Jetzt ist es passiert: Ich kann nicht mehr über den Rasen gehen, ohne Gefahr zu laufen, eine Elfe zu zertreten. Zumindest nicht rechts herum. Die der Sonne zugewandte Seite des Gartens ist fest in der Fuchtel eines elfengleichen Platzhirsches, der allem seinen rosa Farbgeschmack aufdrückt: Endlich habe ich es geschafft und die Elfen-Krokusse (Crocus tommasinianus) sind so flächendeckend vertreten, dass sie schon ein Verkehrshindernis darstellen.
Wenn man die Bilder mit denen von vor fünf Jahren vergleicht, hat sich in der Krokusdichte doch einiges getan. Vorletzten Winter habe ich ja auch noch geschenkte 'Barr's Purple' dazugesetzt.
Diese Asymmetrie in meiner Gartengestaltung liegt daran, dass ich die kleinen Kerle ihnen zuliebe als erstes in die Sonne gepflanzt habe. Sie sind sich aber trotzdem nicht zu fein, auch die Schattenseite zu besetzen, das dauert nur, weil sie das über Samen tun und es dort kälter ist, sie sich also langsamer entwickeln als die begünstigten Kollegen.
Manchen Unglücksraben habe ich schon umgetreten, als er noch im grasgrünen Stadium war.
Man muss zum Elfen-Krokus anmerken, dass er aus Südeuropa stammt und somit das Prädikat Neophyt bekommen muss. Das scheint aber niemanden zu stören, alle haben ihn lieb. Der netteste Neophyt der Welt gehört irgendwie schon längst zum Stadtbild und erhält und vermehrt sich ganz ohne menschliche Hilfestellung. Wie sonst wäre zu erklären, dass er plötzlich an allen möglichen Ecken auftaucht - unter Hecken, in Gebüschen und auf Rasenflächen?
Eben war da noch gar nichts, plötzlich ist da eine kleine Gruppe von rosa Zwergen. Auch dort, wo definitiv keine Erdbewegungen stattgefunden haben. Das müssen die Kleinen also nur mit Samen und Ameisen geschafft haben. Aber da jeder weiß, dass Ameisen den Samen auch nicht kilometerweit transportieren, will gut Ding Weile haben. Aber einmal etabliert explodieren die Bestände geradezu.
Bei uns im Park gibt es eine Stelle unter Bäumen, wo sich ein regelrechter Krokus-Teppich gebildet hat.
Da die Elfen aber zart sind und früh wieder einziehen, nehmen sie heimischen Pflanzen vermutlich nicht viel weg und für die Insekten sind die neophytischen Krokussen im Februar oft die einzige Nahrungsquelle, wenn es früh im Jahr warm wird. Denn Crocus tommasinianus ist ein Frühaufsteher und blüht vor allen anderen Geophyten auf, nur Schneeglöckchen, Märzenbecher und wenige andere Krokusse, die aber nicht zu Massenbeständen neigen, sind schon mit von der Partie.
Der gelbe hier ist schon sehr alt, aber er vermehrt sich nicht:
Im Garten kommen Honigbienen, Hummeln und der Zitronenfalter gern zu den Blüten. Diese Männchen ist Stammgast, man kann es gut an dem Loch in den Flügeln erkennen.
Die Blüten brauchen Sonne, um aufzublühen. Wenn sie zugeklappt sind wie ein Regenschirm fallen sie kaum auf - und dann bemerkt man den nettesten Neophyten der Welt auch gar nicht...


















Wie hübsch! Und was für tolle Fotos... vor allem die vom Krokusteppich im Park sehehn echt aus wie aus der Elfenwelt. Bei uns sind die noch nicht verwildert, aber täten sie's, wäre ich nicht sauer!
AntwortenLöschenLG
Centi
Guten Morgen Elke,
AntwortenLöschenwow, sind das schöne Bilder. Die zarten Elfenkrokusse sind mir die liebsten von allen. Bei uns fangen sie endlich auch an, sich zu verbreiten.
Liebe Grüße
Susanna
Liebe Elke,
AntwortenLöschenwie schön, dass es die zarten Elfen auch bei dir gibt. Unseren Bienen ist es völlig egal, ob das nun Neophyten sind oder nicht. Sie lieben sie. Zusammen mit tausenden Winterlingen und Schneeglöckchen erfreuen sie uns im ganzen Garten, man ist oft überrascht, wo sie überall auftauchen. Sogar bis in die Schafweide haben es einige geschafft - die Schafe fressen sie nicht, das ist schön. Der Einzige, der sich ab und zu über die Krokusse beschwert, ist mein Mann, weil er einige Gartenteile nicht mehr betreten darf.
Es ist nur ein kurzer Auftritt, den die schönen Frühblüher haben, aber nach diesem langen Winter freuen wir uns besonders darüber.
Viele Grüße
Inge