Samstag, 3. Januar 2026

Glitzerwelten

Wer könnte besser für das Stehenlassen der Staudenstängel Werbung machen als Sonne und Frost? Jeder schnöde Halm sieht dann frisch und fesch aus. Durch den Regen zusammengepappte Flugsamen bekommen wieder eine Fönfrisur verpasst und glitzern im Gegenlicht.

Wer also noch ein Argument braucht, um Bekannte oder Nachbarn zu mehr Lässigkeit im Garten zu bewegen, sollte die herbstlichen Scherenschwinger einmal zu einem Besuch in einem botanischen Garten einladen. Denn dort kann die Sonne weiter ausholen als in kleinen Gärten und man hat einfach mehr Auswahl im Schaulaufen um den Wettbewerb "Wer hat den schönsten Samenstand".

Es kann nicht jeder botanische Garten Überzeugungsarbeit leisten, es muss schon einer unter fortschrittlicher Leitung sein, in dem die alten Stängel toleriert und zelebriert werden.


Im Winter steht die Sonne schön niedrig und auf Fotos treten die schönsten Lichteffekte auf, die einen ganz plümerant werden lassen.

Auf den vordersten Rängen stehen dabei die Blütenteller der Goldgarbe (Achillea filipendulina), die sich Mühe geben, ein Postkartenmotiv zu kreieren.


Fette Henne sieht ähnlich elegant aus, wirkt aber ein bisschen bodenständiger als die schwankenden Schafgarben.

Während das Lampenputzergras (Pennisetum) für seine Darbietung Silber bekommt, hat sich der Schneefelberich (Lysimachia clethroides) eindeutig Gold verdient.


Gräser gehen ja immer.





Die Agastache lässt sich auch nicht lumpen und steht wacker aufrecht.



Das hier könnte eine Bergminze (Calamintha nepeta) sein:


Und bei dem Samenstand hier bin ich mir gar nicht sicher, was das sein soll, sieht aber gut aus:



Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) ist auch als Samenstand noch ein Sonnenschein:

Die Stinkende Nieswurz gibt sich grün wie eh und je:



Die Gehölze glänzen natürlich nicht weniger als die Stauden:






So, das war wieder mal der Botanische Garten Gütersloh. Ich hoffe, er hat auf ganzer Linie überzeugt, die Staudenstängel dran zu lassen und noch nicht wegzuwerfen.

13 Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    jetzt dachte ich, es sei schon längst auch in öffentlichen Gärten angekommen, dass man vor dem Winter nicht alle Pflanzen abratzeln soll. Deine Fotos sind richtig schön und inspirieren hoffentlich auch die " Gartenaufräumer " dazu, vor dem Winter keinen Kahlschlag zu machen.
    Unser Garten wird von der Nachbarin auch immer skeptisch beäugt, besonders stören sie die braunen Blütenbälle von der Hortensie Annabel. Wann ich die denn endlich mal abschneiden würde. Eine Erklärung kam leider nicht wirklich an.
    Für mich gilt ein Satz, den eine englische Gartenlady mal gesagt hat :
    " God doesn`t tidy up in autumn, so why should I "
    Viele Grüße Inge

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    1. Hallo Inge,
      die alten Hortensienblüten sind doch richtig schön! Ich dachte, man soll sie auch dran lassen, um die neuen Blütenknospen vor Frost zu schützen. Vielleicht überzeugt das die Nachbarin?
      VG
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    deine Bilder zeigen sehr schön, warum man im Herbst nicht alles runterschneiden sollte. Wobei die Optik ja nur ein Teil vom Nutzen des Stehenlassens darstellt. Ich bedauere immer, dass unser Botanischer Garten im Winter geschlossen hat. Und der Palmengarten ist irgendwie nicht meine erste Wahl. Im eigenen Garten hätte ich die Samenstände, aber das Wetter spielt bisher nicht mit. Entweder nicht kalt genug oder keine Sonne. Und bisher auch so trocken, dass sich kaum mal Reif gebildet hat.
    Ich wünsche dir alles Gute für 2026, immer gutes Licht zum Fotografieren und viel Erfolg mit deinen Büchern. Jetzt wird bei dir ja auch schon gemordet. Ich dachte, das sei meine Spielwiese 😉.
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
    Elke 🍀❄️🐿️❄️

