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Samstag, 19. August 2017

Der Fliegenbaum

Wer den Film "Die Fliege" mochte oder sich beim Anblick der Schwärme in Hitchcocks "Die Vögel" wohlig gegruselt hat, der muss unbedingt diesen Strauch im Garten haben: Der Japanische Spindelstrauch (Euonymus japonicus) hätte durchaus das Zeug zum Halloween-Kunststückchen, blüht aber dummerweise zur falschen Zeit. Diese an Mauern und Zäunen kletternde Spindel (bei mir wächst sie an der Terrassentrennwand) sollte eigentlich Fliegenbaum heißen, so viele Zweiflügler besuchen die Blüten. Und die Fliegen sind sicher schon ein bisschen beleidigt, dass es eine Vogelbeere gibt, einen Schmetterlingsstrauch und einen Bienenbaum, aber rein gar nichts für Fliegen.




Also, liebe Fliege, wenn's nach mir ginge, wäre er das: Ein Strauch, der deinen Namen trägt. Die Blüten der Spindel sind an Einfachheit zwar kaum zu überbieten und öffnen sich wie ein weißer Briefumschlag mit vier Zipfeln, sind aber bei Fliegen der Renner. Schillernde Persönlichkeiten wie die Goldfliegen (Lucilia) tanzen hier um die Wette.



Auch winzige Solitärwespen sind manchmal mit dabei:

Die größeren Wespen, ihrerseits Fliegenjäger aus Passion, haben es auch gleich spitz gekriegt, dass sich hier einer der weltbesten Jagdgründe auftut. Nur zugucken kann man dabei nicht. Nicht, weil es so grausam wäre, sondern weil es in etwa so spannend ist wie die Tour de France, wenn immer nur Lance Armstrong gewinnt. In nicht enden wollender Ausdauer stürzen sich die Wespen auf die glitzernden grünen Zweiflügler, nur um immer wieder daneben zu greifen. Sie scheinen einfach nicht schnell genug zu sein, immer macht die Fliege vor dem Zugriff selbige.

Da muss sich die Wespe zwischendurch mal am Kerzen-Knöterich stärken:


Bis man einmal nicht hinschaut, weil das ganze ermüdende Theater zu langweilig geworden ist. Und schon hat die Wespe Beute am Spindelstrauch gemacht.


Wer Fliegen doch nicht so gerne mag: Der Spindel-, pardon: Fliegenstrauch, hat später im Jahr auch noch was für Vögel zu bieten. Früchte wie beim Pfaffenhütchen reifen im Herbst heran, aber nicht so schön rot (hier sind sie zu sehen). Eher blässlich sind sie mit immerhin orangefarbenem Samenmantel. Und den futtern die Rotkehlchen gern. Also sind die vielen Fliegen am Ende doch zu was nutze und bestäuben die Blüten...

Wem das Ganze jetzt zu fliegenlastig war: Neben der Kletterspindel blüht die sonnige Kapuzinerkresse. Die zieht immerhin massentaugliches Publikum an, hier eine Ackerhummel: