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Freitag, 6. Januar 2012

Katzen kratzen

Das hier ist Quietschie und den Namen hat sie sich selbst eingebrockt:


Eigentlich sollte sie nämlich Jeannie heißen (Bezaubernde), aber das ist gründlich danebengegangen, da sie als Welpe lieber gepiepst hat als richtig zu miauen. Das hat sie jetzt davon. Bezaubernd ist sie trotzdem.



Jeannie, im Folgenden Quietschie genannt (unter anderem deshalb, weil sie nun mal so heißt), ist eine Millenniumsedition und lief auch schon im Jahr 2000. 

Wir haben vieles gemeinsam, zum Beispiel sitzen wir gern auf dem Sofa rum (sie dekorativ, ich weniger), beobachten Vögel und essen gern Kartoffelchips. Während ich diese drei Disziplinen formvollendet gleichzeitig beherrsche, beanspruchen Chips Quietschies Aufmerksamkeit dagegen komplett. Die Vögel draußen sind dann vergessen.



Quietschie ist eine sehr sparsame Katze und spielt am liebsten mit Verpackungsmaterialien, wie Kartons, Papiertüten und Kabelbindern. Diese Gegenstände sind gekauftem Katzenspielzeug jederzeit überlegen. Was für ein Glück. Nicht ganz so sparsam ist ihr ausgefallener Geschmack, was die Inneneinrichtung angeht: Stühle mit Stoffhussen zu kaufen war eine ausgesprochen dämliche Idee, denn Frau Katze ist der Meinung, dass deren Ausstrahlung mit ein paar Kratzern und gezogenen Fäden doch sehr gewinnt. Ich teile diese Ansicht weniger. Nun muss Katz aber tun, was Katz tun muss, nämlich kratzen. Da Quietschie aber nur drei Beine hat und deshalb nicht nach draußen zu einem Baum gehen kann, muss der Baum eben zu ihr kommen.

Dieses Jahr hat sie einen neuen, selbstgebauten Naturholzkratzbaum bekommen- rank und schlank und weiß wie Schnee:

Man beachte den von Katzenhand (und -zahn) geschädigten Fisch...


Im Gegensatz zu einem Kanten Kiefernholz aus dem Baumarkt ist dieser Birkenstamm garantiert nicht illegal geschlagen und außerdem viel dekorativer. Günstiger ist er obendrein: Entweder man hat selbst einen Birkensämling im Garten, der droht, den Garten in den Schatten zu stellen, oder die Nachbarn müssen einen solchen fällen. In diesem Fall stammt die junge Birke aber aus dem Park nebenan, wo sie bei einer Auslichtungsaktion der Stadtgärtner übrig blieb. Den Sommer über gut abgehangen und getrocknet ist der Stamm nun salonfein. In Kratzhöhe haben wir ihn noch mit einem Sisalseil vom alten Kratzbaum umwickelt. Wenn man das Holz mit Leim bestreicht, bevor man die Windungen anbringt, kann Katz auch nichts auseinanderziehen und das Seil bleibt lückenlos.


Der Kratzbaum wird gerne benutzt, vor allem, weil die zerschundenen Stühle mittlerweile den Besitzer gewechselt haben und ihr Ersatz nur mehr aus Holz besteht. Mit einer Katze zusammenzuwohnen verlangt eben einige Opfer, aber was tut man nicht alles für das liebste Kuscheltier.