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Samstag, 1. September 2018

Kiss me over the Garden Gate

Hach, ist der schön. So richtig zum Knutschen, ob über das Gartentor oder anders. Er ist groß, schlank, gut gebaut und hoffnungslos romantisch. Wenn man ihn nicht hat, bekommt man vor Kummer ein tränendes Herz. Kennengelernt habe ich ihn im Hortus Botanicus Leiden, Niederlande. "Kiss me over the garden gate" ist nämlich der englische Name für Persicaria orientalis, dem anscheinend niemand eine ähnlich hübsche deutsche Bezeichnung gegeben hat. Hierzulande heißt er ganz schnöde Orient-Knöterich. Unpoetischer geht's fast nicht.



Die englischsprachigen Gärtner können sich sogar ein ganzes Beet thematisch bepflanzen: "Kiss me over the garden gate" zusammen mit "Love in a Puff" (Ballonrebe, Cardiospermum halicacabum) und "Hot Lips" (Brechstrauch, Psychotria elata).

Persicaria orientalis ist ein einjähriger Herzensbrecher, äh: Knöterich. Die Aussaat ist einfach. Man sät ihn im Herbst, weil er ein bisschen Kälte braucht zum Keimen. Dann geht's aber steil nach oben und schon im Sommer hat man einen meterhohen Kerl, der sich gefällig ans Gartentor lehnt und wochenlang blüht. Die rosa Blüten hängen lässig herum und sind überaus zahlreich.


Hierzulande ist die Art kaum einmal anzutreffen, was schade ist.

Den Knöterich kann man sogar schon ohne Eintritt (7,50 Euro) zu zahlen am Hortus Botanicus Leiden bewundern. Hat man sich endlich von ihm losgerissen und das Gartentor durchschritten, betritt man einen vielfältigen, mitten in der Stadt, aber dennoch ruhig gelegenen Garten ganz ohne Autolärm und Hektik.




Natürlich gibt es im botanischen Garten von Leiden, der einer der ältesten überhaupt ist, auch andere Herzensbrecher, zum Teil von kuschliger Natur. Hier ein paar der Highlights:



 
Halsbandsittiche quietschen in den Bäumen herum, wenn sie nicht gerade den Schnabel voller grüner Federn haben:


Bananenfalter fliegen im Victoriahaus wilde Verfolgungsjagden. Eine Puppe hing sogar an der Treppenstufe.





Im Garten dreht sich momentan alles um essbare Pflanzen, daher baumeln schon mal Zeichnungen im Gewächshaus und anderswo herum.


 Sogar den Straußfarn soll man diesem Schild nach essen können:


Altehrwürdiges im Clusius-Garten, daneben das moderne Glasgewächshaus:





Sich zugeneigte Agaven am Clusius-Garten:





An der Orangerie gibt es ein herrliches Blumenbeet mit Astern, Tagetes, Hummelschaukel und Crocosmia zu bewundern:




Im Küchengarten fühlt man sich wie im Schlaraffenland - links Kulturnachtschatten (Solanum melanocerasum), dessen Beeren gekocht essbar sind, daneben am Rosenbogen verführerische Weintrauben:


Der Garten für Kinder mit verschiedenen essbaren Pflanzen, und drehbaren Tafeln:


Das Beet von hinten:


Keilschrift? Runen? Was ist diese abstrakte Kunst am Gewächshausglas? Das ist einfach nur das Werk von Schnecken, die ein bisschen Fensterputzen wollten:


Souvenirs gibt es auch - Schnäppchenpflanzen vor dem Eingang:





Wenn der botanische Garten also gefallen hat - und das tut er ganz bestimmt - dann kann man sich ein Andenken an ihn mitnehmen. Den niedlichen Kater oder den Orient-Knöterich leider nicht, die möchten gern in Leiden wohnen bleiben.

Freitag, 3. April 2015

Katzensicherung

Katzen sind Raubtiere und stolz drauf, das ist ja nichts Neues. Sie benehmen sich aber beileibe nicht immer so. Meine Katze Quietschie könnte sich durchaus auch einmal einen ganzen Tag nur von Kartoffelchips, Weißbrot, Salzstangen, Käse und Kuchen ernähren, wenn es nach ihr ginge. In der Beziehung ist sie ganz menschlich. Mit gesunder Ernährung muss man Madame da auch nicht kommen, die will immer das, was wir ihr gerade voressen, und zwar ein bisschen plötzlich. Das aus dem Hinterhalt zielsicher ausgeführte Grabschen kleiner Katzenpfoten kann den unbehelligten Verzehr von Junkfood mitunter empfindlich treffen. Ziel ist es dabei stets, dem Menschen im entscheidenden Moment die Leckerei oder noch besser gleich den ganzen Kuchenteller aus der Hand zu schlagen. Denn was erst einmal auf dem Boden liegt, mag der zweibeinige Mitbewohner komischerweise nicht mehr selber essen - Menschen stellen sich oft ziemlich mädchenhaft an.



