Samstag, 28. Februar 2026

Der netteste Neophyt der Welt

Jetzt ist es passiert: Ich kann nicht mehr über den Rasen gehen, ohne Gefahr zu laufen, eine Elfe zu zertreten. Zumindest nicht rechts herum. Die der Sonne zugewandte Seite des Gartens ist fest in der Fuchtel eines elfengleichen Platzhirsches, der allem seinen rosa Farbgeschmack aufdrückt: Endlich habe ich es geschafft und die Elfen-Krokusse (Crocus tommasinianus) sind so flächendeckend vertreten, dass sie schon ein Verkehrshindernis darstellen.

Wenn man die Bilder mit denen von vor fünf Jahren vergleicht, hat sich in der Krokusdichte doch einiges getan. Vorletzten Winter habe ich ja auch noch geschenkte 'Barr's Purple' dazugesetzt.

Diese Asymmetrie in meiner Gartengestaltung liegt daran, dass ich die kleinen Kerle ihnen zuliebe als erstes in die Sonne gepflanzt habe. Sie sind sich aber trotzdem nicht zu fein, auch die Schattenseite zu besetzen, das dauert nur, weil sie das über Samen tun und es dort kälter ist, sie sich also langsamer entwickeln als die begünstigten Kollegen.











Manchen Unglücksraben habe ich schon umgetreten, als er noch im grasgrünen Stadium war.

Man muss zum Elfen-Krokus anmerken, dass er aus Südeuropa stammt und somit das Prädikat Neophyt bekommen muss. Das scheint aber niemanden zu stören, alle haben ihn lieb. Der netteste Neophyt der Welt gehört irgendwie schon längst zum Stadtbild und erhält und vermehrt sich ganz ohne menschliche Hilfestellung. Wie sonst wäre zu erklären, dass er plötzlich an allen möglichen Ecken auftaucht - unter Hecken, in Gebüschen und auf Rasenflächen?

Eben war da noch gar nichts, plötzlich ist da eine kleine Gruppe von rosa Zwergen. Auch dort, wo definitiv keine Erdbewegungen stattgefunden haben. Das müssen die Kleinen also nur mit Samen und Ameisen geschafft haben. Aber da jeder weiß, dass Ameisen den Samen auch nicht kilometerweit transportieren, will gut Ding Weile haben. Aber einmal etabliert explodieren die Bestände geradezu.

Bei uns im Park gibt es eine Stelle unter Bäumen, wo sich ein regelrechter Krokus-Teppich gebildet hat.




Da die Elfen aber zart sind und früh wieder einziehen, nehmen sie heimischen Pflanzen vermutlich nicht viel weg und für die Insekten sind die neophytischen Krokussen im Februar oft die einzige Nahrungsquelle, wenn es früh im Jahr warm wird. Denn Crocus tommasinianus ist ein Frühaufsteher und blüht vor allen anderen Geophyten auf, nur Schneeglöckchen, Märzenbecher und wenige andere Krokusse, die aber nicht zu Massenbeständen neigen, sind schon mit von der Partie.

Der gelbe hier ist schon sehr alt, aber er vermehrt sich nicht:

Im Garten kommen Honigbienen, Hummeln und der Zitronenfalter gern zu den Blüten. Diese Männchen ist Stammgast, man kann es gut an dem Loch in den Flügeln erkennen.

Die Blüten brauchen Sonne, um aufzublühen. Wenn sie zugeklappt sind wie ein Regenschirm fallen sie kaum auf - und dann bemerkt man den nettesten Neophyten der Welt auch gar nicht...


