Samstag, 4. Juni 2022

Pelzige Plage

Vögel füttern  - das ganze Jahr über - ist toll. Vor allem für die Vögel. Die Spatzen konnten so ihre Population vergrößern, die verlassen sich drauf, dass es in meinem Garten immer etwas zu spachteln gibt. Lästig ist lediglich diese eine verkorkste Kohlmeise, die nur jeden zehnten Sonnenblumenkern als akzeptabel betrachtet und neun auf den Boden wirft, obwohl kein Unterschied zu erkennen wäre, warum nur der eine Kern was taugt. Blaumeisen speisen viel manierlicher.

Plötzlich aber war der Futterspender abends noch reichlich gefüllt und morgens leer. Auch die irre Kohlmeise steht doch nicht mitten in der Nacht auf und holt sich was zu naschen?

Dabei hatten wir uns schon eine schöne schwebende Konstruktion ausgedacht, um Nager nachts vom Futter fernzuhalten: Das Futter schwebte über der Terrasse, aufgehängt an einer dünnen Schnur, gespannt zwischen Rosenbogen und dem Markisenkasten. Kein Nager wurde je wieder in flagranti am Futter erwischt.

Nun war ein anderes Tier im Rennen, das auch Schraubgläser mit Erdnussbutter für die Vögel aufbekommt. In dem Moment, wo ich morgens das leere Glas auf dem Rasen gefunden habe, war klar: Hier arbeitet jemand mit Intelligenz und kleinen Patschehändchen, die geschickt alles auffummeln können: Ein Waschbär.

Hier ist ein urbanisierter Stadtbär sogar mittags in einem Park unterwegs, so bunt hat es unser Pelztier aber noch nicht getrieben:

 


Aber wie schaffte es der pelzige Plagegeist an das Futter am Schnürchen? Fußspuren auf dem Terrassentisch verleiteten mich zu der irrigen Annahme, dass der Kerl springen kann. Also die Schnur noch höher aufgehängt und das eine Ende oben im Fenster befestigt. Morgens war der Spender wieder leer - eine Kamera musste her.

Und das kam dabei heraus:


 

Ist das nicht unfassbar? Spiderman bei Mission Impossible auf frischer Tat ertappt. Nicht umsonst haben Waschbären eine Verbrechermaske im Gesicht.

Nun bleibt das Futter nachts im Haus, basta. Die pelzige Plage hat das Nachsehen. Ich will den Waschbärbauch ja nicht noch mehr mästen mit dem teuren Vogelfutter. Er sucht natürlich noch:


 

"Eine Frage: Wäre es möglich, hier Essen zu bestellen, wenn's keine Umstände macht? Nee? Na gut, dann schau ich noch mal im Rosenbogen..."



Habt ihr auch Waschbären im Garten und eine wirksame Lösung gefunden, sie zu vertreiben oder wenigstens vom Vogelfutter fernzuhalten? Bewegungsmelder mit Flutlicht scheinen sie schon mal nicht zu mögen. Vorerst...

23 Kommentare:

  1. Lach, ja da kann Tom Cruise einpacken. Den kleinen Dieb hast du aber toll erwischt. Den einen Waschbär, der mutig genug war ein Pfötchen in die Schweiz, in den Kanton Appenzell zu setzen, wurde da von einem Wildhüter abgeknallt. Yep, so geht das zu und her in der Schweiz. Da wird nicht lange gefackelt oder nach Lösungen gesucht, nö, da wird gleich scharf geschossen. Leider. Manchmal schäme ich mich echt für mein Land, besonders war Tier- und Naturschutz anbelangt. Hab schöne Pfingsten, liebe Elke.
    Liebe Grüsse
    Alex

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    1. Hallo liebe Alex,
      also ist die Schweiz bisher waschbärfrei und soll es auch bleiben? Sie waren ja bei uns auch eher in Hessen verbreitet, kommen jetzt aber auch schon in den südlichen Bundesländern vor - klar, sonst wären sie nichts bis Appenzell gekommen...
      VG
      Elke

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  2. Oh nein, was ist der lässig! :D An den Hinterpfoten hängend kopfüber... also wenn es hier Waschbären geben würde, würde ich die, fürchte ich, extra und mit voller Absicht füttern. Ich weiß, sie stellen allerhand an, aber sie sind einfach sooo großartig!
    LG
    Centi (immer noch anonym)

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    1. Schlimm wird es, wenn sie sich auf dem Dachboden einquartieren. Sie schieben wohl gern Dachpfannen weg und leben dann dort. Und dann kann man teuer renovieren...
      Ach so, wenn du nicht-anonym kommentieren möchtest, versuche mal, die Cookies seitenübergreifend zu erlauben, dann kannst du dich in deinem Blog einloggen und auf anderen kommentieren.
      VG
      Elke

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  3. Hallo Elke,
    der Räuber ist unglaublich geschickt! Eigentlich ein putziger Kerl, aber Waschbären richten ja leider allerhand Schaden an.
    Liebe Grüße
    Susanna