Da aber auch Nahrungsmittel in spe nicht vor den Reißzähnen einer ernstzunehmenden Katze sicher sind, muss ich meine Peperoni-Sämlinge wie immer besonders gut schützen, zumal sie auf der Heizung am Sofa stehen, wo der Minitiger sich bevorzugt aufhält. Dieses Jahr habe ich mir eine geräumige Katzensicherung ausgedacht, die auch halbstarke Pflänzchen in fressbarer Größe noch gut vor dem Zugriff einer grünzeugversessenen Mieze schützt.

Ich habe einfach zwei transparente Feldsalat-Plastikschalen übereinander gesetzt und mit einem Band gegen Verschieben mit der Katzenschnauze gesichert. So haben die Chilis ein Gefängnis mit Aussicht ohne Kuscheltierbesuch, wo sie in ihrem eigenen Saft vor sich hinschmoren können und kaum gegossen werden müssen.



Bei starker Sonneneinstrahlung wird es im Inneren mollig warm, die Wände aber auch schnell undurchschaubar. Möchte ich also wissen, wie groß die Pflänzchen schon sind, muss ich erst die Schleife lösen. Das ist jedes Mal so, als würde ich ein Geschenk auspacken. Beim Heben der Oberschale regnet es dann einen Monsun, der sich gewaschen hat, auf die Sämlinge herab.


Größere Scharfmacher kommen unter die Haube, nämlich den Behälter eines 5-Minuten-Kartoffel-Fertiggerichtes. Ohne Pappmanschette und gut gespült ist das ein perfekter Abstandhalter für Katzen:


So wird es dieses Jahr hoffentlich nicht wieder zu einem Verlust der kräftigsten Jalapeños und Habaneros kommen. Nur die Sache mit den Kartoffelchips und dem Kuchen, die lässt sich nicht so einfach lösen...

Montag, 18. November 2013

Zappenduster

Die Gemeine Hauskatze, vor allem wenn sie hauptsächlich Dosenfutter serviert bekommt, lässt sich bedeutend besser auf Sommer- als auf Winterzeit umstellen. Der Grund ist, dass ihre Mahlzeiten nach der Zeitumstellung im Oktober eine geschlagene Stunde später eintrudeln, was eine Unverschämtheit ist. Aber auch der berufstätige Gartenbesitzer mag die leidige Winterzeit gar nicht gern, das liegt aber weniger am Futter als an der ständigen Dunkelheit.

Durch die Uhrumstellerei schafft man es von einem Tag auf den anderen, den Garten unter der Woche gar nicht mehr bei Tageslicht zu Gesicht zu bekommen. Man tappt bis zum nächsten Wochenende völlig im Dunkeln: Erstickt der Rasen schon unter Laub oder geht's noch? Blühen ungesehen bereits die ersten Christrosen? Brauchen die Vögel schon wieder neue Sonnenblumenkerne? Man weiß es nicht so genau, denn es herrscht das Reich der Finsternis.

Wenn ich mein Revier nach einer elend langen Woche schließlich mal wieder erblicke, bin ich höchst erstaunt, wie sehr sich das alles verändert hat: Die Bäume und Sträucher sind durchsichtig geworden, viele Stauden haben sich noch mehr in Richtung Erdreich zurückgezogen, und die Zahl der Zieräpfel, die sich in etwas Marzipankartoffel-Ähnliches verwandelt haben, ist schon wieder gestiegen. Es gibt selten Positives zu entdecken nach fünf Tagen Abstinenz - niemand hat die Blätter wieder an die Bäume geklebt, zum Beispiel. Trotzdem gibt man die Hoffnung nicht auf am Freitag Nachmittag.



