Samstag, 12. Dezember 2020

Der Dschungel Zuhause

Der urbane Dschungel ist gerade so richtig im Trend. Die ganze Wohnung oder das ganze Haus wird in ein grünes Zimmerpflanzendickicht verwandelt, dazu ist der restliche Einrichtungsstil dann eher minimalistisch gehalten und kommt ohne Schnickschnack aus.

Ähnlich wie bei Hunderassen, die dann massenweise und nicht immer tierfreundlich gezüchtet werden, kommen dann auch plötzlich Pflanzen in Mode, die einige Jahrzehnte lang als völlig verstaubt galten und es vermutlich auch waren, dort, wo es sie in einem einsamen Zimmer noch gab. Jeder, der noch so einen ehemals altmodischen grünen Freund zuhause hat, ist mit einem Mal zum Trendsetter aufgestiegen! Sansevierien, Brutblätter und Gummibäume sind so ein Fall.

Das mit dem Dschungelfieber kann dann schon einmal seltsame Blüten treiben. So wie bei einer Pflanze, die bei uns sogar recht selten, wenn überhaupt zur Blüte gelangt. Das Fensterblatt, besser bekannt als Monstera deliciosa (wegen ihrer essbaren Früchte, die sie bei uns aus einleuchtendem Grund noch weniger oft ausbildet als die Blüten), ist das Flaggschiff der Dschungel-Kultur. Jeder will sie haben, zur Not auch gedruckt auf Textilien oder Tapeten.

 

Für eine panaschierte Sorte kann man dann schon mal richtig Geld hinblättern, das ist dann die Blaue Mauritius unter den Zimmerpflanzen: Die Sorte 'Thai Constellation' mit weiß gesprenkelten Blättern bekommt man nur selten im Handel, und wenn, dann nur für einen dreistelligen Betrag. Nicht auszudenken, wenn sie durch einen Pflegefehler umkommt! Wer sie aber sein Eigen nennt, ist der Star auf Instagram.

Da junge Pflanzen die markanten Fenster, also die luftigen Löcher in den Blättern, die erst für so ein richtiges Dschungel-Gefühl sorgen, noch nicht ausgebildet haben, sind ältere Pflanzen von einem Meter Höhe auch noch mal um ein Vielfaches teurer als die fensterlosen Knirpse. Für so einen schweizer Käse in Pflanzenform muss man dann schon mal 70-80 Euro hinblättern. Natürlich nur, wenn die Blätter einfarbig grün sind. Panaschierung kostet extra, siehe oben.

Doch egal, wie teuer die Pflanze war, die bei uns einzieht, bei den käuflichen weiß man nie, wie nachhaltig sie gezogen wurde. Wurden Pestizide benutzt oder Treibhausgase bei der Anzucht unter Glas freigesetzt? Ich habe mir vorgenommen, keine Zimmerpflanze mehr zu kaufen, sondern alles selbst heranzuziehen aus Ablegern oder Samen. Das klappt nun auch schon über ein Jahrzehnt ganz hervorragend.



Und jetzt hatte ich das große Glück, eine Monstera bei einer Blogverlosung bei Claudia zu gewinnen! Und nicht etwa irgendeine! Das Fensterblättchen hat Claudia eigenhändig aus Samen gezogen, die aus einer Frucht von Madeira stammen, wo diese Ananasbananen genannten Kolben auf dem Markt als Obst verkauft werden. Sehr nachhaltig also!

Allerdings war das Wetter für einen Pflanzenversand von Haus zu Haus nicht gerade tropisch. Nicht, dass sich die Monstera einen Kälteschaden holt von zuviel Zugluft im Fensterblatt? Zum Glück ist alles gut gegangen, im Karton war es anscheinend noch warm genug.




Zur Begrüßung gab es erst einmal einen Schluck Bielefelder Regenwasser. Es wurde bei Zimmertemperatur serviert.

Und mein Monster hat sogar schon Löcher in den Blättern! Was bei den meisten anderen Pflanzen nichts Gutes bedeutet und alles sein kann von Hagelschaden bis Insektenfraß, ist bei dieser Art ein Zeichen von Reife.

Sie soll nun meinen Home-Office-Arbeitsplatz verschönern, bis sie zu groß für diesen Standort geworden ist.


Da sie früher oder später sowieso einen größeren Topf braucht, habe ich dem jetzigen Übertopf, der einen Zentimeter zu niedrig ist, einfach etwas zum Anziehen gesucht. Eine Papiertüte ist als Übergang ganz hübsch, am Ende habe ich mich dann für den Kaffeesack entschieden.

 




In naher Zukunft muss ich der Monstera einen Rankstab und einen großen Übertopf besorgen – und irgendwann ist das Dschungelfeeling dann perfekt!

Danke, liebe Claudia, für das schöne, nachhaltige Geschenk!

