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Samstag, 2. August 2025

Ton im Kasten

Im Frühjahr sah ich ein Video vom britischen Biologen Dave Goulson, wo er zeigte, welchen Erfolge er mit selbstgemachten Bienenhotels für Frühlings-Pelzbienen hat. Bis dahin hatte ich noch nie davon gehört, dass man Hotels explizit für Anthophora plumipes, unsere Liebslings-Hektikterin des Frühlings, aufstellt. Lehmfächer in Nisthilfen für alle möglichen Insekten, das war mit bekannt, aber nicht eigens für den Pelzbienen-Pummel.

Er zeigte, wie er "potting clay", also Töpferton, in einen Holzkasten gab, der so groß war wie ein Meisenkasten, und ihn an der Schuppenwand aufhängte. Wenige Zentimeter tiefe Löcher wurden hineingebohrt, damit die Bienen einen Ansatzpunkt zum Graben bekommen, denn ihre Gänge legen sie von dort aus grabend tiefer im Ton an. Und tatsächlich flogen dort kurz darauf Pelzbienenweibchen ein und aus und bauten ihre Nester. Wow! Das wollte ich auch haben.

Nun ist es eine Wissenschaft für sich, den richtigen Lehm für eine Nistwand zusammenzurühren, damit er nicht zu hart ist, aber auch nicht beim Trocknen auseinanderbröselt. Es gibt Lehmpulver zu kaufen, oder man mischt Lehm mit Sand, um die richtige Mischung zu erreichen - mit dem Fingernagel soll man das Material noch abkratzen können, wenn es trocken ist. In jedem Fall hat man am Ende einen großen Beutel gekauft, von dem man nur einen Bruchteil in einem kleinen Garten verbauen kann.

Hier das Bienenhotel bei uns im Botanischen Garten Bielefeld, wo die unteren Fächer von Frühlings-Pelzbienen und Schornsteinwespen zum Nestbau genutzt werden:

Aber so ein großes wollte ich ja gar nicht. Da erschien mit das mit dem Ton doch viel einfacher. Der ist im Einzelhandel schnell zu bekommen, wenn man plötzlich merkt, dass das Frühjahr vor der Tür steht, und es gibt ihn in kleinen 10kg-Packungen.

Also bin ich in den Bastelladen und habe mir ein Paket mitgenommen. Gut, wie schwer 10 kg dann wirklich sind, merkt man erst, wenn man den Brocken nach Hause bringen muss. Schon das Herunterwuchten vom Kassentresen in den Rucksack war nicht einfach. Ich hätte mit dem Rad bis vor den Laden fahren sollen, das wäre rückenschonender gewesen.

Zuhause habe ich den Ton dann in einen alten Blumenkasten gestrichen. Das Abflussloch habe ich vorher mit einer Tonscherbe bedeckt. Dann noch ein paar Lochansätze rein und fertig.



Die Pelzbienen haben sich allerdings nicht dafür interessiert - war der Ton doch zu hart oder hatten sie schon was Besseres gefunden?

Später baute eine Frühe Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis) zwei Löcher zu, aber verschloss sie mit braunem Matsch und erweiterte offensichtlich den angetäuschten Gang auch nicht.

Dann sah ich im Sommer plötzlich, dass im gebrannten Ton-Niststein Löcher mit verräterisch weißem Ton verspachtelt worden waren. Da hatte jemand offenbar nachgedacht und Ton in Ton gearbeitet, zwar nicht farblich passend, aber mit gleichem Material. Man braucht keine Spurensicherung, um zu wissen, woher das Diebesgut wohl stammt. Anscheinend war das Material dann doch von handelsüblichen Mandibeln gut zu bearbeiten und es war klar: Die Pelzbienen stellen sich an.

Der schwere Quader hat dann aber am Ende doch noch zu einem Happy-End geführt: Damit er auf jeden Fall trocken seht, hatte ich ihn auf ein Stück morschen Holzbrettes gestellt. Dann hatten wir die Idee, stattdessen einen Strangfalzziegel dafür zu nehmen. Also Holzbrett weg. Dann sah ich, dass kleine Grabwespen völlig verzweifelt an der Stelle suchten, wo vorher das Holz gewesen war. Und zwar auf beiden Seiten. Also alles wieder hochwuchten, Brett drunter, Strangfalzziegel und Quader drauf und die winzigen Wespen waren wieder glücklich.