Schlechte Zeiten für Feierabendgärtner also. Möchte man keine Flutlichtanlage im Garten installieren, muss das Gärtnern wohl oder übel auf das Wochenende verlegt werden. Das erfordert ein bisschen Voraussicht, vor allem im November:

  • Die Langzeitwetterprognose spätestens am Sonntag Nachmittag bei Einsetzen der Dämmerung prüfen: Droht unter der Woche Frost, schnell noch alle Dahlien und Gladiolen aus der Erde ziehen, bevor man es mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen tun muss (ich weiß, wovon ich rede...).
  • Vogelfutterspender ebenfalls kurz vor knapp auffüllen. Das reicht zwar sowieso keine Woche lang, aber ein paar Tage halten die Grünlinge, Gimpel und Meisen auch so durch.
  • Beim Aufstellen eines Komposters an die Lage denken: Nur, wenn man ihn trockenen Fußes sowie mit verbundenen Augen finden kann, benutzt man ihn auch im Winter freiwillig für die Küchenabfälle. Das spart auf Dauer Müllgebühren
  • Im Winter Saatgut zu bestellen ist zwar eine schöne Ersatzdroge, aber man sollte Sämereien stets bei Tageslicht ordern und nicht abends bei Kerzenschein - das ist zwar sehr romantisch, aber erstens kann man dann die Preise schlechter lesen, zweitens neigt man sonst unweigerlich dazu, die Dimensionen des Grundstücks in der immerwährenden Dunkelheit hoffnungslos zu überschätzen - bei Nacht sind nicht nur alle Katzen grau, sondern auch alle Gärten groß. So ein Irrtum wird schnell teuer.
  • Vor den ersten Minusgraden die letzten frostempfindlichen Gemüsereste ernten. Am Wochenende hat man sowieso mehr Zeit zum Kochen, daher ist der Zeitpunkt nicht allzu schlecht gewählt. 
  • Falls die Regentonne noch nicht geleert ist, kann man im Hellen noch alle Fensterbank-Gießkannen füllen, um die Zimmerpflanzen unter der Woche bei Laune zu halten. Das spart viel Leitungswasser und bekommt ihnen auch besser. 
  • Nicht eilig ist es mit der Ernte des Topinambur, der wartet den ganzen Winter auf unsere Kochkünste.
  • Immerhin teures Geld für die winterliche Gartendeko im Außenbereich kann man sich sparen, man sieht sie ja sowieso nie. Wer seine Nachbarn wirklich sehr, sehr gerne hat und ihnen etwas bieten möchte, kann natürlich trotzdem dekorieren, was das Zeug hält. Zierendes aus Naturmaterialien ist in jedem Fall günstiger und oft auch schöner - und vor allem immer wieder neu.




Ja, es ist wahrlich eine Zeit der Entbehrungen für Berufstätige. Immerhin gefällt der Wohnungskatze der nun häuslich gewordene Mitbewohner besser, hat er doch nach Feierabend viel mehr Zeit, mit dem Tiger auf dem Sofa herum zu lungern. Also sollte man dieser Empfehlung der Katze folgen - nachdem man ihr das Abendessen serviert hat natürlich.

Donnerstag, 22. März 2012

Die Gemeine Woll-Laus

Einer der größten Haus- und Vorratsschädlinge hat wieder zugeschlagen: Die Gemeine Woll-Laus. Ihr Lebensraum sind angenehm temperierte Häuser und Wohnungen, wobei sie zur Not auch winterhart wäre. Aber nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Denn eigentlich liebt die Woll-Laus Behausungen mit Zentralheizung, Vollpension und guter Sofa-Anbindung. Dort ist sie häufig schlafend anzutreffen, was nicht darüber hinwegtäuschen darf, welches Zerstörungspotential von ihr ausgeht: Am Tag zuvor noch prächtig aussehende Jungpflanzen können über Nacht ins Elend gestürzt werden, wenn sich der gefräßige Schädling einen Salat daraus zubereitet hat:


Eine Spur der Verwüstung trifft der schlaftrunkene Gärtner am Morgen an, während die Woll-Laus Unschuld heuchelt und jetzt gerne ein richtiges Frühstück serviert bekommen würde. Und zwar ein bisschen plötzlich. Denn dieses Tier ist von Hause aus ein Karnivor und gönnt sich nur ab und an einen kleinen, grünen Imbiss zur Entschlackung.


Archivbilder. Da war die Laus zarte 4 Jahre jung.

Wie man sieht, liebt meine schwarze Woll-Laus Grünlilien (Chlorophytum), neigt aber offenbar zu suizidalen Tendenzen, wenn sie sich in der Nachtschattenabteilung bedient. Zum Glück passiert aber meistens nichts Schlimmes - das durchgekaute Blattwerk tritt postwendend den Rückweg an. Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl, weswegen der Korallenstrauch lieber außer Reichweite bleibt. Das ist besser für alle Beteiligten.

