Samstag, 24. Januar 2026

Mord im Nacktschneckenmilieu

Frau Schwarzer hat ein Buch geschrieben, das einen schwarzen Einband bekommen hat. Wie kann das sein, schreibt sie nicht sonst immer Gartenbücher und die sind doch mehr oder weniger grün? Nun, das Thema des neuesten Werkes hat mit Verbrechen zu tun, mit organisierter Kriminalität, mit Kleinkriminellen und nächtlichen Raubzügen, aber immer im Garten. Frau Schwarzer hört jetzt auch auf, in der dritten Person von sich zu reden.

Das hier ist das neue Buch:


Mord im Nacktschnecken-Milieu

Mysteriöse Kriminalfälle in deinem Garten



Preis: 20 Euro
Seitenzahl: 144
Bilder: 141 Farbfotos, 15 farbige Zeichnungen
Format: 24,2 x 17,8 cm
Einbandart: gebunden
ISBN Buch: 978-3-8186-2734-8


Unter diesem Link erfahrt ihr mehr zum Buch.

Schnecken kommen auch drin vor, aber auch Pelztiere, süße Gartenvögel und kleine Insekten, die alle so einiges auf dem Kerbholz haben. Verdeckte Machenschaften werden aufgedeckt, Diebstähle aufgeklärt und in Mordfällen ermittelt. Es ist aber kein Roman, sondern es gibt 20 Fälle, die gelöst werden wollen. Jeder ist gleich aufgebaut: Der Tatort, der immer im Garten zu finden ist, wird beschrieben, Indizien gelistet und Zeugenaussagen notiert, dann werden die Verdächtigen vorgestellt und der Täter ermittelt. Das alles mit einem Augenzwinkern. Zum guten Schluss eines jeden Ermittlungserfolges werden biologische Fakten ergründet und das Motiv geklärt. Manche Fälle sind ganz schön verzwickt - aber lest selbst!

Als Auflockerung zwischendurch werden kriminelle Banden vorgestellt, wie die Ameisenmafia, die Schneckenschurken oder die Wollschweber. 


Und jetzt kommt zur Feier des Tages eine Verlosung!

Denn das Tolle ist, dass ihr ein Exemplar gewinnen könnt! Hinterlasst mir bis zum 8.2.2026 23:59 Uhr hier auf dem Blog einen Kommentar und ihr seid bei der Verlosung dabei, wenn euer Wohnsitz in Deutschland liegt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Samstag, 17. Januar 2026

Der Berggarten in Hannover

Letzten Freitag war ich zu einem Vortrag in Berlin eingeladen - ich wollte etwas zu Kugelspringern mit Bildern auf der großen Leinwand erzählen. Doch wir erinnern uns: Da war ja das Tiefdruckgebiet mit den Schneemassen. Ich bin morgens trotzdem in den ersten ICE nach Berlin gestiegen, denn in Bielefeld hat es geregnet. Das ging dann bis Niedersachsen gut, aber spätestens in Hannover kam man weder vor noch zurück, es fuhr gar kein Zug mehr. Für lange, lange Zeit. Mein Mann hat mich von Hannover abholen müssen, und weil ich noch Zeit hatte und ihm Richtung A2 mit der Straßenbahn entgegen gefahren bin, kann ich noch ein paar Eindrücke aus den zugeschneiten Herrenhäuser Gärten zeigen:


 

Winter ist ja an sich ganz ok, wenn die Züge noch fahren. So bis Anfang Februar, danach reicht es schon ein bisschen. Wobei ich die kurzen Tage und den vor sich hin dösenden Garten ja auch mal ganz entspannend finde, weil ich dann nichts gießen oder aufbinden muss. Vor allem nichts zu gießen ist nach jedem trockenen Sommer wirklich sehr angenehm. Nachdem das jährlich stattfindende Regentonnen-Roulette für dieses Mal beendet ist (muss ich die Tonne leeren oder ist der Frost doch nicht so schlimm?), gibt es sowieso kein Wasser mehr, um etwas zu bewässern. Zeit also, alte Gartenzeitschriften oder neue Bücher zu lesen. Oder mal zu schauen, ob nicht ein Gartenbesuch von 2025 auf der Festplatte zu finden ist, der es nicht auf den Blog geschafft hat.