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  3. Oh, die unbekannten Samenstände sind ja mal ein ganz besonders tolles Fotomotiv! Aber stimmt schon, mit ein bisschen Raureif und Sonne sieht eigentlich alles Gestängel gut aus. Man sollte echt mehr davon haben!
    LG
    Centi

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  4. Liebe Elke,
    ich hoffe, du bist gut im 2026 gelandet, ich wünsche dir allezeit immer den richtigen Blick für die Dinge, wo andere vorbei spazieren. Wir Naturliebhaber sehen diese von dir gezeigten Schönheiten, aber hast du schon mal versucht andere mit deiner Begeisterung anzustecken?? Oft erntet man ein müdes Lächeln, man möchte ja nicht unhöflich sein. Kinder dagegen haben Fantasie und sehen viele Dinge, die den Erwachsenen verborgen bleiben.
    Liebe Grüße
    Edith

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  5. Herrliche Impressionen aus der wunderbaren Glitzerwelt, liebe Elke...leider war ich indisponiert an entsprechenden Tagen, wobei ein Bot. Garten hat natürlich ganz tolle Aspekte zu bieten.
    Nun wünsche ich dir ein gutes Jahr 2026 mit vielen schönen Reisen und Berichten, tollen Foto-Blickwinkeln und Spaß an den Kugelspringern... und vielleicht sehen wir uns bei einem deiner nächsten Vorträge wieder.
    Einen lieben Gruß von Marita

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  6. Mir spielt das ja sowas von in die Karten. Ich habe im trüb-grauen Herbst eh keine Lust auf Gartenarbeit und schaue auch gar nicht gern auf nackte braune Erde. Daher steht alles unangetastet. Habe auch schon mal ein Vögelchen im Sonnenhut beobachten können, dass sich völlig selbstvergessen den Bauch vollgeschlagen hat und mich gar nicht bemerkt hat. Im "aufgeräumten" Garten wäre es hingegen ziemlich langweilig.
    Liebe Grüße!

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  7. Es wäre wirklich schade, wenn man im Herbst alles platt machen würde! Hier bleibt alles stehen, außer es ist komplett matschig. Sogar die Blütenstände der Katzenminze bleiben. Ich denke, dass darunter einiges an Getier ein kuscheliges Winterquartier hat.
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Margir

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  8. Ich denke, das ist auch teilweise eine Generationenfrage. Früher habe ich mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich einen Garten naturzertifiziert habe und die alte Bäuerin sich Mitte Oktober lautstark dafür entschuldigte, dass sie die verblühten Stauden immer noch nicht abgeschnitten hat. Inzwischen bin ich so frei und sage ihr, dass sie die Plakette nur bekommen kann, wenn sie erst im Frühjahr den Garten "aufräumt". Wenn die Naturschutzplakette am Zaun hängt, dann muss die Bäuerin auch nicht mehr befürchten, dass die Nachbarn denken könnten, sie würde ihre Gartenarbeit nicht mehr schaffen. Gut, dass sich diese Sichtweise, hauptsächlich bei den jungen Gärtnern schon sehr zugunsten der Natur geändert hat. LG Wurzerl

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  9. Hallo Elke, da können wir ja wieder einmal in frostigen Schönheiten schwelgen. Ja, wenn die Sonne an frostigen Tagen alles zum Glitzern bringt, kommt auch ein Wintergarten so richtig zur Geltung. Wieder wunderschön, was Du da alles eingefangen hast.
    Dann wünsche ich Dir auch für das neue Jahr viele wundervolle Erlebnisse in der Natur und natürlich immer eine eiserne Gesundheit, damit Du all die Wunder der Natur einfangen und mit uns teilen kannst.
    Herzliche Grüße von Marianne

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  10. so schön wenn der frost als zauberer die natur den winterglanz gibt ! wunderbare fotos !
    ja zu jeder jahreszeit sind die botanische gärten zu besichtigen * möchte es doch für januar etwas programieren :)
    alles gute zum neue jahr !
    mo

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  11. Beautiful photos. ❤️ Thank you so much for sharing, and Happy New Year to you from Montreal, Canada ❤️ 😊 🇨🇦

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  12. wunderschöne Bilder sind das ..
    bei mir hat leider viel durch die Nässe geschimmelt
    ich wünsche die noch ein gutes neues Gartenjahr
    liebe Grüße
    Rosi

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