Dass sie sich aber neuerdings auch an meinem jungen Gemüse vergreift, geht entschieden zu weit. Das bedauernswerte Arrangement oben auf dem ersten Bild war mal ein Topf voll von vielversprechenden Jalapeño-Pflänzchen. Gut, dass ich schon einige der Chili-Geschwister außer Katzenreichweite vereinzelt hatte. So soll eine Jungpflanze nämlich eigentlich aussehen:


Wer also die Woll-Laus zuhause beherbergt (man schleppt sie oft als winzige Jungtiere ein) und nicht ständig seine wertvollen Zimmerpflanzen austauschen möchte, weil sie bis zur Unkenntlichkeit zerkaut wurden, sollte möglichst dickblättrige Exemplare auswählen. Sukkulenten werden meistens verschmäht, so auch der genügsame Geldbaum (Crassula). Aloe und Sansevierien stehen ebenfalls nicht hoch im Kurs, ebenso wie Spathiphyllum, Kaffeestrauch (wird scheinbar nur mal aus Versehen angebissen), Schefflera, Efeutute (Epipremnum), Ficus oder Ceropegia

Wahre Katzenmagneten dagegen sind die erwähnte Grünlilie und Dracaena-Blätter, am liebsten solche von D. marginata. Aber auch D. reflexa wurde völlig überraschend in die Mangel genommen, obwohl diese Art schon bemerkenswert derbes Laub hat und damit nicht ins Beuteschema passen sollte. Allein D. fragrans scheint verschont zu werden. Das Usambara-Veilchen hingegen wird sehr gern zum Snack zwischendurch erklärt. Völlig untypisch dann wieder das Verspeisen vom dickblättrigen Brutblatt (Kalanchoe tubiflora).

Zu meinem ganz großen Glück hat Madame Woll-Laus bisher noch immer die Zähne von meinen Tomatensämlingen gelassen, und das jedes Jahr zuverlässig. Ich könnte mir vorstellen, dass das an dem strengen Geruch des Laubes liegen könnte. 

Wer aber ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der zieht jetzt schon mal Opferpflanzen heran, auch Katzengras genannt. Besonders einfach und günstig ist Hafer! Dann findet man die Woll-Laus vielleicht auch nicht an den Chilis!

Freitag, 6. Januar 2012

Katzen kratzen

Das hier ist Quietschie und den Namen hat sie sich selbst eingebrockt:


Eigentlich sollte sie nämlich Jeannie heißen (Bezaubernde), aber das ist gründlich danebengegangen, da sie als Welpe lieber gepiepst hat als richtig zu miauen. Das hat sie jetzt davon. Bezaubernd ist sie trotzdem.



Jeannie, im Folgenden Quietschie genannt (unter anderem deshalb, weil sie nun mal so heißt), ist eine Millenniumsedition und lief auch schon im Jahr 2000. 

Wir haben vieles gemeinsam, zum Beispiel sitzen wir gern auf dem Sofa rum (sie dekorativ, ich weniger), beobachten Vögel und essen gern Kartoffelchips. Während ich diese drei Disziplinen formvollendet gleichzeitig beherrsche, beanspruchen Chips Quietschies Aufmerksamkeit dagegen komplett. Die Vögel draußen sind dann vergessen.



Quietschie ist eine sehr sparsame Katze und spielt am liebsten mit Verpackungsmaterialien, wie Kartons, Papiertüten und Kabelbindern. Diese Gegenstände sind gekauftem Katzenspielzeug jederzeit überlegen. Was für ein Glück. Nicht ganz so sparsam ist ihr ausgefallener Geschmack, was die Inneneinrichtung angeht: Stühle mit Stoffhussen zu kaufen war eine ausgesprochen dämliche Idee, denn Frau Katze ist der Meinung, dass deren Ausstrahlung mit ein paar Kratzern und gezogenen Fäden doch sehr gewinnt. Ich teile diese Ansicht weniger. Nun muss Katz aber tun, was Katz tun muss, nämlich kratzen. Da Quietschie aber nur drei Beine hat und deshalb nicht nach draußen zu einem Baum gehen kann, muss der Baum eben zu ihr kommen.

Dieses Jahr hat sie einen neuen, selbstgebauten Naturholzkratzbaum bekommen- rank und schlank und weiß wie Schnee:

Man beachte den von Katzenhand (und -zahn) geschädigten Fisch...


