Totholz liegt nur faul rum, nimmt Platz weg und blüht noch nicht mal. Das kann man erstmal so stehenlassen, allerdings erwacht es bald zum Leben und dann wachsen kleine und größere Pilze aus ihm hervor - und wenn es soweit ist, kann man schon sagen, dass das Totholz eben doch blühen kann! Viele dieser Mini-Pilze, die sich besonders gern ansiedeln, sind bunt oder bizarr, und man kann sie auch oft im Garten begrüßen.
Ich habe mich in den letzten Wochen mal mit den winzigen Holzzersetzern beschäftigt und einige fotografieren können. Zum Größenvergleich habe ich die Kugelspringer gebeten, sich doch bitte einmal daneben zu stellen, was sie auch mehr oder weniger bereitwillig getan haben. Die sind einfach so niedlich wie nett!
Für manche der Pilze muss es nicht mal ein ganzer Baumstamm sein, ihnen reicht schon ein Stück Ast, das beim Zweige-Schreddern entstanden ist und als Mulch auf dem Beet herumliegt. Hier kann sich schnell eine Population breitmachen und dafür sorgen, dass die Asthäcksel noch schneller zu Humus werden.
Eine der häufigsten holzzersetzenden Pilze, die in Totholz leben, ist die Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon), die sogar ganz schwach leuchten kann! Sie hat einen schwarzen Stiel und weiße Sporenträger, die wirklich oft an ein Geweih erinnern. Wenn man ihnen zu nahe kommt, fliegen die weißen Sporen in alle Richtungen davon.
Sie liebt jede Art von Laubholz, Nadelbäume mag sie aber gar nicht. Ich finde sie regelmäßig auf den selbstgemachten Holzhackschnitzeln. Auch Baumstämme besiedelt sie und bald schon sieht das Holz aus wie ein Hirschrudel zur Brunftzeit.
Der nächste Kandidat sieht schon eher aus wie ein richtiger Pilz, wenn auch richtig winzig: Der Zarte Helmling (Mycena adscendens) macht seinem Namen wirklich alle Ehre.
Er ist gespenstisch weißlich mit ganz wenigen Lamellen. Auch er besiedelt liegendes Totholz und nimmt sich selbst kleinste Bröckchen vor. Bei mir im Garten ist er ein gern gesehener Gast und für die Kugelspringer gibt er die Stehlampe.
Der Laubholzhörnling (Calocera cornea) scheint geradezu zu leuchten wie orangefarbene Luftschlangen. Er wird auch Ziegenbart genannt, aber den Namen muss er sich mit anderen Pilzen, vor allem orangefarbenen Korallen, teilen.
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| Mit Kugelspringer |
Er frisst feuchtes Laubholz und wäre sogar essbar - aber die Ernte ist bei der Größe doch ein bisschen mühselig.
Die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme) kann man mit Ästen und Stämmen von Buche in den Garten locken, eine verwandte Art braucht Erle oder Hasel. Wenn ihr das Totholz zusagt, besiedelt sie es gern gleich mal flächendeckend, um ihre Besitzansprüche geltend zu machen.


Sie scheint schwarze Sporen abzusondern, denn man sieht oft Kugelspringer mit Borsten am Po, die wie in Tinte getunkt aussehen. So verbreiten die kleinen Knutschkugeln den Pilz.














Guten Morgen liebe Elke,
AntwortenLöschenda werde ich doch mal mit der Lupe durchs Totholz kriechen, damit ich auch mal die putzigen Kugelspringer samt Stehlampe beobachten kann.
Faszinierend, wieviel Leben es da im Geheimen gibt! Sind denn diese Kugelspringer mit bloßem Auge überhaupt erkennbar ? Ich habe da jetzt keine Größenvorstellung.
Viele Grüße
Inge
Hallo Inge,
Löschenman kann sie mit bloßem Auge sehen, sie sind bis 2 mm groß.