18 Kommentare:

  1. Wie hübsch! Und was für tolle Fotos... vor allem die vom Krokusteppich im Park sehehn echt aus wie aus der Elfenwelt. Bei uns sind die noch nicht verwildert, aber täten sie's, wäre ich nicht sauer!
    LG
    Centi

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  2. Guten Morgen Elke,
    wow, sind das schöne Bilder. Die zarten Elfenkrokusse sind mir die liebsten von allen. Bei uns fangen sie endlich auch an, sich zu verbreiten.
    Liebe Grüße
    Susanna

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  3. Liebe Elke,
    wie schön, dass es die zarten Elfen auch bei dir gibt. Unseren Bienen ist es völlig egal, ob das nun Neophyten sind oder nicht. Sie lieben sie. Zusammen mit tausenden Winterlingen und Schneeglöckchen erfreuen sie uns im ganzen Garten, man ist oft überrascht, wo sie überall auftauchen. Sogar bis in die Schafweide haben es einige geschafft - die Schafe fressen sie nicht, das ist schön. Der Einzige, der sich ab und zu über die Krokusse beschwert, ist mein Mann, weil er einige Gartenteile nicht mehr betreten darf.
    Es ist nur ein kurzer Auftritt, den die schönen Frühblüher haben, aber nach diesem langen Winter freuen wir uns besonders darüber.
    Viele Grüße
    Inge

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  4. Ach wie schön!! Ich mag Krokusse sehr gerne und habe seit wenigen Jahren auch einzelne im Garten, vielleicht werden sie ja mehr...

    Hast du jemals die Krokus-"Teppiche" in lila und weiß in den Bergen gesehen? Kaum ist im Frühling der Schnee auf Almwiesen halbwegs weggeschmolzen, sind auch schon die Krokusse da. Das ist auch eine Pracht!
    (https://fliederbaum.blogspot.com/2019/06/alpenblumen-und-huttensoulfood.html)
    lg

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  5. Guten Morgen liebe Elke,
    so ähnlich sieht es im Moment auch bei uns aus. So einen Krokusteppich konnte ich vorgestern am Liederbach bewundern und auch bei uns im Garten werden es immer mehr. Noch stehen sie nicht flächendeckend in der Wiese, ich kann sie noch gut "umschiffen". Den Blick für die kleinen Schönheiten haben aber leider noch nicht alle in der Familie 😕. Deshalb wäre flächendeckend auf Dauer nicht schlecht. Das wird sicher auch weitergehen. Wir haben viele Ameisen im Rasen und die sind es wohl, die die Samen verschleppen. Denn es sind nicht nur die Elfenkrokusse, die sich ausbreiten, auch die anderen Sorten finde ich plötzlich überall und nirgends. Und freue mich. Auch die Schneeglöckchen wandern in die Wiese aus. 🥾🥾
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
    Elke

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  6. Liebe Elke, ich habe auch Lila Krokusse, aber eher immer die Zwiebeln im Baumarkt mitgenommen, bevor sie keiner mehr kauft. Lila sind sie, aber ob sie Elfe sind, weiß ich nicht, da muss ich wohl noch ein paar Frühlinge warten. Mih beschäftigt gerade ein anderer Neophyt, der Winterschneeball, der mit seinen rosa Blüten schon seit Mitte Januar im Einsatz ist, wird umschwirrt von zahlreichen Hummelköniginnen und Schmetterlingen. Finden die da wirklich Nektar, oder ist das ein Bluff? Viele Grüße, Nina

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    1. Liebe Nina, der Winterschneeball ist als Nektarspender super beliebt bei Schmetterlingen, Hummeln und auch bei Pelzbienen, da gibt es viel zu holen und er ist sehr empfehlenswert für die blütenarme Zeit.
      Viele Grüße
      Elke

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    2. Dann ist ja gut, dass ich gleich zwei davon habe! Danke!