Im Gegensatz zu einem Kanten Kiefernholz aus dem Baumarkt ist dieser Birkenstamm garantiert nicht illegal geschlagen und außerdem viel dekorativer. Günstiger ist er obendrein: Entweder man hat selbst einen Birkensämling im Garten, der droht, den Garten in den Schatten zu stellen, oder die Nachbarn müssen einen solchen fällen. In diesem Fall stammt die junge Birke aber aus dem Park nebenan, wo sie bei einer Auslichtungsaktion der Stadtgärtner übrig blieb. Den Sommer über gut abgehangen und getrocknet ist der Stamm nun salonfein. In Kratzhöhe haben wir ihn noch mit einem Sisalseil vom alten Kratzbaum umwickelt. Wenn man das Holz mit Leim bestreicht, bevor man die Windungen anbringt, kann Katz auch nichts auseinanderziehen und das Seil bleibt lückenlos.


Der Kratzbaum wird gerne benutzt, vor allem, weil die zerschundenen Stühle mittlerweile den Besitzer gewechselt haben und ihr Ersatz nur mehr aus Holz besteht. Mit einer Katze zusammenzuwohnen verlangt eben einige Opfer, aber was tut man nicht alles für das liebste Kuscheltier.

Sonntag, 26. Juni 2011

Katerfrühstück

Katzen bekommt man oft kostenlos. Promenadenmischungen zumindest.
Entweder ist jemand froh, einen Welpen überhaupt loszuwerden, oder aber eine Katze steht mit gepackten Koffern vor unserer Tür und möchte einziehen.


Bald kostet die Katze dann mehr als das ganze Weltraumprogramm.
Als einschlägig bekannter Haus- und Vorratsschädling macht sie sich über alles Essbare her, was herumliegt (mein Fehler), frisst die Zimmerpflanzen dem Erdboden gleich und zerkratzt das Mobiliar. Möglichst das direkt neben dem Kratzbaum. Wenigstens sieht sie dekorativ dabei aus, gelernt ist gelernt.
Eine andere, unangenehme Eigenschaft ist, dass eine Katze, die etwas auf sich hält, sich grundsätzlich auf den Teppich erbricht, nie aber auf abwaschbaren Oberflächen.

Das alles trifft auf Wohnungskatzen in größerem Maße zu als auf Freigänger. Die machen sich immerhin im Garten nützlich - markieren die Bäume mit Kratzspuren, damit man sie wiederfindet, oder schürfen im Kräuterbeet nach Katzengold.
Auf jede Wühlmaus, die sie fangen, kommen auch ein paar Frösche, Spitzmäuse, Vögel oder Libellen - einmal quer durch den Garten.

Sind wir ihnen deswegen böse?
Nein.
Nur ein bisschen vielleicht.
Und nur ganz kurz.
Beim ersten Schnurren werden wir sowieso wieder weich. Wir lieben sie, so wie sie sind.
Was wäre die Gartenarbeit denn ohne Pfoten, die den gejäteten Pflänzchen hinterherhechten, oder mit Slapstickeinlagen erfreuen, wenn sie einen Schmetterling fangen wollen?


Sie dürfen uns stets auf der Nase herumtanzen und bekommen trotzdem Futter von uns.
Katzen würden zwar Mäuse kaufen, aber bei uns gibt es Dosenfutter für Madame.

Mit den Deckeln kann man nützliche Sachen machen. Man kann die glänzenden Dinger als Vogelscheuche verwenden. Funktioniert ähnlich gut wie CDs, nämlich wenig bis gar nicht.

Man kann aber auch Schilder für Kübel und Blumentöpfe daraus machen.
Dafür nimmt man am besten einen Deckel einer eher festen Futtersorte. Andere lässt man nur Not von Katze vorspülen (wer hat eigentlich gesagt, dass Katzen sich nicht im Haushalt nützlich machen?).

Abwaschen, trocknen lassen und dann wasserfest beschriften. Den Deckel, nicht die Katze.

Mit der Öffnerlasche nach oben gedrückt lässt sich das Schild an einem Haken aufhängen:


In seiner natürlichen Form kann man es an den Topfrand klemmen.

So sind die Tomaten dann verwechslungsfrei beschriftet:


Und so macht sich Katze dann doch noch ganz wahrhaftig im Garten nützlich.
Geht natürlich auch ohne Katze mit anderen Konserven. Macht aber weniger Spaß.