Es handelte sich um Weibchen der Grabwespe Crossocerus, die Gänge in Totholz anfertigen und Zikaden als Larvenproviant eintragen. Sie hätten ohne das Tonprojekt wohl keinen Nistplatz gehabt. Immerhin etwas also.

Samstag, 20. Juli 2024

Tolles Totholz

Ist ein Apfelbaum umgefallen oder an der Pflaume muss gesägt werden? Nicht schlimm, solange das Holz im Garten bleiben darf, denn viele Tiere freuen sich darüber. Je großvolumiger, desto besser, aber auch Kleinholz ist prima. Oft bekommt man Holzreste kostenlos von den Nachbarn, besonders in Kleingartenanlagen kann man sich durchfragen. Ist erst einmal bekannt, dass man ein dankbarer Abnehmer für Altholz ist, bekommt man es sogar schubkarrenweise frei Laube geliefert und muss es nur noch im Garten drapieren. Es kann sogar eine Kräuterspirale aus Totholz entstehen oder eine Beetabschlusskante.

Käfer finden sich schnell ein, deren Larven im Totholz leben. Wenn sie schlüpfen, entstehen Löcher für Wildbienen und andere Hohlraumbewohner, ohne dass wir überhaupt den Bohrer holen müssen. Käferfraßgänge sind einfach viel besser und von Profis gebohrt. Hier ein Gefleckter Schmalbock:


In diesem Stück Pflaumenbaum hat eine Wald-Pelzbiene Nistgänge angelegt. Sie hat nicht etwa das massive Stück Totholz angeknabbert, sondern die schmaleren Aststummel. Die Rötliche Kegelbiene (im Bild) läuft immer wieder in den Gang der Biene hinein, um dort Eier abzulegen. Ihre Larven werden bei der Wildbiene parasitieren. Im Totholz gibt man sich also die Klinke in die Hand.






Es geht aber auch eine Nummer kleiner, dann sind auch die Bewohner kleiner und unauffälliger. Markhaltige Stängel fallen zum Beispiel beim Rosenschnitt an. Oft stößt man im Inneren der Sträucher auf so tote wie wehrhafte Äste. Die könnte man jetzt einfach an der Spitze kappen, damit das Mark zugänglich wird, und an Ort und Stelle belassen, oder man entfernt sie aus optischen Gründen und bringt sie senkrecht an Zäunen oder am Bienenhotel an. So ist man sich auch immer bewusst, dass sie zu etwas nütze sind und schneidet sie nicht irgendwann doch aus Versehen ab. Die Stacheln sind zwar ein Sicherheitsrisiko, erleichtern aber das Anbinden ganz ungemein, so kann nichts mehr verrutschen!

Ich habe das am Wochenende so gemacht und ein paar Tage später war schon Kundschaft da. Ein winziges Insekt, die Grabwespe Rhopalum coarctatum, grub sich gleich in das Mark des Rosenastes ein. Diese schwarze Solitärwespe mit den bunten Beinen fängt Blattflöhe, Blattläuse, Fliegen oder Mücken und verstaut sie in den selbstgegrabenen Gängen. Dabei ergibt sich durchaus ein logistisches Problem, denn da die Gänge senkrecht nach unten gegraben werden, ist der Abraum immer im Weg und lässt sich nur entgegen der Schwerkraft abtransportieren. Meine Wespe scheint einfach alles an Ort und Stelle belassen zu haben.

Statt Rosenästen funktionieren auch Holunder, Brombeere, Königskerze und andere.

Auch Blattlausgrabwespen der Gattung Passaloecus finden sich schnell ein, nehmen aber auch fertige Gänge im Bienenhotel an. 

Wer wirklich Glück hat, wird sogar Wildbienen an den Stängeln finden können, aber das ist mir noch nicht vergönnt gewesen.

Probiert es einmal aus, die Zeit ist günstig!

