Kartoffeln sind alle gleich, außen schmutzig und innen hell? Und was anderes als Salzkartoffeln oder Pommes kann man sowieso nicht mit ihnen anstellen und das reicht auch vollkommen?
Das Buch "Kartoffelliebe: Pflanzen, ernten, Sortenvielfalt genießen" von Heidi Lorey, erscheinen im Ulmer-Verlag 2019, räumt mit all diesen Vorurteilen auf.
Die Knollen sind nämlich weder außen noch innen alle gleich und schmecken sogar oft ganz unterschiedlich. "Mayan Twilight" zum Beispiel wäre nicht aufzufinden mit ihrem Flecktarn-Muster - zumindest, wenn man sie vor eine Platane hält - und hat eine Garzeit, die mit 15 Minuten schon fast an Nudeln heranreicht, die ja ansonsten an Bequemlichkeit beim Kochen nicht zu überbieten sind.
Die hier auf dem Bild ist genauso getarnt, das ist 'Miss Blush', die so hübsch schüchtern errötet ist, als sie ans Tageslicht befördert wurde:
Das hier ist 'Desiree' ganz in Rot, die ich mal im Reissack angebaut hatte:
Die Knollen sind nämlich weder außen noch innen alle gleich und schmecken sogar oft ganz unterschiedlich. "Mayan Twilight" zum Beispiel wäre nicht aufzufinden mit ihrem Flecktarn-Muster - zumindest, wenn man sie vor eine Platane hält - und hat eine Garzeit, die mit 15 Minuten schon fast an Nudeln heranreicht, die ja ansonsten an Bequemlichkeit beim Kochen nicht zu überbieten sind.
Die hier auf dem Bild ist genauso getarnt, das ist 'Miss Blush', die so hübsch schüchtern errötet ist, als sie ans Tageslicht befördert wurde:
Das hier ist 'Desiree' ganz in Rot, die ich mal im Reissack angebaut hatte:
Das Buch lässt wirklich keine Fragen offen. Von der aufregenden Geschichte der Kartoffel im Allgemeinen und Speziellen ('Linda') gibt es Tipps zum Vermehren seltener Sorten, zu den besten Anbaumethoden bei viel oder wenig Platz, Tipps zur Schädlingsvermeidung, Sortenportrais mit schönen Fotos und schließlich auch Rezepte. Selbst andere Knollenlieferanten wie die Süßkartoffel und Topinambur werden beschrieben.
Man liest und staunt. Zum Beispiel darüber, wie viele Vermehrungsmethoden es gibt, vor allem, wenn bei einer sehr seltenen Sorte Eile geboten ist, um sie erntefähig oder gar verkaufsfähig zu machen. Und dass es Sorten gibt, die sich selbst ganz effizient das Unkraut vom Leib halten, indem sie ordentlich Laub produzieren. Selbst ist die Knolle! Biobauern lieben diese Sorten und züchten sie notfalls in Eigenregie mühsam heran, damit sie weniger Arbeit haben und vor allem keine Herbizide einsetzen müssen.
Auch der Anbau im Reissack wird erwähnt, also habe ich wohl nichts grundlegend falsch gemacht mit meinen Reissackversuchen. Nur eines habe ich mittlerweile gelernt: Reissäcke aus dem Asialaden werden oben mit dem Messer aufgeschnitten und produzieren mit ihrem gewebeartigen Plastikkonstrukt, durch das das Wasser von selbst abläuft, sehr viel Mikroplastik im Garten, vor allem nach Einwirkung von ordentlich UV-Licht, das jetzt dort scheint, wo der Sack sonst keins abbekommt. Beim nächsten Mal werde ich daher die Schnittkanten mit dem Feuerzeug verschmelzen.
Wer also alles über die Kartoffel, das unbekannte Wesen, lernen möchte und ebenfalls ungeahnte Geschmackserlebnisse haben will, dem empfehle ich dieses Buch wärmstens. Frau Lorey kennt sich super aus und schreibt sehr kenntnisreich aus ihrer langjährigen Praxis. Mehr Kartoffel geht nicht.







