Stell dir vor, du bist in der Landes- und Denkmalhauptstadt Brandenburgs - Potsdam - und kannst kaum Fotos machen, weil es eiskalt ist und immer wieder regnet - und das in der Woche vor Ostern! Wir waren zum ersten Mal an der Alexandrowka und haben die uralten russischen Häuser gewissermaßen mit verstohlenen Blicken bewundert, damit die Brille nicht nass wird, aber es gibt kein einziges Bilddokument davon (weder von der nassen Brille, noch von der Alexandrowka und auch nicht von selbiger durch die nasse, aber nicht rosarote Brille). Dabei hatte die Wettervorhersage immer wieder Sonne versprochen, aber immer wieder wurde sie verschoben. Sonst werde ich im März immer schon hibbelig und bin im April unausstehlich, weil es normalerweise ab Ende Februar gar nicht mehr regnet und eher zu sonnig ist. Diesmal gab es an dieser (Wetter-)Front keinen Grund zum Klagen, eine Dürre wurde wirksam verhindert. Im Urlaub darf es dann schon mal ab und zu sonnig sein, finde ich.
Sogar die Wintergäste waren in Brandenburg noch lange nicht abgereist - Bergfinken, Rotdrosseln und Weißwangengänse machten einen verlängerten Urlaub dort.
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| Ein Schwarm sonniger Bergfinken vor trübem Himmel |
Die Freundschaftsinsel in Potsdam wirkte bei Kälte und Nässe dann auch gar nicht so freundlich wie sonst.
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| Krokus als Entfesselungskünstler |
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| Seidelbast |
Im Botanischen Garten inmitten des Parks Sanssouci, als man sich in die Gewächshäuser flüchten konnte, war es dann so weit: Die Sonne kam ganz kurz mal raus. Schon wirkten selbst die Rosenkohle vom letzten Jahr ganz frisch und fröhlich - wie aus dem Ei gepellt.
Die Sammlung panaschierter Pflanzen ließ zusätzlich die Sonne aufgehen. Die Weihrauchzeder 'Aureomarginata' ist ein wahrer Lichtblick mit überall angebrachten gelben Laubpartien und thront über einem bunten Ilex.
Sogar den Buchsbaum gibt es in einer seltenen gelb-grünen Variante Buxus sempervirens 'Argenteo marginata' - ob der Zünsler sich verwirrt gibt vor so viel Strahlkraft oder der Strauch einfach nur sehr gut geschützt wird von den Gärtnern?
Die Strauch-Pfingstrosen wirken so, als würden sie händeringend auf Wärme warten:
Der Schneeglanz blühte, während die Thunberg-Berberitze noch rosinenartige Früchte vom letzten Jahr an den Zweigen hatte:
Leberblümchen und alte Samenstände:
Zum Aufwärmen dann doch noch mal ins Gewächshaus - am liebsten hätte ich die Bergfinken mitgenommen, damit die sich auch mal kurz erholen können. Hier wird dann die Brille nicht vom Regen nass, sondern sie beschlägt wegen der teils hohen Luftfeuchtigkeit (das Kakteenhaus war ungefährlich).
Vorm nächsten Regenschauer waren wir dann auch wieder im Zug...

























Guten Morgen Elke,
AntwortenLöschenwie schade, dass dein Urlaub so verregnet ist. Wie gut, dass es die Gewächshäuser gibt. Das Weidengeflecht sieht toll aus. Wir haben noch einige Ruten vom Nachbarn. Ob die wohl noch biegsam sind? So schön krieg ich das sicher nicht hin, aber einen Versuch wäre es wert. Danke für die Inspiration!
Liebe Grüße
Susanna
Du musst die Weidenruten vor der Verarbeitug ein paar Tage einweichen, dann werden sie wieder biegsam!
LöschenAls Potsdamer lese ich deinen Bericht mit einer Art kameradschaftlicher Schadenfreude. Ja, die Wettervorhersage für diese Stadt darf man durchaus als kreatives Schreiben betrachten. »Teils sonnig« bedeutet hier mitunter: Es regnet nur von zwei Seiten gleichzeitig.
AntwortenLöschenDie Alexandrowka kenne ich gut – ein Ort, der so historisch aufgeladen und still ist, dass er eigentlich über dem Wetter zu stehen scheint. Offenbar hatte der Regen das nicht gelesen. Und die Freundschaftsinsel bei Kälte und Nässe? Tja – der Name ist da eher Programm für Optimisten.
Dass sich der Botanische Garten am Sanssouci-Park in ein nasses Wetter bestens fügt, weiß man hier. Die Gewächshäuser sind die stillen Gewinner jedes schlechten Aprils. Diese unterschätzte Kunst des Stadtlebens – irgendwo dazwischen warm werden, während draußen alles tropft – hat ihren eigenen Zauber.
