Brutzwiebeln sind wie Samen, nur besser. Und sie sollten auch schneller sein, denn schließlich hat die Mutterpflanze hier richtig Vorarbeit geleistet und die kleinen Knubbel mit allem ausgestattet, was man zum Wegkullern und Wiederanwachsen so braucht. Gewächse mit kugelrunden Brutzwiebeln haben das Rad neu erfunden. Gegenüber einem Samenkorn ist das der Turbo unter den Vermehrungsmethoden. Man bekommt eine Pflanze, die der Mama gleicht wie eine Bulbille der anderen - es muss sich also um sehr selbstbewusstes Grünzeug handeln, das sehr von seinem Genpool überzeugt ist, um derartige Methoden anwendet.
Mit der Zwiebel-Zahnwurz funktioniert das in meinem Garten jedenfalls ganz hervorragend. Eine kleine braune Bulbille fällt irgendwo hin und dann wächst das schon, da muss man sich kaum kümmern. Nicht mal einen grünen Daumen benötigt man dafür, geschweige denn einen braunen.
Blühen tun die kleinen Zahnwurz-Zöglinge dann auch ziemlich schnell. Wollschweber und Aurorafalter lieben das!
Da ich also schon einige Erfahrung mit den Wunderknubbeln von Cardamine bulbifera habe, dachte ich mir: Wir schwer kann das sein, dasselbe mit den Brutzwiebeln von Lilien hinzukriegen?
Iris-Rhizome sind recht teuer, da wäre die Vermehrung aus Bulbillen ja ein echtes Schnäppchen! Und Lilium lancifolium var. splendens, die Tiger-Lilie, bietet genau das! Riesige Klunker für umsonst!
Und weil ich dachte: Wenn die jetzt von alleine herunter fallen, liegen sie sowieso auf der Erde, habe ich sie auch im Sommer direkt eingepflanzt. Sie trieben sehr brav aus.
Im März sahen die kleinen Lilien noch ganz vielversprechend aus.
Jetzt im August wirken sie müde, bleich und kränklich, so als würden sie absterben oder einziehen. Bei der ständigen Hitze und Trockenheit könnte man es ihnen nicht mal übel nehmen.
Ist das normal oder war die Erde nicht gut - zu wenig, zu viel gedüngt? Staunass, trotz Trockenheit?
Offenbar sind nicht alle Brutzwiebeln gleich einfach zu einer blühenden Pflanze heranzuziehen. Nicht mal die nimmermüden Lilienhähnchen mochten sich mit meinen Mini-Mickerlilien mit nur einem einzigen Blatt abgeben. Und das will was heißen.
Habt ihr schon mal ausprobiert, aus Bulbillen einen Tiger, also zumindest eine Tiger-Lilie zu machen?









Guten Morgen, liebe Elke
AntwortenLöschenhabe ich schon ausprobiert, und hat mit etwa der Hälfte der Knubbel geklappt. Ich habe einfach normale Aussaaterde mit Kompost gemischt benutzt. Welche Erde hast du denn, die sieht irgendwie seltsam fluffig aus.
Die vermehrten Lilien waren allerdings nicht sehr langlebig, nach zwei Jahren im Topf haben sie sich verabschiedet. Bei anderen Sorten klappt ja die Vermehrung über normale Brutzwiebeln ganz hervorragend, ich konnte schon jede Menge getopfte Lilien verschenken.
Viele Grüße
Inge
Guten Morgen Inge,
Löschenich hatte sie erst in pelletierter Erde aus Schafwoll- und Holzfaserpellets. Darin ging es ihnen am Anfang ganz gut. Dann habe ich sie noch mal in normale torffreie Erde umgetopft. Die mögen sie noch weniger oder sind jetzt schon vorgeschädigt.
VG
Elke
vielleicht anfangs mit möglichst stickstoffarmer Aussaaterde versuchen.
