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Samstag, 9. November 2024

Wie Kompost nichts wird

Der Wald hat's gut, der wirft einfach alles, was er nicht mehr braucht, auf den Waldboden und irgendwann wird wieder Erde draus. Ob Laub, Früchte, Nadeln oder Totholz, irgendwie kann sich alles mit der Zeit wieder so verwandeln, dass es von den Bodenpartikeln nicht mehr zu unterscheiden ist. Der Wald hat aber auch eines, das wir nicht haben: Geduld. Der kann Jahre darauf warten, dass ein Stück Baum wieder zu etwas Bröseligem zerfällt, indem Wurzeln wurzeln können. Wir dagegen hätten gern sofort aus den Gartenabfällen Kompost gemacht, aber ein bisschen plötzlich! Dafür schaffen wir uns Thermokomposter an, die auch Tempokomposter heißen könnten, so sehr versprechen sie im Gegensatz zur offenen Rotte, dass aus dem ganzen Klumpatsch etwas Braunes, Krümeliges wird, gern auch homogen und fein wie Blumenerde aus der Tüte. Gut riechen soll es nebenbei auch noch.

Doch auch die schnellen Brüter können keine Wunder vollbringen. Ob nach einem Jahr wirklich so etwas wie Erde dabei rauspurzelt, hängt eher von den inneren Werten ab als vom Drumherum.



Hier also ein paar Regeln, damit aus den Gartenabfällen alles wird, bis hin zur Ursuppe, aber mit Sicherheit kein Kompost, oder wenn doch, dann nur mit einigen Jahren Wartezeit.

Das Rezept zu Keinkompost geht so:

  • Ganze Äste auf den Komposthaufen stapeln, möglichst dick und lang. Jetzt hat man einige Jahre nicht mehr viel zu tun, da sich um das ganze harte Lignin im Holz die Pilze kümmern. Und die haben alle Zeit der Welt, denn so ein Ast hat's in sich. Besser sind gehäckselte Zweige - und selbst, wenn die nicht verrotten sollten, stören die kleinen Stücke kaum bei der Verwendung als Mulch.


  • Kiloweise Rasenschnitt in den Thermokomposter kippen. Das sieht so hübsch grün und fluffig aus, nett garniert mit Gänseblümchenblüten. Was soll daran verwerflich sein? In Wahrheit ist das ein Garant für große Hitze und großen Gestank, da sich um diese weichen, stickstoffhaltigen Teile Bakterien kümmern. Und weil das Ganze so feucht ist, legen die richtig los. Dabei entsteht schnell eine grüne, stinkende Pampe, die dank der raschen Umsetzung so heiß wird, dass die Kompostwürmer fliehen müssen. Besser ist angetrockneter Rasenschnitt oder alles gut gemischt mit holzigeren Bestandteilen.

  • Massenhaft Efeutriebe in den Komposter geben. Die sind wie Gummi und halten ewig, wurzeln oft sogar weiter und kommen seitlich aus dem Komposter wieder raus. Sie sollten lieber kleingeschnitten werden.

  • Zu viel Gemüse oder Obst einwerfen. Das lockt gern Ratten an, daher wenigstens für einen gut abgesicherten Komposter sorgen, der unten mit einem Gitter abgesichert ist. Da Gemüse eher feucht und nährstoffreich ist, sollte es in Massen mit holzigen Materialien gemischt werden.

  • Verpackungen auf den Kompost geben, die kompostierbar sein sollten. Meist meint dies, dass sie in den großen Kompostieranlagen gut verrotten, weil dort höhere Temperaturen erreicht werden. Nur Folien und Schalen mit dem Hinweis heimkompostierbar haben eine Chance auf Nimmerwiedersehen.
  • Den Komposter auf einer versiegelten Fläche aufstellen. Dann wandern kaum Kompostwürmer ein und man muss sie zu ihrem Glück zwingen. Zu viel Schnellkomposterpulver vergrault Würmer durch Hitzeentwicklung, da es Bakterienstämme enthält (siehe Grasschnitt).



Fallen euch noch weitere Kompost-Malheure ein?


Samstag, 6. März 2021

Spaß mit Kompost

Kompost ist eine fantastische Sache. Er erhöht die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, bringt Mikroorganismen ein, die das Bodenleben bereichern, und ist alles in allem eine gute Möglichkeit, die Biotonne abzuschaffen und alles, was im Garten oder in der Küche anfällt, zu Gold zu machen. Und dabei stinkt er auch gar nicht.


Es ist zwar immer eine schweißtreibende Angelegenheit, das schwarze Gold aus dem Komposter zu schürfen und im Garten zu verteilen, aber es hat auch durchaus einigen Unterhaltungswert. Zum Beispiel finden sich immer Mäuseschlafsäcke im Komposter, die erstaunlich trocken sind. Da aber in unserer Region das Hanta-Virus vorkommt, das über aufgewirbelten Mäusekot übertragen wird, bin ich seit letztem Jahr dazu übergegangen, den Kompost nur noch mit Staubschutzmaske zu ernten, was für unfreiwillige Zuschauer aus der Nachbarschaft wiederum für Unterhaltung sorgt. Was Masketragen angeht, war ich also der Trendsetter letztes Jahr. Sieht zwar doof aus und alle werden denken, ich bin komplett wahnsinnig geworden, aber Hanta muss wirklich nicht sein.


Doch nicht nur, was im Komposter zu finden ist, ist unterhaltsam (diesmal war es ein Schlüsselanhänger), auch was während des Verteilens und auch danach mit dem voller Stolz verstreuten Kompost passiert, ist jedes Mal wieder so nett, dass die Arbeit ständig unterbrochen werden muss.

Das Rotkehlchen hat sich nämlich zum versierten Kompostspezialisten in meinem Garten gemausert, es ist das Maskottchen des Kompostgärtnerns. Es kennt die Anzeichen ganz genau, wann es bald losgeht, und ist zur Stelle, sobald der Komposter geöffnet wird.


Auch, wenn es gerade noch so hingebungsvoll singt wie hier, kommt es doch ganz schnell in den Garten, sobald dort gearbeitet wird: 


 


Wenn ich mit einem gefüllten Eimer im Garten herumwandere, um den Kompost zu verteilen, steht der Komposter sperrangelweit offen. Unbeaufsichtigt ist er dann natürlich nicht, denn sofort hockt das Rotkehlchen mittendrin und sucht nach Asseln oder Kompostwürmern, die nicht schnell genug flüchten.




Ist alles verteilt, kann ich den Komposter wieder zusammenbauen. Während der Zeit steht der letzte gefüllte Eimer im Garten, denn er ist für die Kübel reserviert. Natürlich nutzt das Rotkehlchen auch hier die Gunst der Stunde und schaut vom Eimerrand aus, was denn der Inhalt so hergibt.


Nachdem die ganze Aktion beendet ist, ist natürlich noch lange nicht Schluss. Jetzt kann - zusammen mit der Amsel, die sich jetzt auch in den Garten traut - der ganze verteilte Kompost genauer untersucht werden.

Hier hat das Rotkehlchen eine Fliegenmade gefunden.


Würmer werden entweder in schnabelgerechte Stücke zerteilt oder einmal in der Mitte in bewährter Origamitechnik gefaltet und im Ganzen verschluckt.


Immerhin lässt das Rotkehlchen die Kompostklumpen an Ort und Stelle, was man von der Amsel, dem alten Messie, nicht behaupten kann, die räumt alles mühsam drapierte auf die Terrasse, den Rasen oder den Weg im Vorgarten. Einmal am Tag muss alles im Garten einmal gewendet werden, als würde sie den Regenwürmern die Bettdecke aufschütteln.



Egal, so viel Spaß macht das Kompostverteilen doch nur in gefiederter Gesellschaft!

Samstag, 9. November 2019

Rost und Rotkehlchen

Rostoptik ist ja schwer im Kommen, und so dachte ich, ich hole mir auch mal so ein stylisches Kunstobjekt in den Garten. Und warum nicht zur Sicherheit gleich zwei? Meine Installation ist aber eher ein Arbeiterdenkmal, denn dieses Altmetall stammt vom Sperrmüll, war also schon auf dem Gerätefriedhof und zum Verschrotten freigegeben. Aber nicht mit mir! Dieses in Würden verrostete Pärchen aus Schaufel und Hacke musste einfach mit.


Beide habe ich im Inneren des auch rostfarbenen Flechtzauns auf Holzstäbe gesteckt. Vielleicht tausche ich die noch mal aus gegen Bewehrungseisen, das passt besser und hält länger.




Die kleine Hacke kann später auch mal als Staudenstütze dienen, wenn es sein muss. Dazu muss man nur einen haltlosen Stängel zwischen die Zinken stecken. Das gute Stück ist ja drehbar.


Dann bin ich vollends übermütig geworden und habe das schon mal mit Hagebutten der Kletterrose geübt, die Farbe passt gut zu Rost.




So richtig zufrieden bin ich damit noch nicht. Ich denke, ich werde längere Stäbe nehmen und die rostigen Dinger zwischen hohen Stauden schweben lassen. Ist doch alles recht mickrig so und kein Vergleich zu diesem Zaun, an dem alte Gartengeräte im großen Stil zu neuen Ehren kommen, gesehen in den Gärten von Appeltern:


Während ich da so drüber sinnierte und an meinem Kunstobjekt bastelte, fielen mir irgendwann dann doch mal die verfrorenen Tomatenstrünke auf der Terrasse auf. Also nicht nur dekorieren, sondern auch mal arbeiten.

Nachdem die schlimmsten Matschestängel abgeschnitten waren, wollte ich sie in den Komposter werfen, denn Braunfäule hatten sie nicht, nur einen tödlichen Frostschaden.

Erst habe ich beide Klappen des Schnellkomposters geöffnet, um das Sperrgut hinein zu bekommen, was gar nicht so leicht ist, weil die Äste der Kletterrose an der linken Seite im Weg sind. Dann habe ich mich kurz umgedreht, die Tomatenstrünke zusammengerafft - und nun hieß es erst einmal warten, denn der Behälter war besetzt.

Das Rotkehlchen hatte nämlich genau aufgepasst und den offenen Komposter als Einladung zum Mittagessen verstanden. Und das konnte ich ihm ja schlecht verderben.




An den Klappen hocken innen immer viele Kompostwürmer auf Abwegen, außerdem Asseln und kleine Schnecken. Davon durfte das Rotkehlchen ein paar abhaben, sind ja noch genug da.

Ich wette, die rostige Schaufel und die Hacke sind ein guter Ansitz für das Rotkehlchen, wenn es im Beet auf Beutezug gehen muss, weil der Komposter geschlossen hat. Ich bin jedenfalls schon ganz gespannt, wie meine rustikale DIY-Deko im Sommer aussieht, wenn die Pflanzen mit ihr spielen...

Samstag, 17. März 2018

Archäologie im Garten

Beim Komposter-Leeren kommt man sich ja sowieso schon immer ein bisschen vor wie Indiana Jones, der eine altertümliche Gruft betritt. Welche historischen Artefakte wird man entdecken, wenn man nur genug Schichten abträgt? Aber so sehr das auch an eine Schatzsuche erinnert, meistens wird man weder Gold noch Münzen finden. Dafür aber alte Plastikteile, Pflanzenetiketten oder wieder mal dieselben Strünke, Wurzelballen und Äste, die einfach nicht verrotten wollen - der Komposter als Tempel des Todes.

Dieses Mal, am Samstag vor einer Woche, kam ich mir aber noch mehr vor wie ein Archäologe. Das lag am wochenlangen Dauerfrost, der auch den Inhalt des Thermokomposters zu ewigem Eis hatte erstarren lassen. Auch nach einer Woche von erträglichen Temperaturen bestand das Zentrum der Rotte nicht wie sonst aus mehr oder weniger krümeliger Erde, sondern aus einem soliden Eisblock. Der doppelwandige Behälter hält eben nicht nur prima die Kälte draußen, sondern auch prima drin, wenn sie sich erstmal häuslich eingerichtet hat.


Das habe ich aber blöderweise erst festgestellt, als der Komposter schon demontiert war, die oberen, unverrotteten Teile mit der Mistgabel in einen Gartensack befördert waren und ich mit Gummistiefeln, Eimer und Schaufel bewaffnet vor dem ewigen Eis hockte. Bange machen gilt nicht, also ran an den Speck: Die äußeren Teile waren immerhin schon getaut, aber der Kern war eigentlich nur mit dem Eispickel zu beeindrucken. Mit dem Schäufelchen habe ich auf ihn eingehämmert, Schicht um Schicht abgetragen, als würde ich die Reste einer prähistorischen Siedlung freilegen.

Das ganze Unterfangen hatte was von Zirkeltraining: In die Hocke gehen, auf dem Kompost rumhacken, Eimer füllen, Rundlauf durch den Garten mit selbigem und Weitwurf der nun immerhin kleineren Eisblöcke. Ganz schön anstrengend.



Erstaunlicherweise habe ich das Ding fast komplett kleingekriegt. Nur die Wurzelballen der Teichpflanzen, die ich letztes Jahr dort verklappt hatte, waren nicht nur gefroren, sondern auch noch so durchwurzelt, dass selbst die Kompostwürmer eine kleine Spitzhacke brauchen würden.

Aber man muss sich ja auch noch alte Bekannte fürs nächste Jahr aufheben, die man dann wieder freilegen kann...


Als ich endlich fertig war und eine ordentliche Portion Kompost im Gesicht und in den Haaren hatte, fehlte die Schaufel. Unschwer zu erraten, wo sie wohl war. Also Kompost wieder auseinander bauen und diesmal wirklich Jäger des verlorenen Schatzes sein...



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... und weil jetzt schon wieder der Winter über uns hereingebrochen ist und der Inhalt meines Komposters zum zweiten Mal tiefgefroren wird, kann man in Ruhe Bücher lesen. Daher stelle ich euch dieses hier vor, das der BLV-Verlag mir zum Valentinstag geschickt hat zusammen mit einem Päckchen Anemonenknollen:

"We love Schrebergarten" von Martin Rist und Angelika Feiner - beides erfahrene Kleingärtner.


Es ist hauptsächlich, aber nicht nur, für Schrebergartenbesitzer geschrieben und enthält Gartenpläne zur Gestaltung der Parzelle, Tipps zum Schrebergartenrecht und viele Inspirationen, was Bepflanzung und Einbeziehung der Laube angeht.

Was mich besonders gefreut hat: Auch ein Kapitel über den Kleingarten als Öko-/Naturgarten ist dabei. Warum nicht mal eine Laube mit begrüntem Dach bauen und daneben eine Blumenwiese anlegen? Der kreative Aspekt wird ebenfalls behandelt. Ein schönes Buch für Schrebergartenneulinge, aber auch für Besitzer kleiner Hausgärten.

Samstag, 28. Januar 2017

Kann das denn wahr sein?

Oft liest man in Gartenzeitschriften oder im Internet gute Ratschläge, meist bebildert, damit man auch ganz genau weiß, wie man was zu tun hat. Manchmal bekommt man sogleich ein schlechtes Gewissen, weil man es doch anders macht als dort geschrieben steht. Oder man macht es gar nicht. Das Ergebnis ist dasselbe: Man zweifelt an der eigenen Disziplin im Garten und an seiner Zurechnungsfähigkeit sowieso.

Hier meine Hitliste von Empfehlungen, die ich stets mit großer Sorgfalt durchlese, nur um sie dann mit genauso großer Sorgfalt zu ignorieren:

  • "Raupen, Larven oder andere Jugendstadien von Schadinsekten über den Hausmüll entsorgen." Viele erwachsenen Insekten, die ich kenne, sind zwar durchaus mobil und legen in kürzester Zeit laufend oder fliegend große Strecken zurück, doch ihre Kinderstube glänzt meist mit großer Trägheit. Herausgeschnittene Äste mit Gespinnstmottenraupen zum Beispiel können daher guten Gewissens in den Kompost wandern oder sogar in irgendeine Ecke des Gartens geworfen werden. Auch die Larven der gefräßigen Stachelbeerblattwespen sammle ich einfach nur von den Blättern meines Hochstämmchens und lasse sie an Ort und Stelle fallen (auf dem Foto ist stellvertretend die Verwandtschaft an einer Weide zu sehen). Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schaffen es die Raupen nicht, die Wirtspflanze zu Fuß und lebend nochmals zu erreichen.

  • "Fruchtmumien im Frühjahr entfernen." Dieser Ratschlag ist an sich wirklich wertvoll, nur hapert es hier an der Umsetzung. Die ollen Schrumpfköpfe, die mal Zieräpfel voller Saft und Kraft waren, sind nicht nur nicht besonders hübsch, sondern können auch eine Brutstätte für Pilze wie Monilia sein. Nur wie soll ich das Trockenobst aus dem mittlerweile bestimmt acht Meter hohen Zierapfel klauben? Dazu müsste ich schon schwindelfrei und lebensmüde zugleich sein. Und so warte ich einfach ganz leichtsinnig ab, denn runter kommen sie am Ende alle.

  • "Den Rasen bei Frost nicht betreten." Jaaaaa, ich weiß. Das bekommt dem Gras bestimmt viel besser, wenn die Halme nicht im gefrorenen Zustand mit Füßen getreten werden. Aber wie soll ich denn sonst bitte schöne Raureiffotos vom Garten machen? Mit Schneeschuhen? Also betrete ich den Rasen sehr wohl und er überlebt es doch jedes Mal wieder.





  • "Saatgut von Tomaten drei Tage in Wasser gären lassen, um die keimhemmende Glibberschicht zu entfernen." Das ist nicht nur eine reichlich unappetitliche und mühsame Veranstaltung, die man besser vor Besuch verstecken sollte, sondern auch noch völlig unnötig. Ich lasse die frisch aus der Frucht entnommenen Samen immer auf Küchenkrepp trocknen. Dort bleibt das Saatgut dank der Glibberschicht einfach kleben. Soll im Frühjahr ausgesät werden, kann man die Samen ganz leicht abknibbeln oder mit ein bisschen Küchentuch abreißen - die keimen garantiert. Netter Nebeneffekt: Das Küchenpapier kann man mit Bleistift beschriften und so mehrere Sorten gleichzeitig ohne Informationsverlust unterbringen.


  • "Pflanzen nicht in der Mittagssonne gießen, da die Tropfen sonst wie Brenngläser wirken." Die Gießkanne morgens oder abends zu schwingen, ist tatsächlich geschickter und für den Wasserträger weniger schweißtreibend. Die Pflanzen haben so auch mehr davon, da das Wasser nicht sofort wieder verdunstet. Allerdings haben Forscher fieberhaft versucht, den berüchtigten und gern zitierten Brennglaseffekt nachzustellen und sind kläglich gescheitert. Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen passt bei den meisten Blattoberflächen einfach nicht, um wie eine Lupe zu wirken - die Tropfen sind viel zu flach. Eine gelegentliche Notwasserung zur Mittagszeit hat noch keine Pflanze umgebracht, Wassermangel aber sehr wohl. 

  • "Der Kompost muss mehrfach umgesetzt werden, damit aus ihm was wird." Gut, dass der Thermokomposter erfunden wurde! Der führt nämlich beim Inhalt zu einer kuschlig warmen Verrottungstemperatur, während ich ihn nicht im Schweiße meines Angesichtes dauernd umschichten muss - stets mit der gemeingefährlichen Kletterrose im Rücken. Also kippe ich einfach immer alles oben drauf und warte in aller Ruhe ein Jahr ab. Die Würmer wandern schon von selbst in ihre Lieblingsschicht und wollen sowieso nicht so gern bei der Arbeit gestört werden. Und am Ende ist noch immer Kompost dabei raus gekommen.



Kennt ihr auch Ratschläge, die bei euch aus gutem Grund nicht zur Anwendung kommen? Dann raus mit der Wahrheit!

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Mittwoch, 5. März 2014

Kompost-Katastrophen

Kompost ist gut für Pflanzen, das steht außer Frage. Nur für meinen Körper ist das Leeren des Thermokomposters und Verteilen des schwarzen Goldes eine echte Herausforderung. Man quält sich damit schließlich nur einmal im Jahr, so dass es natürlich auch keinerlei Trainingseffekt geben kann. Mein Rücken nimmt mir die ganze Veranstaltung jedes Mal richtig krumm, der Rest von mir wird noch dazu von einem wahrhaft ausgewachsenen Muskelkater gequält, an dem in seltener Einigkeit sämtliche Körperteile unbedingt teilnehmen möchten.

Dieses Jahr gab es noch weitere Angriffe auf mein Wohlbefinden. Das Feuerwerk der Pein begann mit einer nur halb ausgeführten, aber dafür äußerst formvollendeten, Rolle rückwärts, als meine Füße auf regenglatten Terrassenbohlen vergeblich nach Halt suchten. Diese schwungvolle Darbietung war nicht nur sehr unterhaltsam für etwaige Zuschauer, sondern noch dazu sehr schmerzhaft. Aber wo der Hosenboden meiner Jeans nun schon eine frühlingshaft grüne Farbe angenommen hatte, konnte es ja weitergehen - kopfüber hineingestürzt also ins Kompostvergnügen!

Doch da gingen die Probleme auch gleich weiter: In der grünen Kunststoffkulisse meines Komposters war etwas faul - es stank ganz gewaltig. Es dauerte eine Weile, bis ich erkannte, dass der Kompost nicht kaputt war, sondern lediglich eine faule Zwiebel für eine äußerst angespannte Atmosphäre sorgte. Irgendwann hatte ich das gute Stück dann auch im Zugriff - es roch zwar nicht besonders, fing aber trotzdem an, aus Leibeskräften auszutreiben! Anscheinend gab es noch genug intakte Schichten unter dem Gammelfleisch. Am Ende habe ich den Fund sogar noch ins Beet gepflanzt.

Gemüsezwiebeln, noch dazu sehr voluminöse, verrotten also nur schlecht und riechen auch so. Bei der Gelegenheit sind mir noch weitere Dinge unter die Augen gekommen, von denen ich nun weiß, dass sie im Komposter nichts verloren haben. Hier meine diesjährigen Top Fünf der ungeliebten Fundstücke:

  • Auf Platz Eins wie jedes Jahr die dusseligen Kiefernzapfen, denen ich in der Rotte keine lange Lebensdauer bescheinigt hätte. Nun bin ich schlauer: Die Dinger legen einfach die Ohren an und stellen sich tot - der Zapfenstreich verhallt ungehört: Als kompakte Masse sind sie äußerst widerstandsfähig und können vermutlich Jahrzehnte überdauern.


  • Die Harten können von mir aus in den Garten, aber nicht in den gepflegten Kompost: Die Rede ist von Walnuss-Schalen, Kokosnüssen und Avokadokernen, die ebenfalls wiederkehren können. Der Avokadokern allerdings war zur Hälfte von Mäusezähnen vernichtet worden, so dass er irgendwann verschwunden sein dürfte.

  • Obacht bei Kaffeepads: Es gibt welche mit Milchanteil, für dessen Unversehrtheit allerdings ein Plastikkorpus integriert ist. Das merkt man oft erst im nächsten Jahr, wenn man sich wundert, was das für merkwürdige weiße Räder im Kompost sind. Also besser gar nicht erst kaufen.

  • Nacktschnecken sind zwiespältig - ich habe sie schon mal als Friedensangebot in den schnellen Brüter gesperrt, weil ich annahm, dass sie sich dort durch den Verzehr von Gammelpflanzen nützlich machen würden. Machen sie auch, aber andererseits nutzen sie den Komposter auch zur Partnervermittlung und als Zentrale zur Übernahme der Weltherrschaft: Dieses Jahr habe ich mehrere Gelege gefunden.



  • Immer wieder ungern gesehen: Kompostierbare Folien, die über ihren Namen genauso lachen wie ich mittlerweile.

Märzenbecher - angeschmuddelt nach dem Kompostverteilen







Immerhin gab es aber wie jedes Jahr ein Wiedersehen mit Tausenden von Kompostwürmern, die sich von der Aktion nun genauso erholen müssen wie ich selbst. Und zum Abenessen bitte nichts mit Zwiebeln, wenn's irgendwie geht...