Samstag, 13. März 2021

Die historische Nisthilfe

Im Botanischen Garten Bielefeld wird das Fachwerkhaus saniert. Das ist teuer und das dauert. Das gute Stück ist nämlich von 1823 und musste schon einmal umziehen, und zwar im Jahr 1920, als es woanders abgebaut und im botanischen wieder aufgebaut wurde. Jetzt ist es also schon 100 Jahre dort ansässig. In dieser Zeit hat es viel erlebt und viel ist am ihm herum gebaut worden, sodass es nun eine fröhliche Vielzahl von Materialien enthält, die man selbst im gut sortierten Baumarkt in dieser Fülle nicht findet. Daher: Das Haus ist noch gut, nur das Fachwerk muss raus. Und das Dach auch. Viel Arbeit also, das Gebäude ähnelt mittlerweile einem Gerippe in wallenden Gewändern aus diversen Folien.

Die Gefache sind ausgeräumt und werden nun mit weichgebrannten Ziegeln und weichem Mörtel wieder gefüllt.

Hier mal ein Bild, das die Baustellen-Tristesse verdeutlicht - das Wetter passt entsprechend:


Ein Stück hinter dem Haus steht eine zum Ambiente passend grün angestrichene Mulde, randvoll mit historischem Bauschutt. Die Steine dort haben ein schönes Schimmelaroma - man spürt den Zeitgeist der Jahrhunderte in diesem Müllhaufen.

Am Rand lag aber auch Lehm aus den Gefachen auf einem Häufchen, gut getrennt von den Steinen. Da dachte ich doch gleich an die Pelzbienen, die so gern im Lehm ihre Nester bauen, und an die Schornsteinwespen (Odynerus spinipes), die ich letztes Jahr im Botanischen Garten gefunden habe. Wären die nicht hocherfreut, wenn das Zeug nicht auf der Müllkippe landet?


 

Praktischerweise lag auch ein Stück zersplitterter Ton in der Mulde, das ich als improvisierte Schaufel benutzen konnte - und schwupps hatte ich ein Tütchen voll Lehm. Zuhause habe ich die Steine rausgepuhlt und den trockenen Baustoff mit Wasser angerührt in eine Tonschale aus dem Friedhofsmüll gefüllt. Ein Null-Euro-Projekt also!



 

Als der Lehm einigermaßen hart war, habe ich zur Sicherheit noch ein paar hohle Stängel hineingesteckt, falls sich für den Lehm doch keine Interessenten finden. Dann haben andere Bienen vielleicht noch Freude daran.


Da Pelzbienen schon öfter in den Gefachen von Fachwerkhäusern gefunden wurden, wie hier im Freilichtmusem Detmold, müsste der Lehm zum Nisten tauglich sein - und auch Mauerbienen wären Gäste.

Jetzt muss ich mir noch was schlaues einfallen lassen, wie ich die Schale senkrecht aufhängen kann, wenn der Lehm durchgetrocknet ist, aber dann wäre es perfekt.

Und wer hat schon so eine Nisthilfe mit historischer Füllung? Hoffentlich muss ich sie jetzt nicht unter Denkmalschutz stellen...

Samstag, 11. April 2020

Sagt mal, wo kommt ihr denn her?

Für mich gibt es nichts Schlimmeres als diese nahezu leeren, lediglich mit glotzäugigen, kopflastigen Stiefmütterchen und puscheligen Bellis spärlich bepflanzten Beete. Diese dem deutschen Reinheitsgebot der Bepflanzungsregeln entsprechenden Gärten (60 % Erde muss immer zu sehen sein, sonst ist die bürgerliche Ordnung schwer gestört) verpassen doch so einiges. Schließlich ist es - zumindest für mich - immer sehr aufregend zu sehen, wer neben den geladenen Gästen noch so alles im Garten auf der Bildfläche erscheint. Und da kann man sich oft gehörig wundern.

Passend zu Ostern ist zum Beispiel die Frühlings-Braunwurz (Scrophularia vernalis) mit ihren eierförmigen Blüten mal wieder mit von der Partie. Und das ist ein fulminantes Comeback nach einigen Jahren völliger Abwesenheit. Wo war sie nur all die Jahre? Auf was hat sie gewartet? Brauchte sie mal wieder Beifall?




Die hat wirklich Allüren, aber nun ist sie gleich an mehreren Stellen von ganz alleine wieder aufgetaucht und kann sich sogar gegen das allumfassende Bärlauchregime behaupten.