Viele Grüße
Elke
Liebe Elke, diese Verbindung aus Demo-Zwecken war keine gute Idee, ich hatte nur Augen für Deine putzigen Kugelspringer. Pilze in dieser Größe, Flechten und Moose gehören in Wurzerlsgarten (unbiologisch natürlich) absolut ins Feenreich. LG Wurzerl
AntwortenLöschenDa sind sie ja wieder, deine kleinen Freunde! Auf so winzige Pilze habe ich bisher nie geachtet. Da werde ich mal genauer hinschauen.
AntwortenLöschenViele Grüße
Susanna
Liebe Elke,
AntwortenLöschendeine Kugelspringer sind für mich immer der Hingucker schlechthin. Ich habe immer noch keine entdecken können. Vielleicht muss ich unser Totholz in Zukunft mal mit der Lupe betrachten. Deine kleinen Pilze sind aber auch sehr interessant. Wir haben ihre größeren Verwandten zuhauf in der Wiese. Aber einige auch am Totholz. Im Moment bin ich aber wieder begeisterte Vogelbeobachterin.
Herzliche Grüße und noch ein schönes Wochenende weiterhin
Elke
Mal wieder sehr coole Fotos! Wir haben tatsächlich auch sehr viele verschiedene Pilz im Garten, allerdings keine deiner gezeigten Arten. Zumindest habe ich die noch nicht entdeckt. Dafür aber überraschend viele andere, die sich teilweise nur kurz blicken lassen. Totholz ist so gar kein passender Name 😄
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
Genau betrachtet ist Totholz kein Totholz, sondern voller Leben. Man muß nur genauer hinschauen. Kugelspringer, danach muß ich wohl noch genauer hinschauen. Ich hatte neulich in meinem Blog das Haareis vorgestellt, dass man ja am Totholz findet.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Edith
Bei der Kugelspringer Sichtung hatte ich bisher ein paar Mal Erfolg, wenn man Laub, dass schon eine Weile so da liegt, Blatt für Blatt laaaaangsam umdreht. Langsam, weil sie tatsächlich springen, die Kugelspringer :) viel Glück!
AntwortenLöschenNa, Elke, da hast Du doch die Kugelspringer bestochen 😉 Die haben ja genau passend wie die eifrigsten Models posiert. Super Bilder!
AntwortenLöschenSonntagsgrüße von Marianne
prima deine bilder * diese winzigkleine lebenwesen sind ja fabelhaft !
AntwortenLöschenlg mo
So spannend, welch winzige Lebewesen und niedliche Pilze rund um das Totholz zu finden sind...wieder mal tolle Bilder von dir.
AntwortenLöschenFand es auch prima, dich anlässlich deines Vortages getroffen zu haben.
Lieben Gruß von Marita
Sind Kugelspringer eigentlich Frostfest oder überwintern sie als Ei? Ich habe nämlich neulich keine mehr entdecken können...
AntwortenLöschenDie Arten, die im Winter die Laubstreu zersetzen, sind absolut frostfest. Sie haben den Sommer als Ei verbracht und sind den ganzen Winter über aktiv. Wenn es zu kalt, wird verkriechen sie sich nach ganz unten und sind sofort wieder da, sobald es wärmer wird.
LöschenDanke! Tatsächlich war das Laub, in dem ich suchte, oben angefrohren mit Eiskristallen
LöschenDa waren sie dann wohl tiefer versteckt :)
Wie auf einem anderen Planeten. Sehr interessant, was alles im Geheimen unter meinem alten Stapel Totholz lebt. Deine Bilder sind grandios und machen Lust, einmal selbst mit der Lupe zu forschen.
AntwortenLöschenHerzlichst Anette
Totholz ist wirklich faszinierend, wie Deine Bilder eindrucksvoll zeigen! Ich hatte ein Stammstück im Garten, bei dem am Schluss nur die Rinde übrig war. Das Holz hatte die Natur richtiggehend zermahlen. Ich war immer wieder fasziniert, wie sich der Stamm förmlich aufgelöst hat.
AntwortenLöschenEin schönes Wochenende wünscht Dir
Margit
hach die sind so niedlich
AntwortenLöschenund ich habe immer noch keine gesehen..
ich habe aber auch irgendwie nicht die Geduld dazu genauer zu schauen
aber du zeigst sie uns ja so genial ;)
adventliche Grüße
Rosi