nur ihre üblichen Futterpflanzen machen nicht mehr mit ebenso viel Elan mit und blühen kaum noch. Was sollen die Brummer als Larvenproviant sammeln, wenn die Lieblings-Pollenquellen längst versiegt sind?
Im Berggarten sprang überraschend der Mehl-Salbei (Salvia farinacea) in die Bienen-Bresche! Ausgerechnet ein Texaner rettet unsere Wildbienen vor dem Hungertod? Müssen wir jetzt zu Herzgespann und Ziest noch exotische Einjährige aus dem Hut zaubern, damit die Insekten, die kein Ende finden, noch ihre Larven versorgen können?
Wie eine kleine Blauhelm-Truppe hingen die Bienen förmlich an den Lippen des Mehligen Salbeis.
Pollen bekommen sie jedenfalls reichlich ab, hoffentlich bekommt der den Larven auch:
Selbst die Holzbienen waren ziemlich begeistert vom dem blauesten aller Salbei-Arten. Die sind jetzt also auch schon in Niedersachsen zuhause.
Die Listspinne lungerte nicht wegen des Pollen auf den Blüten herum.
Eigentlich ziehen mich diese Beete mit Wechselflor sonst nicht so in den Bann, aber dank der summenden Kundschaft war ich da gar nicht mehr wegzukriegen, sehr zum Leidwesen der anderen Gäste, denn der Durchgang war dort sehr eng.
























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