Wie heißt es so schön: Wer nicht fragt bleibt dumm. Und: Probieren geht über studieren. Im Garten probiere ich ganz oft etwas aus und frage auf halbem Wege nach, ob das Unterfangen überhaupt Sinn hat, bevor ich mein Herz an etwas hänge, was zum Scheitern verurteilt ist. Meine Frage ist in diesem Fall ganz konkret: Kann man jeden Kohl aus Stecklingen vermehren? Und geht das auch im Herbst noch?
Beim Ewigen Kohl oder Markstammkohl, kurz, allen Varietäten, die keine Samen bilden, scheint die Sache klar: Kann man auf jeden Fall über Stecklinge vermehren. Aber was ist mit Rosenkohl oder Flower Sprouts, die ja nichts anderes sind als explodierter Rosenkohl oder Röschen mit Bad-Hair-Day? Die bestehen unter dem Battschopf, da, wo die Röschen sind, aus nichts anderem als Stiel. Das ist sehr dicker Stiel. Kann der Wurzeln bilden?
Diese dumme Frage stellte ich mir, als ich auf einem Komposthaufen im Herbst herrlich lila Strünke mit kleinen Knospen dran fand. Zuerst interessierten die mich nur, weil Kugelspringer darauf saßen und fantastisch aussahen auf dem violetten Untergrund.
Dann aber wollte ich es wissen: Können die Strünke wiederbelebt werden? Also habe ich sie mit nach Hause genommen (sorry, Kompost) und im Kübel in Erde gesteckt, bis nur noch ein paar Zentimeter hinaus ragten.
Und dann erschienen mit der Zeit tatsächlich entzückende kleine Flower Sprouts. Aber sind da auch Wurzeln unten dran oder leben die nur von der Restenergie der dicken Stiele? Also habe ich im Internet recherchiert, aber es war immer nur die Rede von Ewigem Kohl. Nur eine einzige, etwas dubiose englische Seite behauptete, das ginge auch mit Rosenkohl. Aha!
Nun, also doch besser probieren statt studieren. Das Experiment sieht jetzt im März durchaus hoffungsvoll aus. Ausgraben tu ich die Dinger lieber nicht, um zu schauen, ob da Wurzeln entstanden sind. Ich könnte jetzt immerhin ein paar Flower Sprouts ernten, aber das wäre zu voreilig - vielleicht wird der ganze Strunk ja noch viel größer und blüht sogar noch?
Als Nachbarn haben die Experimente selbst gesäten Blut-Ampfer und eine Pastikake aus dem Bioladen, die ich einfach nicht kochen konnte, weil sie schon ausgetrieben hatte.

Was meint ihr - verpasse ich gerade die Gelegenheit, ein paar Flower Sprouts zu essen zu bekommen, oder wird das am Ende noch viel mehr?









Da ich deine Adresse kenne, werde ich mein Lieblingskaninchen mal vorbei schicken, dann weiß ich, dass das Experiment gescheitert ist! ;-))
AntwortenLöschenTja, bei dir wird auch der letzte Rest verwertet, mich wundert nur, dass du noch Platz hast in deinem Garten.
Der Kugelspringer ist wunderbar in Szene gesetzt!
LG von ALeXa
Mit Gemüse kenne ich mich nicht da, da wage ich keine Prognose, aber ich drücke dir und deinen Sprouts die Daumen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Susanna
Guten Morgen, Elke.
AntwortenLöschenDie Bezeichnung Flowersprouts lese ich gerade erst zum zweiten Mal. Gestern oder vor ein paar Tagen bei Ingrid, der Pfälzerin. Da dachte ich aber noch, dass das eine eigenständige Pflanze sei. Deine Experimente sind immer hochinteressant. Aber ich frage mich, ob du generell mit einer Lupenbrille durch die Gegend läufst. Ich staune,
wo du überall diese winzigen Kugelspringen entdeckst. Ich habe noch immer keinen einzigen gesehen, obwohl ich mich neuerdings bei altem Laub und auch auf dem Komposthaufen immer wieder danach umschaue.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Elke
Liebe Elke,
AntwortenLöschenda sieht man doch gleich, weshalb du dich der Naturwissenschaft verschrieben hast. Dein Forscherdrang scheint nicht nachgelassen zu haben.
Die Erforschung der Spross - Kohl - Bewurzelung wäre vielleicht auch ein Thema für " Jugend forscht. "
Ich kenne mich leider mit der Bewurzelung von Gemüse nicht aus, ich hoffe aber, dass du mit deinen Experimenten Erfolg hast. Wenn es nicht klappt, ist da ja noch der Komposthaufen ...
Viele Grüße
Inge
Ich weiß es nicht, aber wer wissenschaftlich vorgeht wie Du, der wird sicher nicht um eines schnellen kurzen Vergnügens willen, das mögliche kulinarische Ende verpassen wollen. Denk auch an den entzückenden Kugelspringer, der sich auf lila genauso wohl fühlt wie auf dem roten Teppich. LG Wurzerl
AntwortenLöschenMan wundert sich, was alles weitersprosst wenn man es denn lässt. Sicherlich schmecken die jungen Sprossen sehr lecker, da steckt ja noch das ganze Leben drin, den Kugelspringer vorher abschütteln.
AntwortenLöschenLiebe Sonntagsgrüße
Edith
schön deine experimente mit gemüse * habe übrigens meine kohlpflanze die nicht gut in einem topf wuchs in der erde vor der kälte gepflanzt und jetzt bringt sie viele blätter (ist für tierenahrung ?) aber sie fängt auch an zu blühen (hatte eine zierkohlpflanze über mehrere jahre in einem topf draussen gehabt ...
AntwortenLöschenund blühten sollen sehr gesund sein ?
lieber gruss
mo
Hallo Elke,
AntwortenLöschenimmer wieder interessant, was Du alles ausprobierst. Aber egal wie das Experiment endet, man lernt ja immer noch dazu. Und vielleicht wirst Du am Ende ja wirklich mit einem ganz besonders leckeren Mittagsmahl belohnt.
Viele Grüße von Marianne
Hallo Elke, Gemüse ist ja absolut nicht mein Metier und daher kenne ich mich damit nicht aus. Cool finde ich ja wieder dein Foto vom winzigen Kugelspringer, toll fotografiert.
AntwortenLöschenFür Samstag haben wir uns den Besuch des Schneeglöckchenfestes vorgenommen, schaun wir mal wie das Wetter dann wird.
Einen lieben Gruß von Marita
Ich meine, allein, dass die Strünke so schön austreiben und Blättchen zu ernten wären, ist ein Riesenerfolg!! Bin gespannt, wie es weitergeht.
AntwortenLöschenWieder ein sehr interessanter Beitrag! Man sollte wirklich (fast) nichts Pflanzliches einfach wegwerfen, wenn man einen Garten hat...
Liebe Grüße
auf so eine Idee wäre ich gar nicht gekommen ;)
AntwortenLöschenaber ich habe von Gemüse eh wenig Ahnung
der Kugelspringer ist wieder so niedlich
ich bin gespannt wie dein Experiment ausgeht
liebe Grüße
Rosi