Im Reihenhausgarten ist es ein Geben und Nehmen... Meine Pflanzen wachsen in die Nachbargärten, dafür kommen andere zu mir. Besonders gut zu beobachten ist dieses Miteinander an den Holztrennwänden an der Terrasse. Mein Wilder Wein (selbst aus Samen gezogen) hat mit den Jahren gut zugelangt und die obere Hälfte der Sichtschutzelemente beiderseits ganz professionell unter seine Fittiche genommen. Er beschützt meine metallenen Insektenhotels vor großer Sommerhitze und lässt genau dann genug Sonne an sie heran, wenn die Mauerbienen die Wärme im Frühjahr brauchen. Das Ganze sieht jetzt im September besonders grandios aus.
Von der anderen Seite, der des Nachbarn, kommen seit einiger Zeit noch andere Pflanzen, die zumindest mit ihren Auslegern gern rübermachen. Da wäre zum einen die Passionsblume, die jenseits der Grenze im Kübel auf der Terrasse residiert.
Zum anderen ist da noch ein ganz edles Geschöpf, das sich immer mehr Luftraum aneignet und sich wie eine Lawine über die Sichtschutzwand ergießt: Eine Clematis tangutica 'Anita'. Die ist auch so ein Gernegroß wie der Wilde Wein und sehr starkwüchsig, somit hat Parthenocissus in ihr endlich einen würdigen Gegner gefunden.
Zum anderen ist da noch ein ganz edles Geschöpf, das sich immer mehr Luftraum aneignet und sich wie eine Lawine über die Sichtschutzwand ergießt: Eine Clematis tangutica 'Anita'. Die ist auch so ein Gernegroß wie der Wilde Wein und sehr starkwüchsig, somit hat Parthenocissus in ihr endlich einen würdigen Gegner gefunden.
Passionsblume und Waldrebe sind einfach da, blühen bevorzugt auf meiner Seite, weil das die Sonnenseite des Lebens ist, und ich brauche mich gar nicht weiter um sie zu kümmern. Jemand anders gießt sie und ich muss nichts weiter tun, als ihre Gegenwart zu genießen. Das kriege ich hin, nichts leichter als das.
Mit den Jahren fällt mir immer mehr auf, wie unkompliziert die aparte 'Anita' ist. Sie ist die schönste Meterware der Welt, einfach immer obenauf und blüht ewig mit herrlichen kleinen weißen Blüten in rauen Mengen. Obwohl sich niemand sonderlich um sie bemüht, gedeiht sie prächtig. Ab und an vertrocknet mal ein Ast, aber im Grunde ist sie gesund und wüchsig.
Unter den Insekten sind es Honig- und Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge (im Bild ein Landkärtchen), die sich auf die Blüten stürzen. Durch die lange Blütezeit von Juli bis Oktober ist die Nektarquelle von der zuverlässigen Sorte, die sich die Honigbienen nur einmal merken müssen.
Die fluffigen Samenstände sind im Winter sehr kleidsam für meine Terrassenwand.
Die Dame braucht nur ordentlich Platz. Ihre meterlangen Ranken wollen einfach nicht enden und greifen sich alles, was sie auf ihrem Weg ans Licht finden können. Dafür bekommt man auch wirklich extrem viele Blüten für's Geld und der Meterpreis ist sehr niedrig.
Ich bin glatt versucht, mich an einem Absenker zu probieren, um sie vielleicht einmal ganz für mich allein zu haben.
Wer also eine Laube oder Pergola zu beranken hat, dem sei diese herrliche Sorte ans Herz gelegt. Ihr könntet sie natürlich auch dem Nachbarn empfehlen - das ist um Einiges bequemer...