Besonders stolz bin ich auch auf diese palmenartig beblätterte Kandidatin, die sich selbst beworben hat: Was ich zunächst als Arbeitshypothese für ein Lenzrosenbaby hielt, entpuppt sich nun doch zweifelsohne als Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus). Ihre kindlich runden Blätter hatten mich erst verwirrt.



Nun wächst dieses Prachtexemplar, deren Mutterpflanze letztes Jahr verstorben ist, mal wieder im Rasen, der dadurch erneut ein Stück ins Abseits gedrängt wurde. Aber wer könnte diesem Goldstück schon widerstehen?

Und die alte Helleborus-Dame, die ihre Samen hier einige Meter von sich entfernt zum Keinem gebracht hat, hat ihrerseits für eine Zitterpartie bei einer viel kleineren Staude gesorgt. Diese zierliche, elfengleiche Zahnwurz, vermutlich ist es die Fieder-Zahnwurz (Cardamine heptaphylla), wuchs jahrelang direkt unter der Stinkenden Nieswurz und hat es verblüffenderweise überlebt. Vielleicht hat der große Stinker sie auch nur beschützend unter seine Fittiche genommen.


Jetzt bin ich natürlich sehr bemüht um sie und ernte den Bärlauch bevorzugt aus ihrem Dunstkreis weg. Einmal mehr Bärlauchpesto zum Abendessen zugunsten der kleinen Zahnwurz kann doch nicht schaden.

Und nun taucht in einem Tomatenkübel, auf den ich im Februar Kompost geworfen hatte, noch ein Helleborus-Knirps auf, wieder ein Stinkendes Nieswürzchen? Die kann da natürlich nicht bleiben, aber ich werde sie diesmal weit weg von der Zahnwurz pflanzen.


Überhaupt ist es immer eine gute Idee, Kompost irgendwohin zu schmeißen und mal zu schauen, wer an der Überraschungsparty alles so teilnimmt. Das ist eine großartige Beschäftigung, solange die Tomatentöpfe noch brachliegen und arbeitslos sind. Da keimt das Who-is-who der feinen Gartengesellschaft und man darf raten, ob man seine Pappenheimer alle noch an ihren Keimblättern erkennen an. Das meiste ist aber Knoblauchsrauke, und das nicht zu knapp. Ist aber lecker.


Die Tulpen sind auch wieder da. Dank des Blogs weiß ich aber, dass bei den gelben eine fehlt, was schade ist.



Der Rauling (Trachystemon orientalis) hat sich vermehrt, das hier sind seine haarigen Sämlinge:



So sieht er aus, wenn er groß ist (hinten wächst Iris):



Zuguterletzt zeige ich euch noch das Präsent aus Dennenlohe, ein Bienenhotel. Damit es nicht so schnell nass wird, habe ich es mit einer Getränkedose bedacht. Das Blech der Dose passt gerade so auf das Dach, passt wie angegossen.


Die erste Mauerbiene ist auch schon eingezogen. Ist ja auch sehr luxuriös, so eine Wohnung im Erstbezug, da muss man nicht erst die Brutröhre putzen wie die Nachmieter der älteren Nisthilfen.


Und jetzt wünsche ich euch Frohe Ostern!

Samstag, 25. Januar 2020

Bayerische Bienen frei Haus

Das Wort "Strangfalzziegel" löst bei Wildbienenfreunden einen ähnlichen Haben-Wollen-Reflex aus wie der Name 'Rose de Resht' bei Rosensammlern. Andere Leute können sich meist gar kein Bild davon machen, was das für komische Ziegel sein sollen. Doch wer sich mit den pelzigen Insekten beschäftigt, weiß, was das für Dinger sind - und auch, wie schwer sie zu kriegen sind, meist nämlich weder für Geld noch für gute Worte und schon gar nicht in einstelligen Mengen. Strangfalzziegel sind aus Ton und werden zum Decken denkmalgeschützter Häuser verwendet. Sie haben vorn und hinten Löcher, und genau die sind es, die für hohlraumbewohnende Wildbienen zum Nisten ungemein attraktiv sind. Das macht diese legendären Ziegel für Insektenenthusiasten so wertvoll wie die Blaue Mauritius.


Strangfalzziegel sind flach und lassen sich mit ein bisschen Rückendeckung waagerecht stapeln. Damit sie nicht wegrutschen, haben sie unten einen tönernen Fuß. So wird die Anlage eines Bienenhotels ganz einfach, auch wenn man zwei linke Hände hat. Das einzige, was man eventuell tun muss, ist, verklebte Löcher von überschüssigem Ton zu befreien, dann sind sie fertig zum Nisten.

Meine kamen per Paket aus Bayern, wo jemand sehr viele davon hatte und sie auf Facebook zum Abholen angeboten hat. Netterweise durfte ich welche per Post bekommen, als Dankeschön habe ich zwei meiner Bücher im Tausch in den Süden geschickt. Den riesigen Karton habe ich weitergegeben, er verdingt sich jetzt noch als Umzugskarton.

Doch welche Überraschung! Die Ziegel sind mit Füllung aus Bayern eingereist:



Da muss ich mir keine Sorgen machen, dass die Löcher noch mit Ton verstopft sein könnten. Sorgen machen mir allerdings die bayerischen Bienen, denn ich weiß nicht, welche Art es ist, und ob sie sich in Ostwestfalen und ganz speziell in meinem Garten wohlfühlen werden.

Jetzt decken die Ziegel den Gartenschrank, da passen sie ganz gut hin. Ich werde berichten, welche blinden Passagiere aus dem Freistaat ich mir da eingehandelt habe, und ob die Zugeroasten in Nordrhein-Westfalen ihre Lieblingspflanzen finden - zum Glück muss ich ihnen keine Weißwurst anbieten...



Samstag, 31. März 2018

Schluss mit Tannenzapfen

Erinnert sich noch jemand an die Plackerei mit dem Holzleim letztes Jahr, als ich das Oberstübchen vom Bienenhotel renoviert habe? Dieses Mal sollte das Parterre drankommen, das so hübsch mit Kiefernzapfen bestückt war, aber von den Insekten nur mit Naserümpfen abgestraft wird.

Hier noch einmal das Vorher-Nachher-Bild vom letzten Jahr:


Man sieht, was in dem untersten Fach verzapft wurde. Für Wildbienen ist das nichts, allenfalls für Spinnen, die ihre Persönlichkeit nicht mit großen Netzen entfalten müssen, sondern eher Kellerkinder sind.

Also raus mit den Zapfen. Dazu habe ich die Klammern des Drahtgitters aufbiegen müssen und das Ganze dann hochgeklappt: Völlig überraschend mit nur einer blutenden Schnittverletzung, ich werde langsam besser.

Als erstes, und um Platz zu schinden, habe ich den kleinen Ziegelstein mit den runden Löchern angeleimt. Weil ich vom letzten Jahr gelernt habe, als ich mit dem Holzleim fast wahnsinnig geworden bin, habe ich dieses Mal Expressleim gekauft. Der ist so zähflüssig, dass alles sofort gut klebt, und zwar dort, wo es kleben soll - nicht in den Haaren und nicht an den Fingern.



Man beachte die Öffnung in dem angeblichen Schmetterlingsabteil, die ein Specht oder wer auch immer fachmännisch erweitert hat. Das ist wirklich Kunst am Bau. Jemand hat dann auch noch Sonnenblumenkerne darin deponiert:


Eingeklebt habe ich wieder die hohlen Stängel von Gelber Wiesenraute und Iran-Lauch. Als die zur Neige gingen, habe ich im Park Japanischen Staudenknöterich geschnitten. Der Abtransport auf dem Fahrradgepäckträger war abenteuerlich und bestimmt haben sich Passanten gefragt, was die Irre mit dem Zeug wohl will.


 



Zur Neige ging dann kurz darauf auch der Leim. Das Problem: Der ist so zähflüssig, dass er schon bald nicht mehr aus der Flasche kommen will. Also Packung aufgeschnitten und den Inhalt herausgespachtelt. Man will ja nichts verkommen lassen.





Als der Leim dann endgültig alle war und die leere Flasche wirklich ausgelutscht, habe ich die restlichen Stängel einfach ganz dicht gepackt, sodass sie auch nicht mehr herausgezogen werden können. Zum Schluss dann noch das Drahtgitter wieder in Position gebracht, und fertig ist das renovierte Bienenhotel!






Tada, hier ist es nun, das fertig renovierte Hotel. Nur bei dem vom Vogel kreativ bearbeiteten Mittelabteil muss ich noch mal schauen, was ich damit mache.