Ron – der Potsdamer unter deinen Lesenden
Gerne kannst du auch einen Blick auf meinen Blog wagen :)
Von verregneten Urlauben kann ich ein Lied singen - oder ganze Arien... Man hat es einfach nicht in der Hand. Da ist so ein Gewächshaus eine super Sache und bei all den ungewöhnlichen Formen könnte ich da immer Stunden verbringen. Und ich liebe diesen typischen Geruch. Schöne Bilder hast du mitgebracht!
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
Liebe Elke,
AntwortenLöschendas mit dem Urlaubswetter ist wirklich so eine Sache - als wir vor vielen Jahren mal im Amazonasdschungel in Peru unterwegs waren, wurden wir von einem ungewöhnlichen Wetterphänomen überrascht. Es wurde schlagartig richtig kalt, wir haben inmitten tropischer Vegetation gefroren wie die Schneider. Wir haben dann erfahren, dass diese ungewöhnliche Kälte dort sehr selten, alle paar Jahre mal vorkommt. Aber es musste natürlich in unserem Urlaub sein. Und Gewächshäuser zum Aufwärmen gab es auch nicht. Bei deinem Ausflug konntest du dich wenigstens an den Gewächshäusern erfreuen, wenn auch durch beschlagene Brillengläser.
Viele Grüße
Inge
Tolle Fotos - bei vielen würde man nicht vermuten, dass sie unter so widrigen Bedingungen aufgenommen wurden. Ich finde auch immer, wegen mir darf es gerne viel regnen, vor allem nachts. Oder solange ich im Büro sitzen muss.
AntwortenLöschenLG
Centi
Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich das Wetter nicht nach dem Wetterbericht richtet. Aber es sind ja doch einige schöne Bilder entstanden.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Heike
Oh, Bergfinken habe ich noch nie gesehen. München liegt wohl nicht auf der Reiseroute. Mit panaschierten Gehölzen habe ich doch manchmal Probleme. Die Weihrauchzeder 'Aureomarginata' ist z.B. in meinen Augen optisch verunglückt. Man möchte die gelben Spitzen immer ausschneiden, weil es eher krank als schön ist in meinen Augen. Zum Buxus kann ich Dir sagen, dass ich schon mindestens vor 20 Jahren einen gelbgrünen und einen weißgrünen aus England mitgebracht hatte. Es hieß immer, die panaschierten wären safe vor dem Zünsler. Gut, es stimmte irgendwie auch - zumindest so lange der grüne noch vorhanden war. Als alles weg war, wurden auch die beiden panaschierten Buchse verspeist. LG Wurzerl
AntwortenLöschenOh je, das ist wirklich ärgerlich. Aber ein paar interessante Fotos hast du trotzdem mitgebracht. Bei uns war es bisher schon wieder zu trocken. Vorhin hat es mal etwas geregnet und es soll die nächsten Tage auch noch was nachkommen. Für den Boden und die Pflanzen wäre das nicht schlecht.
AntwortenLöschenHerzliche Grüße – Elke
Mit einem Wort, ins Wasser gefallen, das ist natürlich ärgerlich. Das liegt ja auch nicht bei dir gleich um die Ecke, dass du schnell mal wieder hin könntest. Interessantes ist dennoch dabei, besonders wenn es so lustig spannend beschrieben wird. Als wir einmal in Potzdam waren, war es uns in den Gewächshäusern fast zu warm.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Edith
Hallo Elke,
AntwortenLöschenja, so ist es mit Regen und Kälte, oft kommen sie genau dann, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann. Aber trotz dieses unerfreulichen Duos hast Du viel Interessantes per Foto eingesammelt. Am meisten haben mich ja die zahlreichen Bergfinken begeistert.
Einen herzlichen Sonntagsgruß schickt Dir Marianne
Wenigstens hat es mehr geregnet als bei uns im Osten von Ö, wo es wie so oft zu trocken ist (und mit Ausnahme vom Ostersonntag auch kalt). Im Gewächshaus blühen schöne Pflanzen, besonders die roten Glöckchen (?) sehen bezaubernd aus!
AntwortenLöschenlg
Mi spiace sentire del clima che hai trovato! Certo che però il parco è molto bello anche così! Chissà come è bello con il caldo primaverile.
AntwortenLöschenUn caro saluto.
Wir mussten auf Sizilien trotz März auch im Botanischen Garten ins warme Glashaus flüchten. Dort gabs dann wenigstens leckeren Cappuccino zum Trost. War wohl überall nicht der beste Monat zum Urlaub machen.
AntwortenLöschenIch würde sagen, die Blumenkohle sind lila Rosenkohle...:-)
LG Sigrun
Wie schade, dass der Besuch in Potsdam so ins Wasser gefallen ist...dennoch hast du uns schöne Bilder mitgebracht.
AntwortenLöschenEinen lieben Gruß und ein feines Wochenende wünscht dir Marita