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  7. Da sieht man doch wieder mal deutlich, was für ein "Schmarrn" diese hundertprozentige Ablehnung von Neophyten ist. In meinem Garten sind sie allerdings gefährdet. Sie hatten die Wiese zu 80 % mit Beschlag belegt, einige Cyclamen und ein paar Winterlinge, schauten vom Randbereich dem Treiben zu. Inzwischen sind die Winterlinge überfallartig in die Wiese eingefallen und belegen inzwischen 50 %. 10 % der Elfen haben sich in die Beete verkrümelt, 20 % haben vor der Übermacht kapituliert. Aber schön sind sie Alle und wie Du schon schreibst, Ursache für das wunderbare Brummelkonzert der Bienen, denen schmeckt es. LG Wurzerl

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  8. Zauberhafte Fotos, liebe Elke, ich freu mich immer sehr, wenn ich solche Frühblüher Teppiche sehe. Der Frühling ist da! Hab einen schönen Sonntag, liebe Grüße vom Niederrhein, Loni x

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  9. Toll, wenn sich die zarten Elfen zu richtigen Teppichen entwickeln!
    Bei mir wachsen sie sogar unter der riesigen Esche vor dem Haus. Und das, obwohl dort dichtes Wurzelwerk und kaum Erde überwiegen.
    Viele Grüße von
    Margit

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  10. So ein riesiger Teppich hat schon was Märchenhaftes und deine Fotos sind wirklich wunderschön geworden. Den Insekten ist es offensichtlich egal, welche Herkunft eine Pflanze hat, solange sie Nahrung liefert. Und wenn sich die neue Nahrungsquelle dann auch noch so gut integriert und das bestehende Angebot nicht verdrängt, kann man nur hoffen, dass sich noch mehr Wiesen "infizieren". Ich für meinen Teil würde mich über noch mehr Krokusse im Garten freuen.
    Liebe Grüße!

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  11. Hach, von solch einem Krokusteppich mit zauberhaften Elfen träume ich noch...wunderschöne Bilder hast du uns mitgebracht.
    Einen lieben Sonntagsgruß von Marita

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  12. Nicht ganz so dicht, aber schon üppig sind die Elfen auch vertreten auch bei uns vertreten, auch alle im Rasen. Nun bekommen sie Konkurenz, die Veilchen kommen und die beanspruchen ebenfalls Rasengelände. Mir geht es wie dir, ich "stelze " über den Rasen, um alles zu schonen. Heute hatte sich eine Holzbiene im Wintergarten verflogen, die erste in diesem Jahr, ich habe ihr geholfen wieder den Weg ins Freie zu finden. Danach folgte noch ein Zitronenfalter, der brauchte auch Nachhilfe, aber zu einem Foto hat es nicht gereicht, zu quirlig.
    Liebe sonnige Sonntragsgrüße
    Edith

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  13. Hallo Elke,
    das ist ja schon die reinste Pracht bei Dir. Hier treten die Elfen gerade noch eher zögerlich ans Licht. Aber wenn ich so die grünen Spitzen sehe, dann könnte es auch in meinem Garten ein hübscher dichter Krokusteppich werden.
    Herzliche Sonntagsgrüße von Marianne

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  14. Du hast recht, Elke. Ich habe die Elfen auch lieb, Neophyt hin oder her. Und der kleine gelbe, der sich kaum vermehrt, ist anscheinend ein Muss im rosa Meer. Bei mir steht auch einer. Zu meiner Freude sind dieses Jahr mitten in den Elfen auch zwei weiße aufgetaucht. Sinnigerweise genau vor der Treppe. Ich laufe also jetzt Slalom, um die beiden nicht platt zu machen.
    Viele Grüße
    Claudia

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  15. Liebe Elke,

    ich schwelge in Deinen Bildern und Zeilen, so ein hübscher Neophyt ist doch gerne willkommen. Ich mag die Elfenkrokusse wahnsinnig gern, sie locken so viele Insekten an. Das mit dem Zitronenfalter ist irre, geniale Fotos.

    Ein sonniges Frühlingswochenende
    wünscht Dir
    Anke

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  16. hach wie schön
    was für zauberhafte Fotos
    ich hätte auch gerne welche
    aber ich habe noch keine Zwiebeln gefunden
    seltsam..wo sie doch so beliebt sind
    naja.. irgend wann wird es werden;)
    allerdings habe ich keinen Rasen
    LG
    Rosi

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