Samstag, 29. November 2025

Frieren für Frostfotos

Botanische Gärten sind ja auch im Winter sehenswert, aber es gibt eine Zeit nach dem Laubfall und vor den Schneeglöckchen, da ist es ein ganz klein wenig, wirklich nur ein klitzekleines Bisschen trostloser als jetzt. Am schönsten ist es, wenn so wie am Wochenende die letzten Blüten vom Frost eiskalt überrascht werden und die Beeren und Zieräpfel an den Gehölzen noch nicht alle abgefressen wurden. Dann kann man auch dem neurotischen November etwas abgewinnen. Fotos und kalte Finger zum Beispiel.

Ich hatte also am Samstag gedacht, dass ich im Botanischen Garten Gütersloh morgens den Frost besuche und in der ersten Sonne des Tages Eiskristalle fotografiere - und diese möglichst nicht an der eigenen Nase vorfinde.

Also warm angezogen, Kamera eingepackt und in den Zug gesetzt. Tja, und kaum fuhr der los, kamen auch schon die Wolken aus Richtung Gütersloh angeflogen und da setzten sie sich auch erstmal fest. Immerhin war die Anlage fast menschenleer, die Fotos also auch. Erst als ich schon richtig durchgefroren war kam kurz die Sonne. Und dann auch mehr Besucher.

Und so sieht der Botanische Garten Gütersloh also im November bei Frost aus.

Der japanische Ahorn hatte netterweise noch nicht alle seine roten Blätter ausgezogen. Zusammen mit den überfrorenen Samen sah er sehr adrett aus.


Auch die Beeren am Eingriffeligen Weißdorn wirkten ganz entzückend und die Amseln mussten Eisbomben futtern:



Die riesigen Hainbuchenhecken-Carrés, unter denen sich Laubengänge befinden, und die die Wasserspiele und Beete einrahmen, haben ihr Laub noch nicht abgeworfen, wie es für solche Hecken typisch ist. Das gibt einen warmen Farbton zum Immergrün der Rhododendren und Kiefern.




Mahonia media 'Winter Sun' gibt hier den Streber und blüht immer noch, als wäre noch Sommer oder schon Frühling:


Strahlende Zieräpfel wie Weihnachtsschmuck:




Der kleine Baum vorne links ist ein Zimtahorn:


Für die Rosen war es das jetzt auch mit der Immerblüherei:



Der Garten zeigt auch sehr schön, wie langweilig der Winter ohne abgeblühte Stauden und immergrüne Farne wäre.


Der große Baum hier unten ist ein Geweihbaum (Gymnocladus dioicus). Ihn sieht man selten, auf dem Bild unter diesem sieht man ihn aber noch mal von weiter weg:




Links hinter den quadratisch-praktisch-guten Hecke guckt eine Sägepalme hervor:







Und hier dann der Moment, auf den alle gewartet hatten: Die Sonne verzauberte den Perückenstrauch in leuchtende Zuckerwatte - und wie schön die Hecken plötzlich im Durchlicht erstrahlen! Und schon muss man sich beeilen, damit die schöne Sonne nicht die noch schöneren Eiskristalle zerfließen lässt. Aber da musste ich mir keine Sorgen machen, die Show war sehr schnell wieder vorbei und das Eis gerettet. 






Der Garten kostet übrigens keinen Eintritt und hat sogar eine (beheizte!) Toilette! Sonst hätte ich es auch nicht so lange dort ausgehalten...

3 Kommentare:

  1. Ich würde sagen, da hat sich das Frieren wirklich gelohnt! Ich liebe Frostbilder! Und wenn dann auch die Sonne herauskommt, umso schöner!
    Ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Margit

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  2. Der botanische Garten Gütersloh ist wirklich sehenswert, ich war im Herbst da. Bei so einer tollen Bepflanzung und Pflege lohnt es sich das ganze Jahr über. Es gibt übrigens auch ein nettes Cafe zum Aufwärmen mit sehrr leckerem Kuchen.

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  3. Hach, so überzuckerte Wintergärten sind einfach wunderschön anzusehen, wenn Frost oder Reif sie mit weißem Glitzer überzogen haben. Der Bot. Garten in Gütersloh hat mir vor einigen Jahren sehr gut gefallen. Mein Ahorn hält auch noch einige rote Blätter fest, jetzt fehlt nur noch der Frost. ;-))
    Übrigens, ich hab dir auf deine Frage auf meinem Blog geantwortet. ;-)
    Ein schönes Adventswochenende wünscht dir Marita

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