Heute habe ich mal eine Hausaufgabe für euch: Sucht euch im Garten - oder solltet ihr diese prächtige Prachtstaude wider Erwarten nicht gepflanzt haben - im Wald und in der Flur nach der Knotigen Braunwurz (Scrophularia nodosa).
Die sieht zwar völlig unscheinbar aus und macht zugegeben nicht viel her im Beet, aber sie ist die Wunderlampe unter den Stauden: Wenn man an ihr reibt, entströmt ihr ein fantastischer Duft. Probiert es einmal aus, reibt an den Blättern und sagt mir, wonach das riecht. Oft wird der Geruch als widerlich oder unangenehm beschrieben, aber mich erinnert er immer an Grillgewürz und somit finde ich ihn ausgesprochen lecker. Essen kann man die Pflanze leider trotzdem nicht.
Die Knotige Braunwurz kann aber noch mehr als nur gut riechen: Sie zieht ganz besondere Kundschaft an. Hummeln und Schwebfliegen, manchmal auch Furchenbienen sind an den Blüten zu finden, aber vor allem ist das eine der wenigen echten Wespenblumen, die wir bei uns haben. Die gelbschwarzen Insekten sind eigentlich Fleischfresser und vertilgen Unmengen an Fliegen, naschen aber auch gern Nektar. Und das tun sie bevorzugt an der Braunwurz.
Im Moment werden die Blüten auch von den Weibchen der Furchenbiene Lasioglossum sexnotatum zum Nektarschlürfen besucht. Diese recht großen schwarz-weißen Tiere fliegen akribisch, aber etwas planlos die Pflanze ab.
Auch andere, sehr kleine Furchenbienen schauen vorbei.
Die Raupen vom Königskerzen- und Braunwurzmönch fressen am Laub und sind sehr auffällig dabei.
Schillerwanzen, Grüne Stinkwanzen und andere saugen an den Samenständen.
Im Garten spielt die Staude eher die zweite Geige, hält sich im Hintergrund und fällt nicht auf. Sie verträgt auch recht viel Schatten, wobei ihr Halbschatten am liebsten ist. Sie vermehrt sich über Samen und so habe ich schon einige Sämlinge im Garten, die ich an andere Stellen umsiedeln konnte. An nährstoffreichen Standorten wird die Knotige Braunwurz fast mannshoch.
Die Blüten sind klein und sehen aus wie winzige Mäuler. Wenn sie nur ein bisschen größer wären, wäre das eine ungemein attraktive Staude. Nicht auszumalen, wie attraktiv die Pflanze wäre, wenn die Blüten auch noch bunt wären wie beim verwandten Löwenmäulchen.
So aber bleibt als Haupattraktion dieser phänomenale Duft. Also, spielt mal Aladin und reibt an den Blättern - und schreibt mir, woran euch der Duft erinnert.