LöschenLG
Inge
Ich kann dir zwar keinen Rat geben, aber ich habe schon wieder etwas dazugelernt. Den Begriff Bulbillen hatte ich noch nie gehört. Sind die Kügelchen die vom Zierlauch übrig bleiben auch Bulbillen?
AntwortenLöschenViele Grüße – Elke
Bei Allium aflatunense habe ich schon mal kleine Zwiebeln oben im Samenstand gesehen, aber die schwarzen Dinger sind ansonsten nur Samen, keine Bulbillen.
LöschenHallo Elke,
AntwortenLöschenich habe erst ein Mal versucht, etwas aus Bulbillen zu ziehen. Ich bekam sie geschenkt, sollten Begonien werden. leider kam gar nichts.
Viele Grüße
Susanna
Liebe Elke,
AntwortenLöschenalso ich muss gestehen, dass ich den Begriff "Bulbillen" zum ersten Mal höre, insofern muss ich Deine Frage verneinen. Aber eine sehr interessante Vermehrungsmethode, vielleicht lag es bei Dir tatsächlich an der Erde ?
Einen sommerlichen Sonntag
wünscht Dir
Anke
Bullbillen sagte mir bis dato noch gar nichts...wieder was gelernt, liebe Elke. Allesdings hab ich es ja nicht so mit dem Vorziehen, da fehlt mir einfach die Geduld.
AntwortenLöschenEinen schönen Sonntag wünscht dir Marita
Liebe Elke,
AntwortenLöschenBulbillen?? Ebenfalls noch nie gehört, Pupillen ja. So eine Mühe habe ich mir allerdings auch noch nie gemacht, aus Brutzwiebeln ka. Vielleicht ist es in diesem Sommer alles anders, wenn deine Ausdauer aushält, vielleicht ein neuer Versuch im nächsten Jahr ? Komm weiterhin durch den glutheißen Sommer,
liebe Grüße
Edith
die "bulbilles" kenne ich nur die von wilde pflanzen eine art "ail des vignes" (Allium vineale) * im garten sind spontan einige gewachsen * habe schon einige in der natur gepflueckt am wegesrand aber nie versucht sie zu pflanzen... sie wachsen wo die erde sehr trocken und machmal zwischen steine ... hier im garten an verschiedene stelle ...(voriges jahr zwischen die fliesen auf der terrasse)
AntwortenLöschenliebe grüsse
mo
sehr interessant..ich kannte den Namen auch noch nicht
AntwortenLöschenbei einem Lauch hatte ich es auch mal dass oben lauter kleine Zwiebelchen
entstanden.. ich habe sie aber nicht eingepflanzt
liebe Grüße
Rosi
Ich muss tatsächlich gestehen, dass ich mich noch nie mit Brutzwiebelchen oder Bulbillen beschäftigt habe. Ich stehe da eher auf Nachkommenschaft z.B. der Wurzerl, äh, pardon der Sempervivum. Da brauche ich nur zu warten bis die Babies groß genug sind, schneide die "Nabelschnur" durch und schon habe ich statt 1 Rosette, dann 10 - 15 neue Hauswurzen. Mehr Geburtshilfe schaffe ich nicht bei Pflanzen. LG Wurzerl
AntwortenLöschenHallo Elke,
AntwortenLöschenbisher habe ich das so noch nicht probiert. Wäre ja tatsächlich mal einen Versuch wert.
Viele Grüße von Marianne
Die Anzucht von Knoblauch funktioniert mit Bulbillen (Brutknöllchen) hervorragend: sie werden im Herbst oder Frühjahr in die Erde gelegt, bilden im 1. Jahr Fingernagel große runde Knöllchen und im 2. Jahr dann die übliche Knoblauchknolle mit Zehen.
AntwortenLöschenSeit 3 Jahren mache ich das auch mit Elefantenknoblauch, den allerdings im Kaltgewächshaus, da es bei uns gelegentlich im Winter schon mal gut friert.