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Mittwoch, 23. Juli 2014

Wunderbare Wucherblumen

Hände hoch, wer Margeriten mag! Ich wette, es gibt kaum jemanden, der sie nicht wenigstens ein bisschen lieb hat. Ich für meinen Teil mag sie seit ich denken kann. Schon in jungen Jahren habe ich meinen Vater daher angefleht, die herrlichen Horste mit Frühlings-Margeriten (Leucanthemum vulgare) doch bitte beim Rasenmähen zu verschonen. Hat er sogar gemacht, ich war eben ein Papakind. Doch selbst gestandene Rasenmähermänner ohne aufmüpfige Tochter im Schlepptau, die im städtischen Dienst oder bei großen Wohnungsbaugesellschaften arbeiten, kann man mitunter dabei erwischen, wie sie die fröhlichen Blumen stehen lassen. Gut so!

Im Garten findet sich meist die nicht minder herzige Garten-Margerite (Leucanthemum maximum), die sich nicht nur immer breitere Horste erlaubt, sondern auch im Versamen eine ganz ausgebuffte ist. Und so kommt es, dass sie eine Gartentournee sondergleichen hinlegt - sie wird gern weitergereicht von Mensch zu Mensch, auf dass jeder sein ganz persönliches Grüner-Daumen-Gefühl genießen kann. Auch ich habe einen Sämling aus einem anderen Garten bekommen.


Und sie ist ja so pflegeleicht! Selbst trockenere Böden und Halbschatten kann sie verknusen. Wenn es ihr zu düster wird, lehnt sie sich einfach vor und wächst schräg in die begehrte Sonne.

Meinem immer größer werdenden Margeritenbüschel ist es auch zu verdanken, dass die Kolonie von Löcherbienen (Osmia truncorum) in meinem Insektenhotel ebenso beständig an Mannschaftsstärke zulegt.



Diese kleine Wildbiene bevorzugt nämlich Korbblüten vor allen anderen Blumen. Wenn sie auf den Margeriten zugange ist, sieht man sie immer wieder den Hinterleib auf und nieder schwingen, als wollte sie den Pollen gleich mit der Bauchbürste auftupfen.

Doch auch Schmetterlinge (im Bild ein Landkärtchen), Schwebfliegen, Maskenbienen und kleine Grabwespen nutzen die Blüten gern. Selbst die - was die Mundwerkzeuge angeht - eher minderbemittelten kleinen Insekten ohne langen Rüssel können den offenen Blüten der Margerite etwas abgewinnen. Dafür gucken die meisten Hummeln in die Röhre - ihnen sind die kleinen Röhrenblüten dieser Staude meistens doch zu kleinteilig in der Handhabung.

Mit dieser einfachen, robusten Allerweltsmargerite kann man kleinen Insekten also einen immens großen Gefallen tun. Keine Angst also vor den Ellbogentaktiken der hohen Staude - zur Not einfach die Samenstände abschneiden nach der Blüte. Wer sie immer noch nicht hat, sollte sich schleunigst eine schenken lassen - denn das ist Sommer pur!

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Auf mein Inserat von letzter Woche hat sich übrigens eine Interessentin für die obdachlosen Geranium phaeum und Geranium nodosum gemeldet, hurra! Sie wurden zusammen verschickt. Hier seht ihr sie nun bei ihrer ersten gemeinsamen Besichtigung der Landeshauptstadt: