Die deutsche Sprache ist ja bekannt und berüchtigt für seine langen zusammengesetzten Wörter. Und für seine Bürokratie. Das Wort Bundeskleingartengesetz vereint beides auf das Schönste.
Zum Beispiel regelt dieses wunderbare Gesetz die Größe der Laube und das Gartens und mahnt Umwelt- und Naturschutz an:
Das reicht aber noch nicht an Bürokratie, denn zusätzlich kommen noch die Vereinssatzung und die Gartenordnung oben drauf.
Nicht jeder findet die Satzung oder das Gesetz gut, wenn er dadurch dazu gezwungen wird, Gemüse anzubauen oder auf einen Palast zu verzichten, der größer als 24 Quadratmeter ist, aber für Besucher ist sie einfach toll! Denn meistens ist in der Vereinssatzung geregelt, dass die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich sein muss, und dass man in die einzelnen Gärten vom Weg aus hineinschauen können muss. Das ist das Großartige an Kleingärten! Die Hecken dürfen also nicht allzu hoch werden, damit man gucken kann.
Während sich also Hausgärten eher abschotten, muss man im Schrebergarten damit leben, dass auch mal jemand hineinschaut. Natürlich kann es auch sichtgeschützte Bereiche geben, aber der Garten an sich darf sich nicht verstecken.
Gehölze im Kleingarten dürfen auch nicht in den Himmel wachsen, gestandene Waldbäume sind daher völlig verboten. Ich glaube, das ist auch mit ein Grund, warum Schrebergartenanlagen oft so eine große Artenvielfalt aufweisen! Durch die überschaubaren Gehölze kommt viel Sonne hinein, was die meisten Insekten mögen. Es muss zu einem gewissen Anteil Obst und Gemüse angebaut werden, womit ebenfalls viele Gartentiere sehr einverstanden sind, auch wenn wir das nicht immer gut finden.
Dazu kommen die vielen Blüten und die Gartenelemente, die sich von Parzelle zu Parzelle unterscheiden. Die eine hat eine Trockenmauer, die nächste einen Teich, dann findet sich irgendwo vielleicht eine Blumenwiese, die meisten haben einen Kompost. Naturnahe Schrebergärten sind auch kein Tabu und so gibt es mittlerweile viele Anlagen mit Sandarium, Totholz und heimischen Pflanzen.
Upcycling-Trockenmauer aus alten Betonplatten:
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| Tiere lieben das! |
Die Gartentiere finden also garantiert etwas, das nach ihrem Geschmack ist. So finden sich viele Arten auf kleinem Raum, die man woanders in der Stadt möglicherweise vergeblich sucht.
Natürlich gibt es auch die unkrautfreien, geschniegelten Schrebergärten, aber es gibt erfreulicherweise ganze Vereine, die ihre Anlage naturnah gestaltet wissen möchten, bis hinein in die einzelnen Parzellen.
Hier ein etwas exotischerer, bunter Garten mit Phlox, Hortensien, Lilien und Taglilien:
Artischocken neben Königskerzen:
Unkraut und Montbretien sind nie weit voneinander entfernt:
Gewässert wird auch, die Pflanzen und Tiere sind also immer gut versorgt:
Durchblicke überall:
Bohnen und Kohlrabi - Kohlweißlinge finden zumindest das eine Gemüse sehr gut, Schnecken gleich beide.
Manchmal dürfen die Zwiebeln auch blühen, wie hier im Garten von Carola, die sich sehr für naturnahe Bereiche auch an den Wegen zwischen den Parzellen einsetzt:

Gut beschirmte Paprika – wenn es mal wieder zu heiß wird, denn das bekommt auch der schärfsten Chili nicht:
Oft wird sogar etwas für den Denkmalschutz getan: Alte Gartenlaube, wieder aufgebaut in einem Schaugarten - auch die originale Inneneinrichtung wird hier bewahrt.
Städte sollten also alles dafür tun, Schrebergärten nicht für den Wohnungsbau zu opfern! Die große Artenvielfalt der Anlagen kommt mit einem Mehrfamilienhaus nie mehr zurück!
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Und dann noch etwas in eigener Sache!
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Man muss seine Daten auch nicht unbedingt hinterlassen, nur, wenn man am Gewinnspiel teilnehmen möchte.



























Wie schön, dass Schrebergärten heute nicht mehr so spießig sind wie es ihr Image lange war. Ich finde es toll, dass dort immer mehr zum Thema naturnahes Gärtnern passiert und junge Familien ihren Kindern den Anbau von Obst und Gemüse nahebringen.
AntwortenLöschenIch habe abgestimmt und ... ja, da war noch was ...
Viele Grüße
Susanna