Kommentare:

  1. Ach das hast du schön geschrieben, Ableger Stecklinge so vermehrte ich früher auch Pflanzen
    Oder ich kaufte Jungpflanzen und die fensterbänke waren voll. Doch durch eine allergie gehts leider nicht mehr. Freue mich aber es bei euch zu sehen. Lg von Frauke

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  2. Hallo Elke,

    wie schön, dass das Monsterchen gut bei dir angekommen ist. Und das sackige Kleid - sonst ja ehre eine Beleidigung - steht ihr ausgesprochen gut.Dann hoffen wir mal, dass Madame sich bei dir ordentlich breit macht.

    Viele Grüße
    Claudia

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  3. Oja, an Sansevierien, Gummibaum und Monsterablatt erinnere ich mich, denn die gab es bei uns zu meiner Kinderzeit. Ich mag sie für mich ja nicht so, sorry...mir gefallen da eher die kleineren Dickblattgewächse. Doch dein Monsterablatt im Kaffeesack finde ich hingegen sehr dekorativ.
    Lieben Gruß und einen gemütlichen 3. Advent, Marita

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  4. Hallo Elke,
    Glückwünsch zur neuen Mitbewohnerin. Ich finde Monsteras auch schon immer schön, hatte aber noch nie wirklich Platz dafür. Auf Madeira im Botanischen Garten rankte eine Riesige an einer Mauer hoch. Das hatte mich schwer beeindruckt. Selbst bin ich auch grad wieder am umorganisieren mit meinen Zimmerpflanzen. Vielleicht breche ich einfach noch ein paar Fenster durch die Wände, dass ich Stellplatz habe.... Oder doch mal ein beheiztes Gewächshaus? Na, mal sehen......

    Ein ruhiges und gesundes drittes Adventswochenende wünscht der Achim

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  5. Liebe Elke,
    das war ein Gewinn, an dem Du (so hoffe ich) Jahrzehnte Freude haben wirst, und es war für uns Leser Deines Posts eine Freude daran teilnehmen zu dürfen.
    Jetzt in der "gartenfreien" Zeit sind auch bei mir die Zimmerpflanzen deutlich mehr im Focus. Was nicht heißt, dass ich sie im Sommer vernachlässige, aber im Winter sind sie meine "grüne Freude und Erbauung"!
    Ich wünsche Deinem neuen Pflanzen-Familien-Mitglied gutes Gedeihen und ein langes Leben.
    Alles Liebe
    Heidi

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  6. Liebe Elke,
    so einen Dschungel aus Monstera hatten wir auch in der alten Wohnung. Als unser Sohn ca. 9 Jahre war, kaufte er sich bei dem allseitsbekannten Baumarkt mit Grünzeug, eine Tüte "Blattpflanzen" Inhalt: drei verschiedene Pflanzen, eben eine Monstera dabei. Er hat sie beim Auszug zwecks Studium, nicht mitgenomemn und sie wuchs und wuchs und gestaltete unser Wohnzimmer in einen "Dschungel". Leider konnten wir sie nicht mitnehmen, so verschenkten wir sie in die Nachbarschaft. Ich mag solche Wucherpflanzen sie schaffen ein gesundes Raumklima.
    Liebe Grüße
    Edith

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  7. Hallp Elke,
    da kann man wieder mal sehen für was das Netz so alles verantwortlich ist. Da kommt so Hippster und erzählt das Grünpflanzen der letzte Schrei sind und plötzlich werden Planlose und Unwissende zu Botanikern. Genau wie Du es beschreibst das alles andere weichen muss, damit der neue Trend wirken kann. Arme Pflanzen die zu Statussymbolen missbraucht werden. Wenn der Hip vorbei ist füllen sich die Biotonnen!
    Das Wort Nachhaltigkeit gibt es dort nicht!
    LG...Stephanie

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  8. Uiii, liebe Elke, das ist ja wirklich ein tolle Gewinn! Herzlichste Gratulation! Und ja, alle weiteren Worte von wegen Urban Jungle und Hip und Trend kann ich nur unterschreiben. Manchmal ist es eine wahre Wohltat, in einem Alter angelangt zu sein, in dem man nicht mehr allem und jedem hinterherhecheln muss :).
    Dicken Drücker
    Elisabeth

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  9. Du warst auch die perfekte Gewinnerin für das "kleine, grüne Monster"! Da wird das Arbeiten im Homeoffice sicherlich ganz entspannt.
    Einen schönen dritten Advents-Sonntag wünscht Dir
    Margit

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  10. Tja, meine Mostera vom Schweden hat den Sommerurlaub nicht überlebt - der Nachtfrost war zwar angekündigt - aber wer glaubt denn schon der Wettervorhersagen...
    es stehen Ableger in Gläsern, - keine Monsteras, aber welche, für die ich bestimmt ein Plätzchen finde
    Herzlichst
    yase

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  11. Wow, ein toller Gewinn und so ein hübsches Monster :-)

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