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Samstag, 5. Juni 2021

Das Häubchen

Gartenabfälle in den Wald zu kippen ist so günstig wie verboten. Trotzdem findet man immer wieder wilde Müllkippen, die hauptsächlich aus Grasschnitt in der Größenordnung eines Fußballplatzes oder Heckenschnitt diverser, anscheinend kilometerlanger Koniferenhecken bestehen. Manchmal finde ich auf solchen Haufen auch weggeworfene Stauden, trotzdem ist so ein Anblick nicht erfreulich, auch für die Natur nicht, die solche Ansammlungen an modrigem Rasen erst einmal verdauen muss.

Bisher war mir aber die Entsorgung eines ganzen Hausstands noch nicht untergekommen. Das stinkt immerhin nicht so wie ein Haufen vor sich hin gärenden Grasschnitts. Auf dem Waldweg sah es jedenfalls aus wie nach einem Polterabend: Zerdeppertes Geschirr lag einträchtig, aber kaputt, neben Tonscherben und Haushaltskeramik. So fährt sich ein Auto auch die nächsten Jahrzehnte dort nicht mehr fest.

Draußen nur Kännchen? Neben den Trümmern einer Kaffeekanne aus Porzellan stand noch eine passende Tasse, randvoll mit Regenwasser, hier war schon ein richtiges Biotop entstanden. Aber auch der Deckel der geblümten Kanne hatte den Sturz überstanden. Und den habe ich einfach mal mitgenommen.

Wieso, weshalb, warum? Das Purzel-Porzellan dient nun als Schutzkappe für meine Augen. Denn wenn ich mal wieder Tomaten auf den Augen habe, möchte ich beim Wühlen in den Beeren nicht unsanft in das angespitzte Ende einer Staudenstütze oder eines Tomatenstabs gucken. Das kann böse Folgen haben, also lieber Deckel drauf.


 


Sieht auch ganz nett aus und thematisch passend zum Blümchengarten. Außerdem kann man die Haube noch mit Moos ausstopfen als Ohrwurmdomizil.


Wie man hier sieht, lässt sich die Biene nicht irrtieren und weiß die echte von der aufgemalten Blume zu unterscheiden:

Alternativ eignen sich als Augenschutz auch kleine Töpfe oder leere Schneckengehäuse.

 

So bleibt beim Gärtnern mit Tunnelblick garantiert jedes Auge trocken!

Samstag, 13. Juni 2015

Zerbrechliches

Es gibt ein paar drängende Fragen, die sich frau im Sommer stellt. Diese können es zugegebenermassen allesamt nicht mit der Problematik des fehlenden Weltfriedens oder der Dürre in Ostwestfalen aufnehmen.

Stattdessen kreisen die Gedanken um Themen wie: Was verschenke ich zur Hochzeit, wie dekoriere ich den Gartentisch bei der Grillparty oder was bringe ich zu genau so einer Veranstaltung als Geburtstagsgeschenk mit? Dazu kommen noch Vermeidungsstrategien für einige banale Tätigkeiten, zu denen man sich im Sommer nur schwerlich aufraffen kann: Muss ich das ganze Altglas wirklich jetzt schon aus dem Haus schaffen? Sollte ich das alte, lückenhafte Geschirr tatsächlich entsorgen? 

Und dies ist nur eine kleine Auswahl an Problemen. Zum Glück gibt es nun ein Buch, das einiger dieser Fragen zufriedenstellend beantwortet und sogar verhindert, dass wir bei sommerlicher Hitze zum müffelnden Altglascontainer laufen müssen.

Das Buch heißt Porzellanfieber - Kreative DIY-Projekte mit Geschirr, Glas und Vintage-Porzellan von den Bloggerinnen Jutta Handrup und Maike Hedder, erschienen im Verlag LV-Buch.


Die Projekte lassen wirklich keine Wünsche offen - sowohl aus blumigen alten Tassen und Tellern, die man vielleicht noch auf dem Dachboden oder dem Trödelmarkt findet, als auch mit modernen schlichten Varianten entstehen kleine Schmuckstücke. Sie lassen sich gut verschenken oder im Garten verwenden.

Es wird gemalt, beschriftet, betoniert, geklebt und gebohrt, was das zerbrechliche Zeug hält. Die Ergebnisse sind stets verlockend fotografiert. Altglas wird ebenfalls nicht entsorgt, sondern mit Milchglaseffekt oder anderen Aufwertungen versehen und zum Windlicht oder zur Vase gemacht. Ein Blick in die Müllsammlung lohnt hier allemal.

Einfache Projekte habe ich gleich mal nachgestellt: Süßigkeitenständer aus Tasse und Untertasse, die sich hier in ungewohnter Weise begegnen:

Kaffeetasse als Blumenvase:


Tasse baumelnd im Kranz aus Efeu- und Weinranken (hier wurde aus dem Porzellan plötzlich Purzellan, aber die Staudenwicke hat den Sturz weich abgefedert):

Und an den mit Porzellanfarbe bemalten Teller im Melonen-Look habe ich mich auch noch heran gewagt:



Das Lesen und Nacharbeiten hat mir viel Spaß gemacht. Und für die nächste Grillparty habe ich jetzt schon ein paar Ideen mehr!