Und da hätten wir so einen Kandidaten: Der Berggarten in Hannover Anfang April, der ja auch ganz hervorragend zu meinen Erlebnissen im Schneetreiben passt! Nur dass es im Frühling sensationelle Frühlingsblüten zu bestaunen gab! Also einmal schnell vorgespult ins Frühjahr:

Der Garten liegt gegenüber vom großen Herrenhauser Garten und ist der botanische Teil der Herrenhäuser Gärten. Er kostet Eintritt, aber der lohnt sich wirklich. Man kommt auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin, denn es gibt eine extra Haltestelle für die Anlagen.

Obwohl ich Magnolien nicht im eigenen Garten haben möchte, weil sie nicht besonders insektenfreundlich sind, muss ich zugeben, dass die im Berggarten wirklich die ganz große Show abgeben, auch wenn der Lerchensporn unter der Stern-Magnolie sich sicher bedankt unter dem weißen Blütenblätterregen.








Die Kirschblüte ist auch nicht von schlechten Eltern. Hier die leicht gefüllte Sorte 'Sunset Boulevard', die dafür gesorgt hat, dass auch die Teiche eine ordentliche Portion Kirschblüte abbekommen:


Kirschblütentee:

Besonders lange habe ich mich am Rauling (Trachystemon orientalis) und dem Lungenkraut aufgehalten, um die Frühlings-Pelzbienen zu erwischen. Der Rauling ist ja eine meiner Lieblingsstauden und daher war ich erfreut, dass er im Berggarten eine solche Präsenz zeigen darf.




Narzissen, Lerchensporn, Frühlings-Knotenblume, Lenzrosen und die Mandelblättrige Wolfsmilch lieferten auch prächtige Beete ab.













Kopfgras (Sesleria):


Da der Berggarten ein botanischer Garten ist, dürfen auch einige seltene Sorten nicht fehlen. Besonders spannend, wenn auch bewaffnet bis an die Zähne und vielleicht eher nichts für den kleinen Hausgarten, fand ich den Ilex aquifolium 'Ferox'. Nicht nur die Blattränder sind stachlig, wie es im Hause Ilex so üblich ist, sondern auch noch die Blattoberseite, sicher ist sicher.

Kuschlig dagegen ist die Küchenschelle. Sie sollte besser Kuschelschelle heißen.

Zahmer als der Ilex und auch für kleine Gärten geeignet ist die zauberhafte Zwerg-Mandel (Prunus tenella):

Die Eichhörnchen im Berggarten sind schon legendär und man kommt ganz nah ran. Noch näher, wenn man ihnen Wal- oder Haselnüsse mitbringt.



Noch mehr Bilder aus dem Berggarten, aber aus dem Herbst, habe ich in einem anderen Beitrag gezeigt.

Ich komme bestimmt dieses Jahr wieder! Nur bitte nicht mehr mit so viel Schnee...

Samstag, 10. Januar 2026

Amsel-Amazon

Wenn Amseln Bewertungen schreiben würden...

(Der Auslöser dieses Artikels war das Weibchen mit der Schlehenfrucht im Schnabel, die es nicht schlucken konnte und daher wieder fallen ließ,) 


Schlehe:

"Hübsche blaue Klunker, sieht man nicht so oft, doch die Früchte in der Größe XL versprechen mehr als sie halten. Knalliges Lockangebot mit saftigen Versprechungen, dabei aber alles andere als benutzerfreundlich. Als Speise völlig ungeeignet, kriegt man nicht durch den Hals. Nur für Großmäuler."

★★


Weißdorn:

"Rot und mehlig, machen aber tatsächlich satt und sind schnabelgerecht. Großzügiges Angebot, leicht zu pflücken und von Weitem gut zu sehen. Äste mit Früchten etwas dünn, für größere Vögel oft nur im Flug abzuernten. Einen Stern Abzug dafür, dass der Strauch immer überlaufen ist. Da hilft nur schimpfen!"

★★★★


Eibe:


"Bietet mit den Nadeln gute Deckung, auch als Schlafplatz mit Vollpension sehr zu empfehlen. Früchte gut zu entdecken, aber etwas wässrig mit ekligem Kern. Vorsicht jedoch vor der Mogelpackung in Form von männlichen Exemplaren: Hier ist nichts zu holen, nimmt nur Platz weg!"

★★★★★


Büschel-Rose (Rosa multiflora):

"Das Angebot aus roten, süßen Hagebutten bleibt lange frisch. Auch im Schnee und bei Kurzsichtigkeit gut zu sehen. Äste mit Früchten eher für kleinere Kundschaft gemacht - viel zu wacklig. Auch gibt es viel zu viele Samen in den Früchten - man fühlt sich als billiger Samenkurier missbraucht."

★★★★


Zierapfel 'Golden Hornet':

"Optisch kein Hingucker. Früchte bald braun und matschig. Große Portionen, aber gut portionierbar, selbst für den kleinen Hunger. Erst saftig wie ein Trinkpäckchen, im Winter eher wie eine Marzipankartoffel. Wenn man geschickt ist und den Schnabel weit aufreißt, gibt es sie auch To Go. Aufgepasst jedoch vor herabfallenden Früchten! Hier sollte Helmpflicht herrschen!"

★★★


Pfaffenhütchen:

"Für Genießer: Hübsch präsentierte orangefarbene Leckereien in einer roten Verpackung - das Auge frisst mit! Von oben nicht gut zu greifen, man braucht viel Geschick, um die Früchte zu pflücken, und muss schneller sein als die Rotkehlchen. Kern groß und ungenießbar - geht nach kurzer Zeit retour!"

★★★


Faulbaum:

"Schwarze Früchte, pünktliche Lieferung im Spätsommer, dann aber nicht gut zu sehen, jedoch saftig und groß. Werden hauptsächlich von Migranten gefressen (Mönchsgrasmücken), im Herbst schon nichts mehr übrig. Keine Empfehlung als Winterfutter, da sind Produkte anderer Hersteller besser."

★★★★


Feuerdorn:

"Feurige Früchte mit Signalwirkung, die lange genießbar bleiben. Ideal als Winterfutter, wenn auch nicht immer leicht zu erreichen, vor allem bei Formschnittgehölzen, die zu kurze, zu dichte Zweige haben. Daher sind die oberen Beeren immer zuerst weg. Hier sollte nachgebessert werden. Wenig Konkurrenz, Vorsicht aber vor den Schlägertrupps der organisierten Ringeltaubenbanden!"

★★★

Samstag, 3. Januar 2026

Glitzerwelten

Wer könnte besser für das Stehenlassen der Staudenstängel Werbung machen als Sonne und Frost? Jeder schnöde Halm sieht dann frisch und fesch aus. Durch den Regen zusammengepappte Flugsamen bekommen wieder eine Fönfrisur verpasst und glitzern im Gegenlicht.

Wer also noch ein Argument braucht, um Bekannte oder Nachbarn zu mehr Lässigkeit im Garten zu bewegen, sollte die herbstlichen Scherenschwinger einmal zu einem Besuch in einem botanischen Garten einladen. Denn dort kann die Sonne weiter ausholen als in kleinen Gärten und man hat einfach mehr Auswahl im Schaulaufen um den Wettbewerb "Wer hat den schönsten Samenstand".

Es kann nicht jeder botanische Garten Überzeugungsarbeit leisten, es muss schon einer unter fortschrittlicher Leitung sein, in dem die alten Stängel toleriert und zelebriert werden.


Im Winter steht die Sonne schön niedrig und auf Fotos treten die schönsten Lichteffekte auf, die einen ganz plümerant werden lassen.

Auf den vordersten Rängen stehen dabei die Blütenteller der Goldgarbe (Achillea filipendulina), die sich Mühe geben, ein Postkartenmotiv zu kreieren.


Fette Henne sieht ähnlich elegant aus, wirkt aber ein bisschen bodenständiger als die schwankenden Schafgarben.

Während das Lampenputzergras (Pennisetum) für seine Darbietung Silber bekommt, hat sich der Schneefelberich (Lysimachia clethroides) eindeutig Gold verdient.


Gräser gehen ja immer.





Die Agastache lässt sich auch nicht lumpen und steht wacker aufrecht.



Das hier könnte eine Bergminze (Calamintha nepeta) sein:


Und bei dem Samenstand hier bin ich mir gar nicht sicher, was das sein soll, sieht aber gut aus:



Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) ist auch als Samenstand noch ein Sonnenschein:

Die Stinkende Nieswurz gibt sich grün wie eh und je:



Die Gehölze glänzen natürlich nicht weniger als die Stauden:






So, das war wieder mal der Botanische Garten Gütersloh. Ich hoffe, er hat auf ganzer Linie überzeugt, die Staudenstängel dran zu lassen und noch nicht wegzuwerfen.