Astilben oder Prachtspieren sind Stauden für andere Leute. Oder andere Gärten, ich weiß es nicht. In meinen Garten gepflanzt verwandeln sich auch Exemplare mit vormals exzellenter Reputation in siechende, blühfaule Elendsgestalten. Woher die Pracht in "Prachtspiere" kommt, kann ich also nur ansatzweise in fremden Gärten nachvollziehen, wo wohlgenährte Prachtkerle frech und angeberisch ihre Blütenkerzen hochhalten und mich nur an meine eigenen Misserfolge mit ihnen erinnern.
Astilben haben ein Problem: Während viele Sorten durch ihre Schattentoleranz bei gleichzeitiger Schneckenabschreckung (eigentlich die perfekte Kombination) durchaus attraktiv erscheinen, vertragen die meisten nur schlecht eine Trockenperiode. Wenn man dann einmal nicht aufpasst und nicht gleich mit dem Schlauch Gewehr bei Fuß steht, war es das schon wieder.
![]() |
| Astilben im botanischen Garten Bielefeld |
Astilben haben ein Problem: Während viele Sorten durch ihre Schattentoleranz bei gleichzeitiger Schneckenabschreckung (eigentlich die perfekte Kombination) durchaus attraktiv erscheinen, vertragen die meisten nur schlecht eine Trockenperiode. Wenn man dann einmal nicht aufpasst und nicht gleich mit dem Schlauch Gewehr bei Fuß steht, war es das schon wieder.
Da die handelsübliche Vegetationsperiode mittlerweile immer eine Dürrezeit in Petto hat, die sich gewaschen hat, werden die Astilben in meinem Garten von Angstzuständen geplagt.
Und selbst wenn der Sommer und ich meinen, alles richtig gemacht zu haben, verweigern sie mir trotzdem die Blüte. Einfach so, aus Trotz. Ich wette, selbst die Astilbe arendsii-Hybride mit dem vielversprechenden Namen 'Obergärtner Jürgens' würde unter meiner Obhut erst streiken und schließlich kündigen.
Nein, Astilben und ich sind geschiedene Leute. Viel besser verstehen mein Garten und ich uns dagegen mit einem anderen Steinbrechgewächs: Der Heuchera, ganz besonders mit meinem Liebling "Palace Purple".
Seitdem ich dieses Jahr Unmengen Sämlinge gezogen habe, die der violetten Mutterpflanze wie aus dem Gesicht geschnitten sind, ist die violette Blattschmuckstaude meine neue Geheimwaffe für leere Beete (nicht dass ich noch welche hätte): Die Samenstände im Herbst einfach über abgeernteten Basilikum-Töpfen oder anderen offenen Stellen ausstreuen und dann vergessen. Auch Pflasterfugen sollten nach Beute abgesucht werden.
Das habe ich zwar letztes Jahr schon erzählt, aber da wusste ich noch nicht, wie der Nachwuchs sich so machen wird. Es gab nämlich gar keine neuen Sorten, und auch keine langweiligen Jungpflanzen, stattdessen verfärbten sich die winzigen Steinbrechbabies in kürzester Zeit violett - ganz die Mama also. Nie hätte ich gedacht, dass eine bunte Sorte tatsächlich sortenrein fällt.
Das habe ich zwar letztes Jahr schon erzählt, aber da wusste ich noch nicht, wie der Nachwuchs sich so machen wird. Es gab nämlich gar keine neuen Sorten, und auch keine langweiligen Jungpflanzen, stattdessen verfärbten sich die winzigen Steinbrechbabies in kürzester Zeit violett - ganz die Mama also. Nie hätte ich gedacht, dass eine bunte Sorte tatsächlich sortenrein fällt.
Die Wachstumsgeschwindigkeit ist auch nicht von schlechten Eltern, so dass man in nur einer Saison eine ganze Beetbegrenzung in Purpur heranziehen kann, wenn man möchte.
Das geht so leicht und macht so einen Heidenspaß, dass ich mich schon zügeln muss, um nicht in Heuchera zu ersticken. Aber als Geschenk für nette Menschen sind sie ja auch ganz hervorragend geeignet, vor allem selbstgezogen und mit Stammbaum.
Trockenheit vertragen die Purpurglöckchen ebenfalls besser als ihre bucklige Verwandtschaft, die Prachtspieren.
Palace Purple und der Rest der Sippschaft haben mich dieses Jahr so sehr von sich überzeugt, dass ich ein bisschen genauer hingeschaut habe, denn im rechten Licht wirken die filigranen Blütenstände einfach fantastisch - hier mit Purpur-Sonnenhut im Gegenlicht. Dezent, aber wirkungsvoll und nie aufdringlich. Eine Zeit lang können sie tatsächlich als Gräser-Ersatz mit eingebauter Bienenbar einspringen, so fluffig sind ihre Fortpflanzungsorgane.
Prachtspiere oder Purpurglöckchen, das ist hier die Frage - meinen Favoriten habe ich gefunden. Wie haltet ihr es mit den Steinbrechgewächsen?
Palace Purple und der Rest der Sippschaft haben mich dieses Jahr so sehr von sich überzeugt, dass ich ein bisschen genauer hingeschaut habe, denn im rechten Licht wirken die filigranen Blütenstände einfach fantastisch - hier mit Purpur-Sonnenhut im Gegenlicht. Dezent, aber wirkungsvoll und nie aufdringlich. Eine Zeit lang können sie tatsächlich als Gräser-Ersatz mit eingebauter Bienenbar einspringen, so fluffig sind ihre Fortpflanzungsorgane.
![]() |
Prachtspiere oder Purpurglöckchen, das ist hier die Frage - meinen Favoriten habe ich gefunden. Wie haltet ihr es mit den Steinbrechgewächsen?