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  4. Wow, was für ein Kletterkünstler! Und super deine Nachtaufnahmen.
    Wir hatten vor einiger Zeit das Problem, dass wir immer wieder Tierkot direkt neben unserer Haustür hatten. Wir vermuteten einen Marder oder ähnliches. Unsere Nachtaufnahmen zeigten am Ende eine Igelfamilie (ich meine es waren insgesamt 3), die die Ecke als Toilette benutzten, nicht schön, war auch nicht im Beet, sondern die Würstchen bzw. der Haufen lag dann direkt auf den Steinen. Wir haben dann einen Marderschreck gekauft und der hat am Ende auch geholfen. Der war von weidezaun.de, vielleicht wirst du da ja auch fündig.
    VG
    Gabi

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  5. Ich fürchte, dass ich hier gesteinigt werde, aber die müssen weg, zumindest hier. Der Waschbär ist furchtbar putzig und schön anzusehen, der Schaden, den er anrichtet, ist allerdings nicht außer Acht zu lassen. Neben den Problemen für uns Besitzer von Haus und Garten, richtet er enorme Schäden in der Natur an. Waschbären bedrohen viele einheimische Bodenbrüter, da sie die Nester plündern und verdrängen andere Tiere aus deren angestammten Refugien, zudem überträgt er eine Reihe an Krankheiten, die auch dem Menschen gefährlich werden können.

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  6. Liebe Elke, Ich bin froh, dass sie es noch nicht in den Norden geschafft haben. Aber hier trieben Ratten ihr Unwesen, so waren sie gerne am Komposter und auch unter den Futtersilos. Seitdem akommt nur Gartengrün auf den komposter. Schalen aus der Küche wandern in die Biotonne. Es bleibt nur das Füttern einstellen.
    Liebe Grüße von Frauke

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  7. Ah, Du fütterst Vögel auch ganzjährig - schön! Ich mache das auch, im Sommer bevorzugt trockene Mehlwürmer, die ich auf die Buchse streue, damit die verwöhnten Balgen nicht vergessen, wo sie ihre Lieblings-Raupen finden. Ich glaube, bei uns gibt es (Raum München) noch keine Waschbären. Meine Mitesser unter dem Vogelhaus waren auf der Terrasse Igel. Erst einer, nach 1 Monat 5 Igel, das war erst einmal putzig. Durch die Konkurrenz kamen sie, je kleiner, umso früher zum fressen auf die Terrasse, schon am hellichten Nachmittag. Aber die putzigen Kerlchen, egal ob klein oder groß sind richtige Schweinchen (nein keine Meerschweinchen, schweinige Igel). Sie kackten mit einer fiesen Duftnote mitten in das Futter. Denn natürlich kaufte ich ihnen dann auch richtiges Igelfutter. Irgendwann mochte ich nicht mehr auf die Terrasse gehen und verfrachtete das Futter ganz nach hinten in die Peripherie. Ist echt nicht leicht, allen gerecht zu werden. Jepp, ich weiß, Waschbären sind eine Plage, aber ich finde es doch sehr bewundernswert, wie er zum Futter kommt. Wir würden im Zirkus für so eine Nummer ein Heidengeld zahlen. Du hast sie (nur ) mit Vogelfutter bezahlt. Schöne Pfingsten. LG Wurzerl

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  8. Tolle Aufnahme! Und irre, was der Waschbär da schafft! Der Blogpost sollte den Titel "Spiderman bei Mission Impossible auf frischer Tat ertappt" tragen! :-)

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  9. Lösungen habe ich auch keine. Die Waschbären essen bei uns alle Trauben und Marillen. Letztes Jahr haben sie unsere Kirschen entdeckt und den Baum an einem Tag abgeräumt, vor unseren Augen. Außerdem graben sie Junikäferlarven aus, der ganze Rasen ist durchlöchert.Aber was soll's. Solange ihnen meine Tomaten nicht schmecken...

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    1. Das ist noch ein anderer Grund für die Lästigkeit dieser schon sehr niedlichen Tiere, die Obsternte hätte man schon gern für sich allein. Die sollen aber bloß die Nistkästen in Ruhe lassen!

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  10. Also, da kann ich nicht mitreden, wir haben keine Waschbären, darüber bin ich sehr froh, obwohl sie so süss aussehen diese Schlingel. Lassen sie sich von Gestank abhalten? Vielleicht wäre das eine Möglichkeit ihre nächtlichen Besuche zu unterbinden.
    Liebe Grüße
    Edith

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  11. Moin Elke!
    Man könnte auch einen Jäger informieren. Waschbären dürfen ja getötet werden, auch wenn es grausam klingt. In meiner Gartennachbarschaft haben Waschbären mehrere Hühner getötet. Alles mit Kamera festgehalten. Der Hühnerhalter hat jetzt Fallen aufgestellt und fängt sie eigenständig weg. War aber auch richtig schlimm hier.
    Ich finde sie auch niedlich, aber die randalieren ganz schon rum. An meiner Gartenhütte kann man an der Ecke die Krallenspuren entdecken, wo sie versucht haben die Wand hochzuklettern, um an den Meisenknödelspender zu kommen.
    Liebe Grüße
    Daniela

