Letzten Freitag war ich zu einem Vortrag in Berlin eingeladen - ich wollte etwas zu Kugelspringern mit Bildern auf der großen Leinwand erzählen. Doch wir erinnern uns: Da war ja das Tiefdruckgebiet mit den Schneemassen. Ich bin morgens trotzdem in den ersten ICE nach Berlin gestiegen, denn in Bielefeld hat es geregnet. Das ging dann bis Niedersachsen gut, aber spätestens in Hannover kam man weder vor noch zurück, es fuhr gar kein Zug mehr. Für lange, lange Zeit. Mein Mann hat mich von Hannover abholen müssen, und weil ich noch Zeit hatte und ihm Richtung A2 mit der Straßenbahn entgegen gefahren bin, kann ich noch ein paar Eindrücke aus den zugeschneiten Herrenhäuser Gärten zeigen:
Winter ist ja an sich ganz ok, wenn die Züge noch fahren. So bis Anfang Februar, danach reicht es schon ein bisschen. Wobei ich die kurzen Tage und den vor sich hin dösenden Garten ja auch mal ganz entspannend finde, weil ich dann nichts gießen oder aufbinden muss. Vor allem nichts zu gießen ist nach jedem trockenen Sommer wirklich sehr angenehm. Nachdem das jährlich stattfindende Regentonnen-Roulette für dieses Mal beendet ist (muss ich die Tonne leeren oder ist der Frost doch nicht so schlimm?), gibt es sowieso kein Wasser mehr, um etwas zu bewässern. Zeit also, alte Gartenzeitschriften oder neue Bücher zu lesen. Oder mal zu schauen, ob nicht ein Gartenbesuch von 2025 auf der Festplatte zu finden ist, der es nicht auf den Blog geschafft hat.
Und da hätten wir so einen Kandidaten: Der Berggarten in Hannover Anfang April, der ja auch ganz hervorragend zu meinen Erlebnissen im Schneetreiben passt! Nur dass es im Frühling sensationelle Frühlingsblüten zu bestaunen gab! Also einmal schnell vorgespult ins Frühjahr:
Der Garten liegt gegenüber vom großen Herrenhauser Garten und ist der botanische Teil der Herrenhäuser Gärten. Er kostet Eintritt, aber der lohnt sich wirklich. Man kommt auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin, denn es gibt eine extra Haltestelle für die Anlagen.
Obwohl ich Magnolien nicht im eigenen Garten haben möchte, weil sie nicht besonders insektenfreundlich sind, muss ich zugeben, dass die im Berggarten wirklich die ganz große Show abgeben, auch wenn der Lerchensporn unter der Stern-Magnolie sich sicher bedankt unter dem weißen Blütenblätterregen.

Kirschblütentee:
Besonders lange habe ich mich am Rauling (Trachystemon orientalis) und dem Lungenkraut aufgehalten, um die Frühlings-Pelzbienen zu erwischen. Der Rauling ist ja eine meiner Lieblingsstauden und daher war ich erfreut, dass er im Berggarten eine solche Präsenz zeigen darf.

Narzissen, Lerchensporn, Frühlings-Knotenblume, Lenzrosen und die Mandelblättrige Wolfsmilch lieferten auch prächtige Beete ab.
Da der Berggarten ein botanischer Garten ist, dürfen auch einige seltene Sorten nicht fehlen. Besonders spannend, wenn auch bewaffnet bis an die Zähne und vielleicht eher nichts für den kleinen Hausgarten, fand ich den Ilex aquifolium 'Ferox'. Nicht nur die Blattränder sind stachlig, wie es im Hause Ilex so üblich ist, sondern auch noch die Blattoberseite, sicher ist sicher.
Kuschlig dagegen ist die Küchenschelle. Sie sollte besser Kuschelschelle heißen.

Zahmer als der Ilex und auch für kleine Gärten geeignet ist die zauberhafte Zwerg-Mandel (Prunus tenella):
Die Eichhörnchen im Berggarten sind schon legendär und man kommt ganz nah ran. Noch näher, wenn man ihnen Wal- oder Haselnüsse mitbringt.































Ach tut das gut, bei all dem winterlichen Grau mal so schöne Frühlingsbilder zu sehen - Danke! Ich freue mich jetzt schon auf die Blütenpracht. Bei Magnolien geht es mir allerdings wie dir. Die sind wirklich schön aber ich schaue sie mir lieber bei den Nachbarn an. Die Eichhörnchen hingegen dürften hier auch gerne rumspringen. Die verstecken sich aber lieber im nahen Wald. Vielleicht müsste ich es da auch mal mit Nüssen probieren...
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
Du hast schöne frühlingshafte Eindrücke mitgebracht, Elke. Der Berggarten ist mein Lieblingsgarten. Den Rauling finde ich klasse, habe nur leider keinen Platz dafür. Da muss den Hummeln im Frühling das Lungenkraut ausreichen.
AntwortenLöschenViele Grüße
Susanna
Liebe Elke,
AntwortenLöschenVon solch wunderbaren Frühlingsbildern kann man hier im Nebelgrau nur träumen. Unsere Sternmagnolien haben allerdings schon dicke Knospen angesetzt - ein Versprechen für den Frühling. Wir haben auf unserem Grundstück so viele insektenfreundliche Sträucher und Bäume, dass wir uns die paar Magnolien locker erlauben können. Aber irgendwas muss ja an die Blüten drangehen, die Magnolien bilden alljährlich fette Samenstände aus, in denen sich schöne, lackrote Früchte befinden. Vielleicht ist ja die bisher kaum bekannte, niederbayerische Magnolien - Wollbiene dafür verantwortlich.
Viele Grüße
Inge