Samstag, 20. Juni 2026

Kleine Stinker

An einer bestimmten Weggabelung in einem Park war ich immer fest davon überzeugt, dass es an der Ecke nach Fuchs riecht. Zumindest so, wie ich mir vorstelle, dass die Visitenkarte eines reviermarkierenden Rüden riechen würde. Der Wald war nicht weit, es klang, bzw. roch also ganz plausibel.

Dann nahm ich diesen Geruch auch woanders wahr. Und irgendwann fiel mir etwas auf: Überall dort, wo ich Fuchs witterte, wuchs der so unschuldig wie duftig aussehende Langgrifflige Rosenwaldmeister (Phuopsis stylosa). Und tatsächlich: Jedes Exemplar müffelt ein wenig streng. Der Name klingt doch besser als sein olfaktorisches Aroma. Er sieht nicht aus wie ein Fuchs, aber er riecht so. Manche setzen sogar noch einen drauf und beschreiben diesen geruchlichen Affront als nassen Fuchs. Nur nach Rosen riecht er eben nicht, der Name kommt eindeutig von der Farbe.


Insekten scheinen sich nicht daran zu stören. Entweder sie nehmen den Geruch nicht wahr oder halten sich die Nase zu. Ich finde jedenfalls, Rosenwaldmeister riecht nicht gerade umwerfend.

Auch der Stinkwein (Paederia foetida), eine mehrjährige tropische Kletterpflanze, hat es wohl in sich und soll schwefelartig riechen, wenn man ihn quetscht oder reibt.


Er ist genauso wie der Rosenwaldmeister ein Rötegewächs - anscheinend ist dieser Pflanzenfamilie so einiges zuzutrauen. Auch der echte Waldmeister kann ja Gerüche von sich geben, wenn man ihn welken lässt, aber er wird eher als angenehm empfunden.

Viel besser als Phoupsis (klingt dieser Name nicht schon recht verdächtig?) gefällt mir der Duft der Knotigen Braunwurz, wenn man an den Blättern reibt. Nur stehe ich damit ziemlich alleine da, jeder andere, dem ich begeistert aufschwatze, es doch auch mal zu probieren, schaut danach pikiert drein und verzieht angewidert das Gesicht.


Auch der Geruch der schönen Blüten von Weißdorn oder Holunder ist nicht jedermanns Sache. Oft sind diese flüchtigen Aromen von Weitem besser zu ertragen als wenn man die Nase tief in die Blüten steckt.

Unter den stinkenden Stauden (bzw. Zweijährigen) ist auch der hübsche Muskateller-Salbei ganz weit vorn. Kochen würde ich mit den Blättern jedenfalls nicht. Holzbienen jedenfalls lieben die Pflanze heiß und innig, aber sie reiben auch nicht an den Blättern.


Ausgerechnet bei der Stinkenden Nieswurz habe ich aber noch keine Geruchsbelästigung feststellen können, sie hält sich fein zurück. Duften tut sie aber auch nicht.



Welche Pflanzen könnt ihr überhaupt nicht leiden, wenn ihr sie riechen müsst?

2 Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Elke,
    für mich gibt es gar keine Gerüche im Pflanzenreich, die ich wirklich eklig finde. Schon als Kind habe ich - zum Befremden meiner Mutter - den Geruch von Ruprechtskraut und Buchsbaum geliebt. Auf meinen Spaziergängen rieche und reibe ich immer an allen möglichen Pflanzen und finde die Gerüche immer interessant. Die stinkende Nieswurz, die wir üppig im Garten haben, stinkt nicht von alleine, nur wenn man an den Blättern reibt, nimmt man einen herben Geruch wahr. Ganz besonders mag ich den Geruch von Muskatellersalbei, ich säe immer reichlich davon aus - für die Holzbiene. An der knotigen Braunwurz habe ich noch nicht geschnüffelt, das muss ich bald mal nachholen.
    Als ich im Garten mal einem wirklich bestialischem Geruch nach Aas nachgegangen bin, war es keine Pflanze, sondern die Stinkmorchel. Das fand ich dann wirklich eklig.
    Viele Grüße
    Inge

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  2. Hallo Elke,
    hübsch sind die Blüten vom Rosenwaldmeister ja durchaus. Den Geruch der Holunderblüten finde ich gar nicht so übel. Weißdorn wächst neben Holunder auch in meinem Garten. Wenn man sich nicht gerade einen Blütenstrauß davon ins Haus holt, kann man den Geruch durchaus tolerieren. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich recht unterschiedlich.
    Viele Grüße von Marianne

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