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  12. Hallo Elke,
    das ist ja der Hammer. Nicht nur der Waschbär an sich, sondern auch die akrobatische Leistung desselben. Da kann ich mit meinem Libellenneuzugang echt nicht mithalten. Ein Idee hätte ich bezüglich der Sicherung des Vogelfutters: Einen großen Frisbee in der Mitte löchern und mit der eingebuchteten Seite Richtung Baum auf die Schnur auffädeln. Den zu überwinden dürfte ihm schwerfallen.
    Viele Grüße
    Claudia

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  13. liebe Elke, so ein "raton laveur" im garten zu sehen ist ein ereignis. vogelfugel kein hier seit anfang frühling damit die voegel auf natürlicherweise nach futter suchen. dieses tier ist bestimmt sehr hübsch aber verstehe dass man es lieber anders als im eigene garten zu sehen !
    liebe grüsse
    mo

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  14. Das sind sagenhafte Aufnahmen vom akrobatischen Waschbär, liebe Elke...doch die möchte man lieber nicht in der Umgebung viel weniger im eigenen Garten sehen. Da weiß ich von keiner Lösung, vielleicht eine Rücksprache mit einem Schädlingsbekämpfer, der uns bei unserem Marder unterm Dach beriet und besuchte. Einen Waschbär unterm Dach wäre nach Monaten der Besetzung durch den Marder eine Horrorvorstellung für mich.
    Ich bin gespannt, ob sich eine Möglichkeit der Vertreibung findet.
    Schönen Pfingstmontag, Marita

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  15. Also ich würde mich an den zuständigen Jäger wenden. Es gibt welche, die bei Mardern (die ja gerne an Autoschläuche gehen) und anderm Getier wie Waschbären helfen und sie wegfangen. Denn Waschbären breiten sich immer mehr aus (man sieht ja warum, so putzig es auch aussieht)
    Sie gehen an Gelege, Obst, Müll... Und sind ja eine invasive Art und freuen sich über unseren "milden Gaben"
    Bis dahin die Leine an Orten festmachen, die nicht mehr erkletterbar für sie sind?
    Liebe Grüße
    Nina


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  16. Ich hab das Video ja schon auf Instagram gesehen. Das ist wirklich krass! Waschbären sind hier zum Glück noch nicht aufgetaucht. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Ich glaube, mich würde der Schlag treffen. Auch hier ist am Futterhaus im Moment auch wieder die Hölle los. Auch hier wird zum Teil das Futter aus dem Spender geworfen. Ich habe jetzt einen Untersetzer montiert und es gibt erst wieder frisches Futter, wenn der leer ist.
    Viele Grüße von
    Margit

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  17. Guten Morgen liebe Elke,
    ich musste sooo schmunzeln über Dein Video und habe es auch gleich meinem Mann gezeigt! Wir wohnen hier mitten auf dem Land und haben zwar noch keinen Besuch von Waschbären gehabt, aber hin und wieder Probleme mit einem Marder, der gerne auf unseren Dachboden einziehen möchte ;-) Was hier sehr hilft (aber da kannst Du draußen nix mit anfangen), sind die batteriebetriebenen Duftspender von DM, einfach die schlimmsten Duftsorten auswählen ;-))) und dann auf 1 Sprühstoß halbstündlich anstellen. Davon mehrere im Abstand von einigen Metern aufstellen. Der Dachboden riecht zwar dann manchmal, wie ein Freudenhaus, aber da sind die Marder dann super abgeneigt und hauen ab!

    Ich habe früher im Bauamt gearbeitet und wir waren dem Landschaftsamt direkt angeschlossen, von daher weiß ich, dass auch ein paar Bürger in einer Nachbarstadt mit Waschbären (auf dem Dachboden!) zu kämpfen hatten! Lustigerweise eher in der Stadt, als auf dem Land!

    Die lieben Viecher! Sie können einem viel Nerven kosten, aber es ist auch hochinteressant, sie - so wie Du es über die Nachtkamera getan hast - zu beobachten!!!

    Ich wünsche Dir eine schöne Wochenmitte!
    Liebe Grüße sendet
    LONI x

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  18. Ein echter Raubzug, filmreif!
    Herzliche Grüße (und danke für den Kaffee, sagt)
    Petra

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  19. Hallo Elke,
    wir haben auch diese puscheligen Maskenträger Nachts im Garten. Da wir ebenso eine Wildtierkamera haben, wissen wir es. Doch so einen Akrobaten wie Deiner ist uns noch nicht untergekommen. Todesmutig für eine paar Körner sein Leben aufs Spiel zu setzen, da sieht man das diese Tierchen alles fressen was sie finden. Doch Dank unserer Unachtsamkeit stellt es für diese schlauen Überlebenskünstler kein Problem dar sich zu versorgen. Wir hatten schon Mutter mit Nachwuchs auf der Kamera, also muss ich mir um diese Spezies keine Sorgen machen. Aktuell haben wir noch keine Plage, das erledigen wahrscheinlich die Straßen für uns. Ich finde sie bezaubernd!
    LG...Stephanie

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