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Samstag, 17. Juni 2023

Landesgartenschau Höxter

Höxter: Die Landesgartenschau, wo Milch und Honig fließen. Naja, nicht ganz, aber tatsächlich durften wir in Höxter unsere Finger in Bienenwaben piksen, um Honig zu naschen (vermutlich sehr zum Unmut der Bienen, die hinter unserem Vandalismus aufräumen mussten) und außerdem gab es ein Erdbeerfeld, wo man verkosten durfte. So etwas habe ich noch bei keiner Veranstaltung erlebt - es hatte erst etwas von Anarchie- darf man die Erdbeeren wirklich pflücken?. Wir haben uns hoffentlich zurückgehalten und am Ende keinen rotverschmierten Mund.

Aber von vorn: Zunächst betritt man das Gelände durch die Pforten von Kloster Corvey, Weltkulturerbe und durch die Gartenschau deutlich aufgewertet. Dann befindet man sich im Remtergarten zwischen Kloster und Weser, nur durch eine Klostermauer vom Fluss getrennt, und muss erst einmal Vokabeln lernen - wer oder was ist denn bitteschön ein Remter? Das ist ein Speise- oder Versammlungssaal in einem Kloster, ach so. Und daneben ist eben der Garten, der gut mit Obst und Gemüse bestückt wurde, wie es sich für ein Kloster und einen anständigen Remtergarten gehört (da habe ich ja richtig was gelernt!).

Es befinden sich Brunnen zwischen den Kräuterparzellen, die auch von Singvögeln gern genutzt werden zum Trinken. Außerdem dürfen Rauchschwalben ins Klostergebäude fliegen, da war ich natürlich schon wieder ganz angetan von. Man sieht hier aktuell Rosen, Fingerhut und eine große Anzahl an Zierlaucharten.












 

Verlässt man die Klostermauern, findet man sich am Weserbogen wieder und es wird plötzlich alles zu einer weiten Landschaft mit Blumenacker, Erdbeerfeld, Weiden und kleineren Gärten, wo auch der Bienenstock steht.









 

Am hinteren Ende, wo es an der Weserpromenade weitergeht, findet sich das Naturgartenforum mit Natternkopf, Margeriten, Totholz, Teich, kunstvollen lebenden Flechthecken und auch Gemüse.




 




Weiter geht es an der Weser lang, bei der Hitze kommt der Oasengarten mit Wasserbecken ganz gelegen. In Höxter muss man das Gelände dann verlassen und durch die Altstadt zum zweiten Teil der Gartenschau, der Wallanlage. Hier gibt es neben Staudenbeeten an der Stadtmauer auch Mustergärten mit Vertikal- und Dachbegrünung, einen Unkrautgarten - und in einem Garten sind Teller eingepflanzt wie ein Lindwurm - na, wer macht es im Garten nach, anstatt einen Polsterabend zu veranstalten?





Zum Schluss haben wir noch ausgiebig die Liegestühle getestet - und dabei ist mir mein Schlüsselbund abhanden gekommen, was ich natürlich erst zuhause gemerkt habe. Den Schlüsseln hatte Höxter offenbar so gut gefallen, dass sie dableiben wollten. Am nächsten Tag habe ich bei der Landesgarten angerufen, der Schlüsselbund wurde glücklicherweise gefunden und sofort an mich zurückgeschickt, mit einem Brief dabei, dass ich doch gerne noch einmal vorbeischauen soll. Nicht nur, dass sie so einen guten Service geboten haben, sie wollen mich trotz des Erdbeerfutterns und meiner Schussligkeit sogar noch mal auf der Gartenschau begrüßen! Alles in allem hat Höxter also einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Wenn ihr auch Erdbeeren naschen wollt, nur zu, fahrt noch im Sommer hin!

Samstag, 11. August 2018

Landesgartenschau Bad Iburg

Das ist mir auch noch nie passiert: Ich hatte letztes Wochenende keine Lust mehr, in die Natur zu gehen, weil alles so vertrocknet ist. Selbst der Anblick von welkem Giersch oder Brennnesseln im Wald stimmt die Gärtnerin in mir nicht froh. Also dachte ich, schaue ich mir lieber Blümchen an, die Personal haben, das hinter ihnen her gießt. Da kann man dann auch mal vergessen, dass der Regen wochenlang einen großen Bogen um uns gemacht hat.

Besagtes Personal zum Gießen kostet 18,50 Euro* für einen Tag, für ein Jahr 120 Euro - das sind die Eintrittspreise für die Landesgartenschau Bad Iburg, das liegt in Niedersachsen am Teutoburger Wald zwischen Bielefeld und Osnabrück, wobei es näher an Osnabrück ist. Bad Iburg kenne ich nur vom Frühjahr, wenn der benachbarte Große Freeden ein Blütenmeer aus lauter Lerchensporn ist. Nun also mal Bad Iburg ohne Bergwanderung und ohne Lerchensporn.

Gleich am Haupteingang wird man von schönen Kiesbeeten mit Mädchenauge (Coreopsis verticillata 'Moonbeam)', Wiesenknopf und Sonnenhut empfangen. 




Hier gleich der erste Grund, vor den Stauden einen Kniefall zu machen, denn der Kleine Feuerfalter ließ sich das Mädchenauge schmecken:



Hier ein anderes Beet mit Schafgarbe, Wermut, Bergminze, Fetter Henne und Kaschmirdolde (Selinum wallichianum, Mitte):



Weiter ging es zu einem schönen Bauerngarten, der zeigt, was eine Harke ist, denn so einige Gartengeräte sind wirkungsvoll in den Staketenzaun integriert, davor steht eine bepflanzte Schubkarre:





Nebenan ist der Rosengarten, wo gerade frisch gewässerte, noch tropfende Rosen ein erfrischendes Bild abgeben:




 Dazu gibt es ebenso erfrischende, ganz unkitschige Kunst zu sehen:


Dieser Schaugarten ist dem Emsland nachempfunden, daher die Backsteinmauern. Hier gibt es Spalierobst, unterpflanzt mit Gaura, Verbena bonariensis und Gräsern. Der Clou dabei, es gibt einen Strand und einen kleinen Pool, den die Besucher sogar benutzen dürfen - wenn sich da mal die Dauerkarte als Anwohner nicht lohnt!







Schönes für die Gartentiere gibt es bei den Mustergräbern zu sehen, die sogar Insektenhotels zusammen mit Grabsteinen zeigen:




Totholz lässt sich auch als Kunst im Garten präsentieren - so meckert auch die Verwandtschaft nicht:



Weitere Impressionen aus den Mustergärten:






Nun steht man vor der Blumenhalle, wo kreative Dinge aus Stühlen, Fahrrädern und Sempervivum gezeigt werden, alles zum Nachmachen geeignet. Hier ein rollendes Lavendelbeet, unten Pflanzkasten auf Rädern, oben Sänfte - oder ist es am Ende ein tiefergelegtes Hochbeet?







In der Blumenhalle werden Blumenbeete und Zimmerpflanzen präsentiert, alles mit maritimem Flair. Hier gibt es ebenfalls tolle Ideen zu bestaunen, wie die halbierten Stühle an der Wand.




Ein Bett im Kornfeld war gestern, nun ist es mit Glockenblumen bewachsen - netter als der Wecker, denn natürlich läuten sie nicht:



Ein Highlight war dann noch die Schmetterlingshalle, wo der Banenenfalter in allen Stadien bestaunt werden kann. Der Schmetterling lutscht gern an Bananen, seine Raupen leben auf den Bananenblättern:



Die Eiraupen sind hell gefärbt und versuchen, sich als Blattader zu tarnen. Später sind sie grün und auf den Bananenblättern kaum zu finden. Wenn sie sich ins bräunliche verfärben, halten sie sich eher an die braunen Pflanzenteile, wo man sie leicht übersehen kann, obwohl sie so riesig sind.


Zum Schluss steht noch der Baumwipfelpfad an, bei dem man erst einen Turm besteigen muss oder Fahrstuhl fahren. Von oben hat man eine herrliche Aussicht über die Gartenschau und die Stadt:


Hier links ist das Hostabeet mit den Totholzskulpturen von oben, rechts seht ihr den Bauerngarten mit dem Staketenzaun. Die Beete sehen recht lückig aus, was bestimmt an der extremen Hitze und Dürre liegt, denn irgendwann reicht Wässern einfach nicht mehr. Regen ist doch anders, vor allem bringt der auch Schatten, weil er in Wolken geliefert wird.




Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, obwohl wir nicht im Pool waren. Es war schön, mal gut gewässerte Pflanzen zu sehen, trotzdem hatte die Hitze manchen arg zugesetzt. Nun wünsche ich der Gartenschau und uns deshalb auch mal endlich ordentlichen Regen, am besten eine Woche am Stück! Wasser marsch!


* Ich habe eine Pressekarte bekommen, aber ansonsten kein Geld für diesen Beitrag.