Samstag, 7. Juli 2018

Endless Summer?

Es gibt eine Hortensie namens 'Endless Summer' und ich muss sagen, dass mir dieser Name immer suspekter wird, denn wir haben gerade genau das: einen endlosen Sommer ohne Regen. Und sowas mag ich nicht. Dann wird die Zeit im Garten nur zur Schadensbegrenzung genutzt und weniger zum Freuen, denn ohne Gießen verdorrt alles. 'Endless Summer' kann mir also gestohlen bleiben und ihre Verwandtschaft auch, denn Hortensien sind stadtbekannte Säufer und machen als lebende Mahnmale diese Dürrezeit nur noch schlimmer.



Kann man - außer Hortensien zu meiden wie der Teufel das zur Zeit nicht existierende Weihwasser - sonst noch etwas tun, um sich das Gießen erträglicher oder zumindest sparsamer zu machen?





Hier einige Tipps zum Wässern:


  • Hängeampeln sind hübsch und platzsparend, aber auch verschwenderisch beim Gießen, denn das meiste Wasser läuft oben über den Rand. Hier ist es gut, wenn man das Abwasser wenigstens auffangen kann oder überschüssiges auf andere bedürftige Pflanzen umleitet. Hat man zu viele Eiswürfel im Gefrierfach, kann man ein paar davon auf die Erde der Ampeln legen, so erfolgt eine langsame Bewässerung, ohne dass etwas daneben geht.
 
  • Kleinere Töpfe werden besser ein paar Mal in der Woche in einen Eimer Wasser getaucht anstatt sie jeden Tag ein bisschen zu wässern - denn bei sehr trockenem Wurzelballen versickert Gießwasser eher auf der Terrasse als dass es die Wurzeln erreicht. Am Ende lässt man die Töpfe auch in den Eimer abtropfen, um möglichst viel Wasser wieder aufzufangen.
  • Natürlich ist es ein gutes Gefühl, wenn man seine Stauden gut gewässert ins Bett bringt, aber in der kühlen Morgenluft zu gießen ist effizienter, da nicht so viel verdunstet. Auch Schnecken sind dann weniger aktiv. Ich schaffe so eine Aktion aber auch nie vor der Arbeit.

Trockenheitsverträgliche Stauden im Schrebergarten-Schaugarten: Schafgarbe, Färberkamille, Purpur-Leinkraut, Eryngium planum und Wiesen-Storchschnabel (eigentlich durstiger)


... zum Wassersparen:

  • Warmduscher dürfen sich an dieser Stelle gratulieren, denn das kalte Wasser, das sonst in den Abfluss laufen würde, können sie in der Gießkanne auffangen, bis die Wohlfühltemperatur erreicht ist. So kommen schnell ein paar Extraliter zusammen - je nach individueller Weckzeit morgens sogar pro Person, falls das Leitungswasser in der Zwischenzeit schon wieder abgekühlt ist.
  • Das Wasser, das beim Gemüse-, Obst- oder Kräuterabwaschen in der Küche anfällt, kann in einer Schüssel gesammelt werden. Auch beim Abschrecken vom Frühstücksei, beim Saubermachen des Teesiebs oder beim Vorspülen des Tresterbehälters der Kaffeemaschine fällt etwas an, über das sich Pflanzen freuen - Tee- oder Kaffeereste als Beifang sind dabei kein Problem. Eigentlich gibt es in der Küche immer irgendwo Abwasser, das kein Spülmittel enthält und im Garten brauchbar ist.
  • Es gab Pellkartoffeln zum Abendessen, in welcher Darreichungsform auch immer? Super, einfach das Kochwasser abkühlen lassen und in den Garten damit! Solange nicht gesalzen wurde, geht auch der Kochtopfinhalt nach dem Blanchieren von Gemüse. 


... und zum Gießen Vermeiden:

  • Augen zu und durch: Bloß nicht mittags in den Garten gucken. So manche  Pflanze lässt dann mitleiderregend die Fittiche hängen, richtet sich aber auf, sobald die Sonne wieder weg ist. Falls der Patient bis abends nicht wieder frisch aussieht, muss man doch gießen. 

  • Der Wäschetrockner kann bei dem Wetter auch mal pausieren (wir haben erst gar keinen): Stattdessen trocknet alles draußen, am besten auf dem Wäscheständer, der gern als Schattenspender mit eingebauter Klimatisierung vor so manche Terrassenpflanze gestellt werden kann. Das spart oft einen Tag Gießen ein.
  • Oberflächlichkeit kann sich auszahlen: Glasierte, helle Töpfe verdunsten am wenigsten Wasser, schwarze Kübel heizen sich dagegen ziemlich auf, was auch den Bewohnern Höllenqualen bereitet.
Reflektierende Kübel im bot. Garten Brooklyn


Nach all diesen Tricks möchte ich trotzdem lieber keine Hortensie im Garten haben - und der Endless Summer könnte langsam mal eine Pause machen.

Kommentare:

  1. Du sprichst wahre Worte...ich habe allerdings einige Hortensien, die ich geschenkt bekommen habe (ich kann solche Pflanzen ganz schlecht entsorgen) Meine stehen an der Nordwestseite und bekommen nur im Notfall ein paar Schluck ;-)

    Schönes Wochenende!!
    LG Sabine

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  2. Deine Meinung zu Hortensien kann ich hier im Norden nicht teilen,denn es sind auch Trockenkünstler. Sie lieben es eben kühler und die feuchte Luft des Meeres hier im Norden. So blühen sie besonders schön an der Westküste und auf den nordfriesischen Inseln. Gerade dies gestern wieder auf Eiderstedt beobachtet. Es sind die alten Sorten die dort wachsen und dor wurde ncit gegossen.
    Vor etlichen Jahren war ich mal in der Bretagne und Normandie, unvergessen dort die Hortensienpracht in der pralllen Sonne. Diese blühen trotz der Trockenheit, wenn sie gut eingewurzelt sind .
    Die Riesenblüten mag ich auch nicht, doch so habe ich eine kleinblütige endless Summer, die trotz Frost im Ost- Schatten ihre Blüten zeigt. Diese rettete ich vorm Wegwerfen im Baumarkt.
    die Trockkünstler die du zeigst habe ich auch im Trockenbeet an der terasse und im Staudenhügel. Dennoch rette ich meinen Phlox mit einem täglichen Guß. Im letzten Jahr dagengen verfaulte er fast. Wir hatten seit Mai nur 20l Regen , hier im Norden verdorrt alles auf den Felder im letzten Jahr waren es über einhundert!
    So gieße ich nur so viel, dass die Vögel noch Nahrung finden und das Obst noch erntnen kann und es gerade überlebt.
    Grüße von Frauke

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  3. Liebe Elke
    Vielen Dank für Deine Giess- und Wasserspar-Tipps!
    Da kann ich Dich verstehen, wir sind aus unseren Ferien heimgekommen und haben gesehen, dass es wohl nie geregnet hat... der Rasen war entsprechend ziemlich verdorrt, zum Glück hat eine gute Fee die anderen Pflanzen gegossen.
    Um Wasser zu sparen, lohnt es sich natürlich, mit der Spritzkanne zu giessen, anstatt gross mit dem Schlauch... (es geht halt länger!) Für mich habe ich die Methode gefunden, dass ich das Wasser am Schlauch ganz wenig anstelle und ihn dann eins nach dem Anderen direkt zu den Pflanzenwurzeln lege. So kann ich nebenbei noch etwas Kleines erledigen und giesse dennoch präzise. Einen Teil (v.a. den Garten im Norden) giesse ich Abends, da es dort schon länger schattig ist, vor dem Haus (volle Südsonne und aufgehitzt) giesse ich am Morgen. Aber es stimmt schon, es kommen täglich schnell 1-2 Stunden zusammen - und unser Garten ist seeehr klein.
    Zum Glück hat es in den verganenen 2 Tagen bei uns viel geregnet und ich hoffe, es ist nun wieder eine gewisse grund-Feuchtigkeit vorhanden. Nur: die Töpe (die teilweise auch Regengeschützt stehen) muss ich dennoch weiter giessen.
    Wasser sparen ist auch ein Thema, über welches ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht habe. Eigentlich haben wir hier in der Schweiz wirklich genügend Wasser, das ist auch ein schönes Gefühl. Nun aber wurde gesagt, durch die lange Trockenperiode könnte in einigen Gegenden auch das Grundwasser betroffen sein und weniger werden. Wie Du schreibst, geht so oft gutes Trinkwasser den Ablauf hinunter: beim Einstellen der Dusche, beim Spülen der Toilette, beim Waschen von Gemüse,...
    In unseren Ferien waren wir mit dem Camper in Schweden unterwegs und hatten einen Wassertank installiert für die kleinen Wasserhähne und die Toilettenspülung. Wir wussten nicht immer genau, wann wir den Frischwassertank wieder auffüllen können, also nutzten wir das Wasser sehr sparsam und achteten genau auf die Menge im Tank - und lebten dennoch komfortabel.$
    Liebe Grüsse, Miuh

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  4. Meine Hortensien stehen seit über 70 Jahren im Garten, raus machen geht nicht. Aber die müssen grösstenteils klarkommen. Neupflanzungen werden gegossen. Der Rest muss selber.... aber gerade hat es hier endlich fast eine Woche geregnet. Jammern ist bei uns gerade nicht.....
    Wünsch dir Regen
    Herzlichst
    yase

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  5. Liebe Elke,
    Derzeit bin ich auch froh, einige Pflanzen zu haben, die mir der Trockenheit gut klar kommen, denn der Blick mittags in den Garten ist teilweise ein Trauerspiel. Vor allem der Kürbis sieht derart leidend aus, dass man ihn am liebsten an den Tropf hängen würde. Er leidet übrigens deutlich mehr als die Hortensien....
    Regen wäre toll, vielleicht muss man doch mal heimlich nachts einen Regentanz aufführen.
    Liebe Grüße
    Steffi

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  6. Ich habe einige Hortensien im Garten, aber wir haben auch selten zu wenig Regen. Die Dürreperiode ist bei uns auch schon wieder vorbei und es gibt Regen ohne Ende. Deine Tipps sind aber total super. Es ist eigentlich unglaublich, wie man überall Wasser für den Garten sammeln kann. Super!

    LG Kathrin

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  7. Bellissime immagini estive! L'Eryngium poi è bellissimo! Complimenti!

    Buona Domenica!

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  8. Liebe Ele,
    da hast du ein heikles Thema angesprochen, jeder hat da so seine Methode mit der Giesserei, habe ich beim Lesen festgestellt. Wasser sparen in der Küche, bzw. weiterverbrauchen, ist für mich schon Routine. Bei mir steht ständig ein Eimer für Abwassr ohne Chemie, der dann in Kannen umgefüllt wird und dann zum Giessen genutzt wird. In meinem Gemüsegarten wird auch nur punktual gegossen, da geht dann wenig Wasser daneben. Hortensien habe ich auch, sie haben, glaube ich, den idealen Platz gefunden, morgens Sonne in der Mittagszeit Schatten, gegen späten Abend wieder Sonne, da brauch ich nur wenig nachhelfen. Aber es ist schon ein Problem mit der Dürre, bei uns hatte es in der letzten Woche zweimal in der Nacht sanft geregnet, das hat allen gut getan, Mensch, Tier und Pflanzen. Meine ersten Tomaten sind reif, diesmal in "Gelb" und sehr lecker.
    Dir noch einen schönen Sonntag
    wünscht Edith

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  9. man glaubt es kaum, aber irland erleidet zur zeit auch eine duerre! ja, echt, hat die welt noch nicht gehoert, ist aber so:) ich habe aber sowieso keinen schlauch zum waessern, also muss ich mir um den hosepipe ban keine sorgen machen - ich schleppe mit der kanne nur grad soviel wasser, wie unbedingt noetig. und dazu gehoert, dass nur im aeussersten notfall pflanzen im gartenboden gewaessert werden, wenn sie nicht grad zum angebauten gemuese gehoeren. kuebelpflanzen muessen sein, futteralien auch - alles andere macht die erfahrung von "survival of the fittest":) und waeschetrockner sind hier wie gartenschlaeuche - nicht vorhanden:) aber meine hortensien stehen auch ungegossen gut da - ich denke, ein bisschen kommt es auch auf den boden/standort an - da hat man mit sandboden klare nachteile...
    viel "spass" mit dem endlosen sommer - ich haett auch nix gegen ein paar kuehlere regentage zwischendurch!
    Bettina (von der inzwischen deutlich "angebraeunten" gruenen insel)

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  10. Ich achte im Moment auch penibel auf jeden Tropfen Wasser. Unsere Tanks sind nun leider leer geworden. Morgen soll einbisschen regnen, ich hoffe es doch. So langsam hängt sogar die Schafgarbe bei mir durch... das Unkraut sieht sogar kümmerlich hängend aus und ist beim rauzupfen total lapprig... :-/

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  11. Oh ja, diese Schlappis in der Mittagssonne erregen immer arges Mitleid und man verspürt den Impuls, sofort tätig zu werden ;-).
    Was auch noch gut zu helfen schein: Hacken, Bodenlockern vor dem Gießen - zumindest auf verdichtetem Lehmboden prallt das Wasser dann nicht so ab...

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  12. Ich versuche es ja auch oft mit Wegschauen und gieße nur das Nötigste. Aber dieses Jahr sehen sogar die trockenheitsverträglichsten Stauden irgendwann elend aus. Da sind deine Spartipps sehr hilfreich. Den Hängekorb hab ich schon mal abgehangen und in den Schatten gestellt.
    LG Sigrun

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  13. Ja diese Trockenheit ist echt nervig und
    es sieht noch immer nicht nach Regen aus bei uns.
    Unsere Annabelle hat wirklich etwas gelitten und ist
    nicht ganz so groß, wie sonst. Sie blüht aber trotzdem herrlich
    und verzichten möchte ich auf sie nicht :-)
    Ganz viele liebe Sommergrüße
    sendet dir die Urte

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  14. Hallo Elke,
    also - ich bin ja ein ausgewiesener Sommer-Sonnen-Mensch. Aber selbst ich verbringe meine Sonntagnachmittagliche Siesta zur Zeit eher drinnen auf dem Sofa denn draußen im Backofen namens Garten.
    Trotzdem: meine vier Kübel-Hortensien sind nicht viel durstiger als alle anderen. Und wer mal einen Enzianstrauch sein Eigen nannte wird sich ob des Wasserverbrauchs von Hortensien nicht mehr beschweren. Mann, ist DAS ein Säufer ... :-(
    Liebe Grüße,
    Krümel

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  15. Liebe Elke,
    wir haben Hortensien im Garten, und meinen Gießkannenarm habe ich zu Großteil wohl diesen Säufern zu verdanken. Wer auch immer eine Hortensie "Endless Summer" genannt hat, hatte keine Ahnung von diesen Pflanzen oder nur die Vermarktung im Sinn.
    Bei uns hat es jetzt zum Glück geregnet und mein Arm kann sich langsam erholen.
    Deine Tipps sind super, manche davon beherzigen wir auch schon und einen Trockner haben wir noch nie gehabt.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  16. Ich giess nicht mal meine Hortensien. Die müssen da durch.
    In meinem Garten überleben immer nur die Starken, weil ich weder die Zeit noch die Geduld habe um einzelne Diven zu pflegen.
    Wässern tue ich die GEmüse-Hochbeete und die Töpfe auf der Terrasse. Wenn es wirklich während 2 Wochen gar nicht geregnet hat, dann wird gegossen. Einmal und kräftig aus dem Wasserreservoir wo wir das komplette Dachwasser sammeln.
    Da hängt dann eine Pumpe dran. Der Schlauch verhindert mein Schleppen.

    Ich machs wie Du. In der Küche steht eine leere Giesskanne, da kommt das tägliche Rüstwasser rein für die Töpfe auf der Terrasse.

    Also auf einen endenden Sommer (bitte nicht gerade jetzt in den Schulferien) oder noch besser einen unterbrochenen Sommer der nach kräftigen Regengüssen wieder weitergeht.

    Grüess Pascale

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  17. Das sind tolle Tipps!
    Hier in München regnet's zwar zwischendurch zum Glück immer mal wieder … aber you never know!
    Herzliche Grüße
    Petra

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  18. Hallo Elke,
    die Pflanzen haben auch hier unter der langen Hitze- und Trockenperiode gelitten und im Mittag sehen sie schon bemitleidenswert aus. Frühmorgens zu gießen schaffe ich fast gar nicht ... da freuen sich die Schleimer, wenn hier am Abend der Sprenger für die Stauden läuft. GsD gab es Mitte der Woche 35l - die Natur atmete spürbar auf.
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende, Marita

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  19. hallo Elke ! danke für deine tipps und schöne pflanzenfotos *

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