Meine liebste Gartendeko hat absolut nichts gekostet
Rost gehört ja mittlerweile zum guten Ton und auch Sprünge in Ton und Porzellan kann man getrost als "Patina" verkaufen. Der Zahn der Zeit muss kein Makel sein und Stücke, die eine Geschichte erzählen, sind mir die liebsten. Ob das meinen Gartenbesuchern auch so geht, wenn sie sich all diese Geschichten beim Rundgang anhören müssen, wird mir aus Höflichkeit nicht überliefert.
Fundorte sind der Sperrmüll, die eigenen Küchenschränke und Dachböden (meistens der meiner Eltern).
Es lohnt sich, die ausgemusterten Dinge noch einmal im Hinblick auf mögliche Gartentauglichkeit neu zu bewerten.
Eines meiner Lieblingsstücke ist ein winziger "Mühlstein". Im vorherigen Leben war es die Standfläche von einer dieser schrecklichen Friedhofspflanzschalen in Zebra-Optik. Als der Boden im Ganzen herausbrach, war es um sein Leben als Blumentopf geschehen. Schön angelaufen von unzähligen Litern Wasser, die durch das Abflussloch das Weite suchten, sieht es richtig gut aus und liefert Stoff für heitere Raterunden im Freundeskreis, denn meistens kommt niemand drauf, was es einmal war.
Der nächste Kandidat ist eine hübsche alte Milchkanne aus dem Fundus meiner Eltern. Bepflanzt mit meiner botanischen Allzweckwaffe, einem teppichbildenden Sedum, rostet sie in Würde vor sich hin, begleitet von ihrem Deckel mit der Nummer 32.
Hier lässt sich noch vage erahnen, dass die schmucke Kanne einmal in feschem Grün daherkam - das kann nur in in den 70er Jahre passiert sein:
Der Küchenschrank förderte diese beiden Teekannen zutage. Die feiste auf der linken Seite ist bestimmt schon 25 Jahre alt, die rechte ein jüngeres Modell. Gemeinsam ist ihnen, dass man aus verschiedenen Gründen keinen Tee mehr daraus trinken möchte. Dem Sempervivum ist das egal, es wächst auch so. Der besondere Clou: Nach einem ausgiebigen Regen kann man die Gefäße noch als Gießkanne benutzen.
Diese hübsche Tonschale mit der Aufschrift "Marmelade" ist ein Fundstück vom Sperrmüll und leider inzwischen doch ihrem ursprünglichen Bestimmungsort zurückgeführt worden, denn sie brach nach immerhin 5 Jahren klaglosen Dienstes einfach entzwei. Ob es dem Frost oder der unglaublichen Sprengkraft von Sempervivum geschuldet ist, werde ich wohl nie erfahren. Schade ist es allemal, denn es war die Schale, in der die kleinen Hauswurzen zur Höchstform aufliefen. Der Aufschrift nach hätten natürlich rote Rosetten am besten gepasst, vielleicht hat die Schale deshalb aufgegeben.
Erinnert sich noch jemand an die alten metallenen Mülltonnen, die es früher einmal gab? Die suche ich noch, seit ich sie in Amsterdam bepflanzt gesehen habe:
Aber leider findet man solche Schätze längst nicht mehr einfach so auf dem Sperrmüll. Bleibt nur der Gang auf